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Wetterjahr 2004 ist Geschichte

 

[31. Dezember 2004, 24.00 Uhr]

 

Bei bedecktem Himmel, milden 7,6°C Lufttemperatur, Wind aus West mit 7,6 km/h (Böen 13,3 km/h) und örtliche Sprühregentropfen begann um 0 Uhr in der vergangenen Nacht das neue Wetterjahr 2005 in Mettingen-Schlickelde. Damit ist ein ereignisreiches und spannendes, meteorologisches 2004 nun endgültig Geschichte. Hier tabellarisch einige der herausragenden Ereignisse des vergangenen Wetterjahres:

 

 

04. Februar

In der Nacht vom 04. auf den 05. Februar werden um 0 Uhr in Mettingen-Schlickelde sommerlich laue 15,6°C gemessen.

28. Februar

Nach kräftigen Schneefällen wird in Mettingen-Schlickelde mit 10 Zentimetern die größte Schneehöhe seit über drei Jahren registriert.

29. Februar

Mit -9,7°C wird in den frühen Morgenstunden um 07.43 Uhr die niedrigste Lufttemperatur des Jahres 2004 erreicht. Fünf Zentimeter über der Erdoberfläche wird sogar ein Tiefstwert von -11,2°C beobachtet.

17. März

Mit einer Tageshöchsttemperatur von 21,6°C wird ein neuer Temperaturrekord für die zweite Märzdekade aufgestellt, der zweitwärmste Märztag seit mindestens 12 Jahren (Aufzeichnungsbeginn) in Schlickelde.

20. März

Sturmtief "Oralie" richtet im Kreis Steinfurt erhebliche Schäden an.

01. Mai

Hagelschlag und Platzregen mit bis zu 70 Litern pro Quadratmeter verursachen im Münsterland sowie dem angrenzenden Niedersachsen große Schäden und lassen im Raum Dülmen ganze Bauerschaften im Wasser versinken. Mettingen bleibt wie durch ein Wunder von den Naturgewalten verschont.

04. Juni

Ein Tornado fegt mit Windgeschwindigkeiten von 160 bis 180 km/h nur drei Kilometer nördlich der Wetterstation Mettingen-Schlickelde über das Land, entwurzelt vier ausgewachsene Eichen und verschont wie durch ein Wunder nur wenige hundert Meter entfernte Wohngebäude.

17. Juli

Ein gewaltiger Böenkragen von mehreren hundert Kilometern Länge überrollt mit beeindruckenden Wolkenformationen auf der Vorderseite einer riesigen Gewitterzelle über den Niederlanden auch das Mettinger Gemeindegebiet und sorgt vielerorts für staunende Blicke gen Himmel.

06. August

Mit 32,0°C wird um Punkt 15.55 Uhr die höchste 2m-Lufttemperatur des ganzen Jahres 2004 gemessen. Zehn Traum-Sommertage vom Feinsten sorgen zwischen dem 1. und 10. August auch im Tüöttendorf für "Summerfeeling" pur und werden nachfolgend von kräftigen Regenfällen mit 63 Litern pro m² in 72 Stunden beendet. Insgesamt fallen bis zum Monatsende in nur 20 Tagen etwa 15 Putzeimer voll Wasser auf jeden Mettinger Quadratmeter.

26. August

15jähriges Jubiläum lückenloser Wetterbeobachtung in Mettingen-Schlickelde (Temperaturextrema-Aufzeichnung). Am 26. August 1989 wurde die erste nächtliche Minimum-Temperatur abgelesen und schriftlich festgehalten.

24. Oktober

Mit einem morgendlichen Tiefstwert von 15,8°C geht die Nacht vom 23. auf den 24.10.2004 als wärmste Oktobernacht seit Aufzeichnungsbeginn (1989) in die Archive ein. Um 1 Uhr nachts werden an der Schlickelder Station fast unglaubliche 18,3°C abgelesen!

 

 

Mit einer Jahresmitteltemperatur von 10,0°C (Vorjahr 10,0°C) und einer Gesamtniederschlagsmenge von 940,1mm (Vorjahr 701,7mm) fiel das Jahr 2004 im Vergleich zu den Normalwerten der Nachbarstationen Greven und Osnabrück (9,3°C / 834,6mm) in Schlickelde um etwa 0,7 K zu warm und gut 100mm zu nass aus.

 

Allen Lesern der Homepage und den vielen Wetter-Kollegen

hier in der Region und darüber hinaus ein gesundes,

 erfolgreiches und spannendes neues

Wetterjahr 2005!

 

 


 

 

Weihnachtswetter in Mettingen-Schlickelde: So war es dieses Mal!

 

[27. Dezember 2004]

 

 

Heiligabend

 

Nach sehr milder Nacht mit fast durchgehend knapp 10°C, morgens und mittags stark bewölkt bis bedeckt (unten hauptsächlich Stratocumulus, darüber Cirrus uns Cirrostratus). Ganz selten einzelne Tröpfchen und frischer bis starker Wind nach teils stürmischen Böen in der Nacht.

Nachmittags Stratocumulus-Decke allmählich immer weiter auflockernd, Wind langsam nachlassend und um 15.30 Uhr bereits heiter bis wolkig (hauptsächlich Cirrus und Stratocumulus). Um 16 Uhr heiter bis wolkig (hohe Wolkenarten). Um 16.30 Uhr leicht bewölkt (Cirrostratus, vor allem im Norden), 3 bis 4 Beaufort, "Fast-Vollmond" zu sehen.

Nachfolgend allmählich wieder mittelhoher Aufzug von Westen (nahendes Tief). Gegen 21 Uhr aus bedecktem  Himmel einsetzender Regen und nachfolgend bis tief in die Nacht stundenlanger, teils kräftiger Dauerregen, von wieder deutlich auflebendem Wind begleitet. Rascher Druckfall!

 

1. Weihnachtstag

 

251204AMorgens wolkenlos bis leicht bewölkt (Rückseiten-Cumuli bzw. -Stratocumuli nach Kaltfront-Passage). Um 12 Uhr leicht bewölkt (Cumulus humilis / Stratocumulus), nachfolgend Bewölkungszunahme und um 14 Uhr schon stark bewölkt (Cumulus / Stratocumulus).

Um 16 Uhr heiter bis wolkig (Stratocumulus / Altocumulus / hohe Arten), im Norden fast wolkenlos. Nachfolgend bei Sonnenuntergang herrliches Farbenspiel durch rot angestrahlte, mittelhohe Wolkenfelder (Foto rechts).

Um 17 Uhr heiter (hauptsächlich hohe Arten). Um 18 Uhr heiter (Cirrostratus / Cirrus), Mondhof! Nachfolgend heiter oder leicht bewölkt bei Cirrus und Cirrostratus (weiterhin Mondhof).

Um 21.30 Uhr fast wolkenlos bis leicht bewölkt (Cirrus).

Um 22 Uhr fast wolkenlos (Cirrus / Cirrostratus) und bis in die Nacht hinein keine wesentliche Änderung mehr.

 

 

2. Weihnachtstag

 

261204AMorgens bei weiß überhauchter Reiflandschaft (Foto links) leicht neblig und mit hoher Bewölkung fast bedeckt oder bedeckt, kaum Wind. Dann zögerndes Ausdünnen und um 12 Uhr schließlich heiter aber dunstig.

Um 13 Uhr heiter (Cirrus / Cirrostratus / Kondensstreifen), teils windstill. Auch nachfolgend bei hoher Bewölkung (Cirrus / Cirrostratus / Kondensstreifen) heiter oder zeitweise auch wolkig und fast windstill. Gegen 16 Uhr Nebelbildung einsetzend und nur 25 Minuten später plötzlich dichte Nebelsuppe. Bis in die Nacht hinein dichter Nebel und stellenweise unangenehme Reifglätte.

 

 

 

 

 


 

 

“Pia” und “Quimburga” sorgten für Wirbel

 

[20. November 2004]

 

201104BZwei kräftige Sturmtiefs sorgten in den vergangenen Tagen für turbulentes Wetter, örtlich sehr hohe Niederschlagsmengen und den ersten Schneefall der Saison in Mettingen.

Bereits am 17. November zog Tiefdruckwirbel "Pia" von Island Richtung Mitteleuropa und führte auf seiner Vorderseite nochmals sehr milde Luft mit bis zu 11,4°C zu uns.

Gleich drei Kalt- bzw. Okklusionsfronten (siehe Wetterkarte vom 18.11., 6 Uhr UTC, Quelle: Wetterzentrale.de) überquerten auf der Rückseite des Sturmwirbels nachfolgend am 18. November mit teils stürmischen Böen (62 km/h) das Mettinger Land und ließen mit Winddrehung auf Nordwest die Temperaturen in mehreren Staffeln von 11,4°C in den frühen Morgenstunden auf nur noch 3°C am späten Abend abstürzen. Gleichzeitig raste hinter "Pia" mit hohem Tempo ein weiteres Rand-Sturmtief ("Quimburga"), ein sogenannter "Schnellläufer" (durch die Rotation des ersten Tiefs zusätzlich beschleunigt) von den Britischen Inseln heran, auf dessen Rückseite dann schließlich ein kräftiger Strom polarer Kaltluftmassen von der Nordsee her einsetzte.

 

191104ANach stundenlangem, ergiebigem Dauerregen und einer kräftigen Abkühlung, fielen so um 02.30 Uhr in der Nacht vom 18. auf den 19. November die ersten Mettinger Schneeflocken der Saison 2004/2005, blieben jedoch in Schlickelde bei Temperaturen von +0,5°C in Bodennähe nicht liegen. Der 19. November selbst war dann im Einflussbereich der von der Nordsee her einströmenden, feuchten Kaltluft geprägt von Regen-, Schneeregen- und später auch reinen Schneeschauern, die bei Temperaturen um +1°C aber auch weiterhin nicht liegenblieben. Erst ein recht kräftiger Graupelschauer legte um 14.15 Uhr nachmittags vorübergehend einen weißen Hauch über die Landschaft (siehe Foto). Auch am folgenden Samstag (20.11.) fielen tagsüber zeitweise noch Schnee- oder Schneeregenschauer, bevor sich die Situation im Laufe des Abends allmählich beruhigte.

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Doch "Pia" und "Quimburga" brachten uns nicht nur starken Wind und einen Kaltlufteinbruch, sondern auch ungewöhnlich große Niederschlagsmengen mit. Während in anderen Teilen NRW´s örtlich bis zu 70 Liter pro Quadratmeter fielen, registrierten die Messgeräte an der Wetterstation in Schlickelde allein zwischen Dienstag- und Freitagabend eine Gesamtniederschlagsmenge von immerhin noch 37,7 Litern/m², was etwa 58 Prozent der normalerweise üblichen November-Monatsmenge entspricht. Von größeren Sturm- und Überschwemmungsschäden, wie sie in vielen Teilen Deutschlands zu beklagen waren, blieben wir hier in Mettingen allerdings gottlob verschont.

 

 

 

 

 


 

 

Regenigel, Eisraupen und Tropfentatze

 

[16. November 2004]

 

Naturschönheiten dieser Tage, von fotographisch eingefangen und der vergänglichen Existenz entrissen!

 

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Der 16. November 2004: Ein trister, tiefgrauer und nasskalter Novembertag im Mettinger Land!

Kein schöner Sonnenuntergang, keine leuchtend farbigen Herbstblätter, ja nicht einmal ein kleines Loch blauen Himmels gönnte Mutter Natur den Fotojägern an diesem scheinbar trostlos eintönigen "Schwarz/Weiß-Tag".

Und doch entdeckte derjenige, der einmal etwas genauer hinsah und sich zumindest für einige Augenblicke Zeit nahm, überall um sich herum kleine zerbrechliche Naturwunder, die anderen, hastig vorbeieilenden Menschen an jenem Nachmittag verborgen blieben.

Kleine Wassertropfen, von feinem Sprühregen mühsam über Stunden aufgebaut und angesammelt, hingen zu Zigtausenden an Blättern, in Spinnennetzen, eingeklemmt zwischen Tannennadeln. Was schon der kleinste Windstoß in Sekunden zerstören konnte, wurde heute verschont und präsentierte sich dem aufmerksamen Betrachter wie winzig kleine Kunstwerke aus Wasser.

 

Klicken Sie auf die einzelnen Bilder, um die ganze Schönheit zu entdecken!

 

 


 

 

Oktober-Sommernacht - Teil 2

 

[24. Oktober 2004]

 

Mutter Natur war schneller! Noch bevor der Bericht zu den mild-windigen Wetterereignissen vom Mittwoch und Donnerstag hier auf der Homepage online gestellt werden konnte (siehe weiter unten), war aus der angeblich so geschichtsträchtig warmen Nacht schon wieder kalter Kaffee geworden. Obwohl eine Steigerung kaum noch denkbar erschien, hatte Petrus inzwischen nochmals nachgeheizt.

 

Wetterhütte1UhrnachtsWir schreiben den Abend des 23. Oktober 2004. Eine ganze Familie kräftiger Tiefdruckgebiete über Westeuropa nähert sich langsam aber sicher der Mitte des Kontinents. Wegen der zyklonalen Rotation (entgegen dem Uhrzeigersinn) dieser Wolkenwirbel herrscht an ihrer Ostflanke eine kräftige Südwestströmung, die warme Luft von Spanien und Südfrankreich bis zu uns nach Mitteleuropa pumpt. Mittendrin: Mettingen! Während in den frühen Morgenstunden des 23. Oktober noch moderate 12 bis 13°C gemessen werden, sorgt das meteorologische Warmluftgebläse in den folgenden Stunden mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 58 km/h für einen kräftigen Temperaturschub: 13,2°C um 10 Uhr, 15,5°C um 15 Uhr und 17,2°C um 21 Uhr. Gegen 1 Uhr erlebte man in der nachfolgenden Nacht auf den 24. Oktober beim Blick auf´s Aussenthermometer dann sein "laues" Wunder: 18,3°C (Foto)! Ein Sommernachtstraum Ende Oktober!

 

Was man selbst im Hochsommer zu recht als Seltenheit bezeichnen konnte, war zu dieser Jahres- und Uhrzeit schlichtweg eine meteorologische Sensation. Bis in die sonntäglichen Morgenstunden ließ der Südwestwind zwar ein wenig nach, sorgte aber dennoch dafür, dass sich die Luft nicht unter 15,8°C abkühlen konnte. Damit war es nun ARD-Wetter231004amtlich: Wir waren gerade Zeugen der mildesten Oktobernacht seit Aufzeichnungsbeginn der Tiefsttemperaturen (August 1989) in Mettingen-Schlickelde geworden. Während tagsüber am 24. Oktober strahlender Sonnenschein die Temperaturen in Teilen Süddeutschlands acht Wochen vor Heiligabend auf einen echten Sommertag mit bis zu 26 (Mühlacker) oder sogar 27°C (Ihringen) Höchsttemperatur anheizte und auch die südlichen Regionen NRW´s mit bis zu 22,2°C (Eschweiler) noch gut im Rennen lagen, sorgte eine relativ dichte Altostratus- und Altocumulus-Decke über Mettingen für eine doch recht deutliche Erwärmungsdämpfung. Nur hin und wieder rissen kleinere Lücken ins Gewölk und ließen für einige Minuten die Sonne durchblinzeln. So ist die Schlickelder Höchsttemperatur von 18,5°C um 15.32 Uhr nachmittags zwar keine Sensation, aber dennoch für Ende Oktober sehr ungewöhnlich!

 

 

Beeindruckendes Ergebnis der abendlichen Endabrechnung: Mit einem Tagesmittel von 17,1°C erreichte der 24. Oktober 2004 exakt das Niveau eines durchschnittlichen münsterländischen Juli-Sommertages!

 

Ganz anders sah es dagegen am 24. Oktober des vergangenen Jahres aus. Mit einer morgendlichen Tiefsttemperatur von -5,7°C, einem Höchstwert von gerade einmal +1,4°C und dem frühesten Schneefall der Stationsgeschichte erlebten wir damals in Schlickelde genau das entgegengesetzte Skalenende der "oktobrischen" Wetterextreme, über die am vergangenen Samstag (23.10.) auch Alexander Lehmann im ARD-Wetter kurz vor der Tagesschau berichtet hatte (siehe Foto).

 

 


 

 

Sommernacht und Sturmböen

 

[23. Oktober 2004]

 

Sie waren schon recht bemerkenswert, die Wettereindrücke, die sich da am Mittwoch und Donnerstag draußen abspielten. Nachdem ein kräftiges Tiefdruckgebiet in der Nacht vom 20. auf den 21. Oktober auf seiner Vorderseite fast schon sommerliche Luftmassen in das Mettinger Land gepumpt hatte, bretterte schon in den folgenden Morgenstunden die nachrückende Kaltfront mit heftigen Windböen über uns hinweg und riss die Temperaturen wieder deutlich hinunter. Das alles spielte sich in weniger als 12 Stunden ab, so dass man sich zeitweise doch fragen musste, in welcher Jahreszeit man sich überhaupt befand.

 

Während man normalerweise abends mit einem Rückgang der Temperaturen rechnet, stiegen die Messwerte in den Abendstunden des 20. Oktober infolge des Warmlufttransportes auf der Vorderseite des heranrückenden Tiefs kräftig an, überschritten um 18.18 Uhr bereits die 15°C-Marke und blieben dann bis um 8 Uhr morgens durchgehend darüber. Dank dieser sehr ungewöhnlichen Temperaturverhältnisse ging die Nacht vom 20. auf den 21.10. als eine der wärmsten Oktobernächte überhaupt in die meteorologischen Geschichtsbücher ein. Wer zwischen 7 und 8 Uhr am anderen Morgen draußen auf sein Thermometer schaute, konnte die fast unglaublichen 16 bis 17°C, die zu dieser Zeit in Mettingen gemessen wurden, gefahrlos im dünnen Schlafanzug ablesen.

 

Dann jedoch rollte auf der Rückseite des Tiefs mit hohem Tempo die Kaltfront heran, die gegen 8 Uhr mit örtlichen Sturmböen, kurzzeitig recht kräftigem Regen und einem deutlichen Temperatursturz über Mettingen hinweg schwenkte. Mit einer Spitzenböe von 76 km/h erreichte die Windgeschwindigkeit bei Frontdurchgang an der Nachbarstation in Hopsten sogar unterste Sturmstärke (75 bis 88 km/h). Etwas niedriger fielen die Messwerte in Rheine-Bentlage und am Flughafen Münster/Osnabrück mit 72 bzw. 65 km/h aus. Auch die neu errichtete Windmessanlage der Wetterstation Mettingen-Schlickelde registrierte um 08.12 Uhr eine Spitzenböe von 71,6 km/h. Auf der abgebildeten Karte finden Sie die Windspitzen aller NRW-Wetterstationen vom 21. Oktober 2004 und im Diagramm die Messreihen von Lufttemperatur, Windgeschwindigkeit (2min-Mittelwerte) und Spitzenböen (Punkte) an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde.

 

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Erster “inoffizieller” Bodenfrost der Saison

 

[11. Oktober 2004]

 

RauhreifMit einem zarten Hauch von Weiß überzogen, zeigten sich erstmals in dieser Saison die Schlickelder Wiesen und Gärten in den frühen Morgenstunden des 11. Oktobers. Wer aber einmal etwas genauer hinschaute, bemerkte allerdings schnell, dass nur die Bereiche der Erdoberfläche mit Reif überzogen waren, die zumindest Richtung Osten oder besser noch in allen Richtungen Windschutz aufwiesen.

 

Der kräftige und unangenehm kalte Ostwind, der noch am 10. Oktober mit bis zu 37 km/h so manchem sonntäglichen Radfahrer die Knie weich gemacht hatte, war auch in der sternenklaren Nacht zum 11.10. nicht vollständig eingeschlafen. So konnte sich nur in geschützten Lagen, die vom Ostwind nicht erreicht wurden, die physikalisch dichtere und damit auch schwerere Kaltluft ungestört am Erdboden sammeln und durch die ungebremste Ausstrahlung des Erdbodens noch weiter abkühlen. In windoffeneren Bereichen Windschneisesorgte dagegen der Ostwind für ständige Durchmischung und den Zufluss etwas milderer Luft aus höheren Luftschichten.

 

 

Auch direkt an der Schlickelder Wetterstation blieb die Lufttemperatur in der Messhöhe von 5 Zentimetern über dem unbewachsenen Erdbodenmessfeld mit einem Tiefstwert von +0,2°C noch ganz knapp im Plusbereich, während geschützte Gartenbereiche nur wenige Meter entfernt mit Reif überzogen wurden (siehe Foto).

 

Wie das zweite abgebildete Foto mit Blick über den Erdbodensensor Richtung Osten zeigt, existiert auch hier eine völlig offene, regelrechte Windschneise, so dass eine ungestörte Ansammlung der bodennahen Kaltluft um das Messgerät nicht möglich war. Eine Analyse der nächtlichen Datenaufzeichnungen ergab, dass jede neu beginnende Abkühlung Richtung Gefrierpunkt sehr bald durch eine erneut einsetzende Windverstärkung gebremst und sogar immer wieder umgekehrt wurde.

 

 


 

 

Neue Windmessanlage in Betrieb genommen

 

[29. September 2004]

 

Windmast3Die Wetterstation Mettingen-Schlickelde ist am Mittwoch (29. September) um eine Attraktion bzw. ein weiteres Messsystem reicher geworden. Nachdem bereits am 23. und 24. September die vier Betonfundamente (50cm x 50cm x 80cm Tiefe) für Mast und zugehörige Abspannungen gegossen wurden, konnte am Mittwochnachmittag mit Unterstützung hilfsbereiter Nachbarn schließlich der 12 Meter-Teleskopmast mit seinen sechs Abspannungen errichtet werden.

 

Dieser wird in Zukunft durch einen hochprofessionellen Messwertgeber an seiner Spitze erstmals präzise Messungen der Windgeschwindigkeit in Mettingen-Schlickelde ermöglichen. Nach einer Testphase von unbestimmter Dauer, während der der Mast zunächst nur bis auf etwa 10,5 Meter Höhe ausgefahren bleibt, wird die Messhöhe demnächst voraussichtlich auf knapp 12 Meter erhöht. Diese Höhe ist deshalb unbedingt erforderlich, da die Bebauung bzw. höherer Bewuchs im Umfeld der Schlickelder Wetterstation das Strömungsfeld in der Normhöhe von 10 Metern (DWD- und WMO-Richtlinie) so stark modifizieren, dass die Messungen mit kaum abschätzbaren Fehlern behaftet wären. Ein möglicher Restfehler, der sich durch Turbulenzbildungen auch in 12 Metern Höhe noch auswirken kann, lässt sich aufgrund der vorgegebenen örtlichen Einschränkungen leider nicht hundertprozentig vermeiden. Für absolut unverfälschte Messwerte müssten sämtliche Hindernisse vom Mast mindestens den zehnfachen Abstand ihrer eigenen Höhe einhalten, was leider vor Ort nicht zu realisieren ist.

 

Windmast2Als Messwertgeber für die Messung der Windgeschwindigkeit wird in Schlickelde ein Schalenstern-Anemometer der Firma "Thies Clima" (www.thiesclima.com) verwendet. Der extrem trägheitsarme und kugelgelagerte Leichtmetall-Schalenstern des Anemometers erlaubt durch seine berührungsfreie, opto-elektronische Drehzahlabtastung einen nahezu reibungsfreien Lauf und einen besonders niedrigen Anlaufwert von etwa 0,3 m/s. Bei einer Messgenauigkeit von +/- 0,3 m/s erstreckt sich der Messbereich bis zu einem Maximalwert von 50 m/s, was einer Windgeschwindigkeit von 180 Kilometern pro Stunde entspricht. Die einwandfreie Funktion des Messgerätes ist bis zu einer Maximalbelastung von 60 m/s (216 km/h) garantiert. Ein spezielles Öl, sowie eine vollautomatisch geregelte Beheizung der Kugellager und aller äußeren Rotationsteile erlauben auch im Winter einen einwandfreien Messbetrieb bei extremen Temperaturen bis zu -35°C. Der Windgeschwindigkeitsgeber entspricht internationalen Standards und Richtlinien für präzise Messungen und wird unter anderem an den Klima- und Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sowie auch vom privaten Wetterdienst "Meteomedia" des bekannten TV-Meteorologen Jörg Kachelmann eingesetzt.

 

Die Messung der aktuellen Windgeschwindigkeit erfolgt sekündlich über die Abfrage des Dataloggers im Haus, der aus den Einzelmessungen ein arithmetisches Mittel von einstellbarer Dauer (aktuell 2 Minuten) bildet und sämtliche Daten zur weiteren Bearbeitung in einem 256 KB-Ringspeicher ablegt. Darüber hinaus erfolgt eine kontinuierliche Messung der Extremwerte, so dass z.B. auch kurzzeitige Böen zwischen den Sekundenabfragen lückenlos erfasst werden.

 

Über die weiteren Entwicklungen am neuen Windmesssystem und der Wetterstation allgemein halten wir Sie hier natürlich weiterhin auf dem Laufenden.

 

 


 

 

Hurrikan “Ivan” im Satellitenfilm

 

[09.09. - 18.09.2004]

 

IvanSS2Mindestens 70 Menschen vielen ihm zum Opfer, 33 davon in den USA und allein 14 im Bundesstaat Florida. Er selbst, die ihn begleitenden Tornados und verheerende Überschwemmungen hatten Häuser in Trümmer gelegt und Straßen überflutet. Laut Behörden gehen die Schäden in Milliarden-Höhe. Hunderttausende Haushalte im Süden der USA waren ohne Strom. Eine fürchterliche Bilanz, die der Hurrikan "Ivan" in der vergangenen Woche gleich in mehreren US-Staaten hinterließ.

 

Mit einem einfachen Mausklick auf nebenstehendes Bild (Ansicht von Ivan aus der Raumstation ISS2) können Sie hier per Satellitenfilm (Quelle: www.wetter.com) noch einmal "Ivan´s" Zugbahn zwischen dem 9. und dem 18. September verfolgen, in das Auge des Hurrikans blicken und ihn am Ende auf den Atlantik hinausziehen sehen. Als ganz normales Tiefdruckgebiet ist er mittlerweile bei uns in Europa angekommen und wird sich hier schließlich auflösen.

 

(Quelle sonstige Fotos: Beiträge im Forum von www.wetterzentrale.de)

 

Nahaufnahme

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Gewaltiger Böenkragen überquert Mettingen

 

[17. Juli 2004]

 

Ein prächtig ausgeprägter Böenkragen hat in den Abendstunden des 17. Juli auf der Vorderseite eines gewaltigen, von den Niederlanden heranziehenden Gewitter- und Unwetterkomplexes Mettingen überquert. Ein sehr beeindruckendes, in der Regel aber auch äußerst gefährliches Naturschauspiel, welches die Mettinger zum letzten Mal am 6. Juni 1998 miterleben konnten. Die mit sehr hoher Geschwindigkeit heranrollende Wolkenwalze tauchte gegen 20.50 Uhr am äußersten westlichen Horizont auf, rollte um exakt 21.09 Uhr über die Wetterstation Mettingen-Schlickelde hinweg und setzte nachfolgend ihren Weg weiter nach Osten fort.

 

Direkt unter dem Rand des Böenkragens verzeichneten die Messgeräte der Wetterstation einen heftigen Luftdrucksprung von 1011,0 auf 1013,9 hPa in nur wenigen Minuten und Windböen der Stärke 6 bis 7! Wie durch ein Wunder blieb der Raum Mettingen-Schlickelde dieses Mal von nachfolgenden, in der Regel sehr heftigen Gewittern verschont, während in anderen Regionen NRW´s und Deutschlands örtlich erhebliche Schäden und Niederschlagsmengen von bis zu 60 Litern pro Quadratmeter verzeichnet wurden.

 

 

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(Vergrößerung der Bilder durch Anklicken)

 

 

Sehr schön zu verfolgen ist der Durchgang der Gewitterfront auch auf dem folgenden Radarfilm (Klick auf das Bild von 21,radar213030 Uhr) von "Wetteronline", der die Verteilung der Niederschlagsintensität (blau = leicht bis hellviolett = sehr stark) über Nordrhein-Westfalen am 17.07. zwischen 20 und 23 Uhr wiedergibt. Deutlich ist zu erkennen, wie in die anfangs nahezu geschlossene Starkregen-Linie ab etwa 21 Uhr größere Lücken reißen, die nachfolgend dafür sorgten, dass weite Teile des Kreises Steinfurt vom Starkregen verschont blieben. Erst gegen etwa 22 Uhr setzte auch über Mettingen nochmals Gewitteraktivität ein, die jedoch nur schwach bis mäßig ausfiel und zwischen 22 und 23 Uhr eine Niederschlagsmenge von lediglich 4,8 Liter pro m² brachte.

 

Im abgebildeten Diagramm können Sie außerdem den Temperatur- und Luftdruckverlauf vom 17. bzw. 18. Juli zwischen 15 und 1 Uhr an der Schlickelder Wetterstation verfolgen. Nach einer nachmittäglichen Höchsttemperatur von 29,8°C und einem kräftigen Temperatursturz während streifender aber nur wenig intensiver Gewitter zwischen 17 und 18 Uhr, kann man den Durchzug des Böenkragens um 21.09 Uhr sowohl in der Temperatur- als auch in der Luftdruckkurve deutlich erkennen. Während die Lufttemperatur ganz knapp vor der Wolkenwalze innerhalb ganz kurzer Zeit um 0,8 Grad nach oben springt, direkt unter ihr ihren Höchstwert erreicht und nach dem Durchzug rapide um bis zu 1 Grad pro 4 Minuten abstürzt, zeichnet sich in der Luftdruck-Aufzeichnung der bereits oben beschriebene, kräftige Sprung um 2,9 hPa ab. Auch in den Luftfeuchtedaten der Station ist der Böenfront-Durchgang durch einen schlagartigen Absturz um fast 15 % und nachfolgend sehr schnellem Anstieg gekennzeichnet.

 

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Größere Schadensmeldungen aus Mettingen und der näheren Umgebung lagen der Wetterstation Mettingen-Schlickelde bis zum Redaktionsschluss (18.07., 12 Uhr) noch nicht vor. Weitere spektakuläre Fotos der Böenfront vom 17.07.04 aus anderen Teilen Deutschlands können Sie hier auf der Webseite von Thomas Sävert bewundern.

 

 


 

Was ist ein Böenkragen?

 

[17. Juli 2004]

 

Ein Böenkragen (Böenwalze) ist eine langgestreckte, finster anmutende Wolkenwalze mit horizontaler Rotationsachse, die sich vor anrückender Kaltluft ausbildet und mit heftigen Sturm- oder Orkanböen deren Ankunft verkündet.

 

Böenkragen entstehen häufig in den äußeren Randgebieten riesiger Gewitterzellen, die aus zahlreichen kleineren Gewittern zusammenwachsen und Durchmesser von mehreren 100 Kilometern erreichen können (sogenannte "Mesoskalige konvektive Komplexe" (MCC)). Während diese gewaltigen Unwetterkomplexe tagsüber (starke Sonneneinstrahlung, labile Temperaturschichtung) durch sehr starke Aufwinde in bis zu 10 Kilometer Höhe und mehr wachsen, lässt diese Energieversorgung bei beginnender abendlicher Abkühlung am Boden dann allmählich nach. Die Folge ist ein allmählicher Zusammenbruch der starken Aufwinde innerhalb der Wolke. Die extrem kalte und wegen ihrer höheren Dichte wesentlich schwerere Luft in den oberen Stockwerken der Gewitterwolke kann sich dort nicht mehr halten und stürzt im Endstadium mit sehr hoher Geschwindigkeit aus mehreren Kilometern Höhe aus dem zusammenfallenden Gewitterturm in die Tiefe.

 

Beim Auftreffen dieser, nicht selten Orkanstärke erreichenden "Fallböen" auf die Erdoberfläche, muss die "abstürzende" Kaltluft zwangsläufig zur Seite hin ausweichen und bildet an ihrer vordersten und ringförmig um die gesamte Gewitterzelle herum verlaufenden Front durch erneute Hebung und Kondensation schließlich die häufig rotierende Böenwalze aus. Da die Kaltluft hinter der Böenwalze dichter und damit auch schwerer ist als die vorhergehende, wärmere Luftmasse, macht sich der Durchgang dieser Böenfront am Barometer durch einen mehr oder weniger kräftigen Luftdruckanstieg bemerkbar.

 

GRAFIK

 

[Abb.: "Meteosatbilder und ihre Interpretation" / Institut für Meteorologie der FU Berlin]

 

 


 

 

2004 - Das Jahr ohne Sommer?

 

[11. Juli 2004]

 

GRILL04Der bisherige Sommer 2004: Graue Herbststimmung, windiges Aprilwetter, viel zu kalt und viel zu nass! Sie mehren sich in den letzten Wochen, die jammernden und klagenden Stimmen. Nach dem Jahrhundertsommer im vergangenen Jahr nun der totale Absturz in eine kalte und nasse Sommerkatastrophe. Aber stimmt das wirklich?Das nebenstehende Bild vom 09. Juli 2004 läßt es eigentlich erwarten.

 

Blättern wir mal ein wenig in den Statistiken der Wetterstation Mettingen-Schlickelde und schauen uns dazu die nackten und objektiven Zahlen an. In den abgebildeten Diagrammen sehen Sie eine Auflistung der mittleren Höchsttemperaturen, berechnet für den Zeitabschnitt zwischen dem 1. Juni und dem 9. Juli der Jahre 1991 bis 2003 (Säulendiagramm) bzw. eine Gegenüberstellung vom Temperaturverlauf des bisherigen Sommers 2004 und des gemittelten Höchsttemperaturverlaufs in den Jahren 1991 bis 2003, ebenfalls berechnet für den Zeitraum vom 1. Juni bis zum 9. Juli (Kurvendiagramm).

 

Anhand des Säulendiagramms sieht man deutlich, dass sich der bisherige Sommer 2004, was allein die Tageshöchsttemperaturen angeht, zwar unter den kühleren Exemplaren der vergangenen 13 Jahre einreiht, dennoch aber absolut keinen völligen Ausreißer darstellt. Mit einer durchschnittlichen Höchsttemperatur von 21,1°C liegen die ersten 39 Tage dieses Sommersmomentan um 1,1 Grad unter dem dreizehnjährigen Mittelwert von 22,2°C der Jahre 1991 bis 2003.

 

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Was die bisherigen Niederschlagsmengen angeht, lässt sich sagen, dass der erste Monat dieses Sommers 2004, der Juni, mit einer Gesamtsumme von 52,6 Litern pro Quadratmeter nur etwa 78 Prozent des Normalwertes von 67,2 Litern erreichte. Zwar sorgten zahlreiche, teils kräftige Regenschauer und Gewitter besonders in der zweiten Junihälfte für den subjektiven Eindruck eines viel zu nassen Sommermonats, doch trugen diese Niederschlagsereignisse wegen ihrer meist nur sehr kurzen Dauer nur wenig zur Steigerung der Gesamtmenge bei. Was der Juli, in unserer Region der niederschlagsreichste Monat des Jahres, noch zu bringen vermag, bleibt abzuwarten.

 

Fazit: Vorsicht bei der subjektiven und rein persönlichen Beurteilung ist immer angebracht! Es sind die Eindrücke aus dem Ausnahmesommer 2003, die uns noch in Erinnerung sind und eine wirklich objektive Einschätzung des bisherigen Sommerverlaufs erheblich erschweren. Nachdem erst knapp die Hälfte des Sommers vorüber ist, bestehen noch ausreichende Chancen auf eine Wende zu freundlicherem und wärmerem Sommerwetter. Und vielleicht tröstet ja ein wenig die Gewissheit, dass auch der Supersommer im vergangenen Jahr seinen wirklichen Durchbruch erst in der zweiten Juli- und der ersten Augusthälfte erlebte.

 

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Wetterstation im Fernsehen

 

[12. Juni 2004]

 

120604ADie Wetterstation in Mettingen-Schlickelde beliefert nicht nur die lokalen Zeitungen mit dem aktuellen Wettergeschehen, sondern auch Radio- und Fernsehsender. So z.B. am 12.06.2004, als ein Wolkenbild Andre Hergemöllers in der Aktuellen Stunde des WDR-Fernsehens präsentiert wurde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

Mini-Sonnenfinsternis über Mettingen

 

[08. Juni 2004]

 

080604AZeugen eines sehr seltenen Naturschauspiels wurden die Mettinger in den Morgen- und Mittagsstunden des 8. Juni. Mit ausreichendem Augenschutz, zum Beispiel durch eine von der Sonnenfinsternis 1999 übrig gebliebene Schutzbrille, konnte man zwischen 07.20 und 13.23 Uhr unseren Nachbarplaneten Venus, dessen Umlaufbahn zu diesem Zeitpunkt genau zwischen Sonne und Erde verlief, als kleinen schwarzen Punkt über die Sonnenscheibe wandern sehen. Diese exakte Aufreihung von Sonne, Venus und Erde gab es zuletzt vor 122 Jahren, so dass es heute wohl kaum einen lebenden Menschen auf der Erde geben dürfte, der ein solches Ereignis bisher live miterleben konnte.

 

Wer das kosmische Schauspiel dagegen verpasst haben sollte, wird bei uns (5. Juni 2012 in Europa nicht sichtbar) erst in 121 Jahren, genauer gesagt am 8. Dezember 2125, die nächste Gelegenheit zur Beobachtung eines Venustransits bekommen. Während in diesem Jahr die Wetterbedingungen zur Beobachtung ideal waren, sieht es nach jetzigem Stand der Wettermodelle für den 8. Dezember 2125 allerdings eher nach bedecktem Himmel und Dauerschneefall aus!

 

 


 

 

Tornado zieht knapp an Recke vorbei

 

[04. Juni 2004]

 

040604DGroßes Glück hatten am Freitagabend (04. Juni) die Bewohner am östlichen Ortsrand der Mettinger Nachbargemeinde Recke. Während eines kleinräumigen aber sehr intensiven Gewitters, welches von Nordwest nach Südost an der äußersten Grenze des Kreises Steinfurt entlangzog und nachfolgend in Osnabrück für Hagelschlag und 17,6 Liter pro Quadratmeter in nur einer Stunde sorgte, bildeten sich in der Umgebung des "Recker Moores" für nur wenige Minuten heftige und "rotierende Sturmböen", bei denen es sich nach derzeitigem Kenntnisstand vermutlich um einen kleinen Tornado gehandelt haben dürfte. Näheres und ausführlicher hier.

 

Etwa 1,8 Kilometer östlich des Recker Ortsrandes, direkt an der Straße "Am Wall", riss diese Kleintrombe auf ihrem Weg vier riesige Eichen (Durchmesser etwa 60 bis 70 cm) mitsamt ihrer gewaltigen Wurzelballen komplett um und löste sich nachfolgend wieder auf.

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Nur durch einen großen Zufall konnte der Autor dieser Zeilen am besagten Freitagabend um 17.40 Uhr von der Wetterstation in Mettingen-Schlickelde aus (exakt 3 km südlich der umgerissenen Eichen) noch die nach Osten bis Südosten abziehenden Reste des Wirbelsturms beobachten und leider erst nach weiterer Auflösung des Wolkenschlauchs um exakt 17.42 Uhr mit Blickrichtung Norden noch die abgebildeten Fotos machen. Vor allem in dem querformatigen Bild (links) sind noch schwach die Konturen eines recht dichten Wolkenschlauches zu erkennen.

 

 

Da in den wenigen Sekunden vor der endgültigen Auflösung der Wolkenformationen für eine sorgfältige Einstellung der Kamera keine Zeit mehr blieb, sind die beiden Bilder für eine deutlichere Darstellung nachträglich etwas abgedunkelt und kontrastverstärkt worden. Nach jetzigem Stand hat die Trombe bis auf 040604a02die umgerissenen Eichen keine weiteren Schäden angerichtet, obwohl das nächste Wohnhaus nur etwa 180 m entfernt lag!

 

Auf dem nebenstehenden Radarbild von "Wetteronline.de", welches den Freitagabend um 17.45 Uhr zeigt und die Intensität der Niederschlagsgebiete wiedergibt (hellblau (leicht) bis lila (sehr stark)), sieht man sehr schön, wie die Gewitterzelle (lila) von Nordwest nach Südost an der nördlichsten Grenze des Kreises Steinfurt entlangzog und um genau 17.45 Uhr (zur Zeit der Tornadobeobachtung) ihre größte Intensität (lila) erreichte. Das Unwetter bewegte sich danach weiter in Richtung Osnabrück und sorgte dort für die oben genannten Beobachtungen.

 

Durch Anklicken des Radarbildes können Sie eine zugehörige Animation öffnen (Einzelbilder im Viertel- bzw. Halbstundentakt zwischen 16.30 und 18.00 Uhr).

 

 

040604bDa der Tornado nur drei Kilometer nördlich der "Wetterstation Mettingen-Schickelde" vorbeizog, hinterließ er bzw. auch das zugehörige Gewitter zum Zeitpunkt der Wirbelbildung sogar einen sichtbaren "Knick" in der Messwertkurve des sehr empfindlichen Luftdruckmessgerätes der Station, wie man sehr schön im Diagramm unten (zur Vergrößerung anklicken) sehen kann. Obwohl die Einflüsse des Gewitters insgesamt auf den Luftdruck sicherlich wesentlich größer einzuschätzen sind, ist wegen der exakten zeitlichen Übereinstimmung zwischen Datenknick und Tornadobildung ein Zusammenhang nicht auszuschließen. Neben dem Luftdruck ist im Diagramm auch noch die Messwertkurve der Umgebungshelligkeit aufgetragen, die bei der Annäherung der dunklen Gewitterzelle plötzlich deutlich abstürzt.

 

Sämtliche Beobachtungen, Daten und Fotos der Wetterstation wurden am 07. Juni sowohl an die örtliche Presse als auch an den Wetterdienst "Meteomedia" (Jörg Kachelmann) und den Unwetterwarn- und -analysedienst "Skywarn Niedersachsen" weitergeleitet. Auf der Internetseite von "Skywarn Niedersachsen" (www.skywarn-niedersachsen.de) finden Sie auch ausführliche Infos über sämtliche Tornado- und Unwetterereignisse der letzten Jahre und Jahrzehnte in unserer Region.

 

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Falls sich in der nächsten Zeit nach dieser frühen Analyse noch weitere neue Erkenntnisse ergeben sollten, werden Sie an dieser Stelle selbstverständlich darüber informiert. Sollte andererseits ein Leser der Homepage noch weitere Angaben zum "Recker Tornado" machen können, würde ich mich über eine Kontaktaufnahme per Email sehr freuen!

 

Zahlreiche weitere Informationen zum Tornado von Recke finden Sie auch unter “Tornados” und “Recke” hier auf der Webseite.

 

 


 

 

Sommer 2004 hat begonnen

 

[2. Juni 2004]

 

01060402Nach einem zweigeteilten Pfingstfest mit dem ersten diesjährigen Sommertag (25,0°C) am Pfingstsonntag und einem eher wolkenverhangenen Pfingsmontag wurde am gestrigen 1. Juni (meteorologischer Sommeranfang) mit einem prächtigen Sonnenuntergang auch an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde der Sommer 2004 festlich eingeläutet. Nachdem sich tagsüber bei typisch sommerlicher, kräftiger Quellbewölkung und noch etwas gedämpften Temperaturen bis 21,2°C tatsächlich schon etwas "Summerfeeling" bemerkbar gemacht hatte, servierte uns Mutter Natur in den Abendstunden dann dieses farbenprächtige Himmels- Kunstwerk.

 

Noch um einiges sommerlicher präsentierte sich der 1. Juni dagegen im letzten Jahr, mit einem wolkenlosen bis leicht bewölkten Himmel und bis zu 28°C am Nachmittag. Was damals folgte, waren 12 Wochen Sommerspektakel, die in den Jahrhunderte alten Klimaarchiven der europäischen Wetterdienste ihresgleichen vergeblich suchen.

 

 


 

 

31,1 Liter Regen in 36 Stunden

 

[07. Mai 2004]

 

Recht hohe Niederschlagsmengen bescherte uns in der vergangenen Woche ein intensives Niederschlagsgebiet.

Von Donnerstag (06. Mai) um 12 Uhr MEZ bis um 0 Uhr MEZ in der Nacht von Freitag auf Samstag fielen in Mettingen-Schlickelde in 36 Stunden insgesamt 31,1 Liter Regen pro Quadratmeter, wobei die größte Niederschlagsintensität mit 2,9 Liter/m² zwischen 16 und 17 Uhr MEZ am Nachmittag des 07. Mai erreicht wurde. Begleitet wurde der ergiebige Dauerregen von einer tiefherbstlichen Stimmung, die am 07.05. lediglich eine Höchsttemperatur von 9,6°C erlaubte und die relative Luftfeuchte fast durchgehend oberhalb von 95 % hielt.

 

Aber keine Sorge: Der nächste Sommer kommt bestimmt!

 

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1. Mai in Mettingen: Glück gehabt

 

[2. Mai 2004]

 

Meteorologisches Glück hatten am 1. Mai alle Maiwanderer bzw. -fahrer, die sich auf ihren abenteuerlichen Exkursionen nicht allzuweit vonMaik Mettingen entfernt hatten. Während vor allem nur ganz knapp südlich von uns und in Teilen Niedersachsens teils heftige Unwetter niedergingen, blieb das Tüöttendorf fast wie durch eine unsichtbare Mauer gegen alle Naturgewalten abgeschirmt und konnte bei herrlichen Temperaturen von bis zu 18,7°C trockenen Bollerwagens den Tag genießen.

 

Da wir immer wieder unter den Rand der mächtigen Gewitter- und Schauerzellen eintauchten, schien allerdings mit Ausnahme des frühen Morgens nur zeitweise die Sonne. Was sich dajedoch teils nur einige Kilometer um uns herum abspielteRadar010504, war schon sehr beeindruckend. So versanken im Münsterland ganze Bauerschaften bei Dülmen in knietiefen Wasserfluten, nachdem laut Radarschätzung in kurzer Zeit etwa 70 Liter pro Quadratmeter vom Himmel gestürzt waren. Ähnliche Meldungen über Hagelschlag und Überflutungen wurden auch aus Niedersachsen bekannt.

 

Das besonders Verhängnisvolle an den gestrigen Unwettern war die äußerst geringe Zuggeschwindigkeit der Schauer- und Gewitterzellen, die sich damit teils stundenlang immer über demselben Gebiet entleeren konnten und so für die hohen Messwerte sorgten. Erst gegen 1 Uhr in der folgenden Nacht setzte dann auch in Mettingen Regen ein, der bei ganz schwacher Intensität und nur kurzer Dauer aber kaum 0,1 mm zusammenbrachte.

 

 


 

 

Neuer Windgeschwindigkeits-Geber: Testbetrieb hat begonnen

 

[24. April 2004]

 

Am 23. April ist an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde die Erprobungsphase eines nagelneuen Windgeschwindigkeitsgebers angelaufen, der in naher Zukunft mit dem Beginn präziser Windmessungen und -aufzeichnungen ein ganz neues Kapitel an der Station einläuten wird. Eine wirklich exakte Angabe der herrschenden Windgeschwindigkeiten in Schlickelde war bisher nicht möglich.

 

Der extrem trägheitsarme und kugelgelagerte Leichtmetall-Schalenstern des Anemometers erlaubt durch seine berührungsfreie, opto-elektronische Drehzahlabtastung einen nahezu reibungsfreien Lauf und einen Windgeber02besonders niedrigen Anlaufwert von etwa 0,3 m/s. Bei einer Messgenauigkeit von +/- 0,3 m/s erstreckt sich der Messbereich bis zu einem Maximalwert von 50 m/s, was einer Windgeschwindigkeit von 180 Kilometern pro Stunde entspricht. Die einwandfreie Funktion des Messgerätes ist bis zu einer Maximalbelastung von 60 m/s (216 km/h) garantiert. Ein spezielles Öl, sowie eine vollautomatisch geregelte Beheizung der Kugellager und aller äußeren Rotationsteile erlauben auch im Winter einen einwandfreien Messbetrieb bei extremen Temperaturen bis zu -35°C.

 

Der Windgeschwindigkeitsgeber entspricht internationalen Standards und Richtlinien für präzise Messungen und wird unter anderem an den Klima- und Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sowie auch vom privaten Wetterdienst "Meteomedia" des bekannten TV-Meteorologen Jörg Kachelmann eingesetzt. Vertreiber des Messgerätes, sowie auch fast aller anderen Instrumente der Wetterstation Mettingen-Schlickelde, ist die Göttinger Firma "Thies Clima" (www.thiesclima.com), einem der führenden Hersteller meteorologischer Präzisionsmessgeräte in Deutschland und weltweit.

 

Bis zur Errichtung eines den Richtlinien entsprechenden Windmasten in den nächsten Monaten, ist zur Zeit nur ein provisorischer Testbetrieb des Windmessers in 2 Metern Höhe am Stationsmast möglich. Sämtliche Informationen über den weiteren Aufbau der Windmessanlage erhalten Sie wie immer aktuell hier!

 

 


 

 

Sturmtief "Oralie" braust über Mettingen hinweg

 

[21. März 2004]

 

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 104 km/h (orkanartiger Sturm, Windstärke 11) im Kreis Steinfurt ist in der vergangenen Nacht Sturmtief "Oralie" über Norddeutschland hinweggerast. Während bis Redaktionsschluss aus Mettingen und Schlickelde keine größeren Schäden bekannt wurden, sah dies in anderen Teilen des Kreises Steinfurt örtlich ganz anders aus.

 

oralie01In Tecklenburg-Brochterbeck machte sich beispielsweise ein ganzes Baustellenklo auf die Reise durch eine Neubausiedlung. Wie Hobbymeteorologin Jana Tetenborg der Wetterstation Mettingen-Schlickelde mitteilte, lagen in Steinfurt-Borghorst bereits am gestrigen Abend große Äste und Dachziegel auf den Straßen, ganze Bäume wurden entwurzelt und Gartenmöbel erkundeten selbstständig die Nachbarschaft. Noch schlimmer sah es dagegen in anderen Regionen Norddeutschlands aus. In Coesfeld wurde eine 23jährige Autofahrerin durch die Auswirkungen des Sturms schwer verletzt und vielerorts musste die Feuerwehr zu unzähligen Einsätzen wegen abgedeckter Dächer, enwurzelter Bäume oder eingestürzter Baugerüste ausrücken.

 

Auch die Wetterstation Mettingen-Schlickelde blieb von den Launen der Natur nicht ganz verschont (siehe Foto). Zur Zeit laufen Planungen, die Schlickelder Station in den nächsten Monaten ebenfalls in das Windmessnetz einzugliedern und eine entsprechende Messanlage nach den Richtlinien des "Deutschen Wetterdienstes" zu errichten. Neueste Informationen dazu erhalten Sie selbstverständlich hier auf der Webseite.

 

Falls Sie selbst Opfer von Sturmschäden geworden sind oder andere besondere Beobachtungen zum Sturm gemacht haben, können Sie diese per Email an uns schicken. Selbstverständlich gilt dies auch jederzeit für andere meteorologische Beobachtungen, wie z.B. eigene Messwerte (Temperatur, Niederschlag usw.), phänologische Beobachtungen (z.B. Beginn der Apfelblüte, erste Schwalbensichtungen usw.) oder Berichte über besonders intensive Unwetterereignisse. Alle Meldungen und Erzählungen, die in irgendeiner Weise mit dem Wetter verbunden sind, sind herzlich willkommen und werden vielleicht anschließend hier auf der Webseite veröffentlicht.

 

Windgeschwindigkeiten von Sturmtief "Oralie" im Kreis Steinfurt und Umgebung:

 

Flughafen Münster/Osnabrück          104 km/h
Osnabrück                                        90 km/h
Rheine-Bentlage                                90 km/h
Lingen                                               90 km/h
Bocholt                                              83 km/h

 

 


 

 

Eintagsfrühling in Mettingen-Schlickelde: 21,6°C

 

[18. März 2004]

 

Unglaublich aber wahr: Nur 17 Tage nach tiefsten Winterimpressionen nun Frühlingsgefühle im Tüöttendorf! Den ersten richtig deutlich spürbaren Frühlingstag des Jahres bescherte uns gestern die erfolgreiche Zusammenarbeit von Tief "Linnea" und Hoch "Jörg", die zwischen sich mit einer südwestlichen Strömung warme Frühlingsluft aus Richtung Frankreich heranschaufelten. Mit einer ungewöhnlich hohen Tageshöchsttemperatur von 21,6°C wurde an der "Wetterstation Mettingen-Schlickelde" sogar ein neuer Temperaturrekord für die zweite März-Dekade aufgestellt. Nie zuvor war seit Aufzeichnungsbeginn der Tageshöchsttemperaturen im Jahre 1992 zwischen dem 11. und 20. März (2. Monatsdekade) ein so hoher Temperaturwert gemessen worden. Der alte Rekord hatte bisher bei 19,9°C gelegen und war am 13. März 1999 registriert worden. Nicht ganz gereicht hat es allerdings für einen absoluten Märzrekord. Am 30. März 1998 schaffte es die Quecksilbersäule mit einem Höchstwert von sage und schreibe 23,9°C, den gestrigen Messwert nochmals um über 2 Grad zu toppen. Somit reiht sich der 17.03.2004 immerhin als zweitwärmster Märztag seit mindestens 12 Jahren in die Statistik ein!

 

Dabei begann er mit einer morgendlichen Tiefsttemperatur von nur 3,3°C in Fußhöhe (5cm) zunächst einmal garnicht so frühlingshaft. Die schon recht kräftige Märzsonne, die auch von ganz wenigen kleinen Altocumulusfeldern zwischen 13 und 14 Uhr nicht gebremst werden konnte, sorgte allerdings sehr bald für einen kräftigen Temperaturanstieg und bereits um 09.47 Uhr wurde die 15°C-Frühlingsmauer durchbrochen. Den gesamten Temperaturverlauf über den Tag können Sie in Halbstundenschritten im abgebildeten Diagramm nachvollziehen. Aufgetragen sind hier die beiden Temperaturkurven der künstlich ventilierten Meßstelle in 2 Metern Höhe (dicke Linie) und der Lufttemperatur in nur 5 Zentimetern Höhe über dem unbewachsenen Bodenmessfeld (dünne Linie). Sehr schön sieht man hier die deutlich tieferen Temperaturen in 5cm Höhe am Morgen und Abend einerseits (Ansammlung der schwereren Kaltluft am Boden bei Windstille und langwellige Ausstrahlung der Erdoberfläche) sowie die wesentlich stärkere Aufheizung der Luft über der Erdoberfläche mittags und nachmittags.

 

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Leider wird uns nach diesem Traumtag, der in der Kölner Innenstadt mit unglaublichen 24,8°C sogar fast zum Sommertag (mindestens 25,0°C) befördert worden wäre, in den nächsten Tagen allmählich wieder die meteorologische Normalität einholen. Schon in der Nacht auf den 18.03. fiel die Temperatur um über 20 Grad auf nur noch 1,5°C in den frühen Morgenstunden ab! Schaut man sich einmal den Höchsttemperaturverlauf für einen "normalen" Märzmonat (Mittelwerte der Jahre 1992 bis 2003) in Mettingen-Schlickelde an (siehe Diagramm), muss man feststellen, dass normalerweise in diesen Tagen Höchstwerte zwischen etwa 9°C und 11°C vorherrschen sollten, also mehr als 10 Grad niedriger als das, was wir am 17.03. erleben konnten. Erst zum Monatsende, etwa ab dem 27. März, verspricht uns die Statistik ein deutliches Ansteigen der Temperaturen. Bleibt abzuwarten, ob sich Petrus auch in diesem Jahr an diese Vorgabe halten wird.

 

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Nach stundenlangen Schneefällen: 10cm Winter in Schlickelde!

 

[28. / 29. Februar 2004]

 

290204CRelativ spät aber immerhin: Zwei Tage vor dem meteorologischen Frühlingsbeginn kam er dann doch noch so richtig zu uns nach Schlickelde: Der Winter!

 

Nach zwei bis drei Zentimetern Neuschnee in den Abendstunden des 27. Februar und stundenlangen, teils kräftigen Schneefällen am frühen Morgen des nächsten Tages zwischen 5 und 9 Uhr, erwartete die Schlickelder beim morgendlichen, ungläubigen Blick aus dem Fenster eine Winterlandschaft, wie es sie hierzulande seit drei Jahren nicht mehr gegeben hatte. Neun bis zehn Zentimeter (gemessen um 9 Uhr) strahlendweißer, amtlich geprüfter "Schneemassen" hatten sich luftig-leicht auf das Mettinger Land niedergelassen. Noch mehr Schnee hatte es hier das letzte Mal am 4. Februar 2001 gegeben, als das Zentimetermaß nachmittags um 16 Uhr sogar 14 Teilstriche tief in der weißen Pracht versunken war.

 

Zwar setzte am Mittag und Nachmittag bei Temperaturen von bis zu +3,5°C bereits wieder Tauwetter ein, doch der Großteil des Schnees hielt tapfer bis um 17 Uhr durch, als die Temperaturen allmählich wieder in den Frostbereich rutschten. Durch die recht feuchte Luft und die deutliche Abkühlung in den Abendstunden, bildete sich dann teils dichter Nebel.

 

Was folgte, war die bisher kälteste Nacht dieses Winters! In der Nacht vom 28. auf den 29. Februar sank die 2 Meter-Lufttemperatur an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde bis auf -9,7°C ab. Wenige Zentimeter über der Schneedecke registrierten die Messgeräte um 07.26 Uhr sogar -11,2°C.

 

In den nächsten Tagen wird es nun ganz zögerlich milder und Mitte der kommenden Woche sind tagsüber dann wieder Höchsttemperaturen bis 7°C möglich! Das Ende des Winters?

 

 


 

 

Schulklasse besichtigt Wetterstation

 

[11. Februar 2004]

 

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Zu Gast an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde waren am Dienstagmorgen (10. Februar) die Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse der Schlickelder Marien-Grundschule zusammen mit ihrer Lehrerin Frau Kerssen. Nachdem sie im Unterricht bereits die Zusammenhänge von Wetter und Klima kennengelernt hatten, machten sich die Nachwuchs-Meteorologen nach der zweiten Schulstunde zu Fuß auf den Weg zur Wetterstation am "Nagelmanns-Moor" und durften einmal hautnah miterleben, was man beim Messen von Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Niederschlag beachten muss, wie die entsprechenden Geräte funktionieren und aufgebaut sind und woher die Wetterinformationen stammen, die viele sonst nur aus dem Wetterbericht im Fernsehen kennen.

 

Was haben asiatische Frauenhaare mit der Messung der Luftfeuchtigkeit zu tun, wie misst eine Wippe im Regenmesser die Niederschlagsmenge und was ist eigentlich eine Wetterhütte? Nur einige der vielen Fragen, die an diesem Morgen beantwortet wurden. Neben dem Kennenlernen der einzelnen Messgeräte und dem selbstständigen Ermitteln der aktuellen Niederschlagsmenge, erfuhren die Viertklässler aber auch, was nach dem Messen mit den Daten passiert und wie diese später am Computer in anschauliche Diagramme und Grafiken umgewandelt und ausgewertet werden.

 

Kurz bevor sich die 20köpfige Klasse dann wieder auf den Rückweg zur Schule machte, wurden über die METEOSAT-Empfangsanlage sicherheitshalber nochmal die aktuellen Satellitenbilder der heranrollenden Schnee- und Regenwolken analysiert und nach einem abschließenden Gruppenfoto vor der Wetterstation kehrten die Schülerinnen und Schüler nach einer ungewöhnlichen Unterrichtsstunde rechtzeitig und vor allem trockenen Fußes wieder zur Schule zurück. Und wer weiß:

Vielleicht sehen wir den einen oder anderen ja in vielen Jahren

als Nachfolger von Jörg Kachelmann an der Fernsehwetterkarte

wieder.

 

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Erster Frühlingstag 2004: 15,5°C

 

[04. Februar 2004]

 

Fast sieben Wochen vor dem kalendarischen Frühlingsbeginn (20. März) wurden in Mettingen erstmals in diesem Jahr Frühlingstemperaturen über 15,0°C gemessen. Am 03. Februar registrierte die "Wetterstation Mettingen-Schlickelde" um 14.25 Uhr eine Tageshöchsttemperatur von 15,5°C. Damit wurde die meteorologisch definierte Frühlingsgrenze von 15,0°C um immerhin 0,5 Kelvin überschritten. Ungewöhnlich mild zeigte sich dann auch die folgende Nacht auf den 04. Februar. Um 22 Uhr abends zeigten die Schlickelder Messgeräte noch immer 14,1°C an, selbst um 5 Uhr am anderen Morgen war die Lufttemperatur in 2 Metern Höhe noch immer nicht unter 13,3°C gesunken. Konsequenz: Beginnende Schneeglöckchenblüte in einigen Schlickelder Gärten (letztes Jahr am 6. Februar).

 

Die Besonderheit dieser Messwerte wird erst dann richtig deutlich, wenn man sich einmal vergleichbare Zahlenwerte aus dem Rekordsommer 2003 anschaut. So war es am Morgen des 5. August 2003, mitten in der beginnenden Hitzewelle, die nur sieben Tage später Rekordwerte von bis zu 38°C nach Mettingen brachte, um 5 Uhr mit 13,1°C sogar um 0,2 K kälter als zur selben Uhrzeit jetzt am 04. Februar! Nur 11 Stunden später wurde damals eine Höchsttemperatur von fast 31°C erreicht!

 

Von Jahr zu Jahr stark variierende Februarwerte sind allerdings völlig normal. Die Schwankungsbreite lag dabei in Mettingen-Schlickelde in den letzten 14 Jahren zwischen -20°C, die in den Morgenstunden des 9. Februar 1996 gemessen wurden und sehr ungewöhnlichen T-Shirt tauglichen 17,7°C in den Nachmittagsstunden des 2. Februar 2002. Im langjährigen Mittel werden allerdings in den ersten zwei Februarwochen meist die tiefsten Temperaturen des Jahres gemessen.

 

Auch in den nächsten Tagen wird es vorerst noch sehr mild bleiben, bevor uns am Wochenende der nächste Kaltlufteinbruch heimsucht. (Stand 03.02.2004)

 


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