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Wetterjahr 2004 ist Geschichte

 

[31. Dezember 2004, 24.00 Uhr]

 

Bei bedecktem Himmel, milden 7,6°C Lufttemperatur, Wind aus West mit 7,6 km/h (Böen 13,3 km/h) und örtliche Sprühregentropfen begann um 0 Uhr in der vergangenen Nacht das neue Wetterjahr 2005 in Mettingen-Schlickelde. Damit ist ein ereignisreiches und spannendes, meteorologisches 2004 nun endgültig Geschichte. Hier tabellarisch einige der herausragenden Ereignisse des vergangenen Wetterjahres:

 

 

04. Februar

In der Nacht vom 04. auf den 05. Februar werden um 0 Uhr in Mettingen-Schlickelde sommerlich laue 15,6°C gemessen.

28. Februar

Nach kräftigen Schneefällen wird in Mettingen-Schlickelde mit 10 Zentimetern die größte Schneehöhe seit über drei Jahren registriert.

29. Februar

Mit -9,7°C wird in den frühen Morgenstunden um 07.43 Uhr die niedrigste Lufttemperatur des Jahres 2004 erreicht. Fünf Zentimeter über der Erdoberfläche wird sogar ein Tiefstwert von -11,2°C beobachtet.

17. März

Mit einer Tageshöchsttemperatur von 21,6°C wird ein neuer Temperaturrekord für die zweite Märzdekade aufgestellt, der zweitwärmste Märztag seit mindestens 12 Jahren (Aufzeichnungsbeginn) in Schlickelde.

20. März

Sturmtief "Oralie" richtet im Kreis Steinfurt erhebliche Schäden an.

01. Mai

Hagelschlag und Platzregen mit bis zu 70 Litern pro Quadratmeter verursachen im Münsterland sowie dem angrenzenden Niedersachsen große Schäden und lassen im Raum Dülmen ganze Bauerschaften im Wasser versinken. Mettingen bleibt wie durch ein Wunder von den Naturgewalten verschont.

04. Juni

Ein Tornado fegt mit Windgeschwindigkeiten von 160 bis 180 km/h nur drei Kilometer nördlich der Wetterstation Mettingen-Schlickelde über das Land, entwurzelt vier ausgewachsene Eichen und verschont wie durch ein Wunder nur wenige hundert Meter entfernte Wohngebäude.

17. Juli

Ein gewaltiger Böenkragen von mehreren hundert Kilometern Länge überrollt mit beeindruckenden Wolkenformationen auf der Vorderseite einer riesigen Gewitterzelle über den Niederlanden auch das Mettinger Gemeindegebiet und sorgt vielerorts für staunende Blicke gen Himmel.

06. August

Mit 32,0°C wird um Punkt 15.55 Uhr die höchste 2m-Lufttemperatur des ganzen Jahres 2004 gemessen. Zehn Traum-Sommertage vom Feinsten sorgen zwischen dem 1. und 10. August auch im Tüöttendorf für "Summerfeeling" pur und werden nachfolgend von kräftigen Regenfällen mit 63 Litern pro m² in 72 Stunden beendet. Insgesamt fallen bis zum Monatsende in nur 20 Tagen etwa 15 Putzeimer voll Wasser auf jeden Mettinger Quadratmeter.

26. August

15jähriges Jubiläum lückenloser Wetterbeobachtung in Mettingen-Schlickelde (Temperaturextrema-Aufzeichnung). Am 26. August 1989 wurde die erste nächtliche Minimum-Temperatur abgelesen und schriftlich festgehalten.

24. Oktober

Mit einem morgendlichen Tiefstwert von 15,8°C geht die Nacht vom 23. auf den 24.10.2004 als wärmste Oktobernacht seit Aufzeichnungsbeginn (1989) in die Archive ein. Um 1 Uhr nachts werden an der Schlickelder Station fast unglaubliche 18,3°C abgelesen!

 

 

Mit einer Jahresmitteltemperatur von 10,0°C (Vorjahr 10,0°C) und einer Gesamtniederschlagsmenge von 940,1mm (Vorjahr 701,7mm) fiel das Jahr 2004 im Vergleich zu den Normalwerten der Nachbarstationen Greven und Osnabrück (9,3°C / 834,6mm) in Schlickelde um etwa 0,7 K zu warm und gut 100mm zu nass aus.

 

Allen Lesern der Homepage und den vielen Wetter-Kollegen

hier in der Region und darüber hinaus ein gesundes,

 erfolgreiches und spannendes neues

Wetterjahr 2005!

 

 


 

 

Weihnachtswetter in Mettingen-Schlickelde: So war es dieses Mal!

 

[27. Dezember 2004]

 

 

Heiligabend

 

Nach sehr milder Nacht mit fast durchgehend knapp 10°C, morgens und mittags stark bewölkt bis bedeckt (unten hauptsächlich Stratocumulus, darüber Cirrus uns Cirrostratus). Ganz selten einzelne Tröpfchen und frischer bis starker Wind nach teils stürmischen Böen in der Nacht.

Nachmittags Stratocumulus-Decke allmählich immer weiter auflockernd, Wind langsam nachlassend und um 15.30 Uhr bereits heiter bis wolkig (hauptsächlich Cirrus und Stratocumulus). Um 16 Uhr heiter bis wolkig (hohe Wolkenarten). Um 16.30 Uhr leicht bewölkt (Cirrostratus, vor allem im Norden), 3 bis 4 Beaufort, "Fast-Vollmond" zu sehen.

Nachfolgend allmählich wieder mittelhoher Aufzug von Westen (nahendes Tief). Gegen 21 Uhr aus bedecktem  Himmel einsetzender Regen und nachfolgend bis tief in die Nacht stundenlanger, teils kräftiger Dauerregen, von wieder deutlich auflebendem Wind begleitet. Rascher Druckfall!

 

1. Weihnachtstag

 

251204AMorgens wolkenlos bis leicht bewölkt (Rückseiten-Cumuli bzw. -Stratocumuli nach Kaltfront-Passage). Um 12 Uhr leicht bewölkt (Cumulus humilis / Stratocumulus), nachfolgend Bewölkungszunahme und um 14 Uhr schon stark bewölkt (Cumulus / Stratocumulus).

Um 16 Uhr heiter bis wolkig (Stratocumulus / Altocumulus / hohe Arten), im Norden fast wolkenlos. Nachfolgend bei Sonnenuntergang herrliches Farbenspiel durch rot angestrahlte, mittelhohe Wolkenfelder (Foto rechts).

Um 17 Uhr heiter (hauptsächlich hohe Arten). Um 18 Uhr heiter (Cirrostratus / Cirrus), Mondhof! Nachfolgend heiter oder leicht bewölkt bei Cirrus und Cirrostratus (weiterhin Mondhof).

Um 21.30 Uhr fast wolkenlos bis leicht bewölkt (Cirrus).

Um 22 Uhr fast wolkenlos (Cirrus / Cirrostratus) und bis in die Nacht hinein keine wesentliche Änderung mehr.

 

 

 

 

2. Weihnachtstag

 

261204AMorgens bei weiß überhauchter Reiflandschaft (Foto links) leicht neblig und mit hoher Bewölkung fast bedeckt oder bedeckt, kaum Wind. Dann zögerndes Ausdünnen und um 12 Uhr schließlich heiter aber dunstig.

Um 13 Uhr heiter (Cirrus / Cirrostratus / Kondensstreifen), teils windstill. Auch nachfolgend bei hoher Bewölkung (Cirrus / Cirrostratus / Kondensstreifen) heiter oder zeitweise auch wolkig und fast windstill. Gegen 16 Uhr Nebelbildung einsetzend und nur 25 Minuten später plötzlich dichte Nebelsuppe. Bis in die Nacht hinein dichter Nebel und stellenweise unangenehme Reifglätte.

 

 

 

 

 


 

 

“Pia” und “Quimburga” sorgten für Wirbel

 

[20. November 2004]

 

201104BZwei kräftige Sturmtiefs sorgten in den vergangenen Tagen für turbulentes Wetter, örtlich sehr hohe Niederschlagsmengen und den ersten Schneefall der Saison in Mettingen.

Bereits am 17. November zog Tiefdruckwirbel "Pia" von Island Richtung Mitteleuropa und führte auf seiner Vorderseite nochmals sehr milde Luft mit bis zu 11,4°C zu uns.

Gleich drei Kalt- bzw. Okklusionsfronten (siehe Wetterkarte vom 18.11., 6 Uhr UTC, Quelle: Wetterzentrale.de) überquerten auf der Rückseite des Sturmwirbels nachfolgend am 18. November mit teils stürmischen Böen (62 km/h) das Mettinger Land und ließen mit Winddrehung auf Nordwest die Temperaturen in mehreren Staffeln von 11,4°C in den frühen Morgenstunden auf nur noch 3°C am späten Abend abstürzen. Gleichzeitig raste hinter "Pia" mit hohem Tempo ein weiteres Rand-Sturmtief ("Quimburga"), ein sogenannter "Schnellläufer" (durch die Rotation des ersten Tiefs zusätzlich beschleunigt) von den Britischen Inseln heran, auf dessen Rückseite dann schließlich ein kräftiger Strom polarer Kaltluftmassen von der Nordsee her einsetzte.

 

 

 

191104ANach stundenlangem, ergiebigem Dauerregen und einer kräftigen Abkühlung, fielen so um 02.30 Uhr in der Nacht vom 18. auf den 19. November die ersten Mettinger Schneeflocken der Saison 2004/2005, blieben jedoch in Schlickelde bei Temperaturen von +0,5°C in Bodennähe nicht liegen. Der 19. November selbst war dann im Einflussbereich der von der Nordsee her einströmenden, feuchten Kaltluft geprägt von Regen-, Schneeregen- und später auch reinen Schneeschauern, die bei Temperaturen um +1°C aber auch weiterhin nicht liegenblieben. Erst ein recht kräftiger Graupelschauer legte um 14.15 Uhr nachmittags vorübergehend einen weißen Hauch über die Landschaft (siehe Foto). Auch am folgenden Samstag (20.11.) fielen tagsüber zeitweise noch Schnee- oder Schneeregenschauer, bevor sich die Situation im Laufe des Abends allmählich beruhigte.

 

 

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Doch "Pia" und "Quimburga" brachten uns nicht nur starken Wind und einen Kaltlufteinbruch, sondern auch ungewöhnlich große Niederschlagsmengen mit. Während in anderen Teilen NRW´s örtlich bis zu 70 Liter pro Quadratmeter fielen, registrierten die Messgeräte an der Wetterstation in Schlickelde allein zwischen Dienstag- und Freitagabend eine Gesamtniederschlagsmenge von immerhin noch 37,7 Litern/m², was etwa 58 Prozent der normalerweise üblichen November-Monatsmenge entspricht. Von größeren Sturm- und Überschwemmungsschäden, wie sie in vielen Teilen Deutschlands zu beklagen waren, blieben wir hier in Mettingen allerdings gottlob verschont.

 

 

 

 

 


 

 

Regenigel, Eisraupen und Tropfentatze

 

[16. November 2004]

 

Naturschönheiten dieser Tage, von fotographisch eingefangen und der vergänglichen Existenz entrissen!

 

TROPFENA

TROPFENB

TROPFENC

Der 16. November 2004: Ein trister, tiefgrauer und nasskalter Novembertag im Mettinger Land!

Kein schöner Sonnenuntergang, keine leuchtend farbigen Herbstblätter, ja nicht einmal ein kleines Loch blauen Himmels gönnte Mutter Natur den Fotojägern an diesem scheinbar trostlos eintönigen "Schwarz/Weiß-Tag".

Und doch entdeckte derjenige, der einmal etwas genauer hinsah und sich zumindest für einige Augenblicke Zeit nahm, überall um sich herum kleine zerbrechliche Naturwunder, die anderen, hastig vorbeieilenden Menschen an jenem Nachmittag verborgen blieben.

Kleine Wassertropfen, von feinem Sprühregen mühsam über Stunden aufgebaut und angesammelt, hingen zu Zigtausenden an Blättern, in Spinnennetzen, eingeklemmt zwischen Tannennadeln. Was schon der kleinste Windstoß in Sekunden zerstören konnte, wurde heute verschont und präsentierte sich dem aufmerksamen Betrachter wie winzig kleine Kunstwerke aus Wasser.

 

Klicken Sie auf die einzelnen Bilder, um die ganze Schönheit zu entdecken!

 

 


 

 

Oktober-Sommernacht - Teil 2

 

[24. Oktober 2004]

 

Mutter Natur war schneller! Noch bevor der Bericht zu den mild-windigen Wetterereignissen vom Mittwoch und Donnerstag hier auf der Homepage online gestellt werden konnte (siehe weiter unten), war aus der angeblich so geschichtsträchtig warmen Nacht schon wieder kalter Kaffee geworden. Obwohl eine Steigerung kaum noch denkbar erschien, hatte Petrus inzwischen nochmals nachgeheizt.

 

Wetterhütte1UhrnachtsWir schreiben den Abend des 23. Oktober 2004. Eine ganze Familie kräftiger Tiefdruckgebiete über Westeuropa nähert sich langsam aber sicher der Mitte des Kontinents. Wegen der zyklonalen Rotation (entgegen dem Uhrzeigersinn) dieser Wolkenwirbel herrscht an ihrer Ostflanke eine kräftige Südwestströmung, die warme Luft von Spanien und Südfrankreich bis zu uns nach Mitteleuropa pumpt. Mittendrin: Mettingen! Während in den frühen Morgenstunden des 23. Oktober noch moderate 12 bis 13°C gemessen werden, sorgt das meteorologische Warmluftgebläse in den folgenden Stunden mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 58 km/h für einen kräftigen Temperaturschub: 13,2°C um 10 Uhr, 15,5°C um 15 Uhr und 17,2°C um 21 Uhr. Gegen 1 Uhr erlebte man in der nachfolgenden Nacht auf den 24. Oktober beim Blick auf´s Aussenthermometer dann sein "laues" Wunder: 18,3°C (Foto)! Ein Sommernachtstraum Ende Oktober!

 

Was man selbst im Hochsommer zu recht als Seltenheit bezeichnen konnte, war zu dieser Jahres- und Uhrzeit schlichtweg eine meteorologische Sensation. Bis in die sonntäglichen Morgenstunden ließ der Südwestwind zwar ein wenig nach, sorgte aber dennoch dafür, dass sich die Luft nicht unter 15,8°C abkühlen konnte. Damit war es nun ARD-Wetter231004amtlich: Wir waren gerade Zeugen der mildesten Oktobernacht seit Aufzeichnungsbeginn der Tiefsttemperaturen (August 1989) in Mettingen-Schlickelde geworden. Während tagsüber am 24. Oktober strahlender Sonnenschein die Temperaturen in Teilen Süddeutschlands acht Wochen vor Heiligabend auf einen echten Sommertag mit bis zu 26 (Mühlacker) oder sogar 27°C (Ihringen) Höchsttemperatur anheizte und auch die südlichen Regionen NRW´s mit bis zu 22,2°C (Eschweiler) noch gut im Rennen lagen, sorgte eine relativ dichte Altostratus- und Altocumulus-Decke über Mettingen für eine doch recht deutliche Erwärmungsdämpfung. Nur hin und wieder rissen kleinere Lücken ins Gewölk und ließen für einige Minuten die Sonne durchblinzeln. So ist die Schlickelder Höchsttemperatur von 18,5°C um 15.32 Uhr nachmittags zwar keine Sensation, aber dennoch für Ende Oktober sehr ungewöhnlich!

 

 

Beeindruckendes Ergebnis der abendlichen Endabrechnung: Mit einem Tagesmittel von 17,1°C erreichte der 24. Oktober 2004 exakt das Niveau eines durchschnittlichen münsterländischen Juli-Sommertages!

 

Ganz anders sah es dagegen am 24. Oktober des vergangenen Jahres aus. Mit einer morgendlichen Tiefsttemperatur von -5,7°C, einem Höchstwert von gerade einmal +1,4°C und dem frühesten Schneefall der Stationsgeschichte erlebten wir damals in Schlickelde genau das entgegengesetzte Skalenende der "oktobrischen" Wetterextreme, über die am vergangenen Samstag (23.10.) auch Alexander Lehmann im ARD-Wetter kurz vor der Tagesschau berichtet hatte (siehe Foto).

 

 


 

 

Sommernacht und Sturmböen

 

[23. Oktober 2004]

 

Sie waren schon recht bemerkenswert, die Wettereindrücke, die sich da am Mittwoch und Donnerstag draußen abspielten. Nachdem ein kräftiges Tiefdruckgebiet in der Nacht vom 20. auf den 21. Oktober auf seiner Vorderseite fast schon sommerliche Luftmassen in das Mettinger Land gepumpt hatte, bretterte schon in den folgenden Morgenstunden die nachrückende Kaltfront mit heftigen Windböen über uns hinweg und riss die Temperaturen wieder deutlich hinunter. Das alles spielte sich in weniger als 12 Stunden ab, so dass man sich zeitweise doch fragen musste, in welcher Jahreszeit man sich überhaupt befand.

 

Während man normalerweise abends mit einem Rückgang der Temperaturen rechnet, stiegen die Messwerte in den Abendstunden des 20. Oktober infolge des Warmlufttransportes auf der Vorderseite des heranrückenden Tiefs kräftig an, überschritten um 18.18 Uhr bereits die 15°C-Marke und blieben dann bis um 8 Uhr morgens durchgehend darüber. Dank dieser sehr ungewöhnlichen Temperaturverhältnisse ging die Nacht vom 20. auf den 21.10. als eine der wärmsten Oktobernächte überhaupt in die meteorologischen Geschichtsbücher ein. Wer zwischen 7 und 8 Uhr am anderen Morgen draußen auf sein Thermometer schaute, konnte die fast unglaublichen 16 bis 17°C, die zu dieser Zeit in Mettingen gemessen wurden, gefahrlos im dünnen Schlafanzug ablesen.

 

Dann jedoch rollte auf der Rückseite des Tiefs mit hohem Tempo die Kaltfront heran, die gegen 8 Uhr mit örtlichen Sturmböen, kurzzeitig recht kräftigem Regen und einem deutlichen Temperatursturz über Mettingen hinweg schwenkte. Mit einer Spitzenböe von 76 km/h erreichte die Windgeschwindigkeit bei Frontdurchgang an der Nachbarstation in Hopsten sogar unterste Sturmstärke (75 bis 88 km/h). Etwas niedriger fielen die Messwerte in Rheine-Bentlage und am Flughafen Münster/Osnabrück mit 72 bzw. 65 km/h aus. Auch die neu errichtete Windmessanlage der Wetterstation Mettingen-Schlickelde registrierte um 08.12 Uhr eine Spitzenböe von 71,6 km/h. Auf der abgebildeten Karte finden Sie die Windspitzen aller NRW-Wetterstationen vom 21. Oktober 2004 und im Diagramm die Messreihen von Lufttemperatur, Windgeschwindigkeit (2min-Mittelwerte) und Spitzenböen (Punkte) an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde.

 

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Erster “inoffizieller” Bodenfrost der Saison

 

[11. Oktober 2004]

 

RauhreifMit einem zarten Hauch von Weiß überzogen, zeigten sich erstmals in dieser Saison die Schlickelder Wiesen und Gärten in den frühen Morgenstunden des 11. Oktobers. Wer aber einmal etwas genauer hinschaute, bemerkte allerdings schnell, dass nur die Bereiche der Erdoberfläche mit Reif überzogen waren, die zumindest Richtung Osten oder besser noch in allen Richtungen Windschutz aufwiesen.

 

Der kräftige und unangenehm kalte Ostwind, der noch am 10. Oktober mit bis zu 37 km/h so manchem sonntäglichen Radfahrer die Knie weich gemacht hatte, war auch in der sternenklaren Nacht zum 11.10. nicht vollständig eingeschlafen. So konnte sich nur in geschützten Lagen, die vom Ostwind nicht erreicht wurden, die physikalisch dichtere und damit auch schwerere Kaltluft ungestört am Erdboden sammeln und durch die ungebremste Ausstrahlung des Erdbodens noch weiter abkühlen. In windoffeneren Bereichen sorgte dagegen der Ostwind für ständige Durchmischung und den Zufluss etwas milderer Luft aus höheren Luftschichten.

 

Windschneise

Auch direkt an der Schlickelder Wetterstation blieb die Lufttemperatur in der Messhöhe von 5 Zentimetern über dem unbewachsenen Erdbodenmessfeld mit einem Tiefstwert von +0,2°C noch ganz knapp im Plusbereich, während geschützte Gartenbereiche nur wenige Meter entfernt mit Reif überzogen wurden (siehe Foto).

 

Wie das zweite abgebildete Foto mit Blick über den Erdbodensensor Richtung Osten zeigt, existiert auch hier eine völlig offene, regelrechte Windschneise, so dass eine ungestörte Ansammlung der bodennahen Kaltluft um das Messgerät nicht möglich war. Eine Analyse der nächtlichen Datenaufzeichnungen ergab, dass jede neu beginnende Abkühlung Richtung Gefrierpunkt sehr bald durch eine erneut einsetzende Windverstärkung gebremst und sogar immer wieder umgekehrt wurde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

Neue Windmessanlage in Betrieb genommen

 

[29. September 2004]

 

Windmast3Die Wetterstation Mettingen-Schlickelde ist am Mittwoch (29. September) um eine Attraktion bzw. ein weiteres Messsystem reicher geworden. Nachdem bereits am 23. und 24. September die vier Betonfundamente (50cm x 50cm x 80cm Tiefe) für Mast und zugehörige Abspannungen gegossen wurden, konnte am Mittwochnachmittag mit Unterstützung hilfsbereiter Nachbarn schließlich der 12 Meter-Teleskopmast mit seinen sechs Abspannungen errichtet werden.

 

Dieser wird in Zukunft durch einen hochprofessionellen Messwertgeber an seiner Spitze erstmals präzise Messungen der Windgeschwindigkeit in Mettingen-Schlickelde ermöglichen. Nach einer Testphase von unbestimmter Dauer, während der der Mast zunächst nur bis auf etwa 10,5 Meter Höhe ausgefahren bleibt, wird die Messhöhe demnächst voraussichtlich auf knapp 12 Meter erhöht. Diese Höhe ist deshalb unbedingt erforderlich, da die Bebauung bzw. höherer Bewuchs im Umfeld der Schlickelder Wetterstation das Strömungsfeld in der Normhöhe von 10 Metern (DWD- und WMO-Richtlinie) so stark modifizieren, dass die Messungen mit kaum abschätzbaren Fehlern behaftet wären. Ein möglicher Restfehler, der sich durch Turbulenzbildungen auch in 12 Metern Höhe noch auswirken kann, lässt sich aufgrund der vorgegebenen örtlichen Einschränkungen leider nicht hundertprozentig vermeiden. Für absolut unverfälschte Messwerte müssten sämtliche Hindernisse vom Mast mindestens den zehnfachen Abstand ihrer eigenen Höhe einhalten, was leider vor Ort nicht zu realisieren ist.

 

Windmast2Als Messwertgeber für die Messung der Windgeschwindigkeit wird in Schlickelde ein Schalenstern-Anemometer der Firma "Thies Clima" (www.thiesclima.com) verwendet. Der extrem trägheitsarme und kugelgelagerte Leichtmetall-Schalenstern des Anemometers erlaubt durch seine berührungsfreie, opto-elektronische Drehzahlabtastung einen nahezu reibungsfreien Lauf und einen besonders niedrigen Anlaufwert von etwa 0,3 m/s. Bei einer Messgenauigkeit von +/- 0,3 m/s erstreckt sich der Messbereich bis zu einem Maximalwert von 50 m/s, was einer Windgeschwindigkeit von 180 Kilometern pro Stunde entspricht. Die einwandfreie Funktion des Messgerätes ist bis zu einer Maximalbelastung von 60 m/s (216 km/h) garantiert. Ein spezielles Öl, sowie eine vollautomatisch geregelte Beheizung der Kugellager und aller äußeren Rotationsteile erlauben auch im Winter einen einwandfreien Messbetrieb bei extremen Temperaturen bis zu -35°C. Der Windgeschwindigkeitsgeber entspricht internationalen Standards und Richtlinien für präzise Messungen und wird unter anderem an den Klima- und Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sowie auch vom privaten Wetterdienst "Meteomedia" des bekannten TV-Meteorologen Jörg Kachelmann eingesetzt.

 

Die Messung der aktuellen Windgeschwindigkeit erfolgt sekündlich über die Abfrage des Dataloggers im Haus, der aus den Einzelmessungen ein arithmetisches Mittel von einstellbarer Dauer (aktuell 2 Minuten) bildet und sämtliche Daten zur weiteren Bearbeitung in einem 256 KB-Ringspeicher ablegt. Darüber hinaus erfolgt eine kontinuierliche Messung der Extremwerte, so dass z.B. auch kurzzeitige Böen zwischen den Sekundenabfragen lückenlos erfasst werden.

 

Über die weiteren Entwicklungen am neuen Windmesssystem und der Wetterstation allgemein halten wir Sie hier natürlich weiterhin auf dem Laufenden.

 

 


 

 

Hurrikan “Ivan” im Satellitenfilm

 

[09.09. - 18.09.2004]

 

IvanSS2Mindestens 70 Menschen vielen ihm zum Opfer, 33 davon in den USA und allein 14 im Bundesstaat Florida. Er selbst, die ihn begleitenden Tornados und verheerende Überschwemmungen hatten Häuser in Trümmer gelegt und Straßen überflutet. Laut Behörden gehen die Schäden in Milliarden-Höhe. Hunderttausende Haushalte im Süden der USA waren ohne Strom. Eine fürchterliche Bilanz, die der Hurrikan "Ivan" in der vergangenen Woche gleich in mehreren US-Staaten hinterließ.

 

Mit einem einfachen Mausklick auf nebenstehendes Bild (Ansicht von Ivan aus der Raumstation ISS2) können Sie hier per Satellitenfilm (Quelle: www.wetter.com) noch einmal "Ivan´s" Zugbahn zwischen dem 9. und dem 18. September verfolgen, in das Auge des Hurrikans blicken und ihn am Ende auf den Atlantik hinausziehen sehen. Als ganz normales Tiefdruckgebiet ist er mittlerweile bei uns in Europa angekommen und wird sich hier schließlich auflösen.

 

(Quelle sonstige Fotos: Beiträge im Forum von www.wetterzentrale.de)

 

Nahaufnahme

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Gewaltiger Böenkragen überquert Mettingen

 

[17. Juli 2004]

 

Ein prächtig ausgeprägter Böenkragen hat in den Abendstunden des 17. Juli auf der Vorderseite eines gewaltigen, von den Niederlanden heranziehenden Gewitter- und Unwetterkomplexes Mettingen überquert. Ein sehr beeindruckendes, in der Regel aber auch äußerst gefährliches Naturschauspiel, welches die Mettinger zum letzten Mal am 6. Juni 1998 miterleben konnten. Die mit sehr hoher Geschwindigkeit heranrollende Wolkenwalze tauchte gegen 20.50 Uhr am äußersten westlichen Horizont auf, rollte um exakt 21.09 Uhr über die Wetterstation Mettingen-Schlickelde hinweg und setzte nachfolgend ihren Weg weiter nach Osten fort.

 

Direkt unter dem Rand des Böenkragens verzeichneten die Messgeräte der Wetterstation einen heftigen Luftdrucksprung von 1011,0 auf 1013,9 hPa in nur wenigen Minuten und Windböen der Stärke 6 bis 7! Wie durch ein Wunder blieb der Raum Mettingen-Schlickelde dieses Mal von nachfolgenden, in der Regel sehr heftigen Gewittern verschont, während in anderen Regionen NRW´s und Deutschlands örtlich erhebliche Schäden und Niederschlagsmengen von bis zu 60 Litern pro Quadratmeter verzeichnet wurden.

 

 

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(Vergrößerung der Bilder durch Anklicken)

 

 

Sehr schön zu verfolgen ist der Durchgang der Gewitterfront auch auf dem folgenden Radarfilm (Klick auf das Bild von 21,radar213030 Uhr) von "Wetteronline", der die Verteilung der Niederschlagsintensität (blau = leicht bis hellviolett = sehr stark) über Nordrhein-Westfalen am 17.07. zwischen 20 und 23 Uhr wiedergibt. Deutlich ist zu erkennen, wie in die anfangs nahezu geschlossene Starkregen-Linie ab etwa 21 Uhr größere Lücken reißen, die nachfolgend dafür sorgten, dass weite Teile des Kreises Steinfurt vom Starkregen verschont blieben. Erst gegen etwa 22 Uhr setzte auch über Mettingen nochmals Gewitteraktivität ein, die jedoch nur schwach bis mäßig ausfiel und zwischen 22 und 23 Uhr eine Niederschlagsmenge von lediglich 4,8 Liter pro m² brachte.

 

Im abgebildeten Diagramm können Sie außerdem den Temperatur- und Luftdruckverlauf vom 17. bzw. 18. Juli zwischen 15 und 1 Uhr an der Schlickelder Wetterstation verfolgen. Nach einer nachmittäglichen Höchsttemperatur von 29,8°C und einem kräftigen Temperatursturz während streifender aber nur wenig intensiver Gewitter zwischen 17 und 18 Uhr, kann man den Durchzug des Böenkragens um 21.09 Uhr sowohl in der Temperatur- als auch in der Luftdruckkurve deutlich erkennen. Während die Lufttemperatur ganz knapp vor der Wolkenwalze innerhalb ganz kurzer Zeit um 0,8 Grad nach oben springt, direkt unter ihr ihren Höchstwert erreicht und nach dem Durchzug rapide um bis zu 1 Grad pro 4 Minuten abstürzt, zeichnet sich in der Luftdruck-Aufzeichnung der bereits oben beschriebene, kräftige Sprung um 2,9 hPa ab. Auch in den Luftfeuchtedaten der Station ist der Böenfront-Durchgang durch einen schlagartigen Absturz um fast 15 % und nachfolgend sehr schnellem Anstieg gekennzeichnet.

 

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Größere Schadensmeldungen aus Mettingen und der näheren Umgebung lagen der Wetterstation Mettingen-Schlickelde bis zum Redaktionsschluss (18.07., 12 Uhr) noch nicht vor. Weitere spektakuläre Fotos der Böenfront vom 17.07.04 aus anderen Teilen Deutschlands können Sie hier auf der Webseite von Thomas Sävert bewundern.

 

 


 

Was ist ein Böenkragen?

 

[17. Juli 2004]

 

Ein Böenkragen (Böenwalze) ist eine langgestreckte, finster anmutende Wolkenwalze mit horizontaler Rotationsachse, die sich vor anrückender Kaltluft ausbildet und mit heftigen Sturm- oder Orkanböen deren Ankunft verkündet.

 

Böenkragen entstehen häufig in den äußeren Randgebieten riesiger Gewitterzellen, die aus zahlreichen kleineren Gewittern zusammenwachsen und Durchmesser von mehreren 100 Kilometern erreichen können (sogenannte "Mesoskalige konvektive Komplexe" (MCC)). Während diese gewaltigen Unwetterkomplexe tagsüber (starke Sonneneinstrahlung, labile Temperaturschichtung) durch sehr starke Aufwinde in bis zu 10 Kilometer Höhe und mehr wachsen, lässt diese Energieversorgung bei beginnender abendlicher Abkühlung am Boden dann allmählich nach. Die Folge ist ein allmählicher Zusammenbruch der starken Aufwinde innerhalb der Wolke. Die extrem kalte und wegen ihrer höheren Dichte wesentlich schwerere Luft in den oberen Stockwerken der Gewitterwolke kann sich dort nicht mehr halten und stürzt im Endstadium mit sehr hoher Geschwindigkeit aus mehreren Kilometern Höhe aus dem zusammenfallenden Gewitterturm in die Tiefe.

 

Beim Auftreffen dieser, nicht selten Orkanstärke erreichenden "Fallböen" auf die Erdoberfläche, muss die "abstürzende" Kaltluft zwangsläufig zur Seite hin ausweichen und bildet an ihrer vordersten und ringförmig um die gesamte Gewitterzelle herum verlaufenden Front durch erneute Hebung und Kondensation schließlich die häufig rotierende Böenwalze aus. Da die Kaltluft hinter der Böenwalze dichter und damit auch schwerer ist als die vorhergehende, wärmere Luftmasse, macht sich der Durchgang dieser Böenfront am Barometer durch einen mehr oder weniger kräftigen Luftdruckanstieg bemerkbar.

 

GRAFIK

 

[Abb.: "Meteosatbilder und ihre Interpretation" / Institut für Meteorologie der FU Berlin]

 

 


 

 

2004 - Das Jahr ohne Sommer?

 

[11. Juli 2004]

 

GRILL04Der bisherige Sommer 2004: Graue Herbststimmung, windiges Aprilwetter, viel zu kalt und viel zu nass! Sie mehren sich in den letzten Wochen, die jammernden und klagenden Stimmen. Nach dem Jahrhundertsommer im vergangenen Jahr nun der totale Absturz in eine kalte und nasse Sommerkatastrophe. Aber stimmt das wirklich?Das nebenstehende Bild vom 09. Juli 2004 läßt es eigentlich erwarten.

 

Blättern wir mal ein wenig in den Statistiken der Wetterstation Mettingen-Schlickelde und schauen uns dazu die nackten und objektiven Zahlen an. In den abgebildeten Diagrammen sehen Sie eine Auflistung der mittleren Höchsttemperaturen, berechnet für den Zeitabschnitt zwischen dem 1. Juni und dem 9. Juli der Jahre 1991 bis 2003 (Säulendiagramm) bzw. eine Gegenüberstellung vom Temperaturverlauf des bisherigen Sommers 2004 und des gemittelten Höchsttemperaturverlaufs in den Jahren 1991 bis 2003, ebenfalls berechnet für den Zeitraum vom 1. Juni bis zum 9. Juli (Kurvendiagramm).

 

Anhand des Säulendiagramms sieht man deutlich, dass sich der bisherige Sommer 2004, was allein die Tageshöchsttemperaturen angeht, zwar unter den kühleren Exemplaren der vergangenen 13 Jahre einreiht, dennoch aber absolut keinen völligen Ausreißer darstellt. Mit einer durchschnittlichen Höchsttemperatur von 21,1°C liegen die ersten 39 Tage dieses Sommersmomentan um 1,1 Grad unter dem dreizehnjährigen Mittelwert von 22,2°C der Jahre 1991 bis 2003.

 

mittht2004

 

Was die bisherigen Niederschlagsmengen angeht, lässt sich sagen, dass der erste Monat dieses Sommers 2004, der Juni, mit einer Gesamtsumme von 52,6 Litern pro Quadratmeter nur etwa 78 Prozent des Normalwertes von 67,2 Litern erreichte. Zwar sorgten zahlreiche, teils kräftige Regenschauer und Gewitter besonders in der zweiten Junihälfte für den subjektiven Eindruck eines viel zu nassen Sommermonats, doch trugen diese Niederschlagsereignisse wegen ihrer meist nur sehr kurzen Dauer nur wenig zur Steigerung der Gesamtmenge bei. Was der Juli, in unserer Region der niederschlagsreichste Monat des Jahres, noch zu bringen vermag, bleibt abzuwarten.

 

Fazit: Vorsicht bei der subjektiven und rein persönlichen Beurteilung ist immer angebracht! Es sind die Eindrücke aus dem Ausnahmesommer 2003, die uns noch in Erinnerung sind und eine wirklich objektive Einschätzung des bisherigen Sommerverlaufs erheblich erschweren. Nachdem erst knapp die Hälfte des Sommers vorüber ist, bestehen noch ausreichende Chancen auf eine Wende zu freundlicherem und wärmerem Sommerwetter. Und vielleicht tröstet ja ein wenig die Gewissheit, dass auch der Supersommer im vergangenen Jahr seinen wirklichen Durchbruch erst in der zweiten Juli- und der ersten Augusthälfte erlebte.

 

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