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Blitzeinschlag zerstörte Eiche

 

[28. Juli / 02. August 2005]

 

EICHE2Als Folge eines Blitzeinschlages in den späten Abendstunden des 28. Juli und den damit einhergehenden Schäden, musste am 29. Juli eine einzeln stehende Eiche direkt an der Schlickelder Wöstenstraße (gegenüber vom Hof Tenberg) gefällt werden.

 

Wie Zeitmessungen  und genauere Auswertungen des Beobachtungsmaterials der Wetterstation Mettingen-Schlickelde ergaben, fand am 28.07. während durchziehender, teils kräftiger Gewitter exakt um 23.33 Uhr etwa 500 bis 800 Meter südsüdwestlich der Station ein Blitzeinschlag statt, der selbst an der Station noch als heftiger Knall wahrgenommen wurde und von dort aus auch teilweise auf Video dokumentiert werden konnte. Mit größter Wahrscheinlichkeit war es genau dieser Blitz um Punkt 23.33 Uhr, der die besagte Eiche traf.

 

 


 

Über 2,1 Milliarden Liter Regenwasser in 18 Stunden

 

[01. August 2005]

 

Nicht Bindfäden sondern eher Stahlseile regnete es am 29. und 30. Juli während mehrerer, kräftiger Gewitter auf das Tüöttendorf herab. Sage und schreibe 52,2 Liter Regenwasser gingen zwischen 16 Uhr am 29. und 10 Uhr am 30. Juli innerhalb von nur 18 Stunden auf den Schlickelder Durchschnittsquadratmeter nieder. Durchschnittlich hochgerechnet auf das gesamte Mettinger Gemeindegebiet (40,61 Quadratkilometer) entspricht dies einer atemberaubenden Menge von 2,1 Milliarden Litern. Eine Wassermenge, mit der man das Mettinger Regenrückhaltebecken bequem 210 mal hätte füllen können. Zu beachten ist jedoch, dass die Niederschlagsmengen im Bereich des Mettinger Ortskerns, wegen der größeren Nähe zum Intensitätszentrum der Gewitterzelle, vermutlich noch deutlich höher gewesen sein dürften als die hier zugrunde gelegten Daten an der Meßstelle in Schlickelde!

 

Eine erste, heftige Gewitterzelle suchte mit ihrem Zentrum bereits in den Nachmittagsstunden des 29.07. die Deut0400MESZNachbarstadt Ibbenbüren mit erheblichen Überflutungen heim und streifte mit einer Niederschlagsmenge von immerhin noch 19,6 Litern pro m² zwischen 16.30 und 17.50 Uhr am Rande auch noch das Tüöttendorf.

 

Während vielerorts nachfolgend weitere Starkregenfälle niedergingen, kehrte in Mettingen zunächst für viele Stunden wieder schwülwarm gespannte Ruhe ein.

 

Erst in der Nacht auf den 30.07. gelangten wir nach Mitternacht dann allmählich genau in die Zugbahn gewaltiger Unwetterkomplexe, die sich mit mehreren hundert Kilometern Durchmesser tagsüber über Frankreich und Südwestdeutschland gebildet hatten und nun Richtung Nordosten zogen. Nach zunächst nur unbedeutenden, leichten Regenfällen setzte um etwa 03.15 Uhr in den frühen Morgenstunden, begleitet von starken Windböen, heftiger Starkregen ein, dessen hohe Intensität ungewöhnlich lange anhielt.

 

Allein in den zwanzig Minuten zwischen 03.18 und 03.38 Uhr registrierten die Schlickelder Messgeräte eine Niederschlagsmenge von 19,4 Litern pro m², mit einem Intensitätsmaximum von 1,9 Litern pro Minute um 03.26 Uhr. Das entspricht einer unglaublichen Regenrate von immerhin 114 Litern pro Stunde!

 

NRW1715MESZNach 03.30 Uhr ließ die Stärke der Regenfälle, die von Gewitteraktivität besonders im Westen und Nordwesten begleitet wurden, jedoch rasch nach, hielten auf sehr schwachem Niveau jedoch noch bis 05.15 Uhr in den frühen Morgenstunden an.

 

Es war mit 52,2 Litern/m² die zweithöchste 24 Stunden-Niederschlagsmenge, die in Mettingen-Schlickelde in den letzten zehn Jahren (Aufzeichnungsbeginn: Januar 1995) registriert worden war, auch wenn Vergleiche mit früheren Messungen wegen der diesmaligen Aufspaltung der Menge auf zwei verschiedene Tage (29. und 30.07.) etwas schwierig sind.

 

Ebenso schwierig sind nun in der Phase der sogenannten "Hundstage" auch Vorhersagen zum weiteren Verlauf des Sommers 2005. Denn: "Hundstage hell und klar, deuten auf ein gutes Jahr. Doch werden Regen sie bereiten, kommen nicht die besten Zeiten."

 

Das nachfolgend abgebildete Diagramm informiert Sie schließlich noch über den zeitlichen Niederschlagsverlauf an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde. Angegeben sind hier die einzelnen Stundensummen.

 
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Foto aus Schlickelde in Broschüre der "Deutschen Rück"

[10. Juni 2005]

 

Der eine oder andere treue Besucher dieser Internetseite wird sich vielleicht noch an die beeindruckenden Bilder des bizarren Böenkragens erinnern, der in den Abendstunden des 17. Juli 2004 über Mettingen hinweggerollt war und damals für so manchen staunenden Blick gen Himmel gesorgt hatte. Den zugehörigen Bericht finden Sie hier in der Rubrik "Aktuell" unter "Juli - Dezember 2004". Eines der Bilder wurde nun in einer aktuellen Informationsbroschüre der "Deutschen Rückversicherung" in Düsseldorf abgedruckt, die sich mit sämtlichen Sturm- und Unwetterereignissen der Jahre 1997 bis 2004 beschäftigt. Den Download der sehr lesenswerten und ausführlichen Publikation finden Sie auf der Homepage der "Deutschen Rück" unter www.deutscherueck.de.

 

 


 

 

Sandsturm nördlich von Mettingen

 

[03. Juni 2005]

 

An der Vorderseite einer kräftigen Kaltfront, die am Abend des 3. Juni mit örtlich heftigen Unwettern Deutschland von West nach Ost überquerte, bildete sich über dem äußersten Norden des Kreises Steinfurt bzw. dem angrenzenden Niedersachsen eine recht kräftige Böenfront aus, die mit heftigen Fallböen einen weithin sichtbaren Sandsturm vor sich her schob. Das abgebildete Foto wurde um 19.35 Uhr von Schlickelde aus mit Blickrichtung Nordnordwest aufgenommen.

 

030605ARecht deutlich sieht man darauf den nur schwach ausgeprägten Böenkragen an der oberen Vorderseite der sehr schnell einbrechenden Kaltluft und eine rötlich-braune Wolke aus empor gerissenem Sand und trockenem Erdboden darunter. Laut Fotos muss man davon ausgehen, dass dabei erhebliche Mengen an Staub und Sand bis in Höhen von etwa ein bis zwei Kilometern hinaufgewirbelt worden sein müssen.

 

Im weiteren Verlauf zog die Böenfront und damit auch der Sandsturm dann schließlich nördlich an Schlickelde vorbei Richtung Osten weiter. Gottlob ohne heftigere Wettererscheinungen brach gleichzeitig dann auch in Schlickelde die Kaltluft ein, sorgte für einen sehr markanten Temperatursturz von 10 Grad innerhalb von 60 Minuten (zeitweise -1,9 Grad pro 2 Minuten!), einen Luftdrucksprung von 4,6 hPa, Spitzenböen bis 56,9 km/h (Windstärke 7), aber nur 0,6 mm Niederschlag in einem kurzen rückseitigen Regenschauer. Ein Video der Böenfront und des Sandsturms finden Sie hier.

 

Etwas anders gestaltete sich der Luftmassenwechsel dagegen z.B. im Raum Emsbüren zwischen Rheine und Nordhorn. Wie Kollegen von "Skywarn Niedersachsen" berichteten, wurden dort Sturmschäden an der Schwelle zur Orkanstärke beobachtet. Mülltonnen waren umhergewirbelt worden, einige Birken stark umgebogen (Druckschäden) und einzelne sogar abgeknickt. Auch ein Sandsturm konnte dokumentiert werden. Nach Uhrzeit und Zugrichtung zu urteilen, dürfte es sich dabei um dieselbe Böenfront gehandelt haben, die wenig später von Schlickelde aus beobachtet wurde. Im Laufe des nachfolgenden 4. Juni tauchten dann sogar einzelne Augenzeugenmeldungen auf, die von einem Tornado berichteten, der um etwa 19.10 Uhr in den Emsbürener Ortsteilen Leschede, Helschen und Hesselte innerhalb von Sekunden Bäume entwurzelt und Dächer abgedeckt haben soll. Diese inoffiziellen Meldungen, die allerdings noch mit großer Vorsicht zu behandeln sind, werden derzeit von entsprechenden Experten genauer geprüft. Näheres dazu erfahren Sie dann gegebenenfalls hier auf der Stationsseite.

 

 


 

 

Neues Messgerät in Betrieb genommen

 

[01. Juni 2005]

 

Pünktlich zum Start in den meteorologischen Sommer 2005 ist am 1. Juni an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde ein neues Präzisionsgerät zur genaueren Messung der relativen Luftfeuchtigkeit in Betrieb genommen worden. Nach einer kurzen Testphase, in der der elektronische Messwertgeber mit Eichnormalen und Referenzgeräten auf seine Genauigkeit, sein dynamisches Verhalten und seine Reaktionsfähigkeit unter Freilandbedingungen hin überprüft wird, wird das Gerät voraussichtlich ab dem 5. Juni im Routinebetrieb eingesetzt werden.

 

Bei dem Luftfeuchtemessgerät handelt es sich um einen kapazitiven Hygro-Thermogeber vom Typ "HMP 35A" des finnischen Herstellers "Vaisala", dessen leicht abgewandelter Nachfolger an allen Klimastationen des Deutschen Wetterdienstes eingesetzt wird. Das Gerät selbst besteht im Wesentlichen aus dem eigentlichen Sensor, einem Kondensator, der seine Kapazität als Funktion der Feuchte ändert, und der Elektronik, die mit Hilfe eines Oszillators die Kapazität in eine dazu analoge Ausgangsspannung umformt, die über den Anschluss an den Datalogger der Schlickelder Station kontinuierlich registriert werden kann. Der als Sensor dienende, winzige Kondensator ist dabei mit einem organischen Polymer als Dielektrikum ausgestattet, welches je nach äußerer Luftfeuchte über Diffusion Wassermoleküle aufnimmt oder abgibt, und so mit der Umgebungsluft im ständigen Gleichgewicht steht. Je nach Gehalt an Wassermolekülen im Polymer ändert sich jedoch die relative Dielektrizitätskonstante des Kondensators und damit über die nachgeschaltete Elektronik auch die Ausgangsspannung des Gerätes. Die sehr kleinen Abmessungen des Sensorelementes von etwa 4 x 4 x 0,2mm führen zu einer geringen Trägheit, die zeitlich hochaufgelöste Feuchtemessungen erlauben. Zum Schutz vor Verschmutzung und mechanischer Beschädigung ist das sehr empfindliche Messelement mit einer Filter-Schutzkappe abgedeckt.

 

Vom 20. bis zum 30. Mai wurde der Messwertgeber in den Labors des finnischen "Vaisala"-Werkes exakt justiert und nachfolgend auf seine Genauigkeit überprüft. Die Ergebnisse lassen sich laut Kalibrierzertifikat wie folgt angeben:

 

Relative Luftfeuchte             Abweich. Hygrogeber
 

 0,6 %                                    + 0,3 %

25,3 %                                    + 0,6 %

50,0 %                                     - 0,3 %

75,1 %                                    + 0,2 %

90,0 %                                    + 1,1 %

 

VAISAL

Neuer Hygrogeber (oben) und Pt100-Temperaturgeber (unten) in der Klimahütte

 

 

Mit der Inbetriebnahme am 5. Juni wird der neue kapazitive Hygro-Thermogeber nun die Feuchtemessungen des alten, mechanischen Haarhygrographen in der großen Klimahütte ablösen, da sich dessen Messwerte nur sehr schwierig zeitgenau auswerten lassen und zudem auch deutlich größere Messfehler aufweisen. Zu Demonstrations- und Vergleichszwecken bleibt das Gerät jedoch auch weiterhin in der Klimahütte in Betrieb.

 

 


 

 

Mai 2005 mit neuem Hitzerekord

 

[28. Mai 2005]

 

Nachdem bereits am 26. und 27. Mai mit hochsommerlichen Höchsttemperaturen von 30,4 bzw. 30,8°C die ersten beiden "Heißen Tage" (mindestens 30,0°C) dieses Jahres in Mettingen-Schlickelde registriert werden konnten, legte der nachfolgende dritte Tag nochmals eine Stufe zu. Mit einem absoluten Maximum von sage und schreibe 32,3°C sicherte sich der 28. Mai den Titel des heißesten Schlickelder Maitages seit Beginn durchgehender Höchsttemperatur-Aufzeichnungen im Jahr 1992. Der alte Rekord von 31°C, der sowohl am 15.05.1992 als auch am selben Tag des Jahres 2000 erreicht worden war, wurde damit nun um mehr als ein Grad übertroffen.

 

Sehr markant auch der zeitliche Temperaturverlauf am 28. Mai 2005: Nach einem lauen nächtlichen Tiefstwert von 17,9°C wurden morgens um 5 Uhr schon wieder 22°C, um 10 Uhr fast 28°C gemessen und bereits um 11.44 Uhr durchbrachen wir wieder die 30°C-Mauer. Nach dem frühen Erreichen des Höchstwertes um 13.44 Uhr gings dann allerdings bereits wieder langsam bergab, obwohl eine Abkühlung zu dieser Jahreszeit gewöhnlich erst am späten Nachmittag einsetzt. Der Grund: Eine ganz schwache und praktisch "unsichtbare" Kaltfront, markiert lediglich durch einige nachmittägliche und abendliche Wolkenfelder, hatte uns gestreift und führte nun nach einem Windsprung von Süd auf West etwas kühlere Luft zu uns. Sehr markant fiel der Durchgang dieser "Geister-Kaltfront" beispielsweise im Gebiet Bremerhafen/Nordholz aus, wo die Temperatur von schweißtreibenden 31,6°C innerhalb von vier Stunden auf nur noch frühlingshafte 20,8°C abstürzte. Dramatische Abkühlung z.B. auch am Leuchtturm "Alte Weser" mit   -11 Grad in nur 2 Stunden!

 

Wer in der folgenden Nacht auf den 29. Mai dann noch längere Zeit draußen saß, konnte diesen Luftmassenwechsel durchaus auch in Schlickelde spüren. So wurden um 6 Uhr am nächsten Morgen nur noch kühle 12,5°C gemessen, während die Messgeräte genau 24 Stunden zuvor noch sage und schreibe 22,2°C angezeigt hatten!

 

 


 

 

Tornado ohne Bodenkontakt über Rothertshausen

 

[22. Mai 2005]

 

Nachdem zunächst noch einige Zweifel bestanden hatten, ist es nun endgültige Gewissheit: Am 10. Mai 2005 entstand am Rande eines sich rasch verstärkenden und an der Nordgrenze des Kreises Steinfurt entlang Richtung Südosten ziehenden Gewitters gegen 17 Uhr im Bereich Rothertshausen/Vinter Moor, etwa 4 bis 6 Kilometer nördlich der Wetterstation Mettingen-Schlickelde, eine sogenannte "Funnelcloud", also ein Tornado ohne Bodenkontakt.

 

Da der Wolkenschlauch des Wirbelsturms am Unterrand der Gewitterwolke in großer Höhe rotierte und während des gesamten Beobachtungszeitraums sehr kurz blieb, 10.05.200502bemerkte man am Boden von dem seltenen Ereignis praktisch nichts und blieb von größeren Sturmschäden gottlob verschont. Aufgrund fehlender Schadensereignisse wurden auch die Lokalmedien nicht auf das Ereignis aufmerksam.

 

Auf dem Amateurvideo der Wetterstation Mettingen-Schlickelde können Sie nochmals Ausschnitte aus dem Lebenslauf der "Funnelcloud" im Zeitraum zwischen 17.05 und 17.16 mitverfolgen. Der Blick ist dabei zunächst nach Norden, im weiteren Verlauf zunehmend nach Nordosten gerichtet. Deutlich ist zu sehen, wie sich der rotierende Wolkentrichter unter ständiger Veränderung über einen erstaunlich langen Zeitraum immer wieder neu ausbildet und sich zeitweise sogar in zwei eigenständige Wirbel aufteilt, bevor nach 17.15 Uhr dann ein baldiger Zerfall einsetzte. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle auch nochmals an Sven Lüke von "Skywarn Niedersachsen" (www.skywarn-niedersachsen.de), der mir bei der Internetumsetzung des Videos sehr weitergeholfen hat!

 

Erst vor knapp einem Jahr, am 4. Juni 2004, hatte ein starker F1-Tornado in demselben Gebiet vier ausgewachsene Eichen entwurzelt und wie durch ein Wunder menschliche Siedlungen in der Nähe verschont. Statistisch gemittelt muss im Osnabrücker Land sowie im angrenzenden Kreis Steinfurt mit 0,9 Tornados pro Jahr gerechnet werden, was dem höchsten Wert im gesamten Bundesgebiet entspricht.

 

 


 

 

Erneut Tornadobildung im Raum Recke / Rothertshausen

 

[10. Mai 2005]

 

Funnel100505kleinNachdem vor fast einem Jahr, am 4. Juni 2004, ein Tornado der Kategorie F1 (118 bis 180 km/h) knapp östlich von Recke vier ausgewachsene Eichen entwurzelt und wie durch ein Wunder keine weiteren Schäden verursacht hatte, verdichten sich nun die Hinweise, dass in den frühen Abendstunden des 10. Mai 2005 etwa über demselben Gebiet erneut eine Tornadobildung stattfand.

 

Am rückseitigen Rand einer kleinen Gewitterzelle, die sich auf ihrem Weg Richtung Südosten etwa zwischen Recke und Weese deutlich verstärkte und wenig später über Rothertshausen Radarechos der zweithöchsten Intensitätsstufe (sehr stark) produzierte, konnte von der Wetterstation Mettingen- Schlickelde aus zwischen 17.00 und 17.16 Uhr eine schlauchförmige und ungewöhnlich stabile Wolkenformation am unteren Wolkenrand beobachtet werden. Nach jetzigem Kenntnisstand dürfte es sich dabei um eine sogenannte "Funnelcloud" (Trichterwolke), also einen Tornado ohne direkten Bodenkontakt, gehandelt haben. Das Ereignis konnte durchgehend auf Video dokumentiert werden, so dass nun in den nächsten Tagen anhand der Aufnahmen eine genauere Analyse erfolgt, die endgültig Klarheit bringen soll. Wir halten Sie hier auf der Homepage selbstverständlich auf dem Laufenden.

 

 


 

 

Kindergartengruppe besucht Wetterstation

 

[09. Mai 2005

 

GRUPPEDie Kinder der "Igelgruppe" des Sonnenschein-Kindergartens in Recke-Espel waren am Montagmorgen zusammen mit ihren drei Erziehern zu Besuch an der Wetterstation in Mettingen-Schlickelde. Trotz des ungemütlich nasskalten Aprilwetters hatte der Wettergott doch noch ein Einsehen, so dass bei der Begutachtung der Messgeräte schließlich sogar die Sonne schien.

 

Rechtzeitig vor dem nächsten kräftigen Schauer machten sich die kleinen Wetterfrösche dann wieder an den Rückweg zum Kindergarten, der dann allerdings doch nicht ganz trockenen Fußes wieder erreicht wurde.

 

 

 

 

 


 

 

Ein Maifeiertag wie aus dem Bilderbuch

 

[01. Mai 2005]

 

010505AEinen so prächtigen 1. Mai hatte es in Mettingen schon seit mindestens 10 Jahren nicht mehr gegeben!

 

Das jedenfalls ist das Ergebnis von Recherchen im Schlickelder Wetterarchiv, dessen Aufzeichnungen immerhin bis zum Januar 1995 zurückreichen. Von morgens bis abends schien die strahlende Frühlingssonne den unzähligen Maipilgern auf ihre Bollerwägen. Von einigen dünnen, hohen Cirrusschleiern, die nur gegen Abend dann dichter wurden und somit eine stärkere Abkühlung verhinderten, einmal abgesehen.

 

Doch damit noch nicht genug: Mit dem Überschreiten der 25°C-Marke um exakt 15.03 Uhr und 12 Sekunden wurde der 1. Mai außerdem zum ersten offiziellen Sommertag des Jahres 2005 befördert und bei einer nachmittäglichen Höchsttemperatur von sage und schreibe 27,3°C (5cm Messhöhe: 30,2°C) tat man gut daran, die mitgeführten Spirituosen einer ausreichenden Kühlung zu unterziehen.

 

So wurde es letztendlich nicht nur der sonnigste Maifeiertag seit mindestens 10 Jahren, sondern auch der wärmste 1. Mai seit Beginn der Höchsttemperatur-Aufzeichnungen im Jahr 1992, wobei der bisherige Rekord von 27,0°C aus dem Jahr 1993 nur knapp übertroffen wurde. Sehr beachtlich aber auch die kräftige Tageserwärmung von nicht weniger als 20,6 K in gut elf Stunden, nach einem morgendlichen Tiefstwert von nur 6,7°C (6,0°C in 5cm Messhöhe)! Mit Temperaturwerten bis 31°C wurde es vor allem in den südlicheren Teilen NRW´s zum Teil noch wärmer und Aachen erlebte beispielsweise den heißesten Maifeiertag seit 1896. Rekordverdächtig fiel in Schlickelde dann aber auch die folgende Nacht auf den 02.05. aus. Bei nur leichter, hoher Schleierbewölkung und kaum Wind sanken die Temperaturen zunächst auf noch immer ungewöhnlich laue 17,3°C, um nach Mitternacht durch den plötzlich deutlich zunehmenden Süd- bis Südwestwind dann wieder kräftig anzusteigen. Um 2 Uhr in der Nacht hätte man bei unglaublichen 22°C ohne die Gefahr gesundheitlicher Risiken, vom Maikäfer-Bombardement einmal abgesehen, bequem in Badehose draußen spazierengehen können.

 

 

 

Das Wetter am 1. Mai : So war es in den vergangenen Jahren:

 

 

1995: Morgens Nebel, dann sonnig. Mittags Schönwetter-Cumuli.

 

1996: Morgens erst hochnebelartig bedeckt, ab 11 Uhr dann heiter bis wolkig (Cumulus / Cumulus congestus / Altocumulus), abends dann Cirrus- und Cirrostratus-Fetzen und mittelhohe Wolken von Westen. Trocken.

 

1997: Bis nachmittags stark bewölkt bis heiter (Cumulus-Formen / Cirrus), dann weitere Auflockerungen und abends heiter (Stratocumulus / Cirrus / Cirrostratus). Trocken.

 

1998: Erst neblig und bedeckt, ab Mittag Auflockerungen. Nachmittags und abends heiter bis wolkenlos (Cirrocumulus / Altocumulus / Stratocumulus...). Trocken.

 

1999: Erst trübe und teils neblig. Mittags, nachmittags und abends heiter bis stark bewökt, abends auch klar. Teils auffällige, föhntypische Lenticularis-Wolken. Trocken.

 

2000: Bis nachmittags meist bedeckt, nur am frühen Nachmittag kurz auch etwas Sonne. Dann wieder durchgehend bedeckt.

 

2001: Bis mittags stark bewölkt bis bedeckt (stratusartig), dann zunehmend Sonne. Nachmittags und abends heiter, vorübergehend kurz wolkig (milchiger Himmel / Cirrostratus). Unangenehmer, frischer Wind.

 

2002: Nachts wahrscheinlich Regen. Am Morgen und vormittag überwiegend heiter, aber sehr windig. Ab 16 Uhr bedeckt. Um 16.05 Uhr kurzer, heftiger Schauer. Dann stark bewölkt mit Aufheiterungen. Gegen Abend Auflockerungen, Windstille und schönes Abendrot.

 

2003: Vormittags, mittags und zunächst nachmittags wechselnd stark bewölkt bis wolkig (typische Rückseitenbewölkung) und mäßiger bis frischer Wind. Ab etwa 15.30 Uhr dann Wolkenabnahme und vorübergehend heiter, wenig später aber schon wieder Wolkenaufzug und ein kurzer Regenschauer. Um etwa 16.40 Uhr dann relativ nah streifendes Gewitter mit heftigem Regen (1,0mm in 2min) und starken Böen. Nachfolgend auch abends bei wechselnder Bewölkung weitere Schauer. Am späten Abend aufklarend und nachts teils sternenklar.

 

2004: Morgens bei hohen Wolken und etwas Altocumulus noch heiter, dann durch Annäherung einer Gewitter- und Schauerlinie von Süden, Bewölkungsverdichtung und fast bedeckt oder bedeckt. Nachmittags zeitweise wieder etwas Sonne (meist stark bewölkt). Abends bedeckt oder fast bedeckt, zeitweise 2 bis 3 Tröpfchen. Erst gegen 1 Uhr leichter Regen. Überall im Umland, vor allem um Dülmen und in Niedersachsen, teils Schwere Unwetter mit Überschwemmungen und Hagel!

 

 


 

 

Eisschrank Schlickelde: -19,4°C

 

[04. März 2005]

 

DiagrammNachdem lang anhaltende und zeitweise recht kräftige Schneefälle am 2. März und in der Nacht auf den 3. März mit einer Schneehöhe von 8 Zentimetern für ein wahres Wintermärchen in Schlickelde gesorgt hatten, brachte die nachfolgende Nacht auf den 4. März rekordtaugliche Eisschrank-Temperaturen in die Mettinger Bauerschaft.

 

Während der 3. März tagsüber von einem monoton bedeckten Himmel, knappem Dauerfrost und nur geringen Temperaturschwankungen dominiert wurde, riss die Wolkendecke gegen 20 Uhr von Norden plötzlich auf und gab in der folgenden Nacht fast durchgehend den klaren Sternenhimmel frei. Da zusätzlich der Wind fast vollkommen einschlief und die praktisch unveränderte Schneedecke durch ihre starke Strahlungsreflexion tagsüber eine Erwärmung des Bodens verhindert hatte bzw. nachts wie eine Isolationsschicht zwischen dem milderen Boden (+0,7°C in 20cm Tiefe) und den darüberliegenden Luftschichten wirkte, konnte es innerhalb kurzer Zeit sehr stark auskühlen. Daran konnten auch zeitweilige Wolkenfelder (z.B. um 22 Uhr herum) nur vorübergehend etwas ändern (siehe Diagramm).

 

a_5cm-TemperaturSo fiel die Lufttemperatur in der Klimahütte in 2 Metern Messhöhe in den frühen Morgenstunden bis auf -15,5°C, in 5 Zentimetern Messhöhe über der Schneedecke (siehe Foto rechts) sogar bis auf einen Tiefkühltruhen-Wert von sage und schreibe -19,4°C. Nie zuvor wurde seit Aufzeichnungsbeginn in Schlickelde (August 1989) eine so tiefe März-Temperatur gemessen und der alte Rekord von -7°C, gemessen am 30. März 1993, damit gleich um 8,5 Grad unterboten!

 

Doch damit noch nicht genug: Mit einer 2 Meter-Temperatur von -15,5°C wurde Schlickelde am 4. März die Ehre zuteil, kältester Ort Nordrhein-Westfalens zu sein, etwa gleich auf mit Hopsten (-15°C). In der Messhöhe von 5 Zentimetern wurden wir allerdings von der Meteomedia-Station in Oerlinghausen (bei Bielefeld), an der -23°C gemessen worden waren, auf Platz zwei verwiesen. Weitere 5cm-Tiefstwerte (in ganzen °C): -19°C am Flughafen Münster/Osnabrück, -19°C in Rheine-Bentlage und -18°C in Hopsten.

 

Für einen absoluten Schlickelder Kälterekord reichten die -15,5°C allerdings bei weitem nicht: Am 2. Januar 1997 wurden in den frühen Morgenstunden eisige -22°C gemessen, wohlgemerkt in 2 Metern Höhe!

 

 


 

 

Verbessertes Tornado-Warnsystem in Deutschland

 

[25. Februar 2005]

 

TornadogefahrDeutschland1990 und 1995 in Hopsten, 1998 in Ibbenbüren, 2002 in Riesenbeck und 2004 in Recke:

 

Die Anzahl von Tornadosichtungen (nicht zwangsläufig auch von Tornadofällen) in unserer Region ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. Schaut man zusätzlich über die Grenzen des Steinfurter Landkreises hinaus in das nähere Umland, erweitert sich die Tornadoliste der Jahre 1997 bis 2004 um sage und schreibe 14 weitere Fälle aus den Städten bzw. Gemeinden Bissendorf, Belm, Bad Laer-Remsede, Hagen am TW, Bünde, Burlage, Stadtlohn bei Ahaus, Bohmte, Melle-Gerden, Melle-Riemsloh, Buer, Germen (Landkreis Borken), Gütersloh und Stuhr.

 

Mit durchschnittlich 0,9 Tornadosichtungen pro Jahr erreicht die Region östlich von Osnabrück, etwa zwischen Dümmer, Steinhuder Meer und Bielefeld sogar den absoluten Spitzenplatz im gesamten Bundesgebiet, wie man der Abbildung (Quelle: "TorDACH") entnehmen kann, die die durchschnittliche Anzahl der jährlichen Tornadosichtungen in Deutschland wiedergibt.

 

Auf einer meteorologischen Expertentagung im hessischen Langen wurde nun über die Verbesserung der extrem schwierigen Tornadowarnungen in Deutschland beraten:

 

 

Agenturmeldung, 25. Februar 2005:

 

Langen (AP). Weil Tornados auch in Deutschland ein erhebliches Risiko darstellen, sollen die Wetterwarnsysteme verbessert werden. Das ist das Ergebnis einer internationalen Expertentagung, die am Freitag im hessischen Langen zu Ende ging. Die auch Windhosen genannten Wirbelstürme sind in Deutschland zwar weniger häufig als in den USA, aber genauso gefährlich, wie Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD) sagte.

"Es ist wohl nur glücklichen Umständen zu verdanken, dass bei den letzten Tornados nur wenige Menschen verletzt und niemand getötet wurde", sagte Friedrich. Eine klimabedingte Zunahme von Tornados konnte den Wissenschaftlern zufolge aber bisher weder in Deutschland noch in den USA nachgewiesen werden.

Möglicherweise gibt es einen solchen Trend, der kann aber noch nicht mit einer Datenbasis belegt werden", sagte Nikolai Dotzek vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen. Zwar seien in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren viel mehr Tornados gemeldet worden als früher. Hinweise, dass die Zahl der Ereignisse zugenommen habe, gebe es aber nicht. Verantwortlich für die Zunahme der Meldungen seien vielmehr eine erhöhte Aufmerksamkeit der Medien sowie die verbesserten Kommunikationsmittel wie Handy und Internet. In Deutschland werden demnach derzeit jährlich 20 bis 30 Tornados verzeichnet. Die DLR will Dotzek zufolge erforschen, ob es einen Zusammenhang zwischen der Tornado-Häufigkeit und der Häufigkeit von Gewittern gibt.

Die Meteorologen definieren Tornados als Luftwirbel, der sowohl mit dem Boden als auch mit einer Gewitterwolke verbunden sind. Sie bewegen sich mit 40 bis 70 Stundenkilometern durchs Land und dauern meist nur wenige Minuten an. DWD-Experte Friedrich betonte, dass Tornados die "gefährlichste Wettererscheinung überhaupt" sind. In Extremfällen herrschen in den Wirbeln Windgeschwindigkeiten bis 500 Stundenkilometer.

Dotzek kündigte an, dass ein Expertennetzwerk in Deutschland, Österreich und der Schweiz die bestehenden Warnsysteme verbessern soll. Unter anderem soll mit dem TorDACH genannten Programm die Zahl der so genannten Tornado-Spotter erhöht werden. Während es in den USA bereits mehr als 100.000 solcher Tornadojäger gibt, seien es in Deutschland erst knapp 80, sagte Dotzek. Dabei soll etwa auf Feuerwehrleute und Polizisten zurückgegriffen werden.

 

 


 

 

Europa ächzt unter Eis und Schnee

 

[© dpa - Meldung vom 23.02.2005 13:59 Uhr]

 

Wien/Madrid - Wenige Tage vor dem meteorologischen Frühlingsanfang am 1. März will der Winter in Europa noch lange nicht weichen: Zwischen Hamburg und Madrid behinderten am Mittwoch erneut heftige Schneefälle und Eisglätte den Berufsverkehr, Flüge wurden gestrichen, Züge fuhren verspätet.

In Österreich starben drei Skifahrer aus Bayern unter einer Lawine. Auf Mallorca mussten Straßen wegen Schneeverwehungen gesperrt werden. Das schwere Lawinenunglück in Tirol hatte bereits am Dienstag sieben Menschen verschüttet. Nach Angaben der Polizei hatte die Gruppe das Schneebrett am Sulzkogel selbst ausgelöst. Drei Männer im Alter von 64 bis 69 Jahren konnten nicht mehr gerettet werden. In den Alpen herrscht vor allem in höheren Lagen große Lawinengefahr.

Schneefälle und Eisglätte führten am Mittwochmorgen in weiten Teilen Deutschlands zu vielen Unfällen. Vor allem im äußersten Norden sowie in Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg kamen Lastwagen ins Rutschen; mehrere Straßen waren blockiert. In Nordfriesland stellte der öffentliche Busverkehr den Betrieb ein. Schulen blieben geschlossen. Auch bei der Bahn wurde der Fahrplan vom Winterwetter kräftig durcheinander gewirbelt. Auf einigen Strecken kam es zu Verspätungen von bis zu einer Stunde.

Heftige Schneefälle lösten in weiten Teilen Nord- und Mittelspaniens ein Verkehrschaos aus. In der Region Kastilien/León waren am Mittwoch über 100 Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten, weil der Schnee viele Landstraßen unpassierbar gemacht hatte. Auch Madrid lag unter einer Schneedecke. Auf dem Flughafen der spanischen Hauptstadt wurden mehr als 25 Flüge abgesagt. Auf der Ferieninsel Mallorca hielt die ungewöhnliche Kälte an. Im Bergland wurden Temperaturen bis zu minus 4,2 Grad gemessen.

Schneefälle im Großraum Paris haben am Mittwoch auch den Verkehr an den Pariser Flughäfen fast lahm gelegt. In Orly war am Morgen nach Angaben der Flughafenverwaltung "alles blockiert". In Roissy/Charles de Gaulle konnten nur etwa 30 Prozent der Flüge abgefertigt werden. Dies verursachte stundenlange Wartezeiten. Auch auf den Autobahnen um die Hauptstadt kam es zu stundenlangen Verzögerungen mit insgesamt 400 Kilometern Stau. Beim Zusammenstoß eines Güterzuges mit einer Schneelawine in Montenegro ist der Lokführer ums Leben gekommen.

 

 


 

 

Wärmster Januartag seit mindestens 13 Jahren: 14,9°C

 

[10. Januar 2005]

 

Mit einem extrem milden Höchstwert von 14,9°C wurde heute an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde ein neuer, absoluter Temperaturrekord für den Monat Januar aufgestellt. Seit Aufzeichnungsbeginn der Schlickelder Höchsttemperaturen im Mai 1991 wurde noch nie zuvor im Januar eine so hohe Temperatur gemessen. Der alte Rekord von 14,2°C, die sowohl am 5. Januar 1999 als auch am 30. Januar 2002 erreicht worden waren, ist damit immerhin um 0,7 K übertroffen worden.

 

Für die Sensation des ersten definitionsgemäßen Frühlingstages 2005 mit mindestens 15,0°C hat es zumindest in Schlickelde dagegen ganz knapp nicht gereicht.

 

Möglich wurden diese äußerst ungewöhnlichen Temperaturen durch eine kräftige, südwestliche Strömung zwischen Hoch "Fridolin" über der Adria und Tief "Freddy" bei Schottland, die warme Luftmassen aus Richtung Frankreich und Spanien zu uns pumpten. Durch die recht hohen Windgeschwindigkeiten, die in Schlickelde immerhin bis zu 52,9 km/h (Windstärke 7, Steifer Wind) erreichten, hat die herangeführte Luft nur wenig Zeit sich auf ihrem Weg nach Norden abzukühlen und trifft mit immer noch recht hohen Werten bei uns ein. Zusätzlich brach nach zuvor meist wolkigem bis stark bewölktem Himmel gegen 14 Uhr auch noch die Sonne durch, was zu einer zusätzlichen deutlichen Erwärmung führte.

 

 


 

 

Orkan “Erwin” braust mit 86,4 km/h über Schlickelde hinweg

 

[08. Januar 2005]

 

Mit Windgeschwindigkeiten bis zu 181 km/h (Sylt) und einer traurigen Bilanz von 16 Todesopfern ist das Orkantief "Erwin" am Samstag über Nordeuropa hinweggefegt. Während es in England zu den schwersten Überschwemmungen seit etwa 40 Jahren kam und über eine halbe Million europäischer Haushalte ohne Strom waren, lag der Kreis Steinfurt wegen der nördlichen Zugbahn des Sturmwirbels nur am äußersten südlichen Rand des Starkwindfeldes. Dennoch wurden auch an den Wetterstationen in unserer Region verbreitet Sturmböen, örtlich sogar schwere Sturmböen gemessen. Spitzenreiter war Osnabrück mit 101 km/h, gefolgt vom Flughafen Münster/Osnabrück und Lingen mit je 97 km/h. Leicht abgeschlagen schon die Station in Rheine-Bentlage mit immerhin noch 83 km/h.

 

In Mettingen-Schlickelde wurde am Nachmittag während eines Rückseiten-Regenschauers um genau 14.09 Uhr eine Spitzenböe von 86,4 Kilometern pro Stunde (oberes Ende von Windstärke 9, Sturm) registriert. Nennenswerte Schäden wurden aus Mettingen bisher allerdings nicht bekannt.

 

28Am Anfang nur eine kleine Wellenstörung an der Frontalzone über dem Atlantik, beginnt sich die junge Zyklone etwa zwölf Stunden später über Irland "einzudrehen" und rast als ausgewachsener Orkanwirbel weiter in Richtung Südnorwegen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass das eigentliche Starkwindfeld eines solchen Orkantiefs gewöhnlich im Bereich zwischen etwa 180 und 400 Kilometern südlich des Zentrums entsteht. Dort kommen sich die Warmluft, die das Tiefzentrum durch Drehung gegen den Uhrzeigersinn bereits nördlich umrundet hat (Wolkenspirale), und die hinter der Kaltfront (Wolkenband schräg über Deutschland) angesaugte Kaltluft am nächsten.

 

Je stärker die Temperaturgegensätze zwischen beiden Luftmassen sind, desto heftiger bildet sich das Starkwindfeld aus. Außerdem addieren sich südlich des Sturmwirbels dessen Rotations- und Zuggeschwindigkeit, was die Windverhältnisse weiter verschärft. Auf dem Satellitenbild ist dieses Starkwindfeld etwa im Bereich Deutsche Nordseeküste/Dänemark (zwischen den beiden Wolkenbändern) zu vermuten. Die gemeldeten Windgeschwindigkeiten und Schäden scheinen dies zu bestätigen. Mettingen liegt jedoch deutlich weiter südlich und damit relativ weit außerhalb des Orkanfeldes.

 

 


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