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Neuer Stationsrekord: 89,3 km/h

 

[08. Dezember 2006]

 

Mit einer Spitzenböe von 89,3 km/h (Windstärke 10, Schwerer Sturm) wurde am Freitagabend um genau 20.06 Uhr  ein neuer Windgeschwindigkeitsrekord an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde aufgestellt. Seit der Errichtung des 10,9 Meter hohen, freistehenden Windmastes im September 2004 wurde in dem locker bebauten Wohngebiet, in dem die Station steht, noch nie eine so hohe Windgeschwindigkeit gemessen. Der alte Rekordwert betrug 86,4 km/h und stammte vom 08. Januar 2005. Grund für die schweren Sturmböen war das Orkantief "Vera", welches mit seinem Starkwindfeld über Westeuropa und Nordrhein-Westfalen hinwegzog. Erst im Laufe des Abends lies der Sturm spürbar nach. Über Schäden im Raum Mettingen wurde bis zum Freitagabend nichts bekannt.

 

 


 

 

Unwetter vom 26. Juli: Reanalyse jetzt online

 

[23. November 2006]

 

"Es war ein großer, aus Regenwasser und Massen von Blättern gebildeter Wirbel von etwa drei Metern Durchmesser. Ich konnte in diese "Röhre" hineinschauen und die herumwirbelnden Blätter und Regenschleier sehen. Ich hatte richtig Angst, dass uns unsere Hütte wegfliegt!"

 

Stundenlang blockierte Straßen, zerrissene Oberleitungen, unzählige entwurzelte oder abgebrochene Bäume, lokale Überflutungen. Bilder aus dem vergangenen Sommer, an die sich viele Mettinger und Recker sicherlich noch erinnern werden. Ein heftiges Unwetter trifft in den Abendstunden des 26. Juli mit Sturmböen und Starkregen den Raum Schlickelde/Espel, sorgt für örtlich erhebliche Schäden. Die Feuerwehren aus Mettingen und Recke sind stundenlang im Einsatz, einige Straßen zum Teil bis zum Mittag des folgenden Tages gesperrt. Schnell macht der Begriff "Windhose" in der betroffenen Bevölkerung die Runde. Doch war tatsächlich ein Tornado die Ursache für die verheerenden Schäden an jenem Juliabend?

 

Fragen, mit denen sich Andre Hergemöller in den Wochen nach dem Unwetter intensiv beschäftigte. Detailierte Schadensanalysen, Augenzeugenbefragungen, Fotodokumentationen: Einzelelemente, die er nun in einem ausführlichen Verlaufsbericht zu den Ereignissen vom 26. Juli zusammengefasst hat.

 

Der etwa 14-seitige Bericht (13,2 MB) ist hier abrufbar.

 


 

Zwei Funnelclouds: Bürger entgehen möglicher Tornadogefahr

 

[12. August 2006]

 

Vermutlich ohne es zu ahnen sind die Bewohner des Gebietes westlich und nordwestlich von Mettingen-Schlickelde am frühen Samstagabend möglicherweise nur durch meteorologisches Glück einem schweren Unwetter entgangen. Gleich zwei zeitlich und örtlich voneinander unabhängige Funnelclouds (rotierende Tornado-Vorstufe ohne Boden- kontakt) wurden um 18.16 bzw. ab 19.30 Uhr von der Wetterstation Mettingen-Schlickelde aus mit Blickrichtung  West bis später Nordwest, etwa über dem Dreieck Hörstel-Hopsten-Dreierwalde, beobachtet, fotografiert und auch gefilmt (Klicken Sie auf die Fotos, um die Videos im wmv-Format zu betrachten / Größe ca. 5-8 MB   / Zweiter Funnel im Zeitraffer). Während der erste, recht schmale aber schnell rotierende Wolkenschlauch um 18.16 Uhr (links, Video-Standbild) erst spät entdeckt wurde und sich somit wohl schon einige Zeit in der Auflösung befand, konnte die zweite, wesentlich beeindruckendere "Blindtrombe" von ihrer Entstehung aus einer sich absenkenden Wolkenbasis bis hin zur Auflösung durchgehend filmisch und fotografisch dokumentiert werden.

 

12.08.2006 (1)Aufgrund des gewaltigen Durchmessers am Unterrand der Wolkenbasis dürfte dieser zweite Wirbel, trotz langsamerer Rotation, ein deutliches Gefahrenpotential besessen haben. Hätte der Rotationskegel nur wenige hundert Meter weiter Richtung Erdboden herabgereicht, so wären dort mit einiger Wahrscheinlichkeit erhebliche Schäden verursacht worden.

 

Wichtig in diesem Zusammenhang: Der Bodenkontakt eines Tornados ist nicht zwangsläufig mit dem Bodenkontakt des sichtbaren Schlauches oder Trichters übereinstimmend. Besonders bei Tornados/Funnels, die eine sehr große Basisbreite am Unterrand der zugehörigen Wolke aufweisen, kann der eigentliche zerstörerische (durch fehlende Kondensation aber unsichtbare) Wirbel bereits längst Bodenkontakt erreicht haben, wenn optisch scheinbar noch gar keine Verbindung zwischen Wolke und Erdboden herrscht.

 

Da der erste Wolkenschlauch wie erwähnt erst im beginnenden Auflösungsstadium beobachtet werden konnte und selbst zu jenem Zeitpunkt noch bis fast zu einem Drittel Richtung Boden herabreichte, ist im Falle des Funnels von   18.16 Uhr nicht absolut sicher auszuschließen, dass zuvor nicht doch zumindest zeitweise ein Bodenkontakt geherrscht haben könnte. Sollte jemand Beobachtungen gemacht haben, die zusätzliche Erkenntnisse liefern könnten, so bitten wir um eine kurze Nachricht (siehe Rubrik "Tornados").

 

Funnel1208 (1)

12.08.2006 (2)

 

 


 

Nach dem Unwetter: Ermittlungen laufen

 

[27. Juli 2006]

 

009010Nach den schweren Unwettern vom Mittwochabend  (26.07.), die innerhalb eines recht großen Gebietes von Espel über Schlickelde bis hinein Richtung Bockraden für örtlich erhebliche Schäden gesorgt hatten, läuft nun die genaue Analyse und Verlaufrekonstruktion der Ereignisse auf Hochtouren. Neben Andre Hergemöller ("Wetterstation Mettingen-Schlickelde") und Ansgar Berling ("Skywarn Deutschland"), die bis in die frühen Nachmittagsstunden des 27. Juli sämtliche Schadensorte besichtigten und fotografisch sowie durch Augenzeugen-Befragungen dokumentierten, trafen am Vormittag auch Reporter-Teams vom "WDR-Fernsehen" und der "Bildzeitung" vor Ort ein.

 

Weiterhin gilt der Aufruf an die Bevölkerung des Raumes Schlickelde/Espel/Bockraden, sich bei etwaigen Beobachtungen, die bei der Reanalyse des Unwetterereignisses vom Mittwochabend hilfreich sein könnten, mit der Wetterstation in Verbindung zu setzen. Kontaktmöglichkeiten unter "Tornados" hier auf der Internetseite. Weitere Berichte folgen. Weitere Schadensfotos (Anklicken):

 

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Tornado über Schlickelde?

 

[27. Juli 2006]

 

Ein schweres Unwetter hat am Mittwochabend gegen 21 Uhr den Raum Mettingen getroffen und örtlich erhebliche Schäden verursacht. Nach allerersten Erkenntnissen ganz besonders betroffen: Der Raum Schlickelde/Espel, wo nur knapp westlich der Wetterstation Mettingen-Schlickelde in einer mindestens ein bis zwei Kilometer langen Schneise zwischen Espel und Schlickelde zahlreiche Bäume abgebrochen oder entwurzelt wurden. Bis in die Nacht hinein war die Feuerwehr mit mehreren Fahrzeugen im Einsatz, um umgestürzte Bäume zu beseitigen und Straßen abzusperren. Aufgrund abgerissener Oberleitungen im Bereich des Hofes "Tenberg" direkt an der Schlickelder Wöstenstraße blieben mehrere Haushalte am Abend ohne Strom. Ebenfalls erheblich betroffen: Der Schlickelder Friedhof, wo umgestürzte Bäume die Eingangspforte und Grabanlagen unter sich begruben.

 

Noch am selben Abend tauchte schnell das Gerücht auf, die Schäden seien möglicherweise von einem Tornado bzw. einer “Windhose” verursacht worden. In Zusammenarbeit mit weiteren erfahrenen Fachleuten laufen derzeit genauere Analysen an.

 

Wie schon im Verdachtsfall von Riesenbeck vor einiger Zeit (wir berichteten) rufen wir auch dieses Mal erneut die Bevölkerung des betroffenen Gebietes und mögliche Augenzeugen auf, die den Verdacht eines Tornados bestätigen oder wiederlegen könnten, sich mit dem Betreiber der Wetterstation, Andre Hergemöller, in Verbindung zu setzen. Jeder noch so unwichtig erscheinende Hinweis könnte von großer Bedeutung sein und den Fall am Ende aufklären. Entsprechende Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier auf der Internetseite unter "Tornados".

 

Ein ausführlicherer Bericht folgt hier auf der Stationsseite, sobald nähere Informationen bekannt sind.

 

 


 

Ein Rekord-Juli ohne Beispiel

 

[26. Juli 2006]

 

LuftspiegelungNicht nur weite Teile Deutschlands und Europas, sondern auch das Mettinger Land erlebt derzeit einen Rekord-Juli, wie er in der deutschen Klimageschichte schlussendlich wohl ohne Beispiel dastehen wird (Foto: "Fata Morgana" in Schlickelde: Hitze lässt Autos "schweben").

 

Bisherige Bilanz, fünf Tage vor Monatsende: 12 Tage mit einer Höchsttemperatur teils weit über 30,0°C, zehn davon seit dem 17. Juli in fast zusammenhängender Abfolge (Stand: 27.07.), die zweithöchste absolute Temperaturspitze in der Geschichte Schlickelder Klimamessungen mit 36,4°C am 19.07., nur ein einziger Tag mit einer Höchsttemperatur unterhalb der Sommertagsgrenze von 25,0°C, ein bisheriges Juli-Höchsttemperatur- mittel von 30°C und eine nahezu unglaubliche Temperaturabweichung vom klimatologischen Normalwert von über + 5,0 K.

 

Hinzu kommen örtlich gravierende Dürreschäden, verursacht durch eineinhalb Wochen lang vollkommen ausbleibende Niederschläge und eine bisherigen Monatssumme, die mit lediglich 28,0 Litern pro Quadratmeter bislang nur etwa 39 Prozent des üblicherweise zu erwartenden Juli-Gesamtbetrages einbrachte.

 

Aufgrund des vorhergehenden, ebenfalls deutlich zu warmen und zu trockenen Juni´s befindet sich somit auch der Sommer 2006 (01.06.-31.08.) insgesamt weiterhin auf Rekordkurs. Mit einem bisherigen Temperaturmittel von 19,6°C bis einschließlich zum 25. Juli übertrifft dieser bislang sogar den Jahrhundertsommer 2003 um 1,0 K. Direkte Vergleiche bleiben jedoch bis auf weiteres schwierig, da sich die größte Hitzewelle des Sommers 2003 erst im August eingestellt hatte und somit erst der weitere Witterungsverlauf im kommenden August endgültige Ergebnisse liefern wird.

 

 


 

36 Grad in Mettingen-Schlickelde

 

[19. Juli 2006]

 

heissMit einem Höchstwert von 35,9°C, gemessen nach den Richtlinien des Deutschen Wetterdienst (DWD) für offizielle Klimastationen, wurde am späten Mittwochnachmittag in Mettingen-Schlickelde der absolute Hitzerekord von 38,0°C vom 12. August 2003 nur um etwa zwei Grad verfehlt.

 

In der zweiten, künstlich ventilierten Thermometerhütte der Station, wie sie beispielsweise im "Meteomedia"-Messnetz des Meteorologen Jörg Kachelmann eingesetzt wird, wurde sogar ein Spitzenwert von 36,4°C (Foto: Die größte Temperaturanzeige der Welt am "Nagelmanns-Moor" in Schlickelde) erreicht.  Dies entspricht der zweithöchsten Lufttemperatur in der Geschichte Schlickelder Klimamessungen(Beginn Mai 1991).

 

Der Sommer 2006 ist bislang zielstrebig auf Rekordkurs. Mit einem bisherigen Temperaturmittel von 18,9°C zwischen dem 1. Juni und dem 18. Juli hat dieser inzwischen sogar den Jahrhundertsommer 2003, mit "nur" 18,5°C im selben Zeitraum, temperaturmäßig übertroffen. Ob dieser Vorsprung bis zum letzten meteorologischen Sommertag am 31. August hält, ist sehr fraglich und hängt in erster Linie vom Witterungsverlauf im August ab. Speziell hier drehte der Sommer 2003 nämlich so richtig auf und wurde mit sage und schreibe zwölf Tagen in Folge über 29°C extrem heiß.

 

 


 

 

Tornado bei Ibbenbüren?

 

[26. Juni 2006]

 

Nachdem in den Abendstunden des 25. Juni eine heftige Kaltfront mit vorderseitigem Böenkragen und nachfolgenden kräftigen Gewittern über die Mettinger Region hinweggezogen ist (wir berichteten), erreichte am folgenden Tag eine Augenzeugenmeldung über einen eventuellen Tornado im Bereich Ibbenbüren/Schafberg/Dickenberg die Wetterstation Mettingen-Schlickelde. Darin heißt es, dass "ca. um 21 Uhr ein Tornado/Funnel über Ibbenbüren gezogen sein soll. Er soll sehr unheimliche Geräusche gemacht haben." Informationen über Vegetationsschäden "gebe es aber bisher nicht". Die "Windhose soll aber von Ibbenbüren-Schafberg Richtung Dickenberg gezogen sein."

 

Daher an dieser Stelle der Aufruf: Sollten Sie an jenem Abend zur besagten Zeit Beobachtungen gemacht haben, die den obigen Verdachtsfall bestätigen oder auch wiederlegen könnten, so melden Sie sich bitte bei der Wetterstation Mettingen-Schlickelde. Jeder einzelne Hinweis kann von großer Wichtigkeit sein. Nähere Informationen zur Kontaktaufnahme finden Sie hier auf der Internetseite unter der Rubrik "Tornados".

 

(Anmerkung: Den ausführlichen Bericht zum Funnel/Tornado von Riesenbeck finden Sie hier)

 

 


 

Neuer Niederschlagsrekord

 

[25. Juni 2006]

 

Nk 1 An der Wetterstation Mettingen-Schlickelde wurde am späten Sonntagnachmittag während der Passage eines Starkregengewitters ein neuer absoluter Niederschlagsintensitäts - Rekord gemessen. Während des 26-minütigen Haupt-Gewitterregens, bei dem zwischen 16.48 und 17.14 Uhr insgesamt 25,5 Liter pro Quadratmeter vom Himmel stürzten, wurde um Punkt 17.03 Uhr eine Intensitätsspitze von 2,7 Litern pro Minute registriert! Das entspricht einer Stundenrate von 162 Litern pro Quadratmeter. Mit diesem Wert wurde der alte Niederschlagsrekord, gemessen am 21. Juli 2003 mit 2,4 Litern pro Minute, um 0,3 Liter übertroffen.

 

Die zugehörige Gewitterzelle hatte sich am Nachmittag des 25. Juni erst knapp südsüdwestlich von Mettingen gebildet und war im weiteren Verlauf nach Norden praktisch direkt über Schlickelde hinweggezogen. Wie Augenzeugen der Wetterstation Mettingen-Schlickelde mitteilten, waren im Bereich Ibbenbüren/Schierloh beispielsweise noch während des Aufbaus der Gewitterzelle nur wenige Regentropfen gefallen. Aus dem Raum Espel wurden dagegen bereits erste erbsengroße Hagelkörner gemeldet.

 

Wesentlich schlimmer traf es dagegen den Raum Bramsche / Neuenkirchen. Nach Augenzeugenberichten wurde im Bereich derselbenNk 2 Gewitterzelle, die kurz zuvor Mettingen überquert hatte, dort ein schwerer Hagelsturm mit Korndurchmessern von 3 bis 4 Zentimetern und erheblichen Schäden beobachtet. Aus Rieste, knapp südwestlich von Neuenkirchen im Landkreis Osnabrück, traf sogar eine Tornado-Verdachtsmeldung der örtlichen Feuerwehr ein, die sich nach derzeitigem Stand der Ermittlungen aber wohl eher nicht bestätigen dürfte. Auch in Neuenkirchen/OS selbst kam es wohl zu erheblichen Schäden: Nach ebenfalls noch unbestätigten Meldungen wurde dort das Dach eines Kindergartens abgedeckt.

 

Fotos oben und rechts von Sven Lüke, Neuenkirchen.

 

Am Abend wurde es dann auch nochmal über Mettingen turbulent, als um kurz vor 21 Uhr die spektakulären Wolkenformationen einer Böenfront mit nachfolgender erneuter Gewitteraktivität über die Region hinwegzog. Mit insgesamt 4,4 Litern pro Quadratmeter hielten sich die Niederschlagsmengen dieses Mal allerdings in Grenzen.

 

 

Bk 2

Bk 1

Rieste

 

 Die Unwetterfront über Schlickelde / Schäden in Rieste, nordöstlich von Bramsche (Quelle: Michael aus Bramsche)

 

 


 

Erster “Heißer Tag” des Jahres

 

[13. Juni 2006]

 

30CMit einer Tageshöchsttemperatur von 32,3°C wurde am 13. Juni zum ersten Mal in diesem Jahr in Mettingen-Schlickelde die magische 30°C-Mauer durchbrochen.

Damit ist dieser Tag der erste definitionsgemäße "Heiße Tag" des Jahres 2006 mit einem Maximum von 30°C oder mehr. Während der 12.06. mit einem nachmittäglichen Höchstwert von 29,3°C noch knapp unterhalb der 30°C-Marke blieb, sprang die Temperaturanzeige der großen Schlickelder Klimahütte am Folgetag bereits mittags um Punkt 12.52 Uhr und 56 Sekunden mitteleuropäischer Sommerzeit von 29,9 auf 30,0°C um.

 

 


 

Kältester Sommeranfang seit mindestens 15 Jahren

 

[02. Juni 2006]

 

Das nennt man wohl einen klassischen Fehlstart: Zunächst durchgehend bedeckt, erst ab Mittag einige Auflockerungen, dazu windig, zeitweise Regenschauer und vor allem grimmig kühl. Genau so fiel in diesem Jahr in Mettingen das Wetter am 1. Juni aus, dem Beginn des meteorologischen Sommers.

 

Doch damit noch nicht genug. Mit einer mageren Tageshöchsttemperatur von gerade einmal 12,4°C geht dieser Tag zudem als mit Abstand kältester Sommeranfang seit Aufzeichnungsbeginn der Höchsttemperaturen im Jahre 1991, also seit mindestens 15 Jahren, in die Schlickelder Statistiken ein. Auch im vergangenen Jahr war es mit maximal 16,8°C recht kühl, während der bisherige "Kälterekord" mit einem Tageshöchstwert von 16,0°C am 1. Juni 1991 gemessen worden war.

 

Über die vergangenen 15 Jahre gemittelt dürften wir an einem durchschnittlichen 01.06. dagegen durchaus einen Höchstwert von 21,2°C erwarten, während die Mettinger Sommerfans sich sicherlich gerne an den meteorologischen Sommeranfang 2003 zurückerinnern, der hochsommerliche 28,0°C zu bieten hatte und einen folgenden Jahrhundertsommer einläutete.

 

 


 

 

Tornadoverdacht bei Osnabrück nicht bestätigt

 

[26. Mai 2006]

 

06Die örtlich gravierenden Forst- und Vegetationsschäden, die im Rahmen der kräftigen Kaltfrontpassage und den damit verbundenen, teils unwetterartigen Gewittern am 20. Mai in Hagen am Teutoburger Wald bei Osnabrück verursacht worden waren (wir berichteten), sind nicht, wie zunächst noch vermutet, auf einen Tornado zurückzuführen. Dies ergab eine detailierte Schadensbegutachtung und Reanalyse, die zusammen mit dem Sturm- und Forstexperten Martin Hubrig aus Melle bereits einen Tag später direkt vor Ort durchgeführt wurde.

 

Aufgrund der deutlich divergenten Fallmuster (links nordöstlicher Ortseingang von Hagen: Ausgewachsene Lindenallee auf 150m Länge umgerissen), dürften die Zerstörungen vielmehr von einem Downburst stammen, in dem vermutlich bis zu vier Microbursts eingelagert waren. Downbursts sind starke Fallböen, in denen gewaltige Mengen durch Verdunstung oder Hagelschmelze deutlich kälterer und damit auch deutlich dichterer bzw. schwererer Luftmassen "wie ein Sack" aus kilometerhohen Gewitterwolken herabstürzen und praktisch senkrecht mit hoher Geschwindigkeit auf die Erdoberfläche "aufschlagen". Durch diese Barriere behindert, breitet sich die fallende Kaltluft vom Auftreffpunkt mehr oder weniger in alle horizontalen Richtungen aus und erzeugt somit das typisch divergente Schadensbild (Fallrichtungen umgestürzter Bäume gleichgerichtet bzw. auseinanderlaufend).

 

04Ein Tornado dagegen zeichnet sich, zumindest bei nicht allzu hoher Zuggeschwindigkeit des Wirbels, eher durch ein konvergentes (durch Sogwirkung zusammenlaufendes) Schadensbild und großräumigere Verfrachtungen von Trümmerteilen aus. Beides war in Hagen nicht nachzuweisen. Die grobe Fallrichtung war insgesamt von WSW nach ONO, entsprach also der allgemeinen Hauptwindrichtung zum Unglückszeitpunkt, wobei die maximalen Intensitäten laut Schadensbild im oberen T2 bzw. unteren T3-Bereich (nach der "Torro-Skala", entsprechend etwa 135 bis 160 km/h), jedenfalls ganz deutlich oberhalb der Orkanschwelle gelegen haben dürften.

 

Wie die Befragungen einiger Anwohner ergaben, ereignete sich der Downburst am 20. Mai etwa gegen 16.00 bis 16.05 Uhr MESZ im nordöstlichen Teil von Hagen, also etwa 25 bis 30 Minuten nach dem Eintreffen der Kaltfront in Mettingen-Schlickelde (siehe auch Bericht). Die Dauer des Ereignisses betrug dabei nicht mehr als fünf Minuten.

 

Während ein Augenzeuge von starkem Sturm, verbunden mit Platzregen und bis zu taubeneigroßen Hagelkörnern berichtete, erzählte uns eine andere Person (am Westrand von GM-Hütte), dass es zunächst ca. 1 Zentimeter großen Hagel und dann die Sturmböen gegeben habe. Das ganze sei sehr plötzlich passiert und die meisten Bäume seien bei einer starken Bö "einfach so" gefallen und oder gebrochen. Neben den Forstschäden im Nahbereich ihres Hauses seien außerdem in einer Hagener Wohnsiedlung, etwa ein bis zwei Kilometer entfernt, einige Häuserdächer teilweise abgedeckt worden sowie im Rahmen einer Hochzeitsfeier ein Festzelt zerstört worden. Vermutlich aufgrund rasch eingeleiteter Aufräumungsarbeiten war davon am Tag unseres Besuches allerdings nichts mehr zu entdecken.


 

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Möglicherweise Tornado südlich von Osnabrück

 

[21. Mai 2006]

 

Nachdem hier auf der Internetseite bereits gestern über den Durchzug einer heftigen Kaltfront berichtet wurde, die ganz besonders den Raum Osnabrück mit höchster Radarintensität überquert hatte, deuten nun erste Augenzeugenberichte aus der entsprechenden Region möglicherweise sogar auf die Bildung eines Tornados knapp südsüdwestlich von Osnabrück hin. Wie Berichten aus dem "Wetterzentrale-Forum" (Quelle: www.wetterzentrale.de/forum) zu entnehmen ist, berichten Augenzeugen aus dem Ort Hagen (etwa 9 Kilometer ostsüdöstlich von Tecklenburg) von einer "eventuellen Windhose". Kurz vor dem Ortseingang, von Osnabrück kommend, fehlten auf einer Strecke von etwa 100 bis 150 Metern sämtliche Bäume.

 

Nähere Informationen wurden zunächst noch nicht bekannt. Entsprechende Analysen und Ortsbesichtigungen laufen zur Zeit an. Über weitere Erkenntnisse halten wir Sie hier auf der Internetseite selbstverständlich auf dem laufenden.

 

 


 

 

Kräftige Kaltfront überquert Mettingen mit Starkregen

 

[20. Mai 2006]

 

FrontdurchgangMit starkem Regen, einem markanten Temperatursturz und Windböen der Stärke 7 ist am Samstagnachmittag die kräftige Kaltfront des Sturmtiefs "Gertrud", mit Zentrum über der Nordsee, über Mettingen hinweggebraust. Gegen 15.30 Uhr rollte die markante Wolkenwalze der Front mit ungewöhnlich hoher Geschwindigkeit vom westlichen Horizont heran und überquerte um Punkt 15.40 Uhr mit einer einminütigen Starkregenrate von 2,1 Litern pro m² (entspricht einer Stundenmenge von 126 Litern/m²!) die Wetterstation Mettingen-Schlickelde. Desweiteren registrierten die Messgeräte eine Spitzenböe von 58,0 km/h (Windstärke 7), einen Luftdrucksprung von +1,6 hPa innerhalb von 6 Minuten sowie einen Temperatursturz von 4,6 Grad in 4 Minuten (insgesamt 7,0 Grad). Insgesamt fiel während der Frontpassage zwischen 15.35 und 16.20 Uhr eine Gesamtniederschlagsmenge von 10,2 Litern pro Quadratmeter. Von örtlichem Hagelschlag sowie schweren Sturmböen, die aus zahlreichen Regionen Deutschlands gemeldet wurden, blieb Mettingen dagegen gottlob verschont.

 

 


 

 

“Eichen-Fall” vom Hof Garmann ist aufgeklärt

 

[14. Mai 2006]

 

WurzelstockWie hier auf der Webseite vor kurzem berichtet, sorgte ein mysteriöser "Sturmschaden" Anfang Mai in der Mettinger Nachbargemeinde Recke für großes Erstaunen. Eine ausgewachsene und äußerlich vollkommen gesund erscheinende Eiche mit etwa 80 Zentimetern Stammdurchmesser war in den Nachmittagsstunden des 4. Mai auf dem Hof Garmann umgestürzt und hatte Teile eines Gebäudes beschädigt. Da an jenem Tag weder besonders hohe Grundwindgeschwindigkeiten (max. 47,9 km/h in Schlickelde), noch bei dem vorherrschenden, sonnigen Wetter irgendwelche konvektiven Ereignisse (Gewitterböen, Tornado) beobachtet wurden, gab das Ereignis zunächst einige Rätsel auf.

 

Fachliche Analysen des vor Ort angefertigten Bildmaterials bestätigten nun wesentliche Teile des vor kurzem hier auf der Internetseite veröffentlichten Verdachts: Eine bereits deutlich fortgeschrittene Stockfäule im Innern des Eichenstammes trug letztendlich die Hauptschuld am Umstürzen des Baumes. Wie Diplom-Forstwirt und Sturmschaden-Experte Martin Hubrig aus Melle bei Osnabrück der Wetterstation Mettingen-Schlickelde mitteilte, sind bei einer solchen Schwächung der Baumstatik die eigentlichen Windgeschwindigkeiten schließlich nur noch von untergeordneter Bedeutung.

 

Martin Hubrig: "Die Bilder des Wurzelstockes dieser Eiche zeigen eine gravierende Stockfäule. Dieser Baum war damit statisch höchst instabil und es bedurfte sicher nicht einmal eines starken Sturmes, um diesen Baum zu fällen. Den Winter hat die Eiche offensichtlich nur deshalb überstanden, weil der Windwiderstand aufgrund des fehlenden Laubes deutlich geringer war. Vermutlich war der Fäuleerreger der Brandkrustenpilz, der eine rasch voranschreitende Moderfäule verursacht. Der Baum bleibt hierbei noch eine ganze Weile vital, obwohl das Holz schon stark zersetzt und damit ganz brüchig ist. Auf dem Bild mit der Person neben dem Wurzelstock (siehe Bericht vom 7. Mai) sieht man eine größere Stammverletzung am Stammfuß der Eiche. Vermutlich stellte diese die Eintrittspforte für den Pilz dar."

 

Auch das Ausbleiben weiterer nennenswerter Schäden im direkten Umfeld des Hofes dürften die Ergebnisse dieser Analyse bestätigen.

 

Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an Martin Hubrig, der maßgeblich an der Aufklärung dieses "Falles" beteiligt war.

 

 


 

 

Sandsturm in Mettingen

 

[07. Mai 2006]

 

SandsturmDurch die große Trockenheit in den letzten Tagen, die ebenfalls sehr trockene Luft (Messwerte unter 20 % relativer Feuchte in den Nachmittagsstunden) und den teils stürmischen Südost- bis Ostwind mit Spitzenböen bis zu 67 km/h (Windstärke 8) haben sich in Teilen des Mettinger Gemeindegebietes am Sonntagnachmittag in Form lokal begrenzter "Sandstürme" ganze Äcker ausgetrockneten Bodens auf "Wanderschaft" begeben. Zeitweise war die Sichtweite bis auf unter 100 Meter herabgesetzt. Das Foto wurde am Nachmittag des 07.05. um kurz nach 16 Uhr im Bereich Hagebröcker Weg / Lüntkewall aufgenommen.

 

Ebenfalls durch den starken bis stürmischen Ostwind und vermutlich eine zusätzliche "Kanalisierung" und somit Verstärkung der Luftströmung durch die benachbarte Bergehalde am Rudolfschacht (ca. 190 m ü. NN) war bereits am vergangenen Donnerstagnachmittag (4. Mai) im Bereich Buchholzer Feld (Gemeinde Recke) eine ausgewachsene Eiche mit etwa 80 Zentimetern Stammdurchmesser umgestürzt und hatte einen Gebäudeteil des Hofes Garmann unter sich begraben. Wie genauere Begutachtungen ergaben, wies der Stamm der Eiche im inneren Fußbereich allerdings bereits große morsche Bereiche auf, welche die Stabilität des Baumes, der äußerlich vollkommen intakt erschien, vermutlich bereits geschwächt haben dürfte.

 

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Klassenbesuch

 

[05. Mai 2006]

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Elf Schülerinnen und Schüler der Mettinger "Ernst-Klee-Schule" waren zusammen mit ihren Lehrern am 5. Mai zu Besuch an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde. Etwa eineinhalb Stunden lang erfuhren die Nachwuchs-Wetterfrösche, was beim Messen von Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Niederschlag alles zu beachten ist und was eine Wippe mit der Regenmenge zu tun hat. Bei strahlendem Frühlingswetter machte sich die Klasse anschließend wieder auf den Rückweg in ihre Schule.

 

 


 

 

Der 1. Mai

 

So sah er in den vergangenen Jahren aus

 

 

2005

 

010505a02Morgens und vormittags fast wolkenlos bis leicht bewölkt (schöne, geschwungene Cirren). Um 12 Uhr fast wolkenlos (abziehender Cirrus im Norden und Nordosten) und auch nachfolgend weiter fast wolkenlos.Ab etwa 14 Uhr wieder etwas mehr Cirren (leicht bewölkt). Gegen Abend hohe Verdichtung und nachfolgend abends heiter, teils auch heiter bis wolkig (Cirrus / Cirrostratus / Cirrocumulus / Ansätze von Altocumulus). Bis in die Nacht hinein sehr mild und Maikäferflug. Nachts leicht bewölkt bis heiter (Cirrus), um 01.50 Uhr leicht bewölkt. Noch immer sehr mild!

Mit 27,3°C Höchsttemperatur der erste Sommertag 2005 und der wärmste Maifeiertag seit Aufzeichnungsbeginn in Mettingen-Schlickelde. Höchsttemperatur: 27,3°C / Tiefsttemperatur: 6,7°C

 

 

 

2004

 

a_010504aMorgens bei hohen Wolken und etwas Altocumulus noch heiter, dann durch Annäherung einer Gewitter- und Schauerlinie von Süden Bewölkungsverdichtung und nachfolgend fast bedeckt oder bedeckt. Nachmittags zeitweise wieder etwas Sonne (meist stark bewölkt). Abends bedeckt oder fast bedeckt, zeitweise 2 bis 3 Tröpfchen, erst gegen 1 Uhr leichter Regen. Im gesamten Umkreis, besonders aber im Raum Dülmen und über Niedersachsen teils schwere Unwetter mit Überschwemmungen und Hagel! Höchsttemperatur: 18,7°C / Tiefsttemperatur: 8,5°C. Foto: Erste zaghafte Spargelspitze.

 

 

 

 

 

2003

 

010503aVormittags, mittags und zunächst nachmittags wechselnd stark bewölkt bis wolkig (typische Rückseitenbewölkung) und mäßiger bis frischer Wind. Ab etwa 15.30 Uhr dann Wolkenabnahme und vorübergehend heiter, wenig später aber schon wieder Wolkenaufzug und ein Regenschauer (kurz). Um etwa 16.40 Uhr dann relativ nah streifendes Gewitter mit heftigem Regen (0,5mm/min) und starken Böen.

Nachfolgend auch abends bei wechselnder Bewölkung weitere Schauer.Am späten Abend aufklarend und nachts teils sternenklar. Höchsttemperatur: 17,0°C / Tiefsttemperatur: 9,2°C

 

 

 

 

 

 

2002

 

Nachts wahrscheinlich Regen. Am Morgen und Vormittag überwiegend heiter aber sehr windig. Ab 16 Uhr bedeckt und um 16.05 Uhr ein kurzer, heftiger Schauer. Dann stark bewölkt mit Aufheiterungen. Gegen Abend Auflockerungen, Windstille und schönes Abendrot. Höchsttemperatur: 17,1°C / Tiefsttemperatur: 7,6°C

 

 

2001

 

Bis mittags stark bewölkt bis bedeckt (hochnebelartig), dann zunehmend Sonne. Nachmittags und abends heiter, vorübergehend kurz auch wolkig (milchiger Himmel / Cirrostratus...). Unangenehmer, frischer Wind. Höchsttemperatur: 19,1°C / Tiefsttemperatur: 8,1°C

 

 

2000

 

Bis nachmittags meist bedeckt. Am frühen Nachmittag kurz etwas Sonne, dann wieder durchgehend bedeckt. Höchsttemperatur: 17,6°C / Tiefsttemperatur: 11,2°C

 

 

1999

 

Erst trübe und teils neblig. Mittags, nachmittags und abends heiter bis stark bewölkt (teils auffällige, Lenticularis ähnliche Wolken!). Abends später auch klar. Trocken. Wind: Nord bis Nordost 3-4 (Böen 5). Höchsttemperatur: 19,9°C / Tiefsttemperatur: 7,2°C

 

 

1998

 

Erst neblig und bedeckt, ab Mittag dann Auflockerungen. Nachmittags und abends heiter bis wolkenlos (Cirrocumulus / Altocumulus / Stratocumulus...). Trocken. Wind: West bis Nordwest 1-3. Höchsttemperatur: 18,3°C / Tiefsttemperatur: 7,9°C

 

 

1997

 

Bis nachmittags stark bewölkt bis heiter (Cumulus-Formen / Cirrus). Dann weitere Auflockerung und abends heiter (Stratocumulus / Cirrus / Cirrostratus). Trocken. Wind: Nordwest bis West 0-2. Höchsttemperatur: 18,9°C / Tiefsttemperatur: 6,5°C

 

 

1996

 

Morgens erst hochnebelartig bedeckt, ab 11 Uhr dann heiter bis wolkig (Cumulus / Cumulus congestus / Altocumulus). Abends Cirrus- und Cirrostratus-Fetzen sowie mittelhohe Wolken von Westen. Trocken. Wind: Variabel 2. Höchsttemperatur: 19,3°C / Tiefsttemperatur: 4,4°C

 

 

1995

 

Morgens Nebel, dann sonnig. Mittags Schönwettercumuli. Höchsttemperatur: 19,6°C / Tiefsttemperatur: 4,2°C



 


                                               

 

Luftdrucksensor kalibriert

 

28. April 2006

 

BarogeberUm komplette Datenausfälle zu vermeiden, wurden während des entsprechenden Zeitraums die Luftdruckdaten von der Station Osnabrück übernommen. Wie dem Werksprüfzeugnis zu entnehmen ist, sind auch 16 Monate nach der letzten Kontrolle keinerlei driftbedingte Abweichungen außerhalb der Toleranzgrenzen aufgetreten.

 

Der kapazitive Silizium-Absolutdrucksensor, der sich seit Februar 2000 im Dauereinsatz befindet, ist damit das genaueste und langzeitstabilste Messgerät, welches an der Schlickelder Station betrieben wird.

 

Die Kalibrierung wurde unter Beachtung eines zertifizierten Qualitätsmanagementsystems nach DIN EN ISO 9001 für die drei Druckvorgaben 820,00, 920,00 und 1020,00 hPa in einer speziellen Druckkammer im Labor der Adolf Thies GmbH in Göttingen durchgeführt und entspricht internationalen Standards.

 

Als Prüfmittel dienten hierbei das Druckmessgerät "Ruska 7220", Prüfmittel-Nr. P5018 (DKD kalibriert) und der Spannungsmesser "Agilent 34401A", Prüfmittel-Nr. P5776.
 

 

 


 

 

Früher Spaziergang

 

[23. April 2006]

 

Tropfen1Als ich durch den Morgen ging,

 

lag das Land gesegnet, taubeträufelt,

 

sattgeregnet,

 

Rosenkelch voll Tropfen hing.

 

Regentropfen, Tropfen Tau

 

schimmerten und sprühten

 

in den eingerollten Tüten

 

grüner Blätter.

 

Rot in Blau.

 

 

 


 

 

Karsamstag: 4 Zentimeter Schnee

 

[14. April 2006]

 

Schnee-NarzissePünktlich zum diesjährigen Osterfest lohnt sich einmal ein Blick in die meteorologische Osterstatistik der Wetterstation Mettingen-Schlickelde. Und all denjenigen, die mit Petrus´ Komposition in diesem Jahr nicht zufrieden sind, sei gesagt: Es kann noch viel schlimmer kommen!

 

Beispielsweise vor genau fünf Jahren, als das Osterfest, ähnlich wie 2006, auf den 15. und 16. April fiel und somit einen sehr guten Vergleich erlaubt. Hier der Überblick:

 

 

 

 

 

 

 


Karfreitag 2001:

Bis mittags noch sonnig, dann wie gestern wechselnd bewölkt und einzelne, schwache Schneeschauer.
Abends wieder aufklarend und bis auf einzelne Wolkenfelder sternenklar.
Gerade einmal 7,6°C Höchst- und frostige -1,1°C Tiefsttemperatur.

Karsamstag 2001:

Zunächst noch sonnig, im Tagesverlauf dann klassisches Aufgleiten und nachmittags bedeckt.
Ab 19 Uhr einzelne Schneeflocken, ab etwa 19.40 Uhr feiner Schneefall (meist liegenbleibend), später auch recht kräftig!
Schneehöhe: 1 bis 2cm um 21 Uhr, 3 bis 4cm um 23.20 Uhr!
Kalte 7,1°C Höchst- und -3,3°C Tiefsttemperatur!

Ostersonntag 2001:

Morgens völlige Schneeschmelze. Bis nachmittags bedeckt, dann zeitweise Auflockerungen (stark bewölkt).
Häufig Regen, teilweise länger andauernd und kräftig! Nachmittags Übergang zu teils kräftigen Schauern!
Höchsttemperatur 8,7°C, Tiefsttemperatur 0,5°C.

Ostermontag 2001:

Ganztägig weitgehend bedeckt mit nur seltenen, winzigen Auflockerungen.
Vormittags und mittags noch vereinzelt Regen, nachmittags dann weitgehend trocken. 7,1°C Höchsttemperatur, 4,2°C Tiefsttemperatur.


 


 

 

Der Frühlings ist da!

 

[26. März 2006]

 

Forsythie2Nach einem langen, verhältnismäßig schneereichen und kalten Winter ist es nun endlich messtechnische Gewissheit: Der Frühling ist da!

 

Mit einem Tageshöchstwert von 17,6°C wurde am 26. März, unterstützt von kräftigem Südwestwind, erstmals seit dem 8. November 2005 in Schlickelde wieder die 15,0°C-Marke überschritten und damit laut Definition der erste Frühlingstag des Jahres 2006 registriert.

 

Da dieser erste Frühlingsdurchbruch in diesem Jahr mit eher unbeständigem Wetter, häufigen Regenfällen und teils milden Nächten einhergeht, ist zu erwarten, dass in den nächsten Tagen ein deutlicher Wachstumsschub in der bisher noch rückständigen Vegetation einsetzen wird. Während sich nämlich genau heute vor einem Jahr in Schlickelde bereits die ersten Forsythienblüten öffneten (phänologischer Beginn des Erstfrühlings), ist davon zur Zeit noch nicht viel zu sehen (Foto links: Schlickelder Forsythie 2006). Doch hat das frühlingshafte Wetter in diesem Jahr wirklich so viel später eingesetzt wie viele denken?

 

In der nebenstehenden Tabelle sehen Sie eine Auflistung mit den Eintrittsdaten des ersten Frühlingstages (mindestens 15,0°C Tageshöchsttemperatur) aus den vergangenen 15 Jahren einschließlich 2006. Auffällig ist darin zunächst ersterTageinmal die enorme zeitliche Schwankungsbreite, die sich zwischen dem 02. Februar als frühesten und dem 07. April als bisher spätesten "Frühlingseintritt" immerhin über etwa 9 Wochen erstreckt.

 

Die diesjährigen Beobachtungen, die deutlich innerhalb dieser Zeitspanne liegen, stellen somit keinen besonders auffälligen Sonderfall dar. Bildet man jedoch ein zeitliches Mittel über die Daten der Jahre 1992 bis 2005, so kommt man zu dem Ergebnis, dass Temperaturen über 15,0°C im Durchschnitt bei uns in Mettingen erstmals um den 11. März herum zu erwarten sind. Der Monat Februar ging dabei zur besseren Vergleichbarkeit durchweg mit einer Länge von 28 Tagen in die Berechnungen ein.

 

Also: Legt man dieses rein statistische Datum zugrunde, so ist die meteorologische Frühlingsgrenze in diesem Jahr gut zwei Wochen später überschritten worden als es im Durchschnitt zu erwarten wäre.

 

Besonders markant: Im vergangenen Jahr wurde die 15°C-Schwelle bereits am 10. Januar (!) mit einem Tageshöchstwert von 14,9°C nur knapp verfehlt. Am 02. Februar 2002 dagegen konnten sich die Mettinger bei einer Höchsttemperatur von sage und schreibe 18,0°C bereits im T-Shirt in die Wintersonne legen, gut fünf Wochen nach Weihnachten!

 

 


 

 

Winter 2005/2006 war zu kalt und zu trocken

 

[02. März 2006]

 

Winter2005aEinen Tag nach dem Beginn des meteorologischen Frühlings am 1. März ist nun endgültig Gewissheit, was wir ja eigentlich schon seit Wochen geahnt hatten: Der Winter 05/06 war in Mettingen gegenüber den klimatologischen Normalwerten spürbar zu kalt und zu trocken. Zwar fiel weniger Niederschlag als normalerweise üblich, dieser dann aber deutlich häufiger in Form von Schnee als wir es in unserer Region gewohnt sind, so dass sich das Mettinger Land in diesem Winter ungewöhnlich häufig in einen weißen Schleier gehüllt präsentierte. Das Münsterländer Schneechaos Ende November dürfte auch allen Mettingern sicher noch in Erinnerung sein.

 

Der Mettinger Winter 05/06 in Zahlen:

 

Mit einer Gesamtmitteltemperatur von 1,6°C blieb die vergangene Jahreszeit in Mettingen-Schlickelde um 0,6 K unter dem vieljährigen Mittel (1961-1990) von 2,2°C. Während der Dezember mit einem Mittelwert von 3,3°C noch um 0,5 K zu warm ausfiel, präsentierten sich Januar und Februar (-0,1 bzw. 1,5°C) mit Abweichungen von -1,7 und -0,7 K teils deutlich kälter als es die Normalwerte vorgeben.

 

Besonders kalt fiel dabei die letzte Januarwoche aus, in der Tiefstwerte von bis zu -11,7°C (-12,8°C am Erdboden) erreicht wurden und die Quecksilbersäule zeitweise mehrere Tage lang nicht mehr über den Nullpunkt anstieg.

 

Winter2005bNiederschlagstechnisch (rechts) blieb von allen drei Monaten nur der Februar mit einer Gesamthöhe von 62,4 mm über dem Durchschnitt (+21 %), während der Dezember (-19 %) und ganz besonders der Januar (-61 %) mit Werten von 64,9 bzw. nur 28,2 mm als teils erheblich zu trocken in die Statistik eingingen.

 

Auf den gesamten Winter bezogen ergibt sich so ein Niederschlagsdefizit von etwa 23 Prozent. Die ergiebigsten Niederschläge wurden dabei am 16. Dezember registriert, als 14,2 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden fielen.

 

Warum aber war nun ausgerechnet dieser Winter so kalt und trocken und wie passt dies zur allgemeinen Theorie der globalen Klimaerwärmung?

 

Die Ursache für die Abweichungen sind dieses Mal sicherlich in den häufigen und teils sehr kräftigen und stabilen Hochdrucklagen zu suchen, die während des Winters auftraten. Zwar sind uns diese wegen der im Winterhalbjahr dann häufig auftretenden Inversionswetterlagen mit ihren zähen Hochnebelfeldern nicht so deutlich aufgefallen wie es beispielsweise im Sommer der Fall gewesen wäre.

 

Schaut man sich jedoch die objektiven Messungen in Schlickelde während der vergangenen drei Wintermonate an, so fallen dort immer wieder Phasen mit teils rekordverdächtig hohen Luftdruckwerten auf. Ganz besonders sei an dieser Stelle der Januar zu nennen, der mit einem äußerst ungewöhnlichen Mittelwert von sage und schreibe 1025,0 hPa und einem Spitzenwert von 1043,6 hPa am 23.01. als Monat mit dem höchsten Luftdruckmittel seit Beginn präziser Messungen im Februar 2000 in die Schlickelder Statistik eingeht.

 

Neben den ausbleibenden Niederschlägen zeichnen sich derartige Hochdruckwetterlagen im Winter, zumindest bei fehlender Hochnebeldecke, durch eine starke langwellige (Temperatur-) Ausstrahlung während der sehr langen Nächte aus. Desweiteren kommt hinzu, dass insbesondere bei Schneelage, wie wir sie in diesem Winter ja desöfteren erlebt haben, durch die hohen Albedowerte (Reflexionsfähigkeit) an der sehr hellen Schneeoberläche, die ohnehin nur schwache Sonneneinstrahlung tagsüber fast vollständig in den Weltraum zurückreflektiert wird, somit nicht zur Erwärmung des Erdbodens beitragen kann und dadurch den Verlust an Wärmeenergie nochmals drastisch verstärkt. Besonders entscheidend für die Temperaturentwicklung ist aber auch die genaue Lage des oder der Hochdruckgebiete. Da die Luftmassen auf der Nordhalbkugel in einer Rotation im Uhrzeigersinn aus dem Hochdruckgebiet hinausströmen, ergibt sich im Beobachtungsgebiet südlich des Hochs eine Ost- bis Nordostströmung. Diese Großwetterlage, die während des vergangenen Winters ebenfalls desöfteren auftrat, begünstigt schließlich den Zustrom trockener und sehr kalter Festlandsluft aus dem osteuropäischen Raum.

 

Global gesehen, also über die gesamte Oberfläche unseres Planeten gemittelt, war der Winter 05/06 übrigens erheblich zu warm, stellt also in seiner Gesamtheit keinerlei Widerspruch zur allgemeinen Theorie der Klimaerwärmung dar.

 

WinterabweichungIn der abgebildeten Weltkarte (Quelle:http://www.wetter-allgaeu.de/index.php) sind die Beträge der Temperaturabweichung (0,2 / 0,5 / 1,0 / 2,0 / 4,0 K usw.) für den Zeitraum vom 1. Dezember 2005 bis zum 28. Februar 2006 als globale Farbverteilung grafisch dargestellt. Deutlich ist zu erkennen, dass neben einigen anderen Regionen auch Mittel- und Südeuropa als Gebiete negativer Temperaturabweichungen (etwa 0,0 bis -2,0 K) auffallen, global gesehen aber nicht viel mehr darstellen als kleine "Kälteinseln" in einem Meer teils deutlich positiver Werte. Über den ganzen Erdball gemittelt ergibt sich so eine Temperaturabweichung gegenüber dem Normalwert (1961-1990) von etwa +0,5 bis +0,7 K, welche mit die höchsten Werte seit Messbeginn im Jahre 1880 darstellen. Spätestens im Vergleich mit den schlicht unvorstellbaren +9,5 K, die in den arktischen Gebieten beobachtet wurden, wird deutlich, dass die recht magere Winterabweichung von -0,6 K bei uns in Mettingen keinen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung des Treibhauseffektes geleistet haben dürfte.

 


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