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Neuer Stationsrekord: 89,3 km/h
[08. Dezember 2006]
Mit einer Spitzenböe von 89,3 km/h (Windstärke 10, Schwerer Sturm) wurde am Freitagabend um genau 20.06 Uhr ein neuer Windgeschwindigkeitsrekord an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde aufgestellt. Seit der Errichtung des 10,9 Meter hohen, freistehenden Windmastes im September 2004 wurde in dem locker bebauten Wohngebiet, in dem die Station steht, noch nie eine so hohe Windgeschwindigkeit gemessen. Der alte Rekordwert betrug 86,4 km/h und stammte vom 08. Januar 2005. Grund für die schweren Sturmböen war das Orkantief "Vera", welches mit seinem Starkwindfeld über Westeuropa und Nordrhein-Westfalen hinwegzog. Erst im Laufe des Abends lies der Sturm spürbar nach. Über Schäden im Raum Mettingen wurde bis zum Freitagabend nichts bekannt.
Unwetter vom 26. Juli: Reanalyse jetzt online
[23. November 2006]
"Es war ein großer, aus Regenwasser und Massen von Blättern gebildeter Wirbel von etwa drei Metern Durchmesser. Ich konnte in diese "Röhre" hineinschauen und die herumwirbelnden Blätter und Regenschleier sehen. Ich hatte richtig Angst, dass uns unsere Hütte wegfliegt!"
Stundenlang blockierte Straßen, zerrissene Oberleitungen, unzählige entwurzelte oder abgebrochene Bäume, lokale Überflutungen. Bilder aus dem vergangenen Sommer, an die sich viele Mettinger und Recker sicherlich noch erinnern werden. Ein heftiges Unwetter trifft in den Abendstunden des 26. Juli mit Sturmböen und Starkregen den Raum Schlickelde/Espel, sorgt für örtlich erhebliche Schäden. Die Feuerwehren aus Mettingen und Recke sind stundenlang im Einsatz, einige Straßen zum Teil bis zum Mittag des folgenden Tages gesperrt. Schnell macht der Begriff "Windhose" in der betroffenen Bevölkerung die Runde. Doch war tatsächlich ein Tornado die Ursache für die verheerenden Schäden an jenem Juliabend?
Fragen, mit denen sich Andre Hergemöller in den Wochen nach dem Unwetter intensiv beschäftigte. Detailierte Schadensanalysen, Augenzeugenbefragungen, Fotodokumentationen: Einzelelemente, die er nun in einem ausführlichen Verlaufsbericht zu den Ereignissen vom 26. Juli zusammengefasst hat.
Der etwa 14-seitige Bericht (13,2 MB) ist hier abrufbar.
Zwei Funnelclouds: Bürger entgehen möglicher Tornadogefahr
[12. August 2006]
Vermutlich ohne es zu ahnen sind die Bewohner des Gebietes westlich und nordwestlich von Mettingen-Schlickelde am frühen Samstagabend möglicherweise nur durch meteorologisches Glück einem schweren Unwetter entgangen. Gleich zwei zeitlich und örtlich voneinander unabhängige Funnelclouds (rotierende Tornado-Vorstufe ohne Boden- kontakt) wurden um 18.16 bzw. ab 19.30 Uhr von der Wetterstation Mettingen-Schlickelde aus mit Blickrichtung West bis später Nordwest, etwa über dem Dreieck Hörstel-Hopsten-Dreierwalde, beobachtet, fotografiert und auch gefilmt (Klicken Sie auf die Fotos, um die Videos im wmv-Format zu betrachten / Größe ca. 5-8 MB / Zweiter Funnel im Zeitraffer). Während der erste, recht schmale aber schnell rotierende Wolkenschlauch um 18.16 Uhr (links, Video-Standbild) erst spät entdeckt wurde und sich somit wohl schon einige Zeit in der Auflösung befand, konnte die zweite, wesentlich beeindruckendere "Blindtrombe" von ihrer Entstehung aus einer sich absenkenden Wolkenbasis bis hin zur Auflösung durchgehend filmisch und fotografisch dokumentiert werden.
Aufgrund des gewaltigen Durchmessers am Unterrand der Wolkenbasis dürfte dieser zweite Wirbel, trotz langsamerer Rotation, ein deutliches Gefahrenpotential besessen haben. Hätte der Rotationskegel nur wenige hundert Meter weiter Richtung Erdboden herabgereicht, so wären dort mit einiger Wahrscheinlichkeit erhebliche Schäden verursacht worden.
Wichtig in diesem Zusammenhang: Der Bodenkontakt eines Tornados ist nicht zwangsläufig mit dem Bodenkontakt des sichtbaren Schlauches oder Trichters übereinstimmend. Besonders bei Tornados/Funnels, die eine sehr große Basisbreite am Unterrand der zugehörigen Wolke aufweisen, kann der eigentliche zerstörerische (durch fehlende Kondensation aber unsichtbare) Wirbel bereits längst Bodenkontakt erreicht haben, wenn optisch scheinbar noch gar keine Verbindung zwischen Wolke und Erdboden herrscht.
Da der erste Wolkenschlauch wie erwähnt erst im beginnenden Auflösungsstadium beobachtet werden konnte und selbst zu jenem Zeitpunkt noch bis fast zu einem Drittel Richtung Boden herabreichte, ist im Falle des Funnels von 18.16 Uhr nicht absolut sicher auszuschließen, dass zuvor nicht doch zumindest zeitweise ein Bodenkontakt geherrscht haben könnte. Sollte jemand Beobachtungen gemacht haben, die zusätzliche Erkenntnisse liefern könnten, so bitten wir um eine kurze Nachricht (siehe Rubrik "Tornados").
Nach dem Unwetter: Ermittlungen laufen
[27. Juli 2006]
 Nach den schweren Unwettern vom Mittwochabend (26.07.), die innerhalb eines recht großen Gebietes von Espel über Schlickelde bis hinein Richtung Bockraden für örtlich erhebliche Schäden gesorgt hatten, läuft nun die genaue Analyse und Verlaufrekonstruktion der Ereignisse auf Hochtouren. Neben Andre Hergemöller ("Wetterstation Mettingen-Schlickelde") und Ansgar Berling ("Skywarn Deutschland"), die bis in die frühen Nachmittagsstunden des 27. Juli sämtliche Schadensorte besichtigten und fotografisch sowie durch Augenzeugen-Befragungen dokumentierten, trafen am Vormittag auch Reporter-Teams vom "WDR-Fernsehen" und der "Bildzeitung" vor Ort ein.
Weiterhin gilt der Aufruf an die Bevölkerung des Raumes Schlickelde/Espel/Bockraden, sich bei etwaigen Beobachtungen, die bei der Reanalyse des Unwetterereignisses vom Mittwochabend hilfreich sein könnten, mit der Wetterstation in Verbindung zu setzen. Kontaktmöglichkeiten unter "Tornados" hier auf der Internetseite. Weitere Berichte folgen. Weitere Schadensfotos (Anklicken):
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Tornado über Schlickelde?
[27. Juli 2006]
Ein schweres Unwetter hat am Mittwochabend gegen 21 Uhr den Raum Mettingen getroffen und örtlich erhebliche Schäden verursacht. Nach allerersten Erkenntnissen ganz besonders betroffen: Der Raum Schlickelde/Espel, wo nur knapp westlich der Wetterstation Mettingen-Schlickelde in einer mindestens ein bis zwei Kilometer langen Schneise zwischen Espel und Schlickelde zahlreiche Bäume abgebrochen oder entwurzelt wurden. Bis in die Nacht hinein war die Feuerwehr mit mehreren Fahrzeugen im Einsatz, um umgestürzte Bäume zu beseitigen und Straßen abzusperren. Aufgrund abgerissener Oberleitungen im Bereich des Hofes "Tenberg" direkt an der Schlickelder Wöstenstraße blieben mehrere Haushalte am Abend ohne Strom. Ebenfalls erheblich betroffen: Der Schlickelder Friedhof, wo umgestürzte Bäume die Eingangspforte und Grabanlagen unter sich begruben.
Noch am selben Abend tauchte schnell das Gerücht auf, die Schäden seien möglicherweise von einem Tornado bzw. einer “Windhose” verursacht worden. In Zusammenarbeit mit weiteren erfahrenen Fachleuten laufen derzeit genauere Analysen an.
Wie schon im Verdachtsfall von Riesenbeck vor einiger Zeit (wir berichteten) rufen wir auch dieses Mal erneut die Bevölkerung des betroffenen Gebietes und mögliche Augenzeugen auf, die den Verdacht eines Tornados bestätigen oder wiederlegen könnten, sich mit dem Betreiber der Wetterstation, Andre Hergemöller, in Verbindung zu setzen. Jeder noch so unwichtig erscheinende Hinweis könnte von großer Bedeutung sein und den Fall am Ende aufklären. Entsprechende Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier auf der Internetseite unter "Tornados".
Ein ausführlicherer Bericht folgt hier auf der Stationsseite, sobald nähere Informationen bekannt sind.
Ein Rekord-Juli ohne Beispiel
[26. Juli 2006]
Nicht nur weite Teile Deutschlands und Europas, sondern auch das Mettinger Land erlebt derzeit einen Rekord-Juli, wie er in der deutschen Klimageschichte schlussendlich wohl ohne Beispiel dastehen wird (Foto: "Fata Morgana" in Schlickelde: Hitze lässt Autos "schweben").
Bisherige Bilanz, fünf Tage vor Monatsende: 12 Tage mit einer Höchsttemperatur teils weit über 30,0°C, zehn davon seit dem 17. Juli in fast zusammenhängender Abfolge (Stand: 27.07.), die zweithöchste absolute Temperaturspitze in der Geschichte Schlickelder Klimamessungen mit 36,4°C am 19.07., nur ein einziger Tag mit einer Höchsttemperatur unterhalb der Sommertagsgrenze von 25,0°C, ein bisheriges Juli-Höchsttemperatur- mittel von 30°C und eine nahezu unglaubliche Temperaturabweichung vom klimatologischen Normalwert von über + 5,0 K.
Hinzu kommen örtlich gravierende Dürreschäden, verursacht durch eineinhalb Wochen lang vollkommen ausbleibende Niederschläge und eine bisherigen Monatssumme, die mit lediglich 28,0 Litern pro Quadratmeter bislang nur etwa 39 Prozent des üblicherweise zu erwartenden Juli-Gesamtbetrages einbrachte.
Aufgrund des vorhergehenden, ebenfalls deutlich zu warmen und zu trockenen Juni´s befindet sich somit auch der Sommer 2006 (01.06.-31.08.) insgesamt weiterhin auf Rekordkurs. Mit einem bisherigen Temperaturmittel von 19,6°C bis einschließlich zum 25. Juli übertrifft dieser bislang sogar den Jahrhundertsommer 2003 um 1,0 K. Direkte Vergleiche bleiben jedoch bis auf weiteres schwierig, da sich die größte Hitzewelle des Sommers 2003 erst im August eingestellt hatte und somit erst der weitere Witterungsverlauf im kommenden August endgültige Ergebnisse liefern wird.
36 Grad in Mettingen-Schlickelde
[19. Juli 2006]
Mit einem Höchstwert von 35,9°C, gemessen nach den Richtlinien des Deutschen Wetterdienst (DWD) für offizielle Klimastationen, wurde am späten Mittwochnachmittag in Mettingen-Schlickelde der absolute Hitzerekord von 38,0°C vom 12. August 2003 nur um etwa zwei Grad verfehlt.
In der zweiten, künstlich ventilierten Thermometerhütte der Station, wie sie beispielsweise im "Meteomedia"-Messnetz des Meteorologen Jörg Kachelmann eingesetzt wird, wurde sogar ein Spitzenwert von 36,4°C (Foto: Die größte Temperaturanzeige der Welt am "Nagelmanns-Moor" in Schlickelde) erreicht. Dies entspricht der zweithöchsten Lufttemperatur in der Geschichte Schlickelder Klimamessungen(Beginn Mai 1991).
Der Sommer 2006 ist bislang zielstrebig auf Rekordkurs. Mit einem bisherigen Temperaturmittel von 18,9°C zwischen dem 1. Juni und dem 18. Juli hat dieser inzwischen sogar den Jahrhundertsommer 2003, mit "nur" 18,5°C im selben Zeitraum, temperaturmäßig übertroffen. Ob dieser Vorsprung bis zum letzten meteorologischen Sommertag am 31. August hält, ist sehr fraglich und hängt in erster Linie vom Witterungsverlauf im August ab. Speziell hier drehte der Sommer 2003 nämlich so richtig auf und wurde mit sage und schreibe zwölf Tagen in Folge über 29°C extrem heiß.
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