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Frohe Weihnachten!

[23. Dezember 2007, 21.30 Uhr]

25122006An dieser Stelle wünsche ich allen Lesern da draußen ein wunderschönes, möglichst ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest, auch wenn es leider für "Weiße Weihnachten" in Schlickelde dieses Mal wieder nicht gereicht hat.

Doch wann fand eigentlich die letzte Bescherung im Schnee statt? Wie oft gab es dieses besondere Ereignis in den letzten 12 Jahren in Schlickelde und wie sah das Weihnachtsfest doch gleich noch im vergangenen Jahr aus? Als kleines Geschenk an alle treuen Leser finden Sie diese und viele weitere Informationen zum Weihnachts- und Jahreswechselwetter in den vergangenen Jahren hier in einer detaillierten Übersicht. Viel Spaß beim Stöbern. Foto: 1. Weihnachtstag 2006: Bedeckt, trüb und unwinterlich.

 


 

Die kälteste Nacht des Jahres

[22. Dezember 2007, 11.45 Uhr]

Frost2Nur zehn Tage vor Silvester beschert uns das auslaufende Jahr nochmals einen neuen Rekord: Mit einem morgendlichen Tiefstwert von -8,0°Cum 08.08 Uhr war die vergangene Nacht die kälteste Nacht des gesamten Jahres 2007. Zwar wurde mit dem bisherigen Rekordhalter, dem 23. Januar, damit lediglich gleichgezogen. Um einiges eisiger als am 23. Januar wurde es dagegen jedoch in Bodennähe. Hier lagen die absoluten Minima heute morgen bei knackigen -10,2°C (23.01.: -9,5°C) in 5 Zentimetern Höhe über unbewachsenem Boden bzw. sogar -12,3°C (23.01.: -10,7°C) in identischer Höhe über der Rasenfläche des Schlickelder Messfeldes.

In den kommenden Tagen wird es nun voraussichtlich milder und auch wolkiger. Niederschläge sind jedoch vorerst kaum zu erwarten.

 



                               

Örtlich Industrieschnee im Kreis Steinfurt

[21. Dezember 2007, 17.00 Uhr]

ReifWeiße Weihnachten 2007... im ganzen Kreis Steinfurt Fehlanzeige. Im ganzen Kreis Steinfurt? Nein! Für einen schmalen Streifen zwischen Rheine und Hörstel, und hier besonders den Ortsbereich Rodde, gilt dies seit vorgestern nicht mehr. Regional sehr eng begrenzt fielen hier seit Mittwoch örtlich bis zu zehn Zentimeter Schnee aus der trüben Hochnebelsuppe. Die wahrscheinliche Ursache für das lokale Phänomen: Industrieschnee, verursacht von zusätzlichen Feuchte- und Aerosolanreicherungen in der unteren Atmosphäre durch das Steinkohlekraftwerk Ibbenbüren, dessen Dampffahnen durch den Ost- bis Nordostwind in den vergangenen Tagen in diese Richtung gedrückt wurden. Jedenfalls ist dies eine mögliche Erklärung für die weiße Bescherung, der sich heute morgen gleich mehrere Lokalzeitungen widmeten.

IndustrieschneeAuch im hochauflösenden NOAA-Satellitenbild vom heutigen Mittag (Quelle: http://saturn.unibe.ch/rsbern/noaa ) ist das "Rodder Schneefeld" knapp südlich der abziehenden Hochnebeldecke über Norddeutschland als kleiner weißer Fleck zu erkennen (roter Kreis). Außerdem auffällig: Ganz schwach grün schimmernde Regionen, die sich beim genauen Hinsehen vom Grau des Umlandes abheben. Es handelt sich hierbei um höher gelegene Mittelgebirgslagen, die mit Spitzentemperaturen von bis zu 10°C (Braunlage im Harz) bei der derzeitigen Inversionswetterlage als Wärmeinseln aus dem mit Reif überzogenen (und daher grau erscheinenden) "Dauerfrost-Meer" herausragen. Auch einige weitere Industrieschnee-Felder, beispielsweise im Ruhrgebiet, sind zu erkennen.

 

Ob sich der Rodder Schnee allerdings bis Weihnachten halten wird, bleibt abzuwarten. Schon morgen wird er bei bis zu +4 bis 5°C auf eine harte Probe gestellt.

 



                                

November 2007: Wärmer, nasser, weniger Sonne als Durchschnitt

[14. Dezember 2007, 18.10 Uhr]

Mit etwas Verspätung möchten wir heute nochmals kurz den vergangenen, letzten Herbstmonat des Jahres bilanzieren. Die Monatsmitteltemperatur des November 2007 wurde an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde mit 6,0°C ermittelt und lag somit um 0,7 Grad über dem vieljährigen, regionalen WMO-Referenzwert der Normalperiode 1961-1990 (Flugwetterwarte Münster/Osnabrück). Die absolute Temperaturspitze wurde mit 14,0°C am 02.11., das absolute Minimum mit -3,2°C (bis zu -8,9°C am Erdboden!) am 15. November registriert. Insgesamt gab es nur eine Luft- aber immerhin 8 Bodenfrostnächte.

Desweiteren ergab sich auf dem Messfeld am Nagelmanns-Moor ein Niederschlagsüberschuss von +23 Prozent bei einer Monatssumme von 90,4 Litern pro Quadratmeter (Westerkappeln 1961-1990: 73,5 L/m²). Am nassesten gestaltete sich dabei mit einer Regensumme von 24,3 Litern der 12.11., während lediglich 5 Novembertage vollständig trocken blieben. Die maximale Niederschlagsintensität wurde mit 0,9 mm pro Minute zwischen 21.04 und 21.05 Uhr am 08.11. erreicht.

Wie die Auswertungen an den Schlickelder Nachbarstationen außerdem ergaben, bekamen wir im vergangenen Monat mit einer Summe von 34,0 Stunden nur magere 60,5 Prozent der normalerweise üblichen Sonnenscheindauer von 56,2 Stunden ab (Flugwetterwarte Münster/Osnabrück 1961-1990). Die weiteren Novemberdaten aus Schlickelde: Monatsmittel Luftdruck 1016,9 hPa (+2,7 hPa), Monatsmittel Relative Luftfeuchte 86,8 % (+1,3 %), Monatsmittel Windgeschwindigkeit 10,7 km/h.

                                                          



                                                                             

”Bernhilde” macht Druck

[13. Dezember 2007, 22.00 Uhr]

Wer zuhause ein Barometer besitzt, wird in diesen Tagen, auch bei uns in Schlickelde, wohl ziemlich verblüfft auf dessen außergewöhnlichen Zeigerstand blicken. Doch, daran ändert auch alles Klopfen nichts: Die Anzeige stimmt! Jedenfalls dann, wenn Sie es vor nicht allzu langer Zeit einmal exakt eingestellt haben. Mit einem Tagesmaximum von 1043,0 hPa wurde heute um Punkt 09.12 Uhr ein Luftdruckwert erreicht, der um sage und schreibe 28,7 hPa über dem vieljährigen Dezember-Normalwert (siehe auch hier) lag. Vom absoluten Schlickelder Stationsrekord seit Beginn durchgehender Luftdruckmessungen (12.02.2000) sind wir somit derzeit nur noch ein kleines Stück entfernt. Dieser wurde am 16. März 2003 erreicht, mit 1044,5 hPa.

Zu verdanken haben wir diese fast rekordverdächtigen Werte des "Luftgewichtes pro m²", denn nichts anderes bedeutet der Luftdruck letztendlich, dem kräftigen Hochdruckgebiet "Bernhilde", welches mit seinem Zentrum heute etwa über der Deutschen Bucht lag. Doch die allzu einfache Gleichung "Hochdruck = sonniges Wetter" geht im Winterhalbjahr leider nicht immer auf. Oftmals bestimmen eher windschwache Inversionslagen mit ausgedehnten und hartnäckigen Hochnebelfeldern das atmosphärische Geschehen.

 



                                                                    

“Hannes” bringt spektakuläres Wetter

[07. Dezember 2007, 20.15 Uhr]

Kaltfront071207Nachdem uns Anfang der Woche bereits Sturmtief "Fridtjof" mit Spitzenböen bis 76,7 km/h (Sturm) durchgerüttelt hatte, sorgte gestern und heute einer seiner Nachfolger erneut für spektakuläres Wetter. Schon am Donnerstag war Sturmtief "Hannes" vom Atlantik Richtung Europa gerauscht und schwenkte gegen 23 Uhr, verbunden mit lang anhaltendem und teils kräftigen Dauerregen, seine Warmfront über das Mettinger Land hinweg. So setzte besonders in den Abend- und Nachtstunden dann auch ein kräftiger Temperaturanstieg ein, der nach fast frühsommerlich milden 12°C um Mitternacht in den Morgenstunden dann schließlich bei rekordverdächtigen 13,1°C um 06.34 Uhr gipfelte. Nur wenig später, um etwa 07.15 Uhr, brach dann mit heftigen Windböen, einem markanten Temperatursturz und beginnendem Luftdruckanstieg die nachlaufende Kaltfront ein. Die absolute Windspitze wurde dabei um Punkt 07.17 Uhr mit 79,2 km/h gemessen, immerhin volle Sturmstärke (9 Beaufort = 75,0 bis 87,8 km/h). Begleitet von mehreren Schauerstaffeln sickerte im Tagesverlauf dann zunehmend kältere Luft ein, so dass die Stationssensoren um 18 Uhr abends dann nur noch 6,9°C registrierten. Respektabel aber auch die gemessene Niederschlagsmenge: Zwischen 20 Uhr am 05.12. und 20 Uhr am heutigen Abend fielen insgesamt beachtliche 31,1 Liter pro Quadratmeter vom Himmel. Diese erhöhen die bisherige Dezembersumme nach nur sieben Tagen nun schon auf 67,8 Liter/m², so dass der vieljährige Normalwert für den (gesamten!) Monat Dezember bereits jetzt zu 84 Prozent erfüllt ist. (Foto rechts: Die Kaltfront von Sturmtief "Hannes" (Kern über Dänemark) liegt um 7 Uhr über den Niederlanden, erreicht Mettingen (roter Punkt) etwa 15 Minuten später. Die Warmfront vom Vorabend ist längst über Ostdeutschland angekommen. Quelle: DWD-Analyse, Wetteronline)

 


 

Vor zwei Jahren: Katastrophenalarm im Kreis Steinfurt

[27. November 2007, 22.00 Uhr]
 

251105b30 Zentimeter Schnee, unzählige umgeknickte Hochspannungsmasten, tagelange Stromausfälle, Katastrophenalarm im Kreis Steinfurt: Gestern vor genau zwei Jahren versanken große Teile des Münsterlandes und auch des Kreises Steinfurt in einem wahren Schneechaos, unter dessen Folgen die Bürger der betroffenen Region zum Teil noch Wochen später leiden mussten.

Wie es damals an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde aussah, ist nun noch einmal in bewegten Bildern zu bestaunen. Zum zweiten Jahrestag des historischen Wetterereignisses wurde ein Video erstellt, in dem Andre Hergemöller aus vielen Stunden Filmmaterial nochmals einen kurzen Rückblick auf die Bilder jener Tage aus Schlickelde (siehe Foto) zusammengeschnitten hat.

Das Video ist auf Anfrage erhältlich.

 



 

Sturmtief "Tilo": Schwächer als erwartet

[09. November 2007, 22.40 Uhr]

Deutlich weniger stark als erwartet hat heute Sturmtief "Tilo" mit seinem Starkwindfeld Norddeutschland und somit auch Mettingen überquert. Während an der deutschen Nord- und Ostseeküste Windgeschwindigkeiten von bis zu 141 km/h (Hiddensee-Dornbusch 141 km/h, Baltrum 137 km/h) sowie zum Teil erhebliche Dünenabbrüche auftraten, brachte der erste Herbststurm der Saison an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde um 14.10 Uhr eine Spitzenböe von lediglich 73,8 km/h. Dies entspricht dem oberen Bereich der Windstärke 8 und liegt nur 1,2 km/h unterhalb der offiziellen Sturmgrenze von 75 km/h. Über nennenswerte Schäden aus der Mettinger Region wurde bis zum Abend nichts berichtet.

 



                                                     

Oktober: Zu kalt, niederschlagsmäßig normal

[03. November 2007, 17.40 Uhr]

Sie ist vorbei, die scheinbar unendliche Serie teils deutlich zu warmer Monate seit dem Sommer 2006. Während der vergangene September mit -0,1 Grad Abweichung noch als durchschnittlich einzustufen war, lag die gemittelte Lufttemperatur des Oktober 2007 mit 9,2°Cnun immerhin schon um 0,7 Grad unter dem regionalen, vieljährigen Normalwert der WMO-Periode 1961-1990 (9,9°C). Während die höchste Temperatur des Monats am 15.10. immerhin noch 18,8°C erreichte, wurden andererseits aber auch schon die ersten drei Luft- bzw. sieben Bodenfröste registriert. Am tiefsten fiel das Quecksilber in den frühen Morgenstunden des 23. Oktober mit einem Minimum von -3,2°C (2 Meter),Bluete zweieinhalb Wochen vor dem statistisch zu erwartenden ersten Frosteintritt am 2. November. An den beiden 5cm-Messstellen der Station wurden an diesem Morgen sogar knackige Tiefstwerte von -5,8 (unbewachsen) bzw.-9,1°C (über Grasfläche) erreicht!

Die Niederschlagsbilanz der Wetterstation Mettingen-Schlickelde für den vergangenen zweiten Herbstmonat fällt dagegen unspektakulär aus. Mit einer Monatsgesamtmenge von 59,7 Litern pro Quadratmeter überschritten wir den vieljährigen Oktober-Normalwert (59,6 L/m²) lediglich um unbedeutende 0,2 Prozent. Am nassesten fiel dabei der 03.10. mit einer 24 Stunden-Menge von 16,6 Litern aus, die höchste Niederschlagsintensität wurde ebenfalls am 3. Oktober mit 0,7 Litern pro m² und Minute beobachtet, teils von Gewittern begleitet. 13 von 31 Tagen blieben vollkommen trocken.

Der Oktober 2007 war deutlich überdurchschnittlich von herbstlichen Hochdruck-Wetterlagen geprägt, wie auch sehr schön am Luftdruck-Monatsmittel von 1024,1 hPa abzulesen ist. Der statistische Durchschnitt der Referenzjahre 1961-1990 wurde damit um satte 7,9 hPa überschritten. Doch Hochdruckwetter bedeutet im Herbst leider nicht immer sonniges Wetter. Hartnäckige Hochnebelfelder prägten oftmals über Tage das Wettergeschehen, so dass die Sonnenscheinbilanz des Großraumes Mettingen mit insgesamt 104,0 Stunden und einer Abweichung von -6,7 Prozent leicht zu mager ausfiel (Datenquelle: DWD).

Die weiteren Monatsmittel: Relative Luftfeuchte 85,4 % (+1,9 %), Windgeschwindigkeit 6,6 km/h (Spitzenböe 43,6 km/h), Tageshöchsttemperatur (2m) 13,3°C, Tagestiefsttemperatur (2m) 5,4°C.

                             



                                                                     

WDR-Team besucht Wetterstation

[31. Oktober 2007, 18.00 Uhr]

 

WDRIm Auftrag der "Lokalzeit Münsterland" war am späten Nachmittag ein vierköpfiges Reportageteam des WDR-Fernsehens zu Gast an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde. Im Rahmen der Aktion "Lokalzeit unterwegs" war zuvor in der Abendsendung vom 29.10. mittels Zufallsgenerator der Ort Schlickelde als Ziel einer Reportagetour ausgewählt worden. Bereits amVormittag begann das Kamerateam, an mehreren verschiedenen Standorten ein filmisches Portrait des Ortes zu erstellen, in dem schließlich auch die WDR2Wetterstation kurz vorgestellt werden soll.

 

 

 

Die Ausstrahlung des etwa 4minütigen Beitrages ist voraussichtlich für den kommenden Freitag (02.11.) zwischen 19.30 und 20.00 Uhr in der WDR-Sendung "Lokalzeit Münsterland" geplant.

              



                                               

26. Oktober: Ein kleiner Rückblick

[26. Oktober 2007, 18.30 Uhr]

Während das Himmelsgeschehen heute bei einförmigem Grau und frischen Temperaturen bis maximal 8,5°C dem einen oder anderen schon novembrig auf´s Gemüt schlagen konnte, sah das hiesige Wetter vor genau einem Jahr vollkommen anders aus: Mit einem Tageshöchstwert von sage und schreibe 22,1°C wurde damals an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde um Punkt 15.01 Uhr ein neuer24.10.2003 Temperaturrekord für die dritte Dekade (22.-31.10.) des Monats Oktober aufgestellt. Im luftigen T-Shirt konnte man draußen in der Herbstsonne wunderbar das späte Spätsommerwetter genießen. Für einen neuen Oktober-Gesamtrekord hatte es damals allerdings aufgrund einiger durchziehender Wolkenfelder am frühen Nachmittag nicht ganz gereicht. Absoluter Rekordhalter bleibt diesbezüglich der 13. Oktober 2001, an dem ein Temperaturmaximum von 23,3°C erreicht worden war. Auch im Jahr 2005 brachte uns der Oktober, und hier ganz besonders die letzten Tage des Monats rekordverdächtig warme Temperaturen. Vom 27. bis einschließlich zum 31.10. wurde damals an fünf Tagen in Folge die 20 Grad-Marke zum Teil deutlich überschritten.

Das genau entgegengesetzte Extrem erlebten die Schlickelder dagegen vor fast genau vier Jahren. Erste zaghafte Schneeflöckchen tanzten damals am 24. Oktober 2003 über den Himmel und überzogen bei Temperaturen um 0°C die Landschaft mit einem ersten zarten, winterlichen Hauch. Foto: Erster Schnee am 24.10.2003

 



                                                                   

Erste Frostnacht bringt bis zu -7,4°C

[20. Oktober 2007, 12.20 Uhr]

1.FrostDie erste richtige Frostnacht der Wintersaison 2007/2008, sie brachte Schlickelde in den heutigen frühen Morgenstunden einen Tiefstwert von -1,9°C, bezogen auf die offizielle Standardmesshöhe von 2 Metern über Grund (sogenannter "Luftfrost"). Wesentlich weiter ins Minus rutschten die Werte dagegen in Bodennähe, wo 5 Zentimeter über bewuchsfreiem Boden ein Minimum von -4,2, in selber Höhe über Grasdecke sogar ein solches von knackigen -7,4°C erreicht wurde.

Im vieljährigen Mittel (Periode 1989-2006) müssen wir in Schlickelde mit dem ersten Luftfrost statistisch gesehen um den 2. November herum rechnen, so dass wir den Normalverhältnissen in diesem Jahr um knapp zwei Wochen voraus sind.

 


 

Erstes "Minus" der Saison

[06. Oktober 2007, 12.00 Uhr]

35 Tage nach dem meteorologischen Herbstbeginn registrierte die Wetterstation Mettingen-Schlickelde die ersten Frosttemperaturen der Saison. Während das Minimum der offiziellen Lufttemperatur, gemessen in 2 Metern Höhe in der Klimahütte, in den frühen Morgenstunden des 06. Oktober lediglich bis auf 4,9°C sank, wurde an der Bodenmessstelle in 5 Zentimetern Höhe über Grasbewuchs ein Tiefstwert von -0,9°C registriert. Derartig große nächtliche Temperaturdifferenzen zwischen den Messhöhen 2m und 5cm sind typisch für klare und windschwache Nächte im Herbst und Frühjahr.

 


 

Kräftiger Dauerregen bringt 27,3 Liter pro m²

[22. August 2007, 13.20 Uhr]

Ein ausgedehntes Niederschlagsgebiet mit kräftigem, zeitweise schauerartig deutlich verstärktem Dauerregen hat in den vergangenen 24 Stunden recht beachtliche Wassermengen auf Schlickelde abgeladen. Zwischen 13 Uhr am 21.08. und 7 Uhr des Folgetages Folgetages registrierten die Messgeräte am Nagelmanns Moor eine 17stündige Gesamtniederschlagsmenge von 27,3 Litern pro Quadratmeter. Das Intensitätsmaximum wurde dabei am gestrigen frühen Abend erreicht, als allein in den zwei Stunden zwischen 17 und 19 Uhr 17,0 Liter vom Himmel prasselten. Nach 20 Uhr wurden in der Nacht dann nur noch sporadisch einzelne kleine Schauer registriert. Hier die stündlichen Niederschlagsmengen zwischen 12 und 8 Uhr im einzelnen (automat. Niederschlagsmesser):

  

12-13 Uhr : 0,0 L/m²

17-18 Uhr : 9,0 L/m²

22-23 Uhr : 0,7 L/m²

03-04 Uhr : 0,0 L/m²

13-14 Uhr : 3,1 L/m²

18-19 Uhr : 8,0 L/m²

23-00 Uhr : 0,3 L/m²

04-05 Uhr : 0,1 L/m²

14-15 Uhr : 0,5 L/m²

19-20 Uhr : 2,0 L/m²

00-01 Uhr : 0,0 L/m²

05-06 Uhr : 0,1 L/m²

15-16 Uhr : 0,9 L/m²

20-21 Uhr : 0,2 L/m²

01-02 Uhr : 0,1 L/m²

06-07 Uhr : 0,8 L/m²

16-17 Uhr : 1,5 L/m²

21-22 Uhr : 0,0 L/m²

02-03 Uhr : 0,0 L/m²

07-08 Uhr : 0,0 L/m²

 

Von den Starkregenfällen wesentlich schlimmer betroffen waren jedoch die östlichen und südöstlichen Teile NRW´s und hier speziell die Regionen Ostwestfalen-Lippe sowie das Sauerland. Zwischen gestern 8 und heute 8 Uhr morgens wurden im Bereich Olsberg / Winterberg / Schmallenberg (Hochsauerlandkreis) beispielsweise Niederschlagsmengen von 80 bis 100 Litern pro m² beobachtet (Quelle: Radaranalyse Meteomedia).

 


                                           

Neue Messstelle eingerichtet

[14. August 2007, 21.00 Uhr]

An der Wetterstation Mettingen-Schlickelde ist seit dem heutigen Nachmittag eine neue Temperaturmessstelle in Betrieb. Nur knapp neben dem bisherigen, unbewachsenen Bodenmessfeld der Anlage wurde zusätzlich ein zweites kleines Bodenmessfeld eingerichtet, auf dem künftig auch die Lufttemperatur in fünf Zentimetern Höhe über Grasbewuchs ermittelt werden soll. Damit erhalten die Daten der Station nun Anschluss sowohl an das offizielle Messnetz des Deutschen Wetterdienstes, in dem mit einem baugleichen Temperaturgeber die nächtlichen Bodenminima über unbewachsenem Boden gemessen werden, als auch an das Meteomedia-Stationsnetz von Jörg Kachelmann, dessen (ebenfalls baugleiche) Temperatursensoren in fünf Zentimetern Höhe über Gras angebracht.Bodenmessfeld1 Da beide Temperaturgeber ohne jeglichen Strahlungsschutz arbeiten, endet damit die bisherige Messreihe der "Lufttemperatur 5cm (geschützt)". Auch werden in den Datentabellen ab sofort nur noch die nächtlichen Tiefstwerte beider 5cm-Messstellen veröffentlicht, da die tagsüber ermittelten Werte aufgrund der Strahlungseinwirkung jeglicheAussagekraft verlieren.Da eine mit Gras bewachsene Fläche mit den Lufteinschlüssen bzw. Schattenwürfen zwischen den einzelnen Grashalmen wie eine dünne Isolationsschicht zwischen Erdboden und Atmosphäre wirkt und zusätzlich für Abkühlung über die Blattverdunstung sorgt, sind dort besonders in klaren, windstillen Nächten teils deutlich tiefere Temperaturen zu erwarten als in identischer Höhe über völlig kahlem Boden. Einen kleinen Vorgeschmack bot bereits die sternenklare Nacht vom 11. auf den 12. August, in der über unbewachsenem Boden ein Tiefstwert von 6,6°C, über Gras jedoch ein solcher von nur 3,8°C (!!) erreicht wurde. Das 2 Meter-Minimum in der Klimahütte sank gleichzeitig bis auf 9,3°C. Auch erste herbstliche Bodenfröste dürften über der Grasfläche deutlich früher auftreten als über unbewachsenem Erdboden. Wann genau, das erfahren Sie natürlich hier auf der Stationsseite.

 


 

Mettinger Land bleibt von Starkregen verschont

[09. August 2007, 20.20 Uhr]

SummenkarteAls eine der wenigen Ausnahmeregionen Nordrhein-Westfalens, blieb der nördliche Kreis Steinfurt und somit auch die Region Mettingen bis zum frühen Donnerstagabend (Stand: 20.00 Uhr) von den anhaltenden und verbreitet sehr ergiebigen Starkregenfällen, die über weiten Teilen NRW´s niedergingen, verschont. Bis zum Messtermin um 20 Uhr registrierten die Schlickelder Messgeräte lediglich eine 24 Stunden-Niederschlagsmenge von 0,9 Litern pro Quadratmeter, die vollständig auf leichten Sprühregen in der vergangenen Nacht und in den Morgenstunden vor 10 Uhr zurückzuführen sind. Nur wenig südlich des Tüöttendorfes begann jedoch schon die Starkregenzone. So wurden z.B. aus dem Stadtgebiet Münster bereits Regenmengen von über 30 Litern pro Quadratmeter gemeldet, mit entsprechenden Folgen für Bürger und Verkehr.

Sehr schön ist die Verteilung der 24stündigen Niederschlagssummen auch in der nebenstehenden NRW-Summenkarte (Quelle: Meteomedia / WDR) zu erkennen, die aus einer Kombination flächendeckender Radardaten sowie punktueller, exakter Stationsmesswerte berechnet wurde.

 


 

Juli 2007: Knapp wärmer, deutlich nasser als Durchschnitt

[02. August 2007, 20.35 Uhr]

CumulusEr ist Geschichte, der zweite Sommermonat des Jahres 2007. Und, das wird viele Mettinger sicherlich wundern: Trotz der möglicherweise subjektiv anderen Einschätzung, fiel der Monat schlussendlich sogar noch knapp zu warm aus. Sicherlich Spätfolgen eines unbewussten Vergleiches mit dem extrem warmen, mitteleuropäisch aber eben völlig untypischen "WM-Sommer" im vergangenen Jahr. Niederschlagsmäßig, und das wird viele dann wohl wieder versöhnen, kann man den Juli 2007 aber getrost als verregnet bezeichnen.

Exakt 17,3°C beträgt die Monatsmitteltemperatur, die zwischen dem 01. und 31.07. am Schlickelder Nagelmanns-Moor ermittelt wurde. Der Wert liegt damit um knappe +0,2 Grad über dem vieljährigen Normalwert der WMO-Periode 1961-1990 aber um 0,4 Grad unter dem Mittel des Vormonats von 17,7°C. Damit haben wir in diesem Jahr die relativ seltene Situation, dass der Juli, normalerweise der wärmste Monat im Jahr, kälter war als der vorangegangene Juni. Der absolute Spitzenwert wurde mit 33,2°C am 15., die Tiefsttemperatur mit 9,6°C am 23. und 30.07. erreicht. Desweiteren registrierte die Station 8 "Sommertage" mit mindestens 25,0°C und zwei "Heiße Tage" mit 30,0°C oder mehr.

Die Niederschlagsverhältnisse gestalteten sich im Juli 2007 deutlich überdurchschnittlich. Mit einer Gesamtniederschlagshöhe von 116,6 mm (=116,6 Liter pro m²) wurde der vieljährige Normalwert (Westerkappeln 1961-1990: 71,0 mm) um beachtliche +64 % übertroffen, so dass der Monat als deutlich zu nass in die Annalen eingeht. Der größten 24 Stunden-Niederschlagsmenge von 15,7 Litern/m² am 20.07. stehen nur acht gänzlich trockene Tage (Wert  < 0,1 mm) gegenüber. Auch den Rekord der höchsten Niederschlagsintensität hält der 20. Juli. Zwischen 16.26 und 16.27 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit registrierte die Niederschlagsautomatik eine Spitze von 1,8 Litern pro Minute.

BoeenkragenWie außerdem die Datenauswertungen der Flugwetterwarte Münster/Osnabrück ergaben, erreichte der Juli in unserer Region lediglich eine Sonnenscheindauer von 165,4 Std.. Dies entspricht einer Abweichung von -15 % gegenüber dem Normalwert (193,9 Std.). Unter den herausragenden Wetterereignissen des Monats ist einerseits sicherlich die kurze Hitzewelle in der Monatsmitte zu nennen, mit hochsommerlichen Temperaturen am 14. (29,0°C), 15. (33,2°C) und 16. Juli (32,3°C) und einer ungewöhnlich lauen Sommernacht vom 15. auf den 16.07., in der nach einem plötzlichen Warmluftschub selbst um 00.20 Uhr nochmals 25,6°C erreicht wurden! Desweiteren der markante Kaltfrontdurchgang mit teils kräftigen Gewittern, akuter Tornadowarnung und oben bereits angesprochenen Starkregenwerten am 20. Juli. Andererseits aber auch so manch vorzeitiger "Absturz" in den Herbst. Beispielsweise am 31.07., der lediglich eine Tagesmitteltemperatur von 12,4°C erreichte.

 


 

Frühherbstlich frische Nacht zum Augustbeginn

[01. August 2007, 12.20 Uhr]

Wie vor einigen Tagen bereits angekündigt, kühlte es in der vergangenen Nacht unter sternenklarem Himmel und bei nur sehr windschwachen Bedingungen auch in Schlickelde recht kräftig ab. So wurde in den frühen Morgenstunden   (06.14 Uhr) in der Klimahütte der Wetterstation ein spätsommerlich frischer Tiefstwert von 8,0°C gemessen. In 5 Zentimetern Messhöhe über der unbewachsenen Erdoberfläche des Bodenmessfeldes erreichten die Messungen sogar ein Minimum von nur 5,9°C. Da fühlte sich so mancher Frühaufsteher schon mal ein wenig in den kommenden September versetzt.

 


 

Wo ist der Sommer?

[30. Juli 2007, 15.40 Uhr]

Diese Frage dürfte sich mancher derzeit beim Blick nach oben nicht nur bei uns in Mettingen stellen. Schon elf Tage ist es inzwischen her, dass an der Schlickelder Wöstenstraße zum letzten Mal Sommertemperaturen über 25°C gemessen wurden. Neuerlicher Tiefpunkt: Der gestrige 29. Juli, an dem das registrierte Tagesmaximum lediglich magere 17,0°C erreichte. Und als ob dies noch nicht genügte, drückte zusätzlich noch ein herbstlich-grauer, bis 17 Uhr bedeckter Himmel sowie intensive, am frühen Abend auch gewittrige Regenfälle mit insgesamt 15,5 Litern proCumulonimbusQuadratmeter auf´s Gemüt.

Noch vor einem Jahr hatte das ganz anders ausgesehen. Zwischen dem 17. und dem 30. Juli lagen die Höchstwerte damals Tag für Tag bei durchschnittlich 32,0°C. Mettingen erlebte die längste Hitzewelle seit Jahren, Deutschland den heißesten Monat überhaupt in der Klimageschichte. Von derartigen Sommerträumen sind wir in der derzeitigen Nordwestströmung bei Tagesmaxima von deutlich unter 20°C und Tiefstwerten, die in der vergangenen Nacht bis auf 8,8°C in Bodennähe absackten, aber weit entfernt. Und speziell in den Nächten scheint der Tiefpunkt noch nicht erreicht:

Besonders am Mittwochmorgen (01.08.) sind nach derzeitigem Modellstand aufgrund nachlassenden Windes und Wolkenrückgang in geschützten Lagen unserer Region Minima von 7 bis 8°C, in der Mitte und im Südosten Deutschlands sogar knappe Bodenfrosttemperaturen denkbar. In den kommenden Tagen schauen wir an dieser Stelle dann detailliert auf den Juli 2007 und seine Zahlenabweichungen zurück.

 


 

Kräftige Gewitterfront überquert Schlickelde

[20. Juli 2007, 18.00 Uhr]

Eine intensive Gewitterlinie hat am heutigen Nachmittag Nordrhein-Westfalen und zwischen 15.50 und 16.40 Uhr schließlich auch Schlickelde mit starkem Regen und einem markanten Temperatursturz überquert. Insgesamt fiel innerhalb von 45 Minuten eine Gesamtniederschlagsmenge von 15,7 Litern pro m² vom Himmel, mit einer Intensitätsspitze von 1,8 Litern pro Minute um 16.27 Uhr. Gleichzeitig sank die Lufttemperatur von zuvor 26,6°C auf nur noch 19,0°C bei Abzug der Starkregenlinie. Die befürchteten Sturmböen blieben in Schlickelde dagegen aus, als Windspitze wurden lediglich 37,1 km/h gemessen. Während des Durchzuges war allerdings eine auffällig intensive Wolkendynamik (Windscherung) zu beobachten, die auf ein deutlich erhöhtes Potential für die Bildung von Tornados schließen ließ.

So erreichte die Wetterstation Mettingen-Schlickelde wenig später dann schließlich auch folgende Meldung des Deutschen Wetterdienstes (Quelle: www.wettergefahren.de):

Flugzeug"ACHTUNG: IN ZUSAMMENHANG MIT GEWITTERN IST ÖRTLICH DAS AUFTRETEN VON TORNADOS MÖGLICH, DA ÖRTLICH BEREITS 'FUNNELCLOUDS' BEOBACHTET WORDEN SIND. Vor allem im westlichen und südwestlichen Niedersachsen ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch."

Über eine mögliche Bildung und Beobachtung von Funnelclouds("Trichterwolke" = Tornado-Vorstufe ohne Bodenkontakt) oder gar Tornados in der Mettinger Region wurde bis zum jetzigen Zeitpunkt (20.07., 18.25 Uhr) jedoch noch nichts konkretes bekannt. Auch der Flugverkehr schien von den Unwettern betroffen zu sein. So musste sogar eine große Passagiermaschine, vermutlich im Anflug auf den Flughafen Münster/Osnabrück, knapp vor der aufziehenden Gewitterfront abdrehen und in einer großen Kurve über den Mettinger Himmel ausweichen.

Dies und mehr ist in einer kleinen Video-Zusammenfassung hier zu sehen (13 MB / 4,05 min).

 


 

Vor einem Jahr: Beispiellose Hitzewelle

[19. Juli 2007, 16.50 Uhr]

Heute ist es genau ein Jahr her, dass im Jahrhundert-Juli 2006 eine bislang beispiellose Hitzewelle ihren schweißtreibenden Höhepunkt erreichte. Mit 35,9°C (Klimahütte) bzw. 36,4°C (ventilierter Strahlungsschutz) wurde damals die zweithöchste Temperatur in der Geschichte Schlickelder Höchsttemperatur-Aufzeichnungen (seit 1991) gemessen, Platz zwei hinter den 37,9°C vom berühmten 12. August 2003. An elf Tagen in Folge (17. bis 27.07.) überschritten die Tagesmaxima damals teils deutlich die 30°C-Marke, so dass der Juli 2006 in Schlickelde am Ende mit einer nie dagewesenen Abweichung von +5,3 Grad zuende ging. Der wärmste Monat überhaupt in der deutschen Klimageschichte. Gleichzeitig fielen vom 09. bis zum 21.07.2006 insgesamt gerade einmal 3,0 Liter Regen pro Quadratmeter. Das Ergebnis sah an der Schlickelder Station, deren Rasenfläche aufgrund fehlerhafter Beeinflussung der Messungen grundsätzlich nicht künstlich bewässert wird, damals so aus (eine moderierte Video-Version finden Sie hier (4,4 MB)):

 

19.07.2007

19.07.2006

 


 

Sommer in Schlickelde: 33,2°C

[15. Juli 2007, 20.15 Uhr]

Nach einer langen Durststrecke ist er nun endlich nach Schlickelde zurückgekehrt: Der Sommer. Mit einem Tageshöchstwert von 33,2°C verzeichnete die Wetterstation an der Wöstenstraße heute um 15.53 Uhr den bisherigen Spitzenwert des ganzen Jahres und den dritten "Heißen Tag" mit einem Wert von 30,0°C oder mehr. Dabei hatte die Temperaturkurve am frühen Morgen ihren Höhenflug noch tief im kühlen Keller begonnen: Frische 14,4°C zeigten die Schlickelder Messgeräte beispielsweise noch um 6 Uhr in der Frühe. Es folgte ein rasanter Anstieg mit dem Durchbruch der 20°C-Mauer um 08.27 Uhr, der 25°C-Marke um 10.22 Uhr und um Punkt 14 Uhr wurden schließlich auch die magischen 30°C überschritten. Mit Taupunkttemperaturen, die besonders mittags und abends (nach einigen wenigen Regentropfen) zeitweise bis auf 21°C anstiegen, machte sich zusätzlich eine recht deutliche Schwüle bemerkbar, die sich definitionsgemäß ab Taupunkten von etwa 15-17°C aufwärts einstellt. Der nachmittags deutlich nachlassende Wind trug ebenso dazu bei. Glücklich all diejenigen, die ein kühles Wässerchen in ihrer Nähe wussten, in dem sich der neugeborene Sommer so richtig genießen ließ.

 


 

Juni 2007: Zu warm, zu nass, weniger Sonne

[10. Juli 2007, 20.30 Uhr]

Es war ein überdurchschnittlicher erster Sommermonat, der Juni 2007. Jedenfalls was die Lufttemperaturen und die Niederschlagsverhältnisse angeht. Nach Auswertung aller 172.800 Datensätze des Monats, kommt die Wetterstation Mettingen-Schlickelde zu folgenden Ergebnissen: Mit einem Durchschnittwert von 17,7°C lag die Monatsmitteltemperatur im Juni um satte + 2,3 Grad über dem vieljährigen Normalwert der Referenzperiode 1961 bis 1990 von 15,4°C (Quelle: DWD, Station Flughafen Münster/Osnabrück).

Auch die Niederschlagsverhältnisse waren mit einer Gesamthöhe von 94,2 mm und einer Abweichung von + 17 % überdurchschnittlich (Quelle: DWD, Station Westerkappeln). Wie die Datenauswertungen diverser Nachbarstationen außerdem zeigte, blieb die Sonnenscheindauer im Juni 2007 mit 154,9 Stunden und einer prozentualen Abweichung von - 21 % dagegen deutlich unterdurchschnittlich (Quelle: DWD, diverse Stationen). Es wurden 8 "Sommertage" mit einem Tagesmaximum von mindestens 25,0°C (Vorjahr: 11) sowie zwei "Heiße Tage" mit Höchstwerten über 30,0°C (Vorjahr: 1) registriert. Den Monats-Spitzenwert verzeichnete die Schlickelder Station dabei am 08. Juni mit 30,3°C, das absolute Minimum mit 8,4°C am 27. Juni.

Die weiteren Monatsmittelwerte: Relative Luftfeuchte 79,5 % (+5,4 %), Luftdruck (reduziert auf Normalnull) 1011,8 hPa, Windgeschwindigkeit (11m Höhe) 7,9 km/h. Das herausragende Wetterereignis war ein heftiges Starkregen- und Graupelgewitter mit einer Gesamtniederschlagsmenge von 31,3 Litern pro Quadratmeter sowie einem neuen Niederschlagsintensitäts-Rekord (3,3 Liter/m² innerhalb einer Minute) am frühen Abend des 09. Juni. Am 11.06. kam es außerdem im Raum Nordwalde zu örtlich erheblichen Sturmschäden, Augenzeugen sprachen von einer "Windhose". Dieser Tornado-Verdachtsfall wird derzeit noch geprüft.

Mehr zum Schlickelder Klima finden Sie hier.

 


 

Funnelcloud am 9. Juni nordöstlich von Schlickelde?

[23. Juni 2007, 14.45 Uhr]

Sicher könnenFormationsich einige Schlickelder Leser noch an das heftige Gewitter vom späten Nachmittag des 09. Juni über dem Raum Schlickelde erinnern. Wir haben hier in der Rubrik "Aktuell" darüber berichtet. Erst jetzt, zwei Wochen später, wurde die Videodokumentation der Gewitterpassage ausgewertet, auf der eine auffällige Wolkenformation zu sehen ist, die nun den zumindest schwachen Verdacht einer Funnelcloud (Tornado-Vorstufe) oder gar eines Tornados mit Bodenkontakt hat aufkommen lassen. Im Rahmen der weiteren Analyse sucht die Wetterstation Mettingen-Schlickelde nun eventuelle Augenzeugen aus dem Bereich Schlickelde/Westerkappeln/Mittellandkanal, die nähere Angaben zu Beobachtungen oder gar Schäden während des genannten Gewitters machen können. Ganz speziell geht es hier um den zeitlichen Bereich um 16.52 Uhr herum, als sich die Wolkenformation in Richtung der "Düsterdieker Niederung" bildete. Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier auf der Webseite unter "Kontakt". (Foto: Bizarre Wolkenformation nordöstlich von Schlickelde. Anklicken öffnet Zeitraffer-Video (1,5 MB).)

 


 

Juni 2007 - Halbzeitbilanz

[22. Juni 2007, 13.30 Uhr]

Nachdem in den vergangenen Tagen alle 86.400 Einzeldatensätze der ersten Monatshälfte an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde ausgewertet wurden, bietet sich eine kleine Halbzeit-Zwischenbilanz des Monats Juni an. Bis einschließlich zum 15.06. betrug der Mittelwert der 2m-Lufttemperatur für die erste Juni-Hälfte in Schlickelde 19,4°C und lag damit um markante + 3,6 K über dem langjährigen Mittel der Normalperiode 1961-1990, diese allerdings bezogen auf den gesamten (!) Monat. Desweiteren fielen zwischen dem 01. und 15.06. insgesamt 47,3 mm Niederschlag, während in einem durchschnittlichen, gesamten Juni in Mettingen ein Normalwert von 80,3 mm zu erwarten ist. Auch hier liegen wir derzeit also bereits über dem Erwartungswert (+ 18 %). Auch das bisherige Mittel der Relativen Luftfeuchte lag mit 78,5 % um + 4,4 % oberhalb des Juni-Normalwertes (74,1 %). Eine detaillierte Auswertung der Sonnenscheindauer an den Schlickelder Nachbarstationen ist derzeit noch nicht möglich und wird dann am Monatsende nachgeholt. Fazit: Die erste Junihälfte 2007, sie war deutlich zu warm sowie ein wenig zu regenreich und zu feucht.

 


 

Tornados bei Nordwalde und Lengerich?

[17. Juni 2007, 15.53 Uhr]

Per Email erreichte die Wetterstation Mettingen-Schlickelde die Meldung über die mögliche Bildung eines Tornados am 11. Juni gegen 17.30 Uhr im Raum Nordwalde/Altenberge im Kreis Steinfurt, etwa 35 Kilometer südwestlich von Mettingen. Meteorologe Thomas Sävert von der "Unwetterzentrale", die unter anderem aus den Unwetterwarnungen in der ARD und dem WDR-Fernsehen bekannt ist, schreibt folgendes:

"Laut Zeugenaussagen und Aussagen der Ortsfeuerwehr Nordwalde ist dort im Ort auf der Bahnstrecke zwischen Nordwalde und Altenberge eine Windhose gewesen, die etliche Vegetationsschäden hinterlassen hat und sogar die Bahnlinie für mehr als eine Stunde lahm gelegt hat."

Leider gibt es bislang nur lückenhafte Informationen zu dem Ereignis, was die Recherchen sehr erschwert. Daher an dieser Stelle der Aufruf: Sollte jemand weitere Angaben zum Unwetter vom 11. Juni im Raum Nordwalde/Altenberge machen können, so bitten wir um eine kurze Kontaktaufnahme. Weiterführende Informationen dazu finden Sie hier auf der Webseite unter "Kontakt".

Radar25.05.Ein weiteres Unwetter tobte bereits am 25. Mai gegen 13.30 Uhr unter anderem auch über den Raum Lengerich hinweg (siehe Bericht weiter unten). Nach einer Meldung der "Westfälischen Nachrichten" soll auch hier eine "Windhose" aufgetreten sein: "An einigen Stellen drehten Windhosen Bäume ab. Ein Baum deckte auf dem Parkplatz neben der Katholischen Kirche ein Auto zu. Zum Glück war es unbesetzt. Am Fahrzeug entstand erheblicher Schaden. Das Wellblechdach einer Scheune am Schniederhook wurde vom Sturm abgedeckt. Am Aldruper Damm im Bereich Schniederhook und Aakämpe stürzten zahlreichen Eichen und Tannen um. Von einer Unterstellscheune wurde das gerade frisch angebrachte Wellblechdach heruntergerissen und landete in der Wiese. Eine Eiche fiel glücklicherweise nicht auf das nahe liegende Haus sondern im Garten und deckte einen Gastank zu. Der Aldruper Damm musste zeitweise gesperrt werden, bis umgestürzte Bäume entfernt und abgeknickte Äste von der Feuerwehr abgesägt waren." Zudem liegt eine Medung zu einem beobachteten Funnel (Tornado-Vorstufe ohne Bodenkontakt) vor. Auch in diesem Verdachtsfall werden noch dringend Augenzeugen gesucht. (Foto: Radarbild von 13.45 Uhr. Die Gewitterzelle liegt genau über Lengerich. Quelle: www.wetteronline.de)

 


                           

Kräftiges Gewitter bringt neuen Niederschlagsrekord

[09. Juni 2007, 20.00 Uhr]

StarkregenEin kräftiges Gewitter sorgte am heutigen Nachmittag zwischen 17.00 und 17.45 Uhr über Schlickelde für Starkregen, kleinen Hagel mit etwa 5 bis 6 Millimetern Durchmesser und eine Gesamtniederschlagsmenge von 31,3 Litern pro Quadratmeter. Das Niederschlagsmaximum wurde dabei um 17.18 Uhr mit einer Intensitätsspitze von 3,3 Litern pro Quadratmeter in nur einer Minute erreicht. Dies entspricht einer Regen-Stundenrate von knapp 200 Litern, stellt einen neuen absoluten Schlickelder Rekord für Niederschlagsintensitäten dar und übertrifft den alten Wert von 2,7 Litern, gemessen am 25. Juni 2006, recht deutlich.

Desweiteren wurde während des Gewitters ein Temperatursturz von 30°C um 16.20 Uhr auf nur noch 18°C um 17.30 Uhr, ein Luftdrucksprung von +2,5 hPa und eine Windspitze von 45,0 km/h registriert.

 

 


 

Meteorologischer Sommer hat begonnen

[01. Juni 2007, 22.20 Uhr]

SommeranfangMit dem heutigen 1. Juni hat nun nach mehreren, verfrühten sommerlichen Witterungsphasen im April auch ganz offiziell der meteorologische Sommer 2007 begonnen. Im Gegensatz zum astronomischen Sommeranfang am 21.06. wurde in der Meteorologie der Beginn des Sommers, wie auch aller anderen Jahreszeiten, auf den ersten Tag des Monats festgelegt, so dass sich jede Jahreszeit über genau drei vollständige Monate erstreckt. Dies hat insbesondere Vorteile bei der Bestimmung von Jahreszeiten-Mittelwerten, die somit unmittelbar aus den entsprechenden drei Monatsmitteln berechnet werden können.

Im vergangenen Jahr erlebte Mettingen am 1. Juni mit einem Tagesmaximum von nur 12,4°C übrigens den kältesten Sommeranfang seit mindestens 15 Jahren. Es folgte ein weit überdurchschnittlich sommerlicher Juni sowie ein Jahrhundert-Juli, der mit einer Temperaturabweichung von mehr als +5 Grad als wärmster Monat überhaupt in die deutsche Klimageschichte einging. Lediglich der August fiel mit -0,9 Grad Abweichung zu kühl und auch deutlich zu nass aus. Der Sommer 2007, ein weiterer Rekordsommer? Das weiß zum jetzigen Zeitpunkt wohl nur Petrus.
 



 

Hagelunwetter über Landkreis Osnabrück

[25. Mai 2007, 14.47 Uhr]

14.57 Uhr:    Dies ist eine aktuelle Vorabmeldung: Ein schweres Hagelunwetter hat am heutigen frühen Nachmittag Teile des Landkreises Osnabrück heimgesucht. Laut ersten Meldungen (Stand 14 Uhr) fielen im Bereich Hagen am Teutoburger Wald (knapp südsüdwestlich von Osnabrück) bis zu hühnereigroße Hagelkörner vom Himmel, die in mindestens drei Gärtnereien schwere GlassHagelchäden verursachten. Mehr ist derzeit noch nicht bekannt.

17.45 Uhr:   Wie eine Ortsbesichtigung der angegebenen Schadensorte in der Region Hagen a. T.W. zusammen mit Sven Lüke von "Skywarn" (www.skywarn.de) am späten Nachmittag ergab, kann die anfängliche Meldung über hühnereigroße Hagelkörner und schwere Glasschäden an erwähnten Gewächshäusern nicht bestätigt werden. Laut Augenzeugen dürfte die Größe der Körner, die während des etwa 10 Minuten andauernden Hagels auftraten, zumindest im von uns untersuchten Gebiet vielmehr etwa den Durchmesser eines 2 Euro-Stückes erreicht haben. Vielerorts lagen noch größere Mengen abgerissener Blätter unter den Bäumen am Straßenrand (Foto) und vor den Gewächshäusern einer Gärtnerei fanden wir auch 2 bis 3 Stunden nach dem Gewitter noch einen zusammengekehrten Haufen mit Hagelkörnern von noch immer beträchtlicher Größe. Über nennenswerte Schäden im Landkreis Osnabrück ist bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts bekannt.

19.30 Uhr:   Auch im Kreis Steinfurt sorgte die Osnabrücker Hagelzelle zuvor für örtlich unwetterartige Erscheinungen. So stürzten an der privaten Wetterstation von Daniel Hellwig in Emsdetten (www.wetter-emsdetten.de) gegen 13 Uhr innerhalb von nur 20 Minuten 30 Liter Regen pro Quadratmeter nieder. Teile des Emsdettener Stadtgebietes wurden überschwemmt. Auch in Lengerich sorgten Starkregenfälle für überflutete Straßen. Die Wetterstation Mettingen-Schlickelde wurde von der Unwetter-Zelle jedoch nur am äußersten Rand gestreift, so dass hier lediglich eine Niederschlagsmenge von 3,2 Litern/m² registriert wurde.
 


 

Bonner Unwetter: War ein Tornado mit im Spiel?

[24. Mai 2007, 13.30 Uhr]

Sicher haben auch Sie in den vergangenen Tagen die verheerenden Schadensbilder des Unwetter1schweren Unwetters vom späten Nachmittag des 22.05. in Bonn in den Medien verfolgen können. Da ich selbst als Meteorologiestudent der Uni Bonn meinen Zweitwohnsitz in der Bonner Südstadt habe und mich auch zum Unwetterzeitpunkt dort aufhielt, wurde auch ich Zeuge des gewaltigen Gewittersturms, der vieles persönlich bisher gesehene in den Schatten stellte. Um zumindest einen kleinen Eindruck von der Kraft des Unwetters zu bekommen, möchte ich an dieser Stelle auf ein beeindruckendes Kurzvideo meines Bonner Kumpels Holger Reiter hinweisen, dessen Aufnahmen aus Bonn-Endenich sehr schön die aufgetretenen Downbursts (extreme Gewitterfallböen) zeigen, die im Stadtgebiet örtlich orkanartige Windgeschwindigkeiten erreichten. Das Video finden Sie hier.

Unwetter2Doch auch ich konnte vor Losbrechen des Sturmchaos´ von meiner Wohnung in der Südstadt aus noch einige Fotos von der Gewittervorderseite aufnehmen, bevor der extreme Starkregen die Sicht bis auf unter fünf Meter herabsetzte und Aufnahmen fast unmöglich machte. Außerdem hatte ich nur wenige Minuten später mit Wassereinbrüchen zu kämpfen, die selbst durch geschlossenes Mauerwerk hindurch etwa zwei Quadratmeter Zimmerwand durchnässten (Foto rechts). Besonders eines der Fotos gibt den meteorologischen Experten, die derzeit mit der Analyse des Bonner Unwetters beschäftigt sind, noch einige Rätsel auf. Ich konnte darauf eine markante Wolkenformation festhalten, die einem rüsselförmigen Gebilde nicht ganz unähnlich ist. (Foto links) Möglicherweise handelt es sich hierbei um die Reste einer Funnelcloud (Tornado ohne Bodenkontakt) oder gar eines Tornados, die sich in den folgenden zwei Minuten weiter auflösten bzw. zunehmend hinter dem einbrechenden Starkregenvorhang verschwanden. Tatsächlich tauchten noch am selben Abend aus Teilen des Bonner Stadtgebietes einzelne Augenzeugenmeldungen auf, in denen ebenfalls von einer "Windhose" berichtet wurde. Genauere Auswertungen und Befragungen dauern derzeit noch an.

 



 

Schlickelde entgeht nur knapp spätem Bodenfrost

[18. Mai 2007, 17.30 Uhr]

Aufatmen bei den Hobbygärtnern: Mit einem Temperaturminimum von nur +0,7°C, gemessen um 03.48 Uhr in fünf Zentimetern Knöchelhöhe über unbewachsenem Boden, entging die Schlickelder Zierbotanik in den heutigen Morgenstunden nur knapp einem verspäteten Gruß der Eisheiligen. Ursache für die kräftige Auskühlung war der niedrige Taupunkt (trockene Luft), ein glasklarer Nachthimmel sowie ein zumindest zeitweise völlig einschlafender Wind, der die Ansammlung bodennaher Kaltluft begünstigte. Die nächsten Nächte dürften nun wieder deutlich milder ausfallen.
 


 

Nach der Trockenheit: Regensoll für Mai bereits erreicht

[11. Mai 2007, 20.00 Uhr]

Nur fünf Tage nach den ersten Mairegentropfen und ihrem damit einhergehenden Ende, ist die beispiellose Trockenzeit der vergangenen Wochen nun bereits längst wieder meteorologische Geschichte. Mehr noch: Mit einer Gesamtniederschlagsmenge von 61,7 Litern pro Quadratmeter, die in Schlickelde zwischen dem 06. und 11. Mai vom Himmel fielen, wurde nun innerhalb von nur fünf Tagen bereits fast das Niederschlagssoll für den gesamten Monat Mai erfüllt. Dieser beschert uns im vieljährigen Mittel (Station Westerkappeln 1961 bis 1990) normalerweise nämlich eine Summe von 63,6 Litern pro m². Somit steht bereits jetzt fest, dass der Mai 2007 am Ende voraussichtlich zu nass, zumindest jedoch niederschlagsmäßig normal ausfallen wird. Freuen dürften die ergiebigen Regenfälle der vergangenen Tage besonders alle Gartenbesitzer und Landwirte, deren Feldern somit die größten Schäden gottlob erspart geblieben sind.
 




Trockenheit erreicht ihren Höhepunkt

[05. Mai 2007, 20.40 Uhr]

Vor den örtlich ergiebigen Regenfällen, die ab einschließlich Montag auch in unserer Region zu erwarten sind, erreicht die Trockenheit im Mettinger Land in diesen TagenTrockenheit4 ihren Höhepunkt. Wie eine Grabung auf dem etwa 1,3 Quadratmeter großen, unbewachsenen Bodenmessfeld der Station am gestrigen Tag ergab, befindet sich die Grenze zwischen völlig ausgetrockneter Oberflächenschicht und noch restfeuchtem Erdboden darunter bereits in etwa sieben Zentimetern Tiefe (rechts). Auf ausgedehnten,Trockenheit5bewuchsfreien Ackerflächen dürfte diese Grenzschicht dagegen wohl noch um einiges tiefer liegen. Zudem sind inzwischen etwa 70 bis 80 Prozent des mit Gras bewachsenen, restlichen Messfeldes vollkommen "verbrannt"(links). Damit ähnelt der Anblick bereits jetzt wieder dem Zustand vom extremen Juli des vergangenen Jahres. Eine künstliche Beregnung der Stationsfläche ist aufgrund fehlerhafter Beeinflussung der Messwerte nicht erlaubt. In den vergangenen 41 Tagen waren in Schlickelde gerade einmal 4,6 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen.

 


  

April 2007: Zweieinhalb Flaschen Wasser und sieben Sommertage

[02. Mai 2007, 16.03 Uhr]

"Nehmen Sie zweieinhalb handelsübliche Getränkeflaschen voll Wasser und gießen Sie diese auf einem Quadratmeter Fläche Ihres GartensTrockenheit1 aus." So könnte man die Niederschlagsverhältnisse simulieren, die an der Klimastation in Schlickelde in den vergangenen 30 Tagen aufgezeichnet und ausgewertet wurden. 1,5 Liter pro Quadratmeter am 3. April, 0,1 Liter am 7. April, wenige Tropfen (0,0 bis 0,1 Liter) am 18. und nochmals 0,8 Liter am 24. April. Das ist alles, was zwischen dem 01. und 30.04. an messbarem Regen im Schlickelder Niederschlagsmesser landete. 2,5 Liter pro Quadratmeter, das entspricht weniger als fünf Prozent des normalerweise im April zu erwartenden Wertes von 52,7 Litern. Eine sehr ungewöhnliche Trockenperiode, die mit kaum nennenswerten Niederschlagsmengen nun bereits seit dem 24. März anhält und dem April 2007 den Titel des trockensten Monats in der gesamten Schlickelder Beobachtungsgeschichte einbringt. Besonders fatal ist hierbei das Zusammenfallen von Vegetationsbeginn und anhaltender Trockenheit. Während die meisten Bäume und andere tiefwurzelnde Pflanzen noch von den überaus ergiebigen Winterniederschlägen profitieren können, bereitet der mittlerweile extrem niedrige Feuchtegehalt in den obersten 10 bis 20 Zentimetern des Erdbodens vor allem Flachwurzlern und landwirtschaftlichen Kulturpflanzen große Probleme. Grund für die starke Austrocknung war aber nicht nur die ungewöhnliche Niederschlagsarmut, sondern auch noch andere Faktoren der derzeitigen Wetterlage. Diese war und ist geprägt von kräftigem, äußerst stabilem Hochdruckeinfluss über Mittel- und vor allem Nordeuropa. Da Hochdruckgebiete in unseren Breiten im Uhrzeigersinn umströmt werden, lagen wir so in den vergangenen Wochen an der Südseite des Hochs oftmals in einer östlichen bis nordöstlichen Strömung, mit der, mangels großer Wasserflächen in Osteuropa, fortwährend sehr trockene und warme Festlandsluft zu uns gelangen konnte. Dies lässt sich auch durch die Luftfeuchteregistrierungen der Schlickelder Station belegen, die mit einem Monatsmittel von nur 64,2 Prozent rekordverdächtig weit unter dem April-Normalwert von 73,3 Prozent lagen. In Kombination mit der hohen, ungewöhnlich langen Sonneneinstrahlung, den sommerlichen Temperaturen sowie kräftigem Wind, der immerzu neue trockene Luftmassen heranführte, erfolgte die Austrocknung der Böden in rekordverdächtig hohem Tempo.

Trockenheit2Doch nicht nur die Trockenheit brach im April 2007 alle bisherigen Rekorde. Mit einem sehr ungewöhnlich hohen Temperaturmittel von 12,2°C fiel der Monat in Schlickelde auch um deutliche 4,1 Grad zu warm aus, der wärmste Aprilmonat in der deutschen Klimabeobachtungsgeschichte. Nicht weniger als sieben Sommertage mit einer Tageshöchsttemperatur von mindestens 25°C registrierten die Messgeräte am Nagelmanns-Moor seit dem 01.04.. Eine Häufigkeit, die in einigen der vergangenen Jahre selbst im Juli nicht erreicht wurde. Der absolute Spitzenwert wurde dabei am 16.04. mit 28,4°C gemessen, ebenfalls ein deutlicher neuer Monatsrekord. Typisch für sehr trockene Luftmassen und Erdbodenverhältnisse, kühlte es nachts dagegen aber auch ebenso stark aus: An immerhin 12 von 30 Tagen wurde morgendlicher Bodenfrost, an drei Tagen sogar nochmals Luftfrost beobachtet, besonders intensiv am 21.04. mit -2,4°C in 2 Metern Messhöhe sowie -5,8°C in Bodennähe. Doch es ist nicht nur der diesjährige April, der den Klimaforschern Sorgen bereitet. Vielmehr ist es die unheimliche Serie von Wetterrekorden, die sich inzwischen wie ein roter Faden durch die gesamten letzten zehn Monate zieht und in ihrer Intensität viele Fachleute schlicht erschaudern lässt: Wärmster Juli sowie wärmster Herbst seit Jahrhunderten (2006), mildester Winter seit Beginn deutscher Klimabeobachtungen und nun der neue Aprilrekord. Mit Ausnahme des August 2006 lagen die vergangenen zehn Monate in Schlickelde allesamt um 2,5 bis 5,2 Grad über dem zwischen 1961 und 1990 gemittelten Klima-Vergleichswert. Zahlen, deren Dimension erst dann deutlich wird, wenn man berücksichtigt, dass der Temperaturanstieg seit der letzten Eiszeit vor ungefähr 21.000 Jahren bis heute etwa 5 bis 6 Grad betrug.

Gedeien statt Stiefmütterchen und Co. nun bald Kakteen in den Schlickelder Gärten? Wir werden Sie weiterhin auf dem Laufenden halten.

 



 

Schlickelder Wettertaube: Noch mindestens 4 Wochen trocken

[28. April 2007, 17.30 Uhr]

WettertaubeEtwa fünf bis sieben Tage, soweit reichen die derzeit besten Wettervorhersage-Modelle mit einigermaßen genauen Ergebnissen maximal in die Zukunft. Benötigt man darüber hinaus Aussagen über den kommenden Wettercharakter, werden die Informationen sehr schnell ungenau. Doch all das ist nun Vergangenheit, denn seit heute verfügt die Wetterstation Mettingen-Schlickelde über ein Vorhersagesystem, welches die modernsten Modelle allesamt in den Schatten stellen dürfte: Die "Schlickelder Wettertaube"! Dieser tierische Wetterprophet hat sich in den vergangenen Tagen ausgerechnet die offene Regenrinne im zweiten Stock unseres Wohnhauses als Nistplatz ausgesucht und bebrütet seit heute fest die ersten Eier. Da die Brutzeit dieser Taubenart (Türkentaube) etwa 13 bis 14 Tage beträgt und die geschlüpften Jungvögel danach nochmals mindestens zwei Wochen im Nest verbleiben, sollte es zumindest so lange noch trocken bleiben, denn sonst ...

(Alle Angabe ohne Gewähr! Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte direkt an die Taube.)
 

 


 

April 2007: Trend zum absoluten Ausnahmemonat

[27. April 2007, 17.00 Uhr]

Nur drei Tage vor Monatsende befindet sich der April 2007 auf einem  absolut außergewöhnlichen Rekordkurs. Aller Voraussicht nach wird der Monat letztendlich mit einer Temperaturabweichung zwischen +3,5 und +4,5 K wohl nicht nur als inzwischen achter Monat in Folge drastisch zu warm, sondern auch rekordverdächtig sonnenscheinreich ausfallen. Noch dramatischer ist allerdings die Niederschlagsentwicklung: Seit dem 24. März fielen lediglich 5,1 Liter Regen auf den Schlickelder Quadratmeter, im bisherigen Aprilmonat waren es sogar nur ganze 2,4 Liter! Statistisch normal wäre dagegen eine Menge von etwa 50 Litern/m². Und da nach derzeitigem Stand der Modellrechnungen (27.04.) auch bis zum Monatsende keine relevanten Niederschläge mehr zu erwarten sind, könnte der April 2007 somit als trockenster Monat der Schlickelder Stationsgeschichte in die Klimastatistiken eingehen.
 

 



 

Frostiges Erwachen: -2,4°C

[21. April 2007, 14.30 Uhr]

ZapfenEin frostiges Erwachen gab es in Schlickelde am heutigen Samstagmorgen. Mit einem Tiefstwert von -2,4°C in der Klimahütte in zwei Metern Höhe rutschten die Temperaturen nochmals recht deutlich in den Minusbereich. Am Bodenmessfeld der Station wurde in fünf Zentimetern Messhöhe über der bewuchsfreien Erdoberfläche sogar ein Minimum von -5,8°C erreicht. Mettingen-Schlickelde gehörte damit in der vergangenen Nacht zu den kältesten Stationen bundesweit. Selbst auf der 2963m hohen Zugspitze war es mit -3,1°C nur wenig kälter. Wohl denen, die früh genug für die Evakuierung oder Frostberegnung (Foto links) empfindlicher Pflanzen gesorgt hatten. In welchem Umfang durch die Frosttemperaturen Schäden an den vielfach bereits weit fortgeschrittenen Obstblüten der Region entstanden sind, ist derzeit noch unklar. Ursache für die starke Auskühlung waren unter anderem die ungewöhnlich niedrige Luftfeuchte (Taupunkt gestern bei -1 bis -2°C), die nun schon seit Wochen andauernde Trockenheit, der späte nächtliche Bewölkungsaufriss (nach wenig erwärmender Einstrahlung durch bedeckten Himmel tagsüber) sowie der vollkommen einschlafende Wind.

 

 


 

Erhebliche Trockenheit auch in Mettingen

[20. April 2007, 13.00 Uhr]

Traktoren, die auf ausgetrockneten Äckern riesige Staubfahnen hinter sich herziehen, Hobbygärtner-Triathlon mit Gießkanne, Gartenschlauch und Rasensprenger, zweithöchste Waldbrand-Gefahrenstufe in den hiesigen Wäldern: Die Trockenheit der vergangenen Zeit hinterlässt auch im Mettinger Land erste deutliche Spuren. Nicht nur, dass die Schlickelder Messgeräte seit dem 24. März eine magere Gesamtniederschlagssumme von nur 3,7 Litern pro Quadratmeter registrierten. Auch die bereits wieder sehr intensive, lang anhaltende Sonneneinstrahlung, zeitweise recht hohe Windgeschwindigkeiten und rekordverdächtig trockene Luftmassen (z.B. 21,0 % relative Feuchte am 16.04.) entziehen den Böden ihre Feuchtigkeit wie im Zeitraffertempo. Dies gilt allerdings nur für die obersten Bodenschichten, denn nach den überaus ergiebigen Regensummen der ersten drei Monate des Jahres (Summe: 329,3 l/m² / Normalwert: 184,7 l/m²) dürften beispielsweise die Reserven in Grundwasser und Speicherseen erheblich sein.

 


 

Neuer absoluter April-Rekord: 28,4 °C

[16. April 2007, 17.00 Uhr]

Nur 48 Stunden nach dem frühesten Sommertag ihrer Aufzeichnungsgeschichte wurde heute an der Schlickelder Klimastation ein weiterer Rekord aufgestellt: Mit einem Tageshöchstwert von 28,4°C, gemessen nach WMO-Norm in der großen "Englischen Wetterhütte", war der heutige 16.04. der wärmste Apriltag seit mindestens 16 Jahren (Messbeginn Mai 1991), und das nach einem morgendlichen Minimum von nur 2,3°C in Bodennähe. Der alte Spitzenwert, gemessen am 30.04.1993 (also erst Ende April!) mit 27°C wurde damit gleich um fast eineinhalb Grad überboten. Der neue Rekord wird umso beachtlicher, wenn man bedenkt, dass im Verlauf des Monats April naturgemäß ein strahlungsabhängiger, deutlicher Temperaturschub zu verzeichnen ist und sich Temperaturniveaus von Mitte und Ende April somit eigentlich nicht direkt vergleichen lassen.

 


 

Rekord: Sommertag mitten im April

[14. April 2007, 20.51 Uhr]

Das ist in der nunmehr über 16jährigen Geschichte lückenloser Schlickelder Höchsttemperatur-Aufzeichnungen absolut einzigartig: Mit einer Tagesspitze von 25,5°C registrierte die Wetterstation Mettingen-Schlickelde heute den frühesten Sommertag ihrer Geschichte. Nie zuvor wurde die 25°C-Marke, die als meteorologische Sommertags-Grenze definiert ist, früher durchbrochen als in diesem Jahr. Bisheriger Rekordhalter war das Jahr 1996, als das Quecksilber am 20. April 25,8°C erreicht hatte. Vergleichsweise spät, dafür allerdings umso deutlicher dagegen der erste Sommertag 1994, der damals erst am 25. Juni mit 32,6°C registriert worden war.

Analysiert man sämtliche Schlickelder Messreihen der Jahre 1992 bis 2006 und bildet ein zeitliches Mittel aus den jeweiligen Eintrittsdaten des ersten Sommertages, so ergibt sich als Durschnittsdatum der 11. Mai. Das heißt also: Höchsttemperaturen von 25 oder mehr Grad sind im Jahreslauf normalerweise erstmals um den 11. Mai, also erst knapp vier Wochen später als dieses Jahr zu erwarten. Die zeitliche Schwankungsbreite ist allerdings beträchtlich, wie folgende Auflistung mit den jeweils ersten Sommertagen der vergangenen Jahre verdeutlicht.                                                                                                                                                                                                                                             

Erster Sommertag (Max. mind. 25°C)

Höchsttemperatur

1992

14.05.1992

28°C

1993

24.04.1993

25°C

1994

25.06.1994

32,6°C

1995

05.05.1995

25,9°C

1996

20.04.1996

25,8°C

1997

17.05.1997

28,5°C

1998

09.05.1998

26,7°C

1999

26.05.1999

25,1°C

2000

22.04.2000

25,1°C

2001

03.05.2001

26,5°C

2002

21.05.2002

25,8°C

2003

05.05.2003

25,1°C

2004

30.05.2004

25,0°C

2005

01.05.2005

27,3°C

2006

03.05.2006

26,1°C

                                                                                                 


 

März 2007: Zu warm, zu nass, zu sonnig

[11. April 2007, 16.43 Uhr]

Er setzte das Werk seiner Vorgänger fort: Mit einem Monatsmittel von 7,2°C fiel der März 2007 in Schlickelde um 2,5 K zu warm aus und geht somit als nun bereits siebter, markant übertemperierter Monat in Folge in die Klimastatistiken ein. Mit Ausnahme des August (-0,9 K) lagen demnach alle Monate seit dem Juni 2006 deutlich über den Normalwerten der Referenz-Periode 1961-1990. Doch er war nicht nur zu warm, sondern mit einer Schlickelder Gesamtniederschlagshöhe von 71,1 mm auch etwas zu nass (+ 15 %), während die Relative Luftfeuchte mit einem Monatsmittel von 76,0 % etwas unter dem vieljährigen, regionalen Normalwert lag (Münster-Zoo 1961-1990: 78,2 %). Auswertungen der Daten am Flughafen Münster/Osnabrück bescheinigten dem ersten Frühlingsmonat 2007 außerdem mit insgesamt 139,7 Stunden einen deutlichen Sonneinscheindauer-Überschuss von + 27 Prozent (Quelle: DWD).

 


 

Schlickelde wird Standort internationaler Klimaforschung

[01. April 2007, 09.21 Uhr]

Die Nachricht erreichte den Betreiber der Wetterstation Mettingen-Schlickelde, Andre Hergemöller, am frühen Sonntagmorgen völlig überraschend per Mail: Ein internationales Forscherteam aus 25 Klimatologen, Geophysikern und Ozeanographen, zusammengestellt durch ein Fachgremium der WMO ("World Meteorological Organization") in Genf interessiert sich für die Klimastation in Schlickelde, deren Daten nach einem aufwendigen Prüfungsverfahren unter anderem in die Erstellung völlig neuartiger Klimamodelle zur detaillierten Erforschung des antropogen verursachten Treibhauseffektes einfließen sollen.

Zur Begründung ihrer Entscheidung ausgerechnet für den Standort Schlickelde, führten die Forscher unter anderem die besondere Lage der Meßstation an, die "in geradezu idealer Weise eine bisher bestandene Lücke im globalen Beobachtungsnetz fülle", so die Experten wörtlich. Da das offizielle Messnetz der WMO im Nordwesten Deutschlands zwischen den Standorten Münster, Hannover und Lingen einen großen Bereich ohne direkte Messungen aufweise, habe man sich nach langen Verhandlungen schließlich für die private Station in Schlickelde entschieden. Eine erste, etwa dreimonatige Testphase, während der die Eignung der Schlickelder Messgeräte für die höchst präzise durchzuführenden Messungen geprüft werden soll, läuft in wenigen Tagen an. Wir halten sie hier auf der Stationsseite natürlich auf dem Laufenden.

Zu schön, um wahr zu sein:   April, April !!

 


 

Erdstoß erschüttert Mettingen

[20. März 2007, 22.01 Uhr]

BebenEin deutlich spürbarer Erdstoß hat in den Abendstunden des 20.03. den Raum Osnabrück und auch die Region Mettingen erschüttert. Um exakt 20.54 Uhr und 50 Sekunden registrierten die deutschen und europäischen seismologischen Stationen ein Erdbeben der Magnitude 3,6. Das Zentrum des Bebens lag am Punkt 52,24° N / 7,94° O, etwa einen Kilometer östlich von Hasbergen und neun Kilometer südwestlich von Osnabrück, in einer Tiefe von etwa 20 Kilometern. Ein zunächst vermuteter Bergschlag des Ibbenbürener Steinkohlebergbaus ist damit eher unwahrscheinlich, so dass es sich wohl tatsächlich um ein geologisches, tektonisches Beben gehandelt haben dürfte. (Abbildung: Seismogramm der Erdbebenstation Bensberg)

Besonders im Raum Ibbenbüren sind nach ersten Informationen (Stand: 20.03. / 22.01 Uhr) zahlreiche erschrockene Bürger aus ihren Häusern auf die Straße gelaufen. Über etwaige Schäden liegen derzeit noch keine Informationen vor.

(Datenquelle: http://www.emsc-csem.org/)

 

IVZ Update 21.03. / 13.30 Uhr:

Entgegen ersten Erkenntnissen dürfte es sich bei dem Erdbeben vom gestrigen Abend wohl doch um ein vom Bergbau induziertes Ereignis und kein natürliches, tektonisches Beben gehandelt haben. Wie neuere Analysen der Daten vom "European-Mediterranean Seismological Centre" ergaben, lag der Herd des Bebens demnach in nur ca. 1-2 Kilometern Tiefe zwischen Recke und Recke-Espel, etwa 150 Meter östlich der Abzweigung Mettinger Straße / Püttenbeckerstraße. Laut Angaben der Erdbebenstation Bensberg dürfte das Zentrum sogar direkt in Mettingen, wenige hundert Meter nördlich des Freibades an der Neuenkirchener Straße gelegen haben. Die Magnitude wird mit 3,6 bzw. 3,4 angegeben. Da die Auswertungen der Messungen derzeit noch andauern, könnten sich diese Daten in den kommenden Stunden noch verändern. 

Auch bei der Markscheiderei der DSK in Ibbenbüren geht man nun von einer bergbaubedingten Ursache für den Erdstoß aus. Dies wurde unter anderem aus Berichten des WDR und des Lokalradio-Senders "Radio RST" bekannt, dessen Meldung Sie sich hier anhören können. (Abbildung: Artikel der "Ibbenbürener Volkszeitung" vom 21.03. / zum Vergrößern bitte anklicken)                                                                                   



 

Frühling in Mettingen

[12. März 2007]

NarzissenElf Tage nach seinem meteorologisch definierten Beginn hat der Frühling dem Tüöttenstädtchen einen ersten Besuch abgestattet. Nachdem die 15°C-Frühlingsgrenze am 11.03. noch knapp um ein Zehntelgrad verfehlt worden war (14,9°C), ging der junge Lenz am 12.03. in die Vollen und bescherte dem Mettinger Land mit einer Schlickelder Tagesspitze von 16,9°C den ersten richtigen Frühlingstag des Jahres. Wie schon am Vortag sorgte Frühlingshoch "Maggi" mit Zentrum über Südostdeutschland für einen blankgeputzten Himmel, ein laues Lüftchen aus Südwest und Gute-Laune-Wetter pur. Lediglich in den frühen Morgenstunden erinnerte eine bodennahe Tiefsttemperatur von -1,2°C noch an den weichenden Winter. Derart große Tagesschwankungen in der Lufttemperatur sind typisch für sehr trockene Luftmassen, bereits stärker werdende Sonneneinstrahlung aber noch recht lange Nächte im zeitigen Frühjahr. Was nachts für einen glasklaren, sehr hellen Sternenhimmel sorgt, kann somit tagsüber schnell zu einem ersten Sonnenbrand auf der winterlich entwöhnten Haut führen.

 



 

Zweitwärmster Januar seit über 50 Jahren

[02. Februar 2007]

In Mettingen ist vor wenigen Tagen der zweitwärmste Januar seit mindestens 58 Jahren zuende gegangen. Mit einem Durchschnittswert von 6,1°C lag der erste Monat des Jahres 2007 in Mettingen-Schlickelde um drastische 4,9 Grad über dem vieljährigen Mittel der sogenannten WMO-Normalperiode von 1961-1990. Zum Vergleich: Der Januar 2007 entsprach damit in Schlickelde genau dem Wert eines normal temperierten Januars im spanischen Madrid. Besonders warm: Der 09.01., der mit einem Tagesmittel von 13,1°C fast das Niveau eines durchschnittlichen Mettinger September-Tages erreichte.

Als Basis für die Auswertungen wurden u.a. auch frei zugängliche Daten der Nachbarstationen am Flughafen Münster/Osnabrück bzw. Münster verwendet, deren Messungen bis ins Jahr 1949 zurückreichen, langjährig gemittelt nur unwesentlich von denen in Schlickelde abweichen und somit als Referenzwerte herangezogen werden können.

Im gesamten Zeitraum der vergangenen 58 Jahre gab es den Daten zufolge nur ein einziges Jahr, und zwar 1975, in dem die Januar-Mitteltemperatur mit 6,7°C noch über dem diesjährigen Wert lag.

Damit reiht sich nun bereits der fünfte Monat in Folge mit einer positiven Abweichung von über drei Grad in eine beispiellose Serie zu warmer Monate ein.

 


                                   

 

Orkan “Kyrill”: 110,5 km/h über Schlickelde

[18. Januar 2007]

Orkan1Mit Spitzenböen der Stärke 11 ("Orkanartiger Sturm") ist Orkan "Kyrill" am Donnerstag über den Raum Schlickelde hinweggewirbelt. Um Punkt 18.47 Uhr wurde dabei an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde in 10,9 Metern Masthöhe eine Spitzenböe von 110,5 km/h gemessen. Der mit Abstand höchste Wert in der Geschichte professioneller Schlickelder Windmessungen. Damit steht "Kyrill" in der Sturmgeschichte der vergangenen Jahre ziemlich einzigartig da. An zahlreichen Gebäuden in Schlickelde und der nahen Umgebung entstanden leichte Schäden. Überwiegend handelte es sich dabei um herabgewehte Dachziegel. Außerdem wurden Bäume entwurzelt oder abgebrochen, sowie an einzelnen Stellen die Telefonleitungen zerrissen,   so beispielsweise in der Nähe der Kowallstraße Richtung Espel. Auch Stromleitungen wurden örtlich unterbrochen, so dass in den späten Nachmittagsstunden und am Abend in Schlickelde zeitweise der Strom ausfiel. Doch wie kamen diese gewaltigen und jedes Mal nur wenige Sekunden dauernden, orkanartigen Böen überhaupt zustande?

Orkan4Das besondere am Orkantief "Kyrill" war ein sehr ausgeprägtes Starkwindfeld mit Windgeschwindigkeiten bis 200 km/h in etwa 1000 bis 1500 Metern Höhe über der Erdoberfläche. Zusätzlich entstanden in den Schauern und teils auch Gewittern, die sich besonders am Abend nach Durchzug der Kaltfront in mehreren Staffeln immer wieder entwickelten, sogenannte "Downbursts", in denen kalte und damit schwerere Luftmassen aus großer Höhe herabstürzten, somit eine Verbindung zum extremen Höhenwind herstellten und diesen bis zu uns ins Flachland hinunterrissen. Unter Fachleuten ist dieses äußerst gefährliche Phänomen als "Vertikaler Impulstransport" bekannt.

Doch "Kyrill" brachte uns nicht nur Rekord-Windböen, sondern auch lang anhaltenden, ergiebigen und zeitweise starken Regen. Besonders beim Durchgang der Kaltfront am Nachmittag wurden Spitzen-Intensitäten von bis zu 2,1 Litern pro Quadratmeter und Minute erreicht. Allein zwischen 16.00 und 16.10 Uhr fielen 11,6, in 24 Stunden insgesamt 40,1 Liter/m². Noch am nächsten Tag standen zahlreiche Wiesen und Äcker unter Wasser. Bäche, so beispielsweise die Recker Aa, waren vorübergehend bis zum Oberrand gefüllt.

 

 

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Extremwetter zum Jahresbeginn

[12. Januar 2007]

Es beginnt spektakulär, das neue Wetterjahr 2007. Und es setzt fort, was das alte Jahr begonnen hatte: Ein Mildwinter fast historischen Ausmaßes. Mit einem Temperaturmittel von sage und staune 8,1°C lagen die ersten zehn Januartage dieses Jahres unglaubliche 6,9 K über dem vieljährigen Normalwert der WMO-Referenzperiode 1961-1990. 8,1°C, das entspricht ziemlich genau einem durchschnittlichen April im Mettinger Land (8,2°C). Besonders extrem: Der 9. Januar, der mit einem Tagesmittel von 13,1°C das Niveau eines normalen Mettinger Septembertages erreichte! Extremwetter wahrlich historischen Ausmaßes folgte dann in der Nacht auf den 10.01.: Dank eines durchgehenden, kräftigen Warmluftstromes aus Südwesten sank die Temperatur nicht unter 12,2°C ab. Vergleichbar ist dies beispielsweise mit der Nacht vom 17. auf den 18. Juli 2006, dem Beginn der längsten Hitzewelle der vergangenen Jahre. Auch Orkantief "Franz", welches gestern mit einem neuen Windgeschwindigkeitsrekord von 92,9 km/h (09.20 Uhr) über uns hinwegraste, ändert an dieser Wetterlage kaum etwas. Ein wirklicher Wintereinbruch ist zumindest innerhalb der nächsten 8 Tage weiterhin nicht in Sicht.

 

 


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