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Funnelcloud am 9. Juni nordöstlich von Schlickelde?
[23. Juni 2007, 14.45 Uhr]
Sicher können sich einige Schlickelder Leser noch an das heftige Gewitter vom späten Nachmittag des 09. Juni über dem Raum Schlickelde erinnern. Wir haben hier in der Rubrik "Aktuell" darüber berichtet. Erst jetzt, zwei Wochen später, wurde die Videodokumentation der Gewitterpassage ausgewertet, auf der eine auffällige Wolkenformation zu sehen ist, die nun den zumindest schwachen Verdacht einer Funnelcloud (Tornado-Vorstufe) oder gar eines Tornados mit Bodenkontakt hat aufkommen lassen. Im Rahmen der weiteren Analyse sucht die Wetterstation Mettingen-Schlickelde nun eventuelle Augenzeugen aus dem Bereich Schlickelde/Westerkappeln/Mittellandkanal, die nähere Angaben zu Beobachtungen oder gar Schäden während des genannten Gewitters machen können. Ganz speziell geht es hier um den zeitlichen Bereich um 16.52 Uhr herum, als sich die Wolkenformation in Richtung der "Düsterdieker Niederung" bildete. Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier auf der Webseite unter "Kontakt". (Foto: Bizarre Wolkenformation nordöstlich von Schlickelde. Anklicken öffnet Zeitraffer-Video (1,5 MB).)
Juni 2007 - Halbzeitbilanz
[22. Juni 2007, 13.30 Uhr]
Nachdem in den vergangenen Tagen alle 86.400 Einzeldatensätze der ersten Monatshälfte an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde ausgewertet wurden, bietet sich eine kleine Halbzeit-Zwischenbilanz des Monats Juni an. Bis einschließlich zum 15.06. betrug der Mittelwert der 2m-Lufttemperatur für die erste Juni-Hälfte in Schlickelde 19,4°C und lag damit um markante + 3,6 K über dem langjährigen Mittel der Normalperiode 1961-1990, diese allerdings bezogen auf den gesamten (!) Monat. Desweiteren fielen zwischen dem 01. und 15.06. insgesamt 47,3 mm Niederschlag, während in einem durchschnittlichen, gesamten Juni in Mettingen ein Normalwert von 80,3 mm zu erwarten ist. Auch hier liegen wir derzeit also bereits über dem Erwartungswert (+ 18 %). Auch das bisherige Mittel der Relativen Luftfeuchte lag mit 78,5 % um + 4,4 % oberhalb des Juni-Normalwertes (74,1 %). Eine detaillierte Auswertung der Sonnenscheindauer an den Schlickelder Nachbarstationen ist derzeit noch nicht möglich und wird dann am Monatsende nachgeholt. Fazit: Die erste Junihälfte 2007, sie war deutlich zu warm sowie ein wenig zu regenreich und zu feucht.
Tornados bei Nordwalde und Lengerich?
[17. Juni 2007, 15.53 Uhr]
Per Email erreichte die Wetterstation Mettingen-Schlickelde die Meldung über die mögliche Bildung eines Tornados am 11. Juni gegen 17.30 Uhr im Raum Nordwalde/Altenberge im Kreis Steinfurt, etwa 35 Kilometer südwestlich von Mettingen. Meteorologe Thomas Sävert von der "Unwetterzentrale", die unter anderem aus den Unwetterwarnungen in der ARD und dem WDR-Fernsehen bekannt ist, schreibt folgendes:
"Laut Zeugenaussagen und Aussagen der Ortsfeuerwehr Nordwalde ist dort im Ort auf der Bahnstrecke zwischen Nordwalde und Altenberge eine Windhose gewesen, die etliche Vegetationsschäden hinterlassen hat und sogar die Bahnlinie für mehr als eine Stunde lahm gelegt hat."
Leider gibt es bislang nur lückenhafte Informationen zu dem Ereignis, was die Recherchen sehr erschwert. Daher an dieser Stelle der Aufruf: Sollte jemand weitere Angaben zum Unwetter vom 11. Juni im Raum Nordwalde/Altenberge machen können, so bitten wir um eine kurze Kontaktaufnahme. Weiterführende Informationen dazu finden Sie hier auf der Webseite unter "Kontakt".
Ein weiteres Unwetter tobte bereits am 25. Mai gegen 13.30 Uhr unter anderem auch über den Raum Lengerich hinweg (siehe Bericht weiter unten). Nach einer Meldung der "Westfälischen Nachrichten" soll auch hier eine "Windhose" aufgetreten sein: "An einigen Stellen drehten Windhosen Bäume ab. Ein Baum deckte auf dem Parkplatz neben der Katholischen Kirche ein Auto zu. Zum Glück war es unbesetzt. Am Fahrzeug entstand erheblicher Schaden. Das Wellblechdach einer Scheune am Schniederhook wurde vom Sturm abgedeckt. Am Aldruper Damm im Bereich Schniederhook und Aakämpe stürzten zahlreichen Eichen und Tannen um. Von einer Unterstellscheune wurde das gerade frisch angebrachte Wellblechdach heruntergerissen und landete in der Wiese. Eine Eiche fiel glücklicherweise nicht auf das nahe liegende Haus sondern im Garten und deckte einen Gastank zu. Der Aldruper Damm musste zeitweise gesperrt werden, bis umgestürzte Bäume entfernt und abgeknickte Äste von der Feuerwehr abgesägt waren." Zudem liegt eine Medung zu einem beobachteten Funnel (Tornado-Vorstufe ohne Bodenkontakt) vor. Auch in diesem Verdachtsfall werden noch dringend Augenzeugen gesucht. (Foto: Radarbild von 13.45 Uhr. Die Gewitterzelle liegt genau über Lengerich. Quelle: www.wetteronline.de)
Kräftiges Gewitter bringt neuen Niederschlagsrekord
[09. Juni 2007, 20.00 Uhr]
Ein kräftiges Gewitter sorgte am heutigen Nachmittag zwischen 17.00 und 17.45 Uhr über Schlickelde für Starkregen, kleinen Hagel mit etwa 5 bis 6 Millimetern Durchmesser und eine Gesamtniederschlagsmenge von 31,3 Litern pro Quadratmeter. Das Niederschlagsmaximum wurde dabei um 17.18 Uhr mit einer Intensitätsspitze von 3,3 Litern pro Quadratmeter in nur einer Minute erreicht. Dies entspricht einer Regen-Stundenrate von knapp 200 Litern, stellt einen neuen absoluten Schlickelder Rekord für Niederschlagsintensitäten dar und übertrifft den alten Wert von 2,7 Litern, gemessen am 25. Juni 2006, recht deutlich.
Desweiteren wurde während des Gewitters ein Temperatursturz von 30°C um 16.20 Uhr auf nur noch 18°C um 17.30 Uhr, ein Luftdrucksprung von +2,5 hPa und eine Windspitze von 45,0 km/h registriert.
Meteorologischer Sommer hat begonnen
[01. Juni 2007, 22.20 Uhr]
Mit dem heutigen 1. Juni hat nun nach mehreren, verfrühten sommerlichen Witterungsphasen im April auch ganz offiziell der meteorologische Sommer 2007 begonnen. Im Gegensatz zum astronomischen Sommeranfang am 21.06. wurde in der Meteorologie der Beginn des Sommers, wie auch aller anderen Jahreszeiten, auf den ersten Tag des Monats festgelegt, so dass sich jede Jahreszeit über genau drei vollständige Monate erstreckt. Dies hat insbesondere Vorteile bei der Bestimmung von Jahreszeiten-Mittelwerten, die somit unmittelbar aus den entsprechenden drei Monatsmitteln berechnet werden können.
Im vergangenen Jahr erlebte Mettingen am 1. Juni mit einem Tagesmaximum von nur 12,4°C übrigens den kältesten Sommeranfang seit mindestens 15 Jahren. Es folgte ein weit überdurchschnittlich sommerlicher Juni sowie ein Jahrhundert-Juli, der mit einer Temperaturabweichung von mehr als +5 Grad als wärmster Monat überhaupt in die deutsche Klimageschichte einging. Lediglich der August fiel mit -0,9 Grad Abweichung zu kühl und auch deutlich zu nass aus. Der Sommer 2007, ein weiterer Rekordsommer? Das weiß zum jetzigen Zeitpunkt wohl nur Petrus.
Hagelunwetter über Landkreis Osnabrück
[25. Mai 2007, 14.47 Uhr]
14.57 Uhr: Dies ist eine aktuelle Vorabmeldung: Ein schweres Hagelunwetter hat am heutigen frühen Nachmittag Teile des Landkreises Osnabrück heimgesucht. Laut ersten Meldungen (Stand 14 Uhr) fielen im Bereich Hagen am Teutoburger Wald (knapp südsüdwestlich von Osnabrück) bis zu hühnereigroße Hagelkörner vom Himmel, die in mindestens drei Gärtnereien schwere Glass chäden verursachten. Mehr ist derzeit noch nicht bekannt.
17.45 Uhr: Wie eine Ortsbesichtigung der angegebenen Schadensorte in der Region Hagen a. T.W. zusammen mit Sven Lüke von "Skywarn" (www.skywarn.de) am späten Nachmittag ergab, kann die anfängliche Meldung über hühnereigroße Hagelkörner und schwere Glasschäden an erwähnten Gewächshäusern nicht bestätigt werden. Laut Augenzeugen dürfte die Größe der Körner, die während des etwa 10 Minuten andauernden Hagels auftraten, zumindest im von uns untersuchten Gebiet vielmehr etwa den Durchmesser eines 2 Euro-Stückes erreicht haben. Vielerorts lagen noch größere Mengen abgerissener Blätter unter den Bäumen am Straßenrand (Foto) und vor den Gewächshäusern einer Gärtnerei fanden wir auch 2 bis 3 Stunden nach dem Gewitter noch einen zusammengekehrten Haufen mit Hagelkörnern von noch immer beträchtlicher Größe. Über nennenswerte Schäden im Landkreis Osnabrück ist bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts bekannt.
19.30 Uhr: Auch im Kreis Steinfurt sorgte die Osnabrücker Hagelzelle zuvor für örtlich unwetterartige Erscheinungen. So stürzten an der privaten Wetterstation von Daniel Hellwig in Emsdetten (www.wetter-emsdetten.de) gegen 13 Uhr innerhalb von nur 20 Minuten 30 Liter Regen pro Quadratmeter nieder. Teile des Emsdettener Stadtgebietes wurden überschwemmt. Auch in Lengerich sorgten Starkregenfälle für überflutete Straßen. Die Wetterstation Mettingen-Schlickelde wurde von der Unwetter-Zelle jedoch nur am äußersten Rand gestreift, so dass hier lediglich eine Niederschlagsmenge von 3,2 Litern/m² registriert wurde.
Bonner Unwetter: War ein Tornado mit im Spiel?
[24. Mai 2007, 13.30 Uhr]
Sicher haben auch Sie in den vergangenen Tagen die verheerenden Schadensbilder des schweren Unwetters vom späten Nachmittag des 22.05. in Bonn in den Medien verfolgen können. Da ich selbst als Meteorologiestudent der Uni Bonn meinen Zweitwohnsitz in der Bonner Südstadt habe und mich auch zum Unwetterzeitpunkt dort aufhielt, wurde auch ich Zeuge des gewaltigen Gewittersturms, der vieles persönlich bisher gesehene in den Schatten stellte. Um zumindest einen kleinen Eindruck von der Kraft des Unwetters zu bekommen, möchte ich an dieser Stelle auf ein beeindruckendes Kurzvideo meines Bonner Kumpels Holger Reiter hinweisen, dessen Aufnahmen aus Bonn-Endenich sehr schön die aufgetretenen Downbursts (extreme Gewitterfallböen) zeigen, die im Stadtgebiet örtlich orkanartige Windgeschwindigkeiten erreichten. Das Video finden Sie hier.
Doch auch ich konnte vor Losbrechen des Sturmchaos´ von meiner Wohnung in der Südstadt aus noch einige Fotos von der Gewittervorderseite aufnehmen, bevor der extreme Starkregen die Sicht bis auf unter fünf Meter herabsetzte und Aufnahmen fast unmöglich machte. Außerdem hatte ich nur wenige Minuten später mit Wassereinbrüchen zu kämpfen, die selbst durch geschlossenes Mauerwerk hindurch etwa zwei Quadratmeter Zimmerwand durchnässten (Foto rechts). Besonders eines der Fotos gibt den meteorologischen Experten, die derzeit mit der Analyse des Bonner Unwetters beschäftigt sind, noch einige Rätsel auf. Ich konnte darauf eine markante Wolkenformation festhalten, die einem rüsselförmigen Gebilde nicht ganz unähnlich ist. (Foto links) Möglicherweise handelt es sich hierbei um die Reste einer Funnelcloud (Tornado ohne Bodenkontakt) oder gar eines Tornados, die sich in den folgenden zwei Minuten weiter auflösten bzw. zunehmend hinter dem einbrechenden Starkregenvorhang verschwanden. Tatsächlich tauchten noch am selben Abend aus Teilen des Bonner Stadtgebietes einzelne Augenzeugenmeldungen auf, in denen ebenfalls von einer "Windhose" berichtet wurde. Genauere Auswertungen und Befragungen dauern derzeit noch an.
Schlickelde entgeht nur knapp spätem Bodenfrost
[18. Mai 2007, 17.30 Uhr]
Aufatmen bei den Hobbygärtnern: Mit einem Temperaturminimum von nur +0,7°C, gemessen um 03.48 Uhr in fünf Zentimetern Knöchelhöhe über unbewachsenem Boden, entging die Schlickelder Zierbotanik in den heutigen Morgenstunden nur knapp einem verspäteten Gruß der Eisheiligen. Ursache für die kräftige Auskühlung war der niedrige Taupunkt (trockene Luft), ein glasklarer Nachthimmel sowie ein zumindest zeitweise völlig einschlafender Wind, der die Ansammlung bodennaher Kaltluft begünstigte. Die nächsten Nächte dürften nun wieder deutlich milder ausfallen.
Nach der Trockenheit: Regensoll für Mai bereits erreicht
[11. Mai 2007, 20.00 Uhr]
Nur fünf Tage nach den ersten Mairegentropfen und ihrem damit einhergehenden Ende, ist die beispiellose Trockenzeit der vergangenen Wochen nun bereits längst wieder meteorologische Geschichte. Mehr noch: Mit einer Gesamtniederschlagsmenge von 61,7 Litern pro Quadratmeter, die in Schlickelde zwischen dem 06. und 11. Mai vom Himmel fielen, wurde nun innerhalb von nur fünf Tagen bereits fast das Niederschlagssoll für den gesamten Monat Mai erfüllt. Dieser beschert uns im vieljährigen Mittel (Station Westerkappeln 1961 bis 1990) normalerweise nämlich eine Summe von 63,6 Litern pro m². Somit steht bereits jetzt fest, dass der Mai 2007 am Ende voraussichtlich zu nass, zumindest jedoch niederschlagsmäßig normal ausfallen wird. Freuen dürften die ergiebigen Regenfälle der vergangenen Tage besonders alle Gartenbesitzer und Landwirte, deren Feldern somit die größten Schäden gottlob erspart geblieben sind.
Trockenheit erreicht ihren Höhepunkt
[05. Mai 2007, 20.40 Uhr]
Vor den örtlich ergiebigen Regenfällen, die ab einschließlich Montag auch in unserer Region zu erwarten sind, erreicht die Trockenheit im Mettinger Land in diesen Tagen ihren Höhepunkt. Wie eine Grabung auf dem etwa 1,3 Quadratmeter großen, unbewachsenen Bodenmessfeld der Station am gestrigen Tag ergab, befindet sich die Grenze zwischen völlig ausgetrockneter Oberflächenschicht und noch restfeuchtem Erdboden darunter bereits in etwa sieben Zentimetern Tiefe (rechts). Auf ausgedehnten, bewuchsfreien Ackerflächen dürfte diese Grenzschicht dagegen wohl noch um einiges tiefer liegen. Zudem sind inzwischen etwa 70 bis 80 Prozent des mit Gras bewachsenen, restlichen Messfeldes vollkommen "verbrannt"(links). Damit ähnelt der Anblick bereits jetzt wieder dem Zustand vom extremen Juli des vergangenen Jahres. Eine künstliche Beregnung der Stationsfläche ist aufgrund fehlerhafter Beeinflussung der Messwerte nicht erlaubt. In den vergangenen 41 Tagen waren in Schlickelde gerade einmal 4,6 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen.
April 2007: Zweieinhalb Flaschen Wasser und sieben Sommertage
[02. Mai 2007, 16.03 Uhr]
"Nehmen Sie zweieinhalb handelsübliche Getränkeflaschen voll Wasser und gießen Sie diese auf einem Quadratmeter Fläche Ihres Gartens aus." So könnte man die Niederschlagsverhältnisse simulieren, die an der Klimastation in Schlickelde in den vergangenen 30 Tagen aufgezeichnet und ausgewertet wurden. 1,5 Liter pro Quadratmeter am 3. April, 0,1 Liter am 7. April, wenige Tropfen (0,0 bis 0,1 Liter) am 18. und nochmals 0,8 Liter am 24. April. Das ist alles, was zwischen dem 01. und 30.04. an messbarem Regen im Schlickelder Niederschlagsmesser landete. 2,5 Liter pro Quadratmeter, das entspricht weniger als fünf Prozent des normalerweise im April zu erwartenden Wertes von 52,7 Litern. Eine sehr ungewöhnliche Trockenperiode, die mit kaum nennenswerten Niederschlagsmengen nun bereits seit dem 24. März anhält und dem April 2007 den Titel des trockensten Monats in der gesamten Schlickelder Beobachtungsgeschichte einbringt. Besonders fatal ist hierbei das Zusammenfallen von Vegetationsbeginn und anhaltender Trockenheit. Während die meisten Bäume und andere tiefwurzelnde Pflanzen noch von den überaus ergiebigen Winterniederschlägen profitieren können, bereitet der mittlerweile extrem niedrige Feuchtegehalt in den obersten 10 bis 20 Zentimetern des Erdbodens vor allem Flachwurzlern und landwirtschaftlichen Kulturpflanzen große Probleme. Grund für die starke Austrocknung war aber nicht nur die ungewöhnliche Niederschlagsarmut, sondern auch noch andere Faktoren der derzeitigen Wetterlage. Diese war und ist geprägt von kräftigem, äußerst stabilem Hochdruckeinfluss über Mittel- und vor allem Nordeuropa. Da Hochdruckgebiete in unseren Breiten im Uhrzeigersinn umströmt werden, lagen wir so in den vergangenen Wochen an der Südseite des Hochs oftmals in einer östlichen bis nordöstlichen Strömung, mit der, mangels großer Wasserflächen in Osteuropa, fortwährend sehr trockene und warme Festlandsluft zu uns gelangen konnte. Dies lässt sich auch durch die Luftfeuchteregistrierungen der Schlickelder Station belegen, die mit einem Monatsmittel von nur 64,2 Prozent rekordverdächtig weit unter dem April-Normalwert von 73,3 Prozent lagen. In Kombination mit der hohen, ungewöhnlich langen Sonneneinstrahlung, den sommerlichen Temperaturen sowie kräftigem Wind, der immerzu neue trockene Luftmassen heranführte, erfolgte die Austrocknung der Böden in rekordverdächtig hohem Tempo.
Doch nicht nur die Trockenheit brach im April 2007 alle bisherigen Rekorde. Mit einem sehr ungewöhnlich hohen Temperaturmittel von 12,2°C fiel der Monat in Schlickelde auch um deutliche 4,1 Grad zu warm aus, der wärmste Aprilmonat in der deutschen Klimabeobachtungsgeschichte. Nicht weniger als sieben Sommertage mit einer Tageshöchsttemperatur von mindestens 25°C registrierten die Messgeräte am Nagelmanns-Moor seit dem 01.04.. Eine Häufigkeit, die in einigen der vergangenen Jahre selbst im Juli nicht erreicht wurde. Der absolute Spitzenwert wurde dabei am 16.04. mit 28,4°C gemessen, ebenfalls ein deutlicher neuer Monatsrekord. Typisch für sehr trockene Luftmassen und Erdbodenverhältnisse, kühlte es nachts dagegen aber auch ebenso stark aus: An immerhin 12 von 30 Tagen wurde morgendlicher Bodenfrost, an drei Tagen sogar nochmals Luftfrost beobachtet, besonders intensiv am 21.04. mit -2,4°C in 2 Metern Messhöhe sowie -5,8°C in Bodennähe. Doch es ist nicht nur der diesjährige April, der den Klimaforschern Sorgen bereitet. Vielmehr ist es die unheimliche Serie von Wetterrekorden, die sich inzwischen wie ein roter Faden durch die gesamten letzten zehn Monate zieht und in ihrer Intensität viele Fachleute schlicht erschaudern lässt: Wärmster Juli sowie wärmster Herbst seit Jahrhunderten (2006), mildester Winter seit Beginn deutscher Klimabeobachtungen und nun der neue Aprilrekord. Mit Ausnahme des August 2006 lagen die vergangenen zehn Monate in Schlickelde allesamt um 2,5 bis 5,2 Grad über dem zwischen 1961 und 1990 gemittelten Klima-Vergleichswert. Zahlen, deren Dimension erst dann deutlich wird, wenn man berücksichtigt, dass der Temperaturanstieg seit der letzten Eiszeit vor ungefähr 21.000 Jahren bis heute etwa 5 bis 6 Grad betrug.
Gedeien statt Stiefmütterchen und Co. nun bald Kakteen in den Schlickelder Gärten? Wir werden Sie weiterhin auf dem laufenden halten.
Schlickelder Wettertaube: Noch mindestens 4 Wochen trocken
[28. April 2007, 17.30 Uhr]
Etwa fünf bis sieben Tage, soweit reichen die derzeit besten Wettervorhersage-Modelle mit einigermaßen genauen Ergebnissen maximal in die Zukunft. Benötigt man darüber hinaus Aussagen über den kommenden Wettercharakter, werden die Informationen sehr schnell ungenau. Doch all das ist nun Vergangenheit, denn seit heute verfügt die Wetterstation Mettingen-Schlickelde über ein Vorhersagesystem, welches die modernsten Modelle allesamt in den Schatten stellen dürfte: Die "Schlickelder Wettertaube"! Dieser tierische Wetterprophet hat sich in den vergangenen Tagen ausgerechnet die offene Regenrinne im zweiten Stock unseres Wohnhauses als Nistplatz ausgesucht und bebrütet seit heute fest die ersten Eier. Da die Brutzeit dieser Taubenart (Türkentaube) etwa 13 bis 14 Tage beträgt und die geschlüpften Jungvögel danach nochmals mindestens zwei Wochen im Nest verbleiben, sollte es zumindest so lange noch trocken bleiben, denn sonst ...
(Alle Angabe ohne Gewähr! Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte direkt an die Taube.)
April 2007: Trend zum absoluten Ausnahmemonat
[27. April 2007, 17.00 Uhr]
Nur drei Tage vor Monatsende befindet sich der April 2007 auf einem absolut außergewöhnlichen Rekordkurs. Aller Voraussicht nach wird der Monat letztendlich mit einer Temperaturabweichung zwischen +3,5 und +4,5 K wohl nicht nur als inzwischen achter Monat in Folge drastisch zu warm, sondern auch rekordverdächtig sonnenscheinreich ausfallen. Noch dramatischer ist allerdings die Niederschlagsentwicklung: Seit dem 24. März fielen lediglich 5,1 Liter Regen auf den Schlickelder Quadratmeter, im bisherigen Aprilmonat waren es sogar nur ganze 2,4 Liter! Statistisch normal wäre dagegen eine Menge von etwa 50 Litern/m². Und da nach derzeitigem Stand der Modellrechnungen (27.04.) auch bis zum Monatsende keine relevanten Niederschläge mehr zu erwarten sind, könnte der April 2007 somit als trockenster Monat der Schlickelder Stationsgeschichte in die Klimastatistiken eingehen.
Frostiges Erwachen: -2,4°C
[21. April 2007, 14.30 Uhr]
Ein frostiges Erwachen gab es in Schlickelde am heutigen Samstagmorgen. Mit einem Tiefstwert von -2,4°C in der Klimahütte in zwei Metern Höhe rutschten die Temperaturen nochmals recht deutlich in den Minusbereich. Am Bodenmessfeld der Station wurde in fünf Zentimetern Messhöhe über der bewuchsfreien Erdoberfläche sogar ein Minimum von -5,8°C erreicht. Mettingen-Schlickelde gehörte damit in der vergangenen Nacht zu den kältesten Stationen bundesweit. Selbst auf der 2963m hohen Zugspitze war es mit -3,1°C nur wenig kälter. Wohl denen, die früh genug für die Evakuierung oder Frostberegnung (Foto links) empfindlicher Pflanzen gesorgt hatten. In welchem Umfang durch die Frosttemperaturen Schäden an den vielfach bereits weit fortgeschrittenen Obstblüten der Region entstanden sind, ist derzeit noch unklar. Ursache für die starke Auskühlung waren unter anderem die ungewöhnlich niedrige Luftfeuchte (Taupunkt gestern bei -1 bis -2°C), die nun schon seit Wochen andauernde Trockenheit, der späte nächtliche Bewölkungsaufriss (nach wenig erwärmender Einstrahlung durch bedeckten Himmel tagsüber) sowie der vollkommen einschlafende Wind.
Erhebliche Trockenheit auch in Mettingen
[20. April 2007, 13.00 Uhr]
Traktoren, die auf ausgetrockneten Äckern riesige Staubfahnen hinter sich herziehen, Hobbygärtner-Triathlon mit Gießkanne, Gartenschlauch und Rasensprenger, zweithöchste Waldbrand-Gefahrenstufe in den hiesigen Wäldern: Die Trockenheit der vergangenen Zeit hinterlässt auch im Mettinger Land erste deutliche Spuren. Nicht nur, dass die Schlickelder Messgeräte seit dem 24. März eine magere Gesamtniederschlagssumme von nur 3,7 Litern pro Quadratmeter registrierten. Auch die bereits wieder sehr intensive, lang anhaltende Sonneneinstrahlung, zeitweise recht hohe Windgeschwindigkeiten und rekordverdächtig trockene Luftmassen (z.B. 21,0 % relative Feuchte am 16.04.) entziehen den Böden ihre Feuchtigkeit wie im Zeitraffertempo. Dies gilt allerdings nur für die obersten Bodenschichten, denn nach den überaus ergiebigen Regensummen der ersten drei Monate des Jahres (Summe: 329,3 l/m² / Normalwert: 184,7 l/m²) dürften beispielsweise die Reserven in Grundwasser und Speicherseen erheblich sein.
Neuer absoluter April-Rekord: 28,4 °C
[16. April 2007, 17.00 Uhr]
Nur 48 Stunden nach dem frühesten Sommertag ihrer Aufzeichnungsgeschichte wurde heute an der Schlickelder Klimastation ein weiterer Rekord aufgestellt: Mit einem Tageshöchstwert von 28,4°C, gemessen nach WMO-Norm in der großen "Englischen Wetterhütte", war der heutige 16.04. der wärmste Apriltag seit mindestens 16 Jahren (Messbeginn Mai 1991), und das nach einem morgendlichen Minimum von nur 2,3°C in Bodennähe. Der alte Spitzenwert, gemessen am 30.04.1993 (also erst Ende April!) mit 27°C wurde damit gleich um fast eineinhalb Grad überboten. Der neue Rekord wird umso beachtlicher, wenn man bedenkt, dass im Verlauf des Monats April naturgemäß ein strahlungsabhängiger, deutlicher Temperaturschub zu verzeichnen ist und sich Temperaturniveaus von Mitte und Ende April somit eigentlich nicht direkt vergleichen lassen.
Rekord: Sommertag mitten im April
[14. April 2007, 20.51 Uhr]
Das ist in der nunmehr über 16jährigen Geschichte lückenloser Schlickelder Höchsttemperatur-Aufzeichnungen absolut einzigartig: Mit einer Tagesspitze von 25,5°C registrierte die Wetterstation Mettingen-Schlickelde heute den frühesten Sommertag ihrer Geschichte. Nie zuvor wurde die 25°C-Marke, die als meteorologische Sommertags-Grenze definiert ist, früher durchbrochen als in diesem Jahr. Bisheriger Rekordhalter war das Jahr 1996, als das Quecksilber am 20. April 25,8°C erreicht hatte. Vergleichsweise spät, dafür allerdings umso deutlicher dagegen der erste Sommertag 1994, der damals erst am 25. Juni mit 32,6°C registriert worden war.
Analysiert man sämtliche Schlickelder Messreihen der Jahre 1992 bis 2006 und bildet ein zeitliches Mittel aus den jeweiligen Eintrittsdaten des ersten Sommertages, so ergibt sich als Durschnittsdatum der 11. Mai. Das heißt also: Höchsttemperaturen von 25 oder mehr Grad sind im Jahreslauf normalerweise erstmals um den 11. Mai, also erst knapp vier Wochen später als dieses Jahr zu erwarten. Die zeitliche Schwankungsbreite ist allerdings beträchtlich, wie folgende Auflistung mit den jeweils ersten Sommertagen der vergangenen Jahre verdeutlicht.
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Erster Sommertag (Max. mind. 25°C)
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Höchsttemperatur
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1992
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14.05.1992
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28°C
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1993
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24.04.1993
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25°C
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1994
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25.06.1994
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32,6°C
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1995
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05.05.1995
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25,9°C
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1996
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20.04.1996
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25,8°C
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1997
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17.05.1997
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28,5°C
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1998
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09.05.1998
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26,7°C
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1999
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26.05.1999
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25,1°C
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2000
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22.04.2000
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25,1°C
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2001
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03.05.2001
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26,5°C
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2002
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21.05.2002
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25,8°C
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2003
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05.05.2003
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25,1°C
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2004
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30.05.2004
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25,0°C
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2005
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01.05.2005
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27,3°C
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2006
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03.05.2006
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26,1°C
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März 2007: Zu warm, zu nass, zu sonnig
[11. April 2007, 16.43 Uhr]
Er setzte das Werk seiner Vorgänger fort: Mit einem Monatsmittel von 7,2°C fiel der März 2007 in Schlickelde um 2,5 K zu warm aus und geht somit als nun bereits siebter, markant übertemperierter Monat in Folge in die Klimastatistiken ein. Mit Ausnahme des August (-0,9 K) lagen demnach alle Monate seit dem Juni 2006 deutlich über den Normalwerten der Referenz-Periode 1961-1990. Doch er war nicht nur zu warm, sondern mit einer Schlickelder Gesamtniederschlagshöhe von 71,1 mm auch etwas zu nass (+ 15 %), während die Relative Luftfeuchte mit einem Monatsmittel von 76,0 % etwas unter dem vieljährigen, regionalen Normalwert lag (Münster-Zoo 1961-1990: 78,2 %). Auswertungen der Daten am Flughafen Münster/Osnabrück bescheinigten dem ersten Frühlingsmonat 2007 außerdem mit insgesamt 139,7 Stunden einen deutlichen Sonneinscheindauer-Überschuss von + 27 Prozent (Quelle: DWD).
Schlickelde wird Standort internationaler Klimaforschung
[01. April 2007, 09.21 Uhr]
Die Nachricht erreichte den Betreiber der Wetterstation Mettingen-Schlickelde, Andre Hergemöller, am frühen Sonntagmorgen völlig überraschend per Mail: Ein internationales Forscherteam aus 25 Klimatologen, Geophysikern und Ozeanographen, zusammengestellt durch ein Fachgremium der WMO ("World Meteorological Organization") in Genf interessiert sich für die Klimastation in Schlickelde, deren Daten nach einem aufwendigen Prüfungsverfahren unter anderem in die Erstellung völlig neuartiger Klimamodelle zur detaillierten Erforschung des antropogen verursachten Treibhauseffektes einfließen sollen.
Zur Begründung ihrer Entscheidung ausgerechnet für den Standort Schlickelde, führten die Forscher unter anderem die besondere Lage der Meßstation an, die "in geradezu idealer Weise eine bisher bestandene Lücke im globalen Beobachtungsnetz fülle", so die Experten wörtlich. Da das offizielle Messnetz der WMO im Nordwesten Deutschlands zwischen den Standorten Münster, Hannover und Lingen einen großen Bereich ohne direkte Messungen aufweise, habe man sich nach langen Verhandlungen schließlich für die private Station in Schlickelde entschieden. Eine erste, etwa dreimonatige Testphase, während der die Eignung der Schlickelder Messgeräte für die höchst präzise durchzuführenden Messungen geprüft werden soll, läuft in wenigen Tagen an. Wir halten sie hier auf der Stationsseite natürlich auf dem Laufenden.
Zu schön, um wahr zu sein: April, April !!
Erdstoß erschüttert Mettingen
[20. März 2007, 22.01 Uhr]
Ein deutlich spürbarer Erdstoß hat in den Abendstunden des 20.03. den Raum Osnabrück und auch die Region Mettingen erschüttert. Um exakt 20.54 Uhr und 50 Sekunden registrierten die deutschen und europäischen seismologischen Stationen ein Erdbeben der Magnitude 3,6. Das Zentrum des Bebens lag am Punkt 52,24° N / 7,94° O, etwa einen Kilometer östlich von Hasbergen und neun Kilometer südwestlich von Osnabrück, in einer Tiefe von etwa 20 Kilometern. Ein zunächst vermuteter Bergschlag des Ibbenbürener Steinkohlebergbaus ist damit eher unwahrscheinlich, so dass es sich wohl tatsächlich um ein geologisches, tektonisches Beben gehandelt haben dürfte. (Abbildung: Seismogramm der Erdbebenstation Bensberg)
Besonders im Raum Ibbenbüren sind nach ersten Informationen (Stand: 20.03. / 22.01 Uhr) zahlreiche erschrockene Bürger aus ihren Häusern auf die Straße gelaufen. Über etwaige Schäden liegen derzeit noch keine Informationen vor.
(Datenquelle: http://www.emsc-csem.org/)
Update 21.03. / 13.30 Uhr:
Entgegen ersten Erkenntnissen dürfte es sich bei dem Erdbeben vom gestrigen Abend wohl doch um ein vom Bergbau induziertes Ereignis und kein natürliches, tektonisches Beben gehandelt haben. Wie neuere Analysen der Daten vom "European-Mediterranean Seismological Centre" ergaben, lag der Herd des Bebens demnach in nur ca. 1-2 Kilometern Tiefe zwischen Recke und Recke-Espel, etwa 150 Meter östlich der Abzweigung Mettinger Straße / Püttenbeckerstraße. Laut Angaben der Erdbebenstation Bensberg dürfte das Zentrum sogar direkt in Mettingen, wenige hundert Meter nördlich des Freibades an der Neuenkirchener Straße gelegen haben. Die Magnitude wird mit 3,6 bzw. 3,4 angegeben. Da die Auswertungen der Messungen derzeit noch andauern, könnten sich diese Daten in den kommenden Stunden noch verändern.
Auch bei der Markscheiderei der DSK in Ibbenbüren geht man nun von einer bergbaubedingten Ursache für den Erdstoß aus. Dies wurde unter anderem aus Berichten des WDR und des Lokalradio-Senders "Radio RST" bekannt, dessen Meldung Sie sich hier anhören können. (Abbildung: Artikel der "Ibbenbürener Volkszeitung" vom 21.03. / zum Vergrößern bitte anklicken)
Frühling in Mettingen
[12. März 2007]
Elf Tage nach seinem meteorologisch definierten Beginn hat der Frühling dem Tüöttenstädtchen einen ersten Besuch abgestattet. Nachdem die 15°C-Frühlingsgrenze am 11.03. noch knapp um ein Zehntelgrad verfehlt worden war (14,9°C), ging der junge Lenz am 12.03. in die Vollen und bescherte dem Mettinger Land mit einer Schlickelder Tagesspitze von 16,9°C den ersten richtigen Frühlingstag des Jahres. Wie schon am Vortag sorgte Frühlingshoch "Maggi" mit Zentrum über Südostdeutschland für einen blankgeputzten Himmel, ein laues Lüftchen aus Südwest und Gute-Laune-Wetter pur. Lediglich in den frühen Morgenstunden erinnerte eine bodennahe Tiefsttemperatur von -1,2°C noch an den weichenden Winter. Derart große Tagesschwankungen in der Lufttemperatur sind typisch für sehr trockene Luftmassen, bereits stärker werdende Sonneneinstrahlung aber noch recht lange Nächte im zeitigen Frühjahr. Was nachts für einen glasklaren, sehr hellen Sternenhimmel sorgt, kann somit tagsüber schnell zu einem ersten Sonnenbrand auf der winterlich entwöhnten Haut führen.
Zweitwärmster Januar seit über 50 Jahren
[02. Februar 2007]
In Mettingen ist vor wenigen Tagen der zweitwärmste Januar seit mindestens 58 Jahren zuende gegangen. Mit einem Durchschnittswert von 6,1°C lag der erste Monat des Jahres 2007 in Mettingen-Schlickelde um drastische 4,9 Grad über dem vieljährigen Mittel der sogenannten WMO-Normalperiode von 1961-1990. Zum Vergleich: Der Januar 2007 entsprach damit in Schlickelde genau dem Wert eines normal temperierten Januars im spanischen Madrid. Besonders warm: Der 09.01., der mit einem Tagesmittel von 13,1°C fast das Niveau eines durchschnittlichen Mettinger September-Tages erreichte.
Als Basis für die Auswertungen wurden u.a. auch frei zugängliche Daten der Nachbarstationen am Flughafen Münster/Osnabrück bzw. Münster verwendet, deren Messungen bis ins Jahr 1949 zurückreichen, langjährig gemittelt nur unwesentlich von denen in Schlickelde abweichen und somit als Referenzwerte herangezogen werden können.
Im gesamten Zeitraum der vergangenen 58 Jahre gab es den Daten zufolge nur ein einziges Jahr, und zwar 1975, in dem die Januar-Mitteltemperatur mit 6,7°C noch über dem diesjährigen Wert lag.
Damit reiht sich nun bereits der fünfte Monat in Folge mit einer positiven Abweichung von über drei Grad in eine beispiellose Serie zu warmer Monate ein.
Orkan “Kyrill”: 110,5 km/h über Schlickelde
[18. Januar 2007]
Mit Spitzenböen der Stärke 11 ("Orkanartiger Sturm") ist Orkan "Kyrill" am Donnerstag über den Raum Schlickelde hinweggewirbelt. Um Punkt 18.47 Uhr wurde dabei an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde in 10,9 Metern Masthöhe eine Spitzenböe von 110,5 km/h gemessen. Der mit Abstand höchste Wert in der Geschichte professioneller Schlickelder Windmessungen. Damit steht "Kyrill" in der Sturmgeschichte der vergangenen Jahre ziemlich einzigartig da. An zahlreichen Gebäuden in Schlickelde und der nahen Umgebung entstanden leichte Schäden. Überwiegend handelte es sich dabei um herabgewehte Dachziegel. Außerdem wurden Bäume entwurzelt oder abgebrochen, sowie an einzelnen Stellen die Telefonleitungen zerrissen, so beispielsweise in der Nähe der Kowallstraße Richtung Espel. Auch Stromleitungen wurden örtlich unterbrochen, so dass in den späten Nachmittagsstunden und am Abend in Schlickelde zeitweise der Strom ausfiel. Doch wie kamen diese gewaltigen und jedes Mal nur wenige Sekunden dauernden, orkanartigen Böen überhaupt zustande?
Das besondere am Orkantief "Kyrill" war ein sehr ausgeprägtes Starkwindfeld mit Windgeschwindigkeiten bis 200 km/h in etwa 1000 bis 1500 Metern Höhe über der Erdoberfläche. Zusätzlich entstanden in den Schauern und teils auch Gewittern, die sich besonders am Abend nach Durchzug der Kaltfront in mehreren Staffeln immer wieder entwickelten, sogenannte "Downbursts", in denen kalte und damit schwerere Luftmassen aus großer Höhe herabstürzten, somit eine Verbindung zum extremen Höhenwind herstellten und diesen bis zu uns ins Flachland hinunterrissen. Unter Fachleuten ist dieses äußerst gefährliche Phänomen als "Vertikaler Impulstransport" bekannt.
Doch "Kyrill" brachte uns nicht nur Rekord-Windböen, sondern auch lang anhaltenden, ergiebigen und zeitweise starken Regen. Besonders beim Durchgang der Kaltfront am Nachmittag wurden Spitzen-Intensitäten von bis zu 2,1 Litern pro Quadratmeter und Minute erreicht. Allein zwischen 16.00 und 16.10 Uhr fielen 11,6, in 24 Stunden insgesamt 40,1 Liter/m². Noch am nächsten Tag standen zahlreiche Wiesen und Äcker unter Wasser. Bäche, so beispielsweise die Recker Aa, waren vorübergehend bis zum Oberrand gefüllt.
Extremwetter zum Jahresbeginn
[12. Januar 2007]
Es beginnt spektakulär, das neue Wetterjahr 2007. Und es setzt fort, was das alte Jahr begonnen hatte: Ein Mildwinter fast historischen Ausmaßes. Mit einem Temperaturmittel von sage und staune 8,1°C lagen die ersten zehn Januartage dieses Jahres unglaubliche 6,9 K über dem vieljährigen Normalwert der WMO-Referenzperiode 1961-1990. 8,1°C, das entspricht ziemlich genau einem durchschnittlichen April im Mettinger Land (8,2°C). Besonders extrem: Der 9. Januar, der mit einem Tagesmittel von 13,1°C das Niveau eines normalen Mettinger Septembertages erreichte! Extremwetter wahrlich historischen Ausmaßes folgte dann in der Nacht auf den 10.01.: Dank eines durchgehenden, kräftigen Warmluftstromes aus Südwesten sank die Temperatur nicht unter 12,2°C ab. Vergleichbar ist dies beispielsweise mit der Nacht vom 17. auf den 18. Juli 2006, dem Beginn der längsten Hitzewelle der vergangenen Jahre. Auch Orkantief "Franz", welches gestern mit einem neuen Windgeschwindigkeitsrekord von 92,9 km/h (09.20 Uhr) über uns hinwegraste, ändert an dieser Wetterlage kaum etwas. Ein wirklicher Wintereinbruch ist zumindest innerhalb der nächsten 8 Tage weiterhin nicht in Sicht.
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