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Dauerfrost zum Jahresende

 

[28. - 30. Dezember 2008]

28.12.2008 (23 Uhr): Die derzeitige, sehr stabile winterliche Wetterlage mit einem Hochdruckgebiet über Skandinavien und einer bei uns folglich trocken-kalten Festlandsströmung um Ost bis Nordost erreichte heute einen ersten Höhepunkt. Mit morgendlichen -5,4°C (-9,0°C am Erdboden) wurde nicht nur der Tiefstwert des ganzen bisherigen Winters erreicht. Auch tagsüber blieb es frostig kalt, so dass bei einem nachmittäglichen Maximum von nur -0,1°C sogar der erste definitionsgemäße “Eistag” der Saison notiert werden konnte. Es wird nicht der einzige bleiben, denn auch in den kommenden Tagen ist weiterhin mit frostig-kaltem Wetter zu rechnen. Lediglich der nie ganz einschlafende Wind verhindert derzeit, dass es nachts noch wesentlich stärker auskühlt. Dies könnte sich jedoch bald ändern. Nach einer minimalen Milderung am Neujahrstag gehen immer mehr Modelle derzeit von einer 2008-12-30-081802deutlichen Frostverschärfung im Laufe der ersten Januarwoche aus. Auch nennenswerte Schneefälle sind dann denkbar.

29.12.2008 (18 Uhr): Mit einer heutigen Tageshöchsttemperatur von nur -2,2°C blieben wird deutlich im Minusbereich. Der Dauerfrost hält weiterhin an.

30.12.2008 (12 Uhr): Mit einem Tiefstwert von -9,8°C (2 Meter) bzw. -14,2°C (5cm) war die vergangene Nacht nicht nur die bisher kälteste des derzeitigen Winters, sondern sogar der gesamten letzten knapp drei Jahre. Noch tiefer sackte das Quecksilber zum letzten Mal am 28. Januar 2006 mit einem Minimum von -11,7°C. (Foto rechts: Wettercam Schlickelde, 08.18 Uhr.)

31.12.2008 (11.30 Uhr): Jetzt dreht Väterchen Frost so richtig auf. In den heutigen Morgenstunden wurden auf dem Schlickelder Messfeld Tiefsttemperaturen von eisigen -10,9°C (2 Meter) bzw. bis zu -15,4°C in 5 Zentimetern Messhöhe über Boden registriert. Mit diesen Werten landet Schlickelde heute sogar im Top10-Bereich der kältesten Stationen Deutschlands (Quelle: Wetteronline). Eine deutliche, länger andauernde Milderung ist weiterhin nicht in Sicht. Im Gegenteil: Aller Voraussicht nach wird sich die Frostlage Anfang der kommenden Woche (ab 05.01.) erneut verschärfen!

 


 

Erste Wettercam Mettingens in Betrieb

[26. Dezember 2008, 18.50 Uhr]

2008-12-26-1154Gerade noch pünktlich zu Weihnachten hat heute die erste Wetterkamera Mettingens offiziell ihren Betrieb aufgenommen.

Die Netzwerkkamera des Typs “Axis 207” wird ab heute von ihrem etwa 8 Meter hohen und ca. 25 Meter südlich der Wetterstation Mettingen-Schlickelde (rechts unten im Bild) gelegenen Standort aus mit Blickrichtung NNW zunächst im Testbetrieb Einzelbilder mit einem Zeitintervall von vorerst 3 Minuten aufnehmen und diese hier auf der Webseite über einen speziellen Player sowohl einzeln als auch in einer Zeitrafferanimation beliebiger Geschwindigkeit dem Betrachter zur Verfügung stellen. Der Aufnahmezeitraum erstreckt sich dabei derzeit von 07.00 Uhr morgens (erstes Bild) bis 17.57 Uhr abends (letztes Bild). Die Steuerung des Players und die Auswahl von Datum bzw. Uhrzeit ist über die Navigationstasten und das Menü am unteren Bildrand möglich. Bitte beachten Sie dabei, dass beide ausgewählten Uhrzeiten (Start- und Endzeit) zwischen 07.00 und 17.57 Uhr liegen müssen. Einzelbilder lassen sich über die Einstellung der ersten Uhrzeit (“von ...”) ohne den Start des Players auswählen.

Bis auf weiteres wird die Kamera vorerst im Probebetrieb laufen, so dass es evtl. noch zu Fehlern bzw. Änderungen an den Einstellungen kommen kann. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle auch nochmal an Andreas aus Wuppertal (http://www.acknet.de/), der mir bei der Installation und Programmierung der Kamera maßgeblich weitergeholfen hat.

 


 

Frohe Weihnachten!

[23. Dezember 2008, 21.40 Uhr]

WeihnachtenEs ist mal wieder soweit: Alle Jahre wieder, kurz vor den Festtagen kramt die Wetterstation Mettingen-Schlickelde mal wieder tief in den Archiven, wirft einen Blick zurück. Weihnachten in Mettingen ... Wie sieht das eigentlich aus? Eines ist sicher: Mit absoluter Mehrheit ... grün. Doch auch weiße “Ausreißer” sind uns Flachländern alle paar Jahre einmal vergönnt. Was jedoch nichts an der gnadenlosen Tatsache ändert, dass sich das Fest der Feste in unserem Tüöttenstädtchen seinen Bewohnern meist mit einförmig trübem Grau, moderaten Temperaturen und häufigem Sprühregen präsentiert. Dies offenbart zumindest die aktualisierte, inzwischen 13jährige Mettinger Weihnachtswetterstatistik, die ich hiermit pünktlich zu den Feiertagen allen interessierten Lesern mit auf den weihnachtlichen Weg geben möchte.

Ob in Mettingen oder über seine Grenzen hinaus: Dem ganzen Leserkreis dieser Seiten wünsche ich ein friedvolles, sorgenfreies und vielleicht sogar unvergessliches Weihnachtsfest!

Andre Hergemöller

 


 

November 2008: Etwas wärmer und trockener als üblich

[01. Dezember 2008, 12.00 Uhr]

Nov ´08 (1)Nov ´08 (2)1. Dezember, meteorologischer Winterbeginn ... Höchste Zeit für einen kleinen Rückblick auf den letzten Herbstmonat des Jahres 2008. Nach Auswertung aller rund 22.000 Temperaturdatensätze aus den vergangenen 30 Tagen lässt sich folgendes feststellen: Mit einem Monatsmittel der Lufttemperatur in 2 Metern Messhöhe von 6,3°C lag der November 2008 in Schlickelde schlussendlich genau +1,0 K über der vieljährigen Norm des Vergleichszeitraumes 1961-1990. Insgesamt 7 Frost- (Tagesminimum 2m < 0°C) und 9 Bodenfrost-Tage (Tagesminimum 5cm < 0°C) standen immerhin noch 12 Tagen mit Höchstwerten von 10,0°C oder mehr gegenüber. Die absolute Temperaturspitze des Monats erreichte der 11.11. mit einem Maximum von 15,9°C.

Nov ´08 (3)Bezüglich der Niederschlagsverhältnisse fiel der November 2008 leicht unterdurchschnittlich aus. Mit einer Gesamtniederschlagshöhe von 67,3 mm (= 67,3 Liter/m²) bekam Schlickelde nur etwa 92 % der normalerweise üblichen Wassermenge ab (Station Westerkappeln 1961-1990). Der höchste 24 Stunden-Wert wurde mit 11,4 Litern am 22.11. registriert, nur fünf von 30 Tagen blieben mit weniger als 0,1 mm weitgehend trocken. Die maximale Niederschlagsintensität zeichneten die Messgeräte am 11. November um 07.43 Uhr mit 0,9 Litern pro Minute auf. Desweiteren sorgten kräftige Schneefälle zwischen dem 22. und 24.11. für eine geschlossene Schneedecke von 8 bis 10 Zentimetern Mächtigkeit, die jedoch bereits im Laufe des 26. November wieder weitgehend abtaute.

Die weiteren Monatsmittel inklusive Abweichung vom Normalwert in Klammern: Mittl. Relative Luftfeuchte 90,5 % (+5,0 %), Mittl. Luftdruck 1012,2 hPa (-2,0 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 11,1 km/h, Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Flughafen Münster/Osnabrück) 27,2 Std. (-51,6 %)

 


 

Schlickelde - Ein Traum in Weiß

[24. November 2008, 20.30 Uhr]

Nach weiteren Schneefällen in der vergangenen Nacht und dem Abzug der morgendlichen Wolkendecke, schien die Spätherbstsonne ab dem heutigen Mittag auf eine Traum-Winterlandschaft herab, die die Schlickelder in dieser Form seit dem Münsterländer Schneechaos vor genau drei Jahren nicht mehr bewundern konnten. Bei maximalen Schneehöhen zwischen 8 und 12 Zentimetern und Temperaturen von knapp über 0°C, lud das vorgezogene Winterwetter zu einem Spaziergang durch das Wintermärchen ein. Bereits am späten Nachmittag setzte nach Sonnenuntergang bei klarem Himmel und fast Windstille dann besonders in Bodennähe allerdings eine kräftige Abkühlung ein. Nach einem 2 Meter-Maximum von 1,1°C wurden um 17 Uhr am Bodenmessfeld knapp über der Schneedecke beispielsweise schon wieder Werte um -12°C gemessen!

Gründe für diese starke Auskühlung sind einerseits im wolkenlosen Himmel (ungehinderte Abstrahlung in den Weltraum) sowie der Windstille (schwerere Kaltluft kann sich ungestört am Boden sammeln) zu suchen. Hauptsächlich geht der Effekt jedoch auf die Isolationswirkung der Schneedecke zurück. Tagsüber kann durch die starke Reflexion an der hellen Schneeoberfläche keine Sonneneinstrahlung zum Erdboden durchdringen, wodurch sich dieser dementsprechend auch nicht wesentlich erwärmen kann. Nachts dagegen kann durch die luftig-leichte Isolationsschicht der Schneedecke die Restwärme des Bodens wiederum nicht zur untersten Luftschicht gelangen, so dass diese sich nahezu ungebremst abkühlt.

Durch zunehmenden Wind und aufziehende Wolkenfelder stieg die Temperatur im Laufe des Abends dann allerdings wieder deutlich an und wechselte gegen 21 Uhr, kurz vorm Einsetzen erneuten, leichten Flöckelns, bei bedecktem Himmel und kräftigem Wind sogar wieder in den Plusbereich.

 

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Wintereinbruch in Schlickelde

[22. November 2008, 12.00 Uhr]

DSCN3731Wie angekündigt hat in den vergangenen Stunden auch in Schlickelde der Winter Einzug gehalten. Nach dem Durchzug zahlreicher Schneeschauerstaffeln in der Nacht, registrierte die Wetterstation am Nagelmanns Moor um 10 Uhr bereits eine Gesamtschneehöhe von 4 bis 5 Zentimetern, die sich im weiteren Verlauf bis nachmittags bei weiterer Schauertätigkeit, aber auch leichtem Tauwetter, noch um etwa einen Zentimeter erhöhte.

Insgesamt bleibt es an diesem Wochenende auch weiterhin winterlich, wobei im Laufe des Sonntags aufkommende, teils kräftige Schneefälle bei Milderung allerdings evtl. in Regen übergehen können. Die genaue Entwicklung ist derzeit aber noch etwas unsicher. Die Temperaturen steigen dabei am Sonntag bis maximal 3 bis 4, am Montag bis höchstens 2°C und können dann besonders in der Nacht zum Dienstag auf frostige Minima um -4°C absinken. Besondere Vorsicht im Straßenverkehr ist also auch weiterhin dringend anzuraten.

 


 

In einer Woche tiefster Winter?

[16. November 2008, 15.00 Uhr]

Wetterfrösche in Aufruhr, Modellrechnungen auf Hochtouren: Steht uns Ende der kommenden Woche der Winter ins Haus? Die derzeitigen Berechnungen (Stand 16.11.) beantworten diese Frage mit einemSchnee eindeutigen “JAIN”. Ziemlich sicher dürfte ein markanter Wintereinbruch mit erheblichen Schneemengen für die Mittelgebirgslagen sowie die Alpen sein. Aber, wie so oft: Mettingen liegt sowohl geografisch als auch von der Meereshöhe her wiedermal ziemlich genau im “Wackelbereich”. Derzeitige Simulationen prognostizieren für den nächsten Sonntag (23.11.) Temperaturen, die auch im Mettinger Land nur noch wenig über 0°C ansteigen werden. Schnee könnte somit im Verlaufe des Wochenendes bis ins Flachland hinunter fallen. Doch nicht nur ein möglicher Wintereinbruch wird die kommende Wetterwoche sehr spannend gestalten. Für meteorologische Schlagzeilen wird wohl auch der Wind sorgen. Speziell in der zweiten Wochenhälfte muss im gesamten norddeutschen Raum mit Sturmböen, in höheren Lagen evtl. sogar mit schwerem oder vereinzelt orkanartigem Sturm gerechnet werden.

 


 

Wintertrend erhärtet

[18. November 2008, 14.00 Uhr]

Auch im Laufe aktueller Modelrechnungen hat sich der Trend zu einem markanten Wintereinbruch am kommenden Wochenende weiter erhärtet. Nach derzeitigem Stand dürfte uns die Vorderseite der Kaltluft im Laufe des Freitags erfassen. Bereits in den Abendstunden und vor allem in der Nacht zum Samstag dürfte der anfängliche Regen dann auch im Flachland zumindest teilweise in Schnee übergehen, so dass am Samstag bei Tageshöchstwerten zwischen 0 und 4°C örtlich bereits mit winterlichen Straßenverhältnissen zu rechnen ist.

 


 

Sommernacht im November

[11. November 2008, 22.30 Uhr]

Da konnte der frühmorgendliche Griff zur Winterjacke auf dem Weg zur Arbeit schon mal schweißtreibend werden: Satte 15°C zeigten die Mettinger Thermometer heute morgen zwischen 6 und 7 Uhr dem ungläubigen Betrachter, registrierten nachts um kurz vor 3 Uhr auf dem Schlickelder Messfeld sogar einen Spitzenwert von 15,9°C! Ein Wert, der zu dieser Uhrzeit selbst im vergangenen Juli nur wenige Male erreicht worden war. Doch das laue Lüftchen wehrte nicht lange. Bereits zwischen 7 und 8 Uhr überquerte eine kräftige Kaltfront unseren Bereich mit kurzzeitig starkem Regen (Maximum 0,9 Liter pro Minute), stürmischen Böen (Maximum 64,4 km/h) und einem kräftigen Temperatursturz um über 5 Grad. Nachfolgend setzte sich die Kaltluft dann richtig durch, so dass gegen halb 10 Uhr schließlich nicht einmal mehr 9°C erreicht wurden.

Die kommenden zwei Tage bringen nun wieder jahreszeitlich angemessenere Temperaturen mit Tageswerten um 10 und nächtlichen Minima um 5°C.

 


 

Erster Luftfrost der Saison

[29. Oktober 2008, 23.00 Uhr]

Zum ersten Mal im Winterhalbjahr 2008/2009 fiel am heutigen Morgen in der offiziellen Messhöhe von zwei Metern über Grund (Klimahütte) die Lufttemperatur unter den Gefrierpunkt. Nach dem ersten Bodenfrost Mitte September wurde so mit einem Minimum von - 0,7°C heute der erste sogenannte “Luftfrost” der Saison registriert. Damit sind wir dem vieljährigen Durchschnitt etwa vier Tage voraus, da der erste Frosttag in Schlickelde gewöhnlich im Mittel etwa um den 2. November herum verzeichnet wird.

 


 

Regen: Oktobersoll bereits jetzt erfüllt

[06. Oktober 2008, 21.30 Uhr]

Wir schreiben den 06.10.2008, 21.30 Uhr. Nach den teils kräftigen, länger andauernden und ergiebigen Niederschlägen der vergangenen 6 Tage zeigt der Regen-Gesamtstand des bisherigen Monats einen Wert von exakt 59,5 Litern pro Quadratmeter. Ein Blick in die 30jährige Statistik der benachbarten DWD-Referenzstation Westerkappeln weist für den Zeitraum 1961-1990 aber schon eine durchschnittliche, und damit als “normal” angenommene, Niederschlagsmenge für den Monat Oktober von 59,6 Litern aus. Im Klartext: Bereits jetzt, am sechsten Tag des Monats, ist das Niederschlagssoll des (gesamten) Monats Oktober so gut wie erreicht. Soll heißen: Jeder weitere Tropfen Regen, der in den kommenden 25 Tagen (!) auf Schlickelder Boden fällt, ist überschüssige Zugabe und sorgt in der Endabrechnung für das Prädikat “zu nass”.

Lieber Oktober ... wir sind gespannt!

 


Der Herbst ist da!

[01. Oktober 2008, 21.00 Uhr]

Knapp zwei Wochen nach dem ersten, ungewöhnlich frühen Bodenfrost der Saison (18.09.), hat in diesen Tagen der Herbst Einzug gehalten im Mettinger Land. Mit Tageshöchstwerten, die kaum mehr die 15 Grad-Marke erreichen, einem oftmals trüb-grauen Himmelsbild sowie den ersten, noch etwas zaghaften Herbststürmen sind wir unserer Jahreszeit momentan spürbar voraus. Hinzu kommen lang anhaltende und sehr kräftige Regenfälle, die von Sonntag abend (28.09. / 21 Uhr) bis heute abend (21 Uhr) eine sehr beachtliche Gesamtniederschlagsmenge von 65,6 Litern pro m² aufsummierten. 42,1 Liter davon fielen allein von gestern 13 Uhr bis heute 13 Uhr ... fast schon ein neuer 24 Stunden-Rekord.

 


 

Kältester Septembermorgen seit mindestens 19 Jahren

[19. September 2008, 12.00 Uhr]

Frühherbst in Schlickelde: Nach dem ersten Grasfrost der Saison vor wenigen Tagen, sackten die Lufttemperaturen auch in der vergangenen Nacht wieder ungewöhnlich tief in den Keller. Mit einem frühmorgendlichen Tiefstwert von nur +0,7°C, gemessen in der offiziellen Höhe von zwei Metern über Grund, wurde sogar ein neuer, absoluter Monatsrekord erreicht. Damit war die vergangene Nacht die kälteste Septembernacht in der Geschichte der Wetterstation Mettingen-Schlickelde, die mit ihren Minima-Messungen bis zum August 1989 zurückreicht. Richtig frostig kalt wurde es dagegen an den 5cm-Sensoren der beiden Schlickelder Bodenmessfelder. In Knöchelhöhe über kahlem Boden kühlte es demnach auf -1,7°C, knapp daneben über Grasbewuchs sogar bis auf -4,4°C ab.

Mit dem ersten herbstlichen Luftfrost (2m Höhe) müssen wir in Schlickelde im vieljährigen Mittel (1989-2006) normalerweise erst um den 02. November herum rechnen, wobei die Schwankungsbreite der einzelnen Jahre jedoch ganz beträchtlich ist.

 


 

Das erste “Minus” der Saison

[14. September 2008, 23.30 Uhr]

Zum ersten Mal in der Saison 2008/2009 rutschte in den heutigen Morgenstunden das Thermometer am Nagelmanns Moor in den knappen Minusbereich. Mit einem Tiefstwert von -1,8°C wurde an einer der beiden 5cm-Messstellen “Grasfrost” registriert während es in 5 Zentimetern Messhöhe über unbewachsenem Boden bei einem knappen Plus von 0,4°C blieb. Somit wurde die erste “Bodenfrost”-Nacht nur knapp verfehlt. In 2 Metern Höhe betrug das Minimum in der Klimahütte 3,5°C.

 


 

August 2008: Zu warm und minimal zu trocken

[02. September 2008, 10.30 Uhr]

Aug ´08Seit gestern ist er Geschichte, der Sommer 2008. Höchste Zeit, um nochmals auf die klimatischen Verhältnisse seines dritten und letzten Monats rückblickend einzugehen.

Der August 2008, in der Endabrechnung brachte er es in Schlickelde auf eine Durchschnittstemperatur von 17,5°C. Dieser Wert liegt etwa +0,8 K über der für unsere Region typischen Augusttemperatur von 16,7°C (Station Münster/Osnabrück 1961-1990), so dass die vergangenen viereinhalb Wochen als leicht zu warm einzustufen sind. Dennoch schaffte es die Quecksilbersäule, lediglich an fünf Tagen über die 25°C- (“Sommertag”) bzw. an nur einem Tag nochmals knapp über die 30°C-Marke (“Heißer Tag”) zu klettern. So stellt die am 07.08. gemessene Höchsttemperatur von 30,1°C auch die absolute Monatsspitze daAug ´08 (2)r. Außerdem temperaturtechnisch herausragend: Die Nacht vom 15. auf den 16. August mit einem Bodenminimum von 2,8°C bzw. jene vom 02. auf den 03.08., als die Luft nicht unter 16,8°C abkühlte.

Leicht unterdurchschnittlich fiel dagegen die Niederschlagsbilanz aus: Mit einer Gesamtniederschlagshöhe von 69,4 mm (= 69,4 Liter/m²) blieben wir etwa 5 Prozent unterhalb des vieljährigen Sollwertes von 72,9 mm (Station Westerkappeln 1961-1990). Der höchste 24 Stunden-Wert wurde gleich am 04.08. mit 18,4 mm registriert, während 14 Tage mit Mengen unter 0,1 Litern/m² weitgehend trocken blieben. Die maximale Niederschlagsintensität wurde am 08.08. mit 1,1 Liter/Minute gemessen.

 

Aug ´08 (3)Unzählige Male gingen im August im Mettinger Umland teils kräftige Gewitter nieder, so beispielsweise am 12.08. mit Wallcloud (Anzeichen für Rotation in der Wolke) bei Fürstenau, am 13.08. mit bis zu 4 cm großem Hagel bei Lengerich, am 15.08. mit kleinem Hagel über Osnabrück und am 20. August in mehreren Nachbarregionen. Mettingen wurde von all dem jedoch gottlob weitgehend verschont.

Die weiteren Monatsmittel sowie, falls vorliegend, deren Abweichung zum vieljährigen Durchschnitt: Mittl. Relative Luftfeuchte 78,2 % (+ 2,7 %), Mittl. Luftdruck 1012,2 hPa (- 3,4 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 9,2 km/h, Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Münster/Osnabrück) 154,7 Std. (-20,3 %).

 


 

Kleiner Böenkragen am Abend

[19. August 2008, 22.30 Uhr]

Böenkragen190808bIm Zusammenhang mit einer von den Niederlanden her aufziehenden aber bereits deutlich geschwächten Schauerlinie überquerte in den heutigen, frühen Abendstunden ein kleiner Böenkragen das Mettinger Land. Zwar nicht so ein Prachtexemplar wie dieser hier, aber dennoch schön anzuschauen. Rückseitig brachte die Schauerstaffel kurzen, mäßigen Regen (0,9 mm) sowie einige stärkere Windböen (47,2 km/h). Gewitteraktivität war im Raum Schlickelde dagegen nicht zu verzeichnen.

Einige Zeitraffer-Aufnahmen vom Durchzug können Sie sich durch Klick auf nebenstehendes Foto ansehen.

 

 


 

Partielle Mondfinsternis über Mettingen

[16. August 2008, 17.00 Uhr]

Mofi160808Man musste sich schon ein bißchen “einmummeln”, wenn man die partielle, maximal 81prozentige Mondfinsternis vom gestrigen Abend am Mettinger Himmel mitverfolgen wollte. Bei Temperaturen, die während der Endphase nach Mitternacht in Augenhöhe bereits auf 10°C, in Knöchelniveau sogar auf bis zu 5°C zurückgingen, waren die Sichtbedingungen in der relativ turbulenzfreien Kaltluft dagegen ideal.

Für all diejenigen, die es dennoch verpasst haben oder einem Abend im warmen Fernsehsessel den Vorzug gaben, gibt es hier nochmals einen kleinen Zusammenschnitt der über dreistündigen Astroshow.

 


 

Frische Nacht: Bis 2,8°C am Erdboden!

[16. August 2008, 11.30 Uhr]

Recht frische Temperaturwerte registrierten die Messgeräte am “Nagelmanns Moor” in der vergangenen Nacht. In der großen Klimahütte wurde in 2 Metern Messhöhe ein morgendliches Minimum von 6,9°C registriert. Direkt am Erdboden (5cm Messhöhe) sackten die Werte dagegen bis auf 4,8°C über unbewachsener bzw. sogar 2,8°C über mit Gras bewachsener Fläche ab!

Damit erlebte Schlickelde heute die kälteste Nacht im Zeitraum Anfang / Mitte August seit 12 Jahren. Nur am 04.08.1996 war es mit 6,5°C (2m) das letzte Mal noch ein wenig kälter.

 


 

Juli 2008: Wärmer und nasser als üblich

[03. August 2008, 23.30 Uhr]

072008a“Was für ein verregneter, kühler Juli ...!”, so oftmals das Gejammer im vergangenen Monat beim Pläuschken auf Mettingens Straßen. Doch stimmte das wirklich? Nur teilweise, wie die Datenauswertungen der Klimastation am Nagelmanns Moor nun offenbart.

Mit einer Monatsmitteltemperatur von respektablen 18,2°C fiel der Juli 2008 entgegen verbreiteter Erwartungen um 1,1 Grad wärmer aus, als es der 30jährige Vergleichsmittelwert der Jahre 1961-1990 für die Mettinger Region angibt. Zu verdanken ist dieser Temperaturüberschuss dabei im wesentlichen den ersten drei sowie vor allem den letzten 8 Tagen des Monats, an denen durchweg sommerliche Maxima von über 25°C, teilweise sogar mehr als 30°C erreicht wurden. Die Zahl der “Sommertage” (> 25°C) errechnete sich demnach zu 13, die der “Heißen Tage” (> 30°C) immerhin zu 5. Selbst in einem gesamten Jahr werden in unserer Region üblicherweise nicht mehr als etwa fünf bis sechs 30er-Tage registriert (DWD 1971-2000). Besonders schweißtreibend 072008bentwickelte sich der 02.07. mit einer bisherigen Jahresspitze von 34,0°C und einem Tagesmittel von 25,9°C. Das sind knapp 9 Grad (!) mehr als an einem durchschnittlichen, normalen Julitag! Dem gegenüber stand eine deutlich kühlere Witterungsperiode vom 07. bis zum 23. Juli, mit Höchstwerten zwischen 17,5°C (21.07.) und maximal 24,1°C (15.07.). Besonders kühl: Die Nacht vom 04. auf den 05. als es unter Aufklaren in der eingeflossenen Kaltluft bis auf 9,8, am Erdboden sogar bis auf ungewöhnliche 3,6°C abkühlte!

Doch nicht nur temperaturmäßig blieben wir im Juli 2008 deutlich über Normalniveau. Mit einer Gesamtniederschlagsmenge von 98,1 Litern pro Quadratmeter fiel etwa 38 Prozent mehr Regen als im vieljährigen Mittel (Westerkappeln 1961-1990) üblich. Den Schwerpunkt bildeten dabei die Tage vom 07. bis 12.07., die allein bereits knapp 62 Liter beisteuerten (siehe auch hier). Dennoch blieben andererseits 13 072008cTage völlig trocken (< 0,1 mm), verteilt über den gesamten Monat. Die höchste Niederschlagsintensität wurde am 08.07. erreicht. Innerhalb einer Minuten rauschten 1,7 Liter Wasser auf den Quadratmeter, in 10 Minuten waren es 6,5 Liter.

Beherrschende Wetterthemen des Juli 2008 in unserer Region: Die hochsommerliche Hitzeperiode mit örtlichen Unwettern und rekordverdächtig lauen Nächten in der letzten Monatswoche, die ergiebigen Dauerregenfälle am 10./11. Juli, der Tornado von Nottuln-Appelhülsen (21.07.) (Foto links: Sehr tiefbasige Quellbewölkung in Schlickelde, ca. 20 Minuten vor Tornado-Bildung bei Nottuln) sowie der Verdachtsfall Greven am 10. Juli (mehr dazu in Kürze).

Die weiteren Monatsmittel und deren Abweichung zum Durchschnitt: Mittl. Relative Luftfeuchte 75,5 % (+0,5 %), Mittl. Luftdruck 1014,2 hPa (-1,8 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 8,7 km/h, Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Münster/Osnabrück) 189,1 Std. (-2,5 %).

 


 

Gewitterfront überquert Mettingen

[30. Juli 2008, 14.30 Uhr]

Nach dem insgesamt sechsten “Heißen Tag” (> 30°C) des Jahres mit einer Höchsttemperatur von 30,4°C hat am gestrigen Abend von Südwesten her eine Kaltfront Mettingen überquert. An einer vorlaufenden, sogenannten Konvergenzlinie bildeten sich dabei bereits am Nachmittag teils kräftige Gewitter aus, die Schlickelde jedoch allesamt nur am Rande streiften. Zu nennenswerten Unwetterschäden kam es daher in unserer Region gottlob nicht. Lediglich im Bereich Hopsten-Halverde musste die örtliche Feuerwehr zwei Straßen von umgestürzten Bäumen befreien. Ob diese durch Downbursts (starke Gewitter-Fallböen) oder sogar durch einen kleinräumigen Tornado geworfen wurden, ist nicht klar. Ein konkreter Tornadoverdacht besteht derzeit nicht. Dennoch ruft die Wetterstation Mettingen-Schlickelde mögliche Augenzeugen aus dem entsprechenden Bereich zur Kontaktaufnahme auf.

In Schlickelde machte sich die Gewitterfront hauptsächlich durch eine Regenmenge von 11,8 Litern pro Quadratmeter, einen Temperatursturz um 7 Grad innerhalb von 20 Minuten sowie eine sehr beeindruckende Wolkendynamik bemerkbar. Diese ist auch schön in einem kurzen Video-Zusammenschnitt zu sehen. Bereits wenige Kilometer weiter westlich (Richtung Hopsten) sowie südöstlich (Richtung Lienen), direkt in den Zentren der kräftigen und lange Zeit nahezu ortsfesten Gewitterzellen, fiel dagegen anhaltender, sintflutartiger Starkregen. Wie die Radar-Summenkarte des Wetterdienstes Meteomedia zeigt, erreichten die Niederschlagsmengen hier Werte von örtlich bis zu 80 Liter/m²!

Hier noch einige Fotos vom Aufzug der Konvergenzlinie:

 

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15.08 Uhr Richt. Hopsten

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Extreme Nachttemperaturen und Unwetter

[26. Juli 2008, 02.30 Uhr]

Nach einer extrem lauen Nacht mit Temperaturen von knapp über 20°C noch um 02.30 Uhr und einem rekordverdächtig lauen Tiefstwert von 19,2°C (!), steigt am Samstag bei extremer Schwüle die Gefahr örtlich kräftiger Gewitter deutlich an! Erste Zellentwicklungen sind bereits in den Vormittagsstunden möglich. Besonders zum Nachmittag und Abend sind dann gebietsweise unwetterartige Gewittercluster zu erwarten, die mit Starkregen, Hagel und Sturmböen einhergehen können! Verfolgen Sie die Entwicklung daher sehr aufmerksam! Zum Beispiel hier oder hier.

260708Aktualisierung 18 Uhr: Örtlich schwere Unwetter haben heute in weiten Teilen NRW´s gewütet. Ganz besonders betroffen: Der Großraum Dortmund, wo am Nachmittag innerhalb von nur drei Stunden eine fast historische Niederschlagsmenge von 201 Litern pro Quadratmeter sowie Hagel mit Durchmessern bis 7 Zentimetern fiel. Zur Verdeutlichung: Diese 3 Stunden-Menge fällt in Schlickelde gewöhnlich nicht einmal in den Monaten April (52,7 Liter), Mai (63,6 Liter) und Juni (80,3 Liter) zusammengerechnet! Beim Mettinger Unwetter vom 22. Juni lag die Gesamtniederschlagsmenge zum Vergleich bei “nur” 39,4 Litern/m², die trotzdem genügten, Teile des Ortskerns unter Wasser zu setzen.

Auf den Tag genau zwei Jahre nach dem Unwetter vom 26. Juli 2006 über Schlickelde, blieb unsere Region dieses Mal bis zum Abend glücklicherweise von den Unwettern verschont. (Foto: Mächtiger Gewitterturm knapp südwestl. von Schlickelde am Nachmittag gegen 15 Uhr.)

 


 

Tornado trifft Nottuln bei Münster

[21. Juli 2008, 23.30 Uhr]

Ein Tornado hat am heutigen Abend um kurz nach 19 Uhr den Nottulner Ortsteil Appelhülsen, 15 km westsüdwestlich von Münster, getroffen und insgesamt etwa 30 Häuser beschädigt, sechs davon schwer. Nach ersten Analysen vor Ort tobte der Tornado auf einer etwa 30 bis 40 Meter breiten und 2 Kilometer langen Schadensschneise durch den Ort, deckte mehr als ein Dutzend Dächer zum Teil großflächig ab und riss stählerne Schaukelstützen 60 Zentimeter tief aus dem Boden. Selbst ein massiver Doppelkamin kippte um und drohte in die Tiefe zu stürzen. Und - seltenes Glück - ein geistesgegenwärtiger Augenzeuge hatte in Sekundenschnelle seine Kamera zur Hand und konnte den Wirbelsturm sogar fotografisch festhalten. Das beeindruckende Foto sowie weitere Berichte zum Tornado von Nottuln finden Sie hier:

 


 

Kurzer Erdstoß erschüttert Mettingen

[18. Juli 2008, 20.45 Uhr]

18.07.2008, 20.45 Uhr: Ein kurzer aber deutlich spürbarer Erdstoß hat vor etwa einer halben Stunde, um genau 20.12 Uhr und 39 Sekunden, den Raum Mettingen getroffen. Das Ereignis wurde auch von der Erdbebenstation Bensberg (Quelle: www.seismo.uni-koeln.de/events/index.htm) erfasst. Weitere Infos über Ursache, Stärke und evtl. Schäden liegen derzeit noch nicht vor.

19.07.2008, 00.30 Uhr: Laut ersten Berechnungen des EMSC (European-Mediterranean Seismological Centre) lag der Herd des Bebens im Bereich der Wetkampstraße in Ibbenbüren-Bockraden in ca. 3 Kilometern Tiefe. Die Magnitude betrug demnach etwa 3,5.

Das letzte in Mettingen deutlich spürbare Erdbeben geschah am 20. März 2007.

 


 

Möglicherweise Tornado im Raum Greven

[11. Juli 2008, 21.00 Uhr]

„Zwei meiner Schubkarren sind 20 Meter hoch geflogen und drehten sich in der Luft.“, so schildert ein Augenzeuge die Beobachtungen, die er am gestrigen Abend gegen 22 Uhr während eines Unwetters auf seinem Hof in Greven machte. Wie die “Westfälischen Nachrichten” heute berichten, legte besagtes Unwetter durch einen umgestürzten Baum außerdem die Bahnstrecke zwischen Sprakel und Greven lahm. Anhand der Augenzeugenschilderungen liegt derzeit der Verdacht nahe, es könne sich zum besagten Zeitpunkt im Raum Greven möglicherweise ein Tornado gebildet haben, der für die Schäden verantworlich sein könnte. Nähere Untersuchungen laufen inzwischen an.

Leseraufruf: Sollte jemand am gestrigen Abend, ganz besonders im Raum Greven, während der Unwetterpassage besondere Beobachtungen oder gar Fotos, Videos etc. gemacht haben, die obigen Verdacht erhärten oder auch wiederlegen könnten, so bitte ich um eine Nachricht.

 


 

Offene Schleusen: Ergiebiger Gewitterregen

[10. / 11. Juli 2008, 12.30 Uhr]

Anhaltender, teils kräftiger und örtlich gewittrig durchsetzter Dauerregen hat im Laufe des gestrigen Tages und in der vergangenen Nacht für regional erhebliche Niederschlagsmengen gesorgt. An der Wetterstation Mettingen-Schlickelde fielen im Zeitraum vom 10.07. (1 Uhr) bis zum 11.07. (3 Uhr) innerhalb von 26 Stunden in mehreren Schüben insgesamt 41,7 Liter pro Quadratmeter. Das Intensitätsmaximum wurde dabei gestern um 21.55 Uhr mit 0,8 Litern pro Minute registriert. Im Laufe der Nacht auf den 11. Juli trafen weitere, teils gewittrige Starkregenbereiche unsere Region. Hagelkörner von mindestens Tischtennisballgröße wurden nach ersten Augenzeugenmeldungen gegen Mitternacht im Raum Vlotho (Kreis Herford) beobachtet. Im Bereich Osnabrück/Atter fiel um ca. 23.45 Uhr durch einen Blitzeinschlag für etwa 15 Minuten die Stromversorgung aus. Blitzeinschläge sorgten desweiteren vielerorts für Dachstuhlbrände.

Insgesamt summieren sich die Niederschläge der vergangenen gut 100 Stunden in Schlickelde nun auf eine Gesamtmenge von beachtlichen 58,6 Litern/m². Dies entspricht etwa 83 Prozent des normal üblichen Wertes für den gesamten Monat Juli. Weitere Niederschlagsmengen (gestern früh bis heute früh) (Quelle: Meteomedia): Hörstel 40 mm / Borken 36 mm / Steinfurt 35,3 mm / Ibbenbüren 33,4 mm / Emsdetten 25,5 mm / Gronau 21,7 mm.

 


 

Juni 2008: Deutlich wärmer und etwas trockener als üblich

[04. Juli 2008, 13.00 Uhr]

Jun ´08 (1)02Und schon ist er vorbei, der erste Monat des Sommers 2008. Und, das schon mal vorweg, er hatte eigentlich all das zu bieten, was einen Sommermonat auszeichnet.

Mit einer Monatsdurchschnittstemperatur von recht beachtlichen 17,4°C positionierte sich der Juni 2008 in der Endabrechnung respektable +2,0 K über dem vieljährigen Normalwert der offiziellen Vergleichsperiode 1961-1990 (Station Münster/Osnabrück: 15,4°C). Die absolute Temperaturspitze erreichte dabei gleich der 02.06. mit einem Tagesmaximum von 31,0°C. Doch auch das gegenüberliegende Skalenende war im Juni 2008 gut besetzt: “Schafskälte”, so der Name des oftmals pünktlich Mitte Juni erfolgenden Kaltluftrückfalles, der auch in diesem Jahr wieder zuschlug. Knapp eine Woche lang blieben die Messwerte teils deutlich unterhalb der 20 Grad-Marke, schafften es am 12.06. gar nur auf magere 16,8°C. Besonders kalt aber: Die Nacht vom 16. auf den 17. Juni, in der die MesswertJun ´08 (2)e in Knöchelhöhe über der Stationswiese sogar bis auf Punkt 0,0°C abstürzten. Dann jedoch ging es rasch wieder aufwärts ... bis auf 30,3°C am 22.06. und 20 bis 25°C zum Monatsende. Insgesamt sammelten die Schlickelder Messgeräte im Juni 2008 immerhin 11 sogenannte “Sommertage” mit mindestens 25,0°C und zwei “Heiße Tage” mit mehr als 30°C in der Spitze. Die laueste Sommernacht erlebte Mettingen vom 02. auf den 03.06., als die Messwertkurve nicht unter 16,4°C fiel.

Niederschlagstechnisch blieb der Juni ein wenig unter seinem Soll. Mit einer Gesamtniederschlagsmenge von 68,1 Litern pro Quadratmeter wurden nur etwa 85 Prozent des Normalwertes (Station Westerkappeln 1961-1990: 80,3 L/m²) erreicht. Beachtliche 18 Tage blieben mit Mengen unter 0,1 Litern im wesentlichen trocken und standen im markanten Kontrast zu den 39,4 Litern, die allein am 22. Juni während des heftigen Hagel- und Starkregen-Unwetters herabstürzten. Auch die maximale Niederschlagsintensität wurde am 22.06. mit unglaublichen 4,2 L/m² innerhalb nur einer Minute (14.42-14.43 Uhr MEZ) registriert. Ein neuer Rekordwert, der seit Beginn präziser Jun ´08 (3)Messungen in Schlickelde zuvor noch nicht beobachtet worden war.

Das schwere Unwetter vom 22. Juni war schließlich neben der markanten Schafskälte auch mit Abstand das markanteste Wetterereignis in den ersten vier Sommerwochen des Jahres und sorgte für unzählige Schlagzeilen in sämtlichen Lokalmedien.

Die weiteren Monatswerte mit Abweichung zum Normalwert: Mittl. Relative Luftfeuchte 68,0 % (- 6,1 %), Mittl. Luftdruck 1015,5 hPa (- 0,6 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 8,5 km/h, Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Flughafen Münster/Osnabrück) 237,4 Std. (+ 21,2 %)

 

 

 


 

Schlickelde schwitzt: 34,0°C

[02. Juli 2008, 18.30 Uhr]

Mit einem Tageshöchstwert von genau 34,0°C, gemessen um 15.57 und 17.09 Uhr, erlebte das Mettinger Land heute den dritten heißen und bisher wärmsten Tag des Jahres. Und das trotz eines recht kühlen Starts bei nur 13,0°C in den frühen Morgenstunden (7,8°C am Erdboden). Damit betrug die Differenz zwischen Minimum und Maximum heute beachtliche 21,0 K, nur 1,9 K weniger als beim bisherigen Schlickelder Rekord vom 22.04.2007 (22,9 K). Die Meteomedia-Station an “Strotmanns Fabrik” in der Emsdettener Innenstadt registrierte sogar einen Höchstwert von 36,1°C und machte Emsdetten damit heute zu einem der wärmsten Orte Deutschlands.

Weitere Höchstwerte aus dem Mettinger Umland (Quelle: Meteomedia / DWD): Nordhorn 35,0°C / Ibbenbüren 33,9°C / Flugh. Münster-Osnabrück 33,9°C / Münster 33,9°C / Gronau 33,9°C / Bersenbrück 33,8°C / Osnabrück 33,7°C / Steinfurt 33,5°C / Alfhausen 33,3°C / Rheine-Bentlage 33,3°C / Lingen 33,0°C.

 


 

Heftiges Hagelunwetter über Mettingen

 

[22. / 23. / 24. / 27. Juni 2008]

 

Unwetter220608 (4)Ein heftiges Hagelgewitter mit Sturmböen und Starkregen hat am Sonntagachmittag (22.06.) den Bereich Mettingen-Schlickelde überquert. Während der Gewitterpassage zwischen 15.30 und 16.40 Uhr registrierten die Messgeräte am Nagelmanns Moor eine Gesamtniederschlagsmenge von sage und schreibe 39,4 Litern pro Quadratmeter (manuelles Gerät) sowie einen neuen, deutlichen Niederschlags-Intensitätsrekord: Um Punkt 15.43 Uhr stürzten innerhalb von nur 60 Sekunden unglaubliche 4,2 Liter/m² vom Himmel. Das entspricht einer extremen Stundenrate von über 250 Litern (25 volle Putzeimer)! Desweiteren wurden mehrere Hagelphasen mit Korndurchmessern von maximal ca. 2 bis 2,5 Zentimetern, eine Sturmböe von 84,2 km/h, ein Temperatursturz von maximal 30,3°C auf 17,6°C sowie ein durch den Downburst bedingter Drucksprung von + 4,4 hPa beobachtet. Erstmals überhaupt (seit 33 Jahren) stand nach dem Unwetter der eigene Keller wenige Zentimeter tief unter Wasser.

 

Das obige Foto zeigt das aufziehende Unwetter um 15.30 Uhr vom Standort Wetterstation mit Blickrichtung Südwesten. Links am Horizont ist noch letzter Sonnenschein zu sehen, in der Mitte folgt ein Streifen mit schwach grünlich schimmernden Wolkenbereichen (typisch für großen Hagel) und rechts der hereinbrechende, dichte Hagelvorhang. Exakt zum selben Zeitpunkt machte Rolf Besseler am Standort “Meisenweg” in Ibbenbüren-Schierloh (9 km südwestlich) ein weiteres Foto, das den Unwetterkomplex mit Blickrichtung Nordwest aus größerer Entfernung im Überblick zeigt. Etwa am rechten Bildrand dürfte Schlickelde liegen, das wenig später vom Hagel erfasst wird. Die von der Sonne beleuchtete und tiefe Wolkenwalze, die kurzzeitig mit sehr hohem Tempo auch von Schlickelde aus zu sehen war, zeigt vermutlich den Vorderrand des später einbrechenden “Downburst”- und Starkregenbereiches (siehe Video) an. Vielen Dank nochmals für die Bereitstellung des Fotos.

 

Unwetter220608 (2)Weitere Unwettermeldungen erreichten die Wetterstation Mettingen-Schlickelde aus dem unmittelbaren Umland. Im Raum Rheine beispielsweise trat nach ersten Augenzeugenberichten Hagelschlag mit Korndurchmessern von örtlich begrenzt bis zu 6 Zentimetern auf. Hier und hier ein zweiteiliges Video aus Neuenkirchen (Kreis Steinfurt) bei Rheine. In Hörstel-Bevergern wurden große Teile der Gewächshausanlage der Gärtnerei “Thiemann” zerstört. Desweiteren tauchten inzwischen mögliche Tornado-Meldungen unter anderem aus den Bereichen Lotte-Halen, Hollage, Osnabrück-Schinkel, Belm und Wallenhorst auf. Weitere aus dem Landkreis Borken und einigen anderen Regionen. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen (24.06.) liegt jedoch nur noch im Fall Alstätte (Kreis Borken) ein Tornado-Verdacht vor. Alle anderen Unwetterschäden sind mit hoher Wahrscheinlichkeit auf “Downbursts” zurückzuführen. Besonders im Bereich Halen dürften diese, nach Analyse der Schadensbilder vor Ort anhand der Torro-Skala, extreme Spitzenwindgeschwindigkeiten von örtlich über 150 km/h erreicht haben!! (Quelle: Skywarn)

 

Auch im Mettinger Gemeindegebiet wurden zahlreiche Bäume entwurzelt und Äste sowie große Mengen Blätter durch Hagel und Sturmböen abgerissen. Stellenweise stand das Wasser im Ortskern nahezu bis in Kniehöhe (Video1 / Video2). Mehrere Gebäude standen bis zu 20cm unter Wasser, darunter das Pfarrheim und Teile der Pfarrkirche St. Agatha. Bis zum Sonntagabend verzeichnete die Mettinger Feuerwehr etwa 60 unwetterbedingte Einsätze.

 

Unwetter220608 (3)Einen kurzen Video-Ausschnitt von der Hauptphase der Unwetterpassage über Schlickelde (Copyright: Andre Hergemöller) können Sie sich hier oder durch Anklicken der Bilder ansehen. Die (durch den Hagel recht schmerzhaften) Aufnahmen wurden in unmittelbarer Nachbarschaft der Wetterstation auf einem nach Südwesten ausgerichteten und überdachten Balkon gemacht. Auch aus Westerkappeln liegt ein Video vor.

 

Desweiteren bekommen Sie hier einen detaillierten, graphischen Einblick in den zeitlichen Niederschlagsverlauf während des Unwetters zwischen 15.20 und 16.40 Uhr. Dargestellt sind die Registrierungen des automatischen Niederschlagsmessers mit einer zeitlichen Auflösung von 2 Minuten. Jeder Messwertbalken gibt somit also jeweils die Niederschlagssumme über 2 Minuten an. Ein weiteres Diagramm gibt die Temperaturkurve sowie die registrierten Spitzenböen jenes Nachmittages wieder.

 

 

Weitere Infos zum (Mettinger) Unwetter vom 22.06.08:

 

Haben Sie Beobachtungen, Daten, Fotos oder Videos zum Mettinger Unwetter vom 22. Juni, die für diese Seite interessant sein könnten? Dann melden Sie sich bei mir.

 

 


 

 

Wetterstation bekommt neuen Zaun

 

[21. Juni 2008, 14.00 Uhr]

 

Dringende Renovierung: Ein neuer Begrenzungszaun aus beschichteten Doppelstabmatten umgibt seit gestern das gleichzeitig um etwa 15 Quadratmeter nach Nordwesten erweiterte und nun 140 m² große Messfeld am Nagelmanns Moor. Die Erneuerung war nötig geworden, da die alte Einfassung aus Holzpfosten und Maschendraht aus dem Jahr 2003 inzwischen erhebliche Schäden aufwies und einen ausreichenden Schutz der Messanlage nicht mehr gewährleistete.

 

 

Zaun102

Zaun2

Zaun3a

Zaun4

 

 


 

 

“Schafskälte”: 0°C Mitte Juni

 

[18. Juni 2008, 22.00 Uhr]

 

“Schafskälte”, so heißt das Witterungsphänomen, welches sich in den vergangenen Tagen auch bei uns in Mettingen hartnäckig festgesetzt hat. Mit diesem Begriff sind empfindlich kühle, wechselhafte und oft auch regenreiche Tage gemeint, die sich nach einer ersten sommerlich warmen Witterungsperiode Ende Mai meist noch vor Mitte Juni einstellen. Die Schafskälte ist in weiterem Sinne ein wenig mit dem indischen Sommermonsun vergleichbar und ist deswegen nach einem Singularitätenkalender für Deutschland in der Tat auch unter dem Begriff “Monsunwelle” oder “Europäischer Monsun” bekannt. Notwendig ist dafür eine großräumige kühle und feuchte Strömung aus nordwestlicher Richtung. Bei einer “richtig echten Schafskälte”, wie sie zum Beispiel im Jahre 1998 über Deutschland auftrat, können die durchschnittlichen Tagestemperaturen bis auf etwa 5-10°C abfallen und nachts sogar nochmals Bodenfröste bringen.

 

Absoluter Tiefpunkt des nun zuende gehenden Kälterückfalles der vergangenen Tage war die Nacht vom 16. auf den 17.06., in der die Temperaturen in der Schlickelder Klimahütte (2m Höhe) einen Tiefstwert von 4,8°C erreichten. Noch um einiges kälter wurde es dagegen direkt am Erdboden, wo die Sensoren in 5cm Messhöhe über unbewachsenem Boden ein Minimum von 1,9°C, in gleicher Höhe über Rasen sogar punktgenau 0,0°C registrierten. Ein Hauch von Grasfrost mitten im Juni!

 

Der Name “Schafskälte” soll an die zu dieser Zeit frisch geschorenen Schafe erinnern, denen die kühlen Temperaturen um den 11. Juni durchaus gefährlich werden können.

 

 


 

 

Mai 2008: Deutlich zu warm und zu trocken

 

[03. Juni 2008]

 

Der erste Sommermonat des Jahres hat begonnen. Zeit für einen kurzen Rückblick auf den vergangenen Mai 2008: Mit einer Monatsmitteltemperatur von 15,2°C fiel der Wonnemonat in diesem Jahr mit satten +2,8 Grad Abweichung gegenüber dem klimatologischen 30 Jahres-Mittel deutlich zu warm aus. Der Monatsspitzenwert wurde am 28.05. mit 27,2°C, das absolute Minimum acht Tage zuvor mit 1,8°C erreicht. Schlickelde erlebte die ersten neun Sommertage mit Höchstwerten von 150508mindestens 25,0°C, andererseits aber auch noch 6 Bodenfrosttage (unbewachsener Erdboden) und ganze 13 Nächte mit Minuswerten auf Grasspitzen-Niveau. Besonders zu Monatsbeginn traten unter idealen, sehr trockenen Strahlungsbedingungen extreme nächtliche Temperaturdifferenzen zwischen den Messungen in 2 Metern und in 5 Zentimetern Höhe auf. So wurde am 08. Mai in der Klimahütte beispielsweise ein morgendliches Minimum von +6,9°C gemessen, während nur 195 Zentimeter tiefer gleichzeitig noch -0,4°C erreicht wurden! Dennoch wurden tagsüber dann fast sommerliche Werte von 24,7°C registriert.

 

Ermöglicht wurden diese extremen Temperaturverhältnisse durch sehr niedrige Luftfeuchte-Werte (Minimum 22,4 %) und stark ausgetrocknete Böden. In der ganzen ersten Maihälfte verirrten sich lediglich 6,1 Liter pro Quadratmeter in die Schlickelder Niederschlagsmesser. Zwischen dem 02. und 15.05. blieb es sogar vollständig trocken. Nach drei regenreicheren Tagen zur Monatsmitte, setzte in der zweiten Maihälfte erneut Trockenheit ein: 4,9 mm bis zum 31.05.. Schlussendlich summierten sich alle Tageswerte auf eine magere Monatssumme von 27,2 Litern pro m², also nur etwa 43 Prozent der statistischen Normalmenge (Station Westerkappeln 1961-1990). Die größte Niederschlagsintensität brachte gleich der 1. Mai mit einer Rate von 0,3 Quadratmeterlitern pro Minute.

 

Die weiteren Schlickelder Monatswerte mit Abweichungen im Überblick: Mittl. Relative Luftfeuchte 66,1 % (-5,6 %) / Mittl. Luftdruck 1016,6 hPa (+1,6 hPa) / Mittl. Windgeschwindigkeit 8,3 km/h / Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Münster/Osnabrück) 272,4 Std. (+ 33,5 %).

 

 


 

 

Die “30” ist geknackt!

 

[02. Juni 2008, 22.10 Uhr]

 

Pünktlich zum gestrigen “meteorologischen Sommerbeginn” wurde mit einem Tageshöchstwert von exakt 31,0°C heute erstmals in diesem Jahr in Schlickelde die 30 Grad-Marke überschritten und somit der erste offizielle “Heiße Tag” des Sommers 2008 registriert. Und das sogar nach einem recht kühlen Start mit minimal 13,7°C in der Klimahütte und sogar 9,9°C am Erdboden in den frühen Morgenstunden.

 

Im vieljährigen Mittel der Jahre 1971 bis 2000 dürfen wir in unserer Region immerhin mit durchschnittlich etwa 5 bis 6 “heißen Tagen” pro Saison rechnen.

 

 


 

 

“Familienkreis Schlickelde” besucht Wetterstation

 

[01. Juni 2008, 14.00 Uhr]

 

Stationsbesuch1Stationsbesuch2Eine Besichtigungstour per Fahrrad führte am heutigen meteorologischen Sommeranfang den “Familienkreis Schlickelde” zur Wetterstation. Etwa 23 Eltern und Kinder des Vereines ließen sich am Vormittag eineinhalb Stunden lang die Messgeräte der Station erklären, stellten Fragen zu interessanten Wetterphänomenen und bekamen einen kleinen Rückblick auf das genaue Schlickelder Wetter am Tag ihrer Geburt. Mit hoffentlich einigen neu gewonnenen meteorologischen Erkenntnissen wurde die Radtour anschließend fortgesetzt und mittags am Zielort schließlich mit einem gemeinsamen Grillen beendet.

 

Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals persönlich bei allen Besuchern ganz herzlich für das große Interesse, die vielen offenen Ohren und das supernette Präsent bedanken!

 

Andre Hergemöller

 

 


 

 

Schwere Gewitter verschonen Mettingen

 

[31. Mai 2008, 12.00 Uhr]

 

Schwere Unwetter mit Starkregen, Sturmböen und örtlichem Hagelschlag haben in der vergangenen Nacht in einem langen Streifen von Hessen über das Sauerland, Ostwestfalen und das Münsterland bis hinauf zur Grafschaft Bentheim gewütet und regional für erhebliche Schäden gesorgt. In NRW besonders betroffen waren nach ersten Angaben die Landkreise Paderborn, Höxter, Lippe und Gütersloh, wo bis zu 4 Zentimeter große Hagelkörner sowie beträchtliche Wassermassen vom Himmel fielen. Zentrum der Unwetter im Münsterland war Münster selbst, wo insgesamt knapp 33 Liter pro Quadratmeter sowie etwa 1300 Notrufe innerhalb von zweieinhalb Stunden registriert wurden. Auch im benachbarten Kreis Warendorf standen Keller teilweise 40 bis 50 Zentimeter unter Wasser.

 

Der unmittelbare Bereich von Mettingen-Schlickelde profitierte bereits von einer deutlichen Abschwächung der Gewitterzellen und einer Hauptzugbahn am Südrand des Teutoburger Waldes entlang. So wurden an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde während der Haupt-Gewitterphase zwischen 23.45 und 01.00 Uhr lediglich 2,1 Liter pro Quadratmeter, eine vorübergehend hohe Blitzfrequenz mit nächsten Einschlägen in etwa 2-5 km Entfernung und mäßige Windböen bis 33,5 km/h registriert. Ein seltenes Schauspiel: Kurz vor der Gewitterpassage überquerten mehrere, wetterbedingt kurzfristig umgelenkte große Passagierflugzeuge im lauten Tiefflug den Schlickelder Himmel Richtung Flughafen Münster/Osnabrück.

 

 


 

 

Besuch aus der Sahara

 

[28. Mai 2008, 22.30 Uhr]

 

Saharastaub (1)Saharastaub (2)Während weite Teile des Alpenraumes und Süddeutschlands gestern und heute durch eine starke Südströmung von Afrika übers Mittelmeer regelrecht in feine Sandwolken eingehüllt wurden, schafften es Spuren des aus der Sahara stammenden Staubes heute sogar bis zu uns an den Schlickelder Himmel. Tagsüber kaum zu bemerken, spülte der Regen im Randbereich einer kräftigen Gewitterzelle über Osnabrück die kleinen Partikel am Abend schließlich aus der Luft auf die Oberflächen von Autos, Gartenmöbeln oder sonstigen Gegenständen, wo sie sich durch eine frische, hauchdünne Schmutzschicht bemerkbar machten.

 

Welcome to Schlickelde!

 

 


 

 

Später Eisheiligen-Gruß

 

[22. Mai 2008, 20.00 Uhr]

 

Nachdem die “Eisheiligen”(11.-15.05.) in diesem Jahr bei Höchsttemperaturen von 23,6 bis 26,4°C eher zu “Heißheiligen” mutierten, schickten uns die vergangenen Nächte nun doch nochmal einen verspäteten frostigen Gruß hinterher. Am stärksten kühlte es dabei in den frühen Morgenstunden des 20.05. ab. Während in 2 Metern Messhöhe in der Klimahütte die Werte mit 1,8°C noch recht deutlich im Plus lagen, betrugen die Minima in Knöchelhöhe dagegen nur -1,6°C (unbewachsener Boden) bzw. sogar knackige -4,2°C knapp über der Stationswiese. Auch in der vorherigen und nachfolgenden Nacht rutschten die bodennahen Werte ins Minus. In der letzten Nacht gab es dagegen nur noch “Grasfrost” bis -1,8°C.

 

 


 

 

Neujustierung Hygrogeber

 

[18. Mai 2008, 13.00 Uhr]

 

KalibrationNach dem Durchlaufen einer sechstägigen Wartungsphase, die zweimal jährlich im Frühjahr und Herbst stattfindet, ist heute der Luftfeuchte-Messwertgeber der Schlickelder Wetterstation (Model “HMP 35A” von “Vaisala”) wieder in Betrieb gegangen. Mit großem zeitlichen und feinmechanischen Aufwand wurde über spezielle, hochreine Kalibriersalzlösungen (Lithiumchlorid, Natriumchlorid, Kaliumsulfat), über denen sich bei absoluter Temperaturstabilität zwischen Messelement und Lösung nach vielen Stunden ein Dampfdruckgleichgewicht (bekannter, fester Luftfeuchtewert) einstellt, zunächst im Rahmen einer Kalibrierung der Ist-Zustand des Gerätes ermittelt. Dieser erbrachte Messabweichungen der Elektronik von +/- 0,0 % bei 11 Prozent, + 0,9 % bei 76 Prozent relativer Feuchte und +0,6 % im Skalenbereich von 97 Prozent relativer Luftfeuchte. In einem weiteren Zyklus wurden diese vergleichsweise geringen Messfehler dann nochmals mit frisch angesetzten “Zweitlösungen” überprüft und schließlich über eingebaute Trimm-Potentiometer (Offset- und “Gain”-Justierung) auf den folgenden Endzustand minimiert, mit dem das Messgerät heute wieder in den Routinebetrieb ging.

 

 

  

Relative Luftfeuchte

Abweich. HMP 35A

11 %

+/- 0,0 %

76 %

+ 0,5 %

97 %

- 0,5 %

 

 

 


 

 

6 Sommertage und 12 Tage Trockenheit

 

[14. Mai 2008, 21.00 Uhr]

 

Trockenheit25,6°C ... 26,3°C ... 25,5°C ... 26,4°C ... 26,2°C ... 25,1°C ... Es war bereits der sechste Sommertag mit mindestens 25,0°C in Folge, den die Mettinger heute genießen konnten. Aber: Es war auch die 24stündige Verlängerung einer inzwischen bereits 12 Tage andauernden Trockenperiode. Die letzten nennenswerten Niederschläge in Schlickelde, sie fielen in den späten Nachmittagsstunden des 2. Mai. Und langsam macht sich dieser Wassermangel auch optisch bemerkbar. Auf dem grundsätzlich nicht künstlich bewässerten Messfeld der Wetterstation sind bereits größere Rasenflächen zumindest teilweise “verbrannt”. Ursächlich dafür sind jedoch nicht nur ausbleibende Niederschläge und hohe Sonneneinstrahlung, sondern auch extrem trockene Luftmassen, die in den vergangenen Tagen unablässig vom lebhaften Ostwind über die Böden getrieben wurden und diesen dadurch Unmengen an Feuchtigkeit entzogen. 12 Tage in Folge wurden nachmittägliche Luftfeuchteminima von unter 40 Prozent registriert. Am 10.05. sanken die Werte sogar bis auf extrem trockene 22,4 %. Die ungewöhnlich trockene Luft war aber auch für die starken Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht verantwortlich. Während tagsüber Sommerwerte zwischen 26 und 27°C erreicht wurden, fielen die Messwertkurven in der Nacht besonders direkt an der Erdoberfläche fast ins Bodenlose. Zeitweise erreichte die Temperaturspanne in den Abendstunden zwischen den Sensoren in der Klimahütte und dem mit Gras bewachsenen Bodenmessfeld Differenzen von über 10 Grad, und das innerhalb von nur 2 Metern Höhenunterschied. Vom 01. bis zum 10. Mai fielen die Messwerte im “Grasspitzen-Niveau” an insgesamt 7 von 10 Tagen nochmals teils deutlich in den Frostbereich.

 

In den kommenden Tagen werden nun schrittweise feuchtere und auch etwas kühlere Luftmassen herangeführt, so dass die Landwirte wohl in Kürze aufatmen dürften. Zudem steigt im Rahmen dieses Luftmassenwechsels am Donnerstag und Freitag dann auch die Unwettergefahr deutlich an! Örtlich und sehr eng begrenzt können teils kräftige Schauer und Gewitter vereinzelt Regenmengen von bis zu über 20 Litern pro Quadratmeter bringen.

 

 


 

 

Erster Sommertag: 25,6 Grad

 

[09. Mai 2008, 21.30 Uhr]

 

Geschafft! Nachdem wir gestern mit maximal 24,7°C noch knapp an der 25 Grad-Hürde gescheitert waren, stieg die Schlickelder Quecksilbersäule am heutigen Nachmittag um Punkt 16.15 Uhr auf einen Tageshöchststand von 25,6°C. Damit verzeichnete die Klimastation am Nagelmanns Moor den ersten definitionsgemäßen “Sommertag” seit dem 24. August 2007 und somit auch den bisher einzigen des Jahres 2008. Mit diesem Datum liegen wir exakt im Zeitplan, denn auch im vieljährigen Mittel der Jahre 1992 bis 2007 werden Werte von 25°C oder mehr in Schlickelde erstmals durchschnittlich um den 9. Mai erreicht.

 

Auch über die kommenden Pfingstfeiertage bleibt uns das sonnige Frühsommerwetter im Einflussbereich von Hoch “Marco” weiterhin erhalten.

 

 


 

 

“Kältepol” Schlickelde

 

[04./05./08. Mai 2008]

 

04.05.2008: In der vergangenen Nacht war Mettingen-Schlickelde der „Kältepol“ der gesamten Region. Während an sämtlichen Nachbarstationen des Deutschen Wetterdienstes (5cm Messhöhe) von +2 bis +3°C registriert wurden, erreichten die Temperaturen in Schlickelde, gemessen mit derselben Gerätekonstellation, Werte von –0,1°C (kahler Erdboden) bzw. sogar –2,3°C über Grasbewuchs. Auch in einer Messhöhe von 2 Metern über Grund sahen die Differenzen ähnlich aus.

Dieses besondere Kleinklima-Phänomen dürfte unter anderem auf den hiesigen, trockenen Sandboden zurückzuführen sein, der mit seinen sehr schlechten Wärmeleitungseigenschaften die Tageserwärmung tiefer liegender Bodenschichten behindert und somit nachts nicht von einem abkühlungsdämpfenden Bodenwärmestrom profitieren kann.

 

05.05.2008: Auch in der vergangenen Nacht trat erneut Bodenfrost auf. Mit bis zu -2,9°C über der Rasenfläche gab es sogar nochmals eine Verschärfung gegenüber der Vornacht. Gleichzeitig verzeichneten die Messgeräte in 2 Metern Höhe tagsüber eine kräftige Erwärmung auf bis zu 21,0°C in der Klimahütte. Solch starke Tag-/Nacht-Differenzen sind typisch für strahlungsintensive Wetterlagen mit sehr trockenen Luftmassen im Frühjahr und Herbst.

 

08.05.2008: Erneut, trotz einer kräftigen Erwärmung auf bis zu 23,9°C (2 Meter) gestern, gab es auch in der letzten Nacht an den Grasspitzen des Schlickelder Messfeldes mit -0,4°C nochmals ganz knapp Frosttemperaturen. In gleicher Höhe über unbewachsenem Boden (DWD-Norm) wurde dagegen eine Abkühlung auf lediglich +2,5°C registriert. Und wieder lagen sämtliche Stationen im Schlickelder Umland mit +4 (Münster/Osnabrück) bis +5°C (Rheine-Bentlage) darüber.

 

 


 

 

1. Mai, frische Nächte und Windgeber-Rückkehr

 

[03. Mai 2008, 11.50 Uhr]

 

Wettertechnisch deutlich zweigeteilt präsentierte sich der diesjährige Maifeiertag. Während sich der Himmel morgens und mittags bei einzelnen Wolken der Gattung Cumulus und Stratocumulus noch sonnig und nur leicht bewölkt gestaltete, nahm die Bewölkung im Verlauf des frühen Nachmittags deutlich zu, um die Maiwanderer und -fahrer bis in die Abendstunden dann mit teils kräftigen und oftmals gewittrigen Regenschauern sowie turbulenten Wolkenformen vor sich her zu jagen. Die Tageshöchsttemperatur wurde daher mit 16,6°C auch bereits um 15.25 Uhr erreicht und bis zur “Grillzeit” um 20 Uhr sackten die Werte dann auf etwas ungemütliche 10°C ab. Erst im Laufe des späten1. Mai (3) Abends klarte der Himmel zunehmend auf und sorgte nachfolgend erneut für eine “frühlingsfrische” Nacht, in der die Temperaturen bis auf morgendliche Minima von 4,3°C (2 Meter Messhöhe, Klimahütte) bzw. sogar leicht frostige -1,0°C (5 Zentimeter Messhöhe, über Gras) zurückgingen. Noch kälter wurde es in der Nacht vom 02. auf den 03. Mai mit +2,8°C (2m) bzw. -1,8°C (5cm, Gras). In den kommenden Tagen dürften bei bis zu 23°C tagsüber dann aber auch die Nächte allmählich milder werden.

 

Pünktlich zum Start in den Wonnemonat ging nun auch der automatische Windgeschwindigkeitsgeber wieder in Betrieb. Das Gerät befand sich vergangene Woche zur routinemäßigen Überprüfung (alle zwei Jahre) bei der “Adolf Thies GmbH” in Göttingen und wurde dort für den kommenden, “reibungslosen” Messbetrieb vorbeugend mit einem neuen Präzisionskugellager ausgestattet.

 

 


 

 

April 2008: Normal temperiert und zu trocken

 

[01. Mai 2008]

 

Ab in den Wonnemonat Mai, jedoch nicht ohne einen vorherigen kurzen Rückblick auf die vergangenen vier Wochen geworfen zu haben. Mit einer Monatsmitteltemperatur von 8,2°C schaffte der April 2008 das seltene Kunststück exakt den vieljährigen Durchschnittswert der Normalperiode 1961-1990 zu treffen und somit punktgenau das Temperatursoll erfüllt zu haben. Mit einem Höchstwert von 21,9°C und einem Tagesmittel von 15,5°C bekam der 27.04. den Titel des wärmsten Apriltages 2008, während am 07.04. mit -3,2°C (2 Meter) bzw. -7,8°C (5cm) das absolute Minimum erreicht wurde. In 5cm Höhe über Grasbewuchs wurden an jenem Morgen sogar nur winterlich bittere -9,8°C aufgezeichnet. 11 Frühlingstagen mit mindestens 15,0°C standen im vergangenen Monat 5 Frost-, 14 Bodenfrost- und satte 19 Grasfrosttage mit Minima unter 0°C gegenüber. Sechs Tage später als im Vorjahr, setzte am 27. April mit den ersten geöffneten Knospen in Schlickelde die Apfelblüte und damit definitionsgemäß der phänologische Vollfrühling ein.

 

Und er war zu trocken, der April 2008. Mit einer Gesamtniederschlagshöhe von 37,6 mm betrug die Abweichung zur Norm (Westerkappeln 1961-1990) -29 Prozent. Kein Vergleich allerdings zum extremen April des Vorjahres, als zwischen dem 01. und 30.04. ganze 2,5 mm fielen! Dennoch blieben auch in diesem Jahr beachtliche 20 Tage mit 0,0 oder < 0,1 mm trocken. Regenreichster Tag wurde der 28.04. mit 11,2 mm bis 20 Uhr, die höchste Niederschlagsintensität mit 0,9 Liter/m² innerhalb einer Minute verzeichneten die Schlickelder Messgeräte am 02.04..

 

Die weiteren Monatswerte und Abweichungen zum vieljährigen Mittel im Überblick: Mittl. Relative Luftfeuchte 76,3 % (+3,0 %) / Mittl. Luftdruck 1011,4 hPa (-2,8 hPa) / Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Münster/Osnabrück) (keine Daten). Die fehlerfreie Ermittlung eines Windgeschwindigkeitsmittels war aufgrund einer längeren, wartungsbedingten Messpause leider nicht möglich.

 

 


 

Traumhafter Frühlings-Sonntag

 

[27. April 2008, 21.30 Uhr]

 

Sie ist geknackt: Mit einem Tageshöchstwert von 21,9°C wurde heute in Schlickelde erstmals in diesem Jahr die magische 20 Grad-Marke überschritten (20,0°C am 23.04.), begleitet von traumhaftem Sonntagsausflugswetter. Lediglich dünne hohe Schichtwolken überzogen den April-Himmel, schwächten die Frühlingssonne jedoch nur wenig.

 

Leider bleibt uns das Traumwetter nicht mehr lange erhalten. Schon im Vormittagsverlauf des morgigen Montags werden örtlich kräftige Schauer auf das Mettinger Land übergreifen und voraussichtlich bis einschließlich zum ersten Mai eine wechselhaftere und kühlere Witterungsphase einleiten. Glücklich also all diejenigen, die den herrlichen, vorgezogenen Maifeiertag heute nutzen konnten!

 

 


 

 

Windgeber auf Wartungsreise

 

[19. April 2008, 15.20 Uhr]

 

WindgeberWindgeber2“Windstille” an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde. Seit heute nachmittag ist die Station am Nagelmanns-Moor um eines ihrer Messgeräte ärmer. Der optoelektronische Schalenstern-Windgeber, der gewöhnlich in 11 Metern Masthöhe die Schlickelder Windverhältnisse dokumentiert, befindet sich auf Wartungsreise nach Göttingen und wird dort im Labor der „Adolf Thies GmbH“ (www.thiesclima.com) in den kommenden Tagen einer routinemäßigen Überprüfung auf eventuelle Messabweichungen oder Materialverschleiß unterzogen. Windgeber dieses Gerätetyps werden grundsätzlich mindestens alle drei Jahre einer eingehenden Kontrolle zugeführt, um einen reibungslosen und präzisen Dauerbetrieb zu gewährleisten.

 

Wann das Gerät wieder in Betrieb genommen werden kann, steht derzeit noch nicht genau fest. Die Wartungspause wird aus verständlichen Gründen jedoch so kurz wie irgend möglich gehalten. Alles weitere erfahren Sie natürlich hier auf der Stationsseite. 

 

 


 

 

Urlaubsrückkehr und Besucherzahlen

 

[13. April 2008, 17.30 Uhr]

 

Nach einer urlaubsbedingten Aktualisierungspause vom 31. März bis zum 12. April, werden auf dieser Seite ab sofort wieder tagesaktuelle Daten und, soweit zeitlich möglich, Berichte über interessante Wetterereignisse abrufbar sein.

Herzlich bedanken möchte ich mich bei dieser Gelegenheit auch nochmal bei allen Leserinnen und Lesern für das unerwartet große Interesse an der Stationsseite im vergangenen Monat. Die Zugriffsstatistik registrierte im Zeitraum vom 01. bis zum 31. März eine beachtliche Zahl von 1561 Besuchern, die insgesamt 4937 Einzelseiten angewählt haben.

 

Für dieses tolle Ergebnis und die zahlreichen Anfragen per Mail ein herzliches Dankeschön!

 

Andre Hergemöller

 

 


 

 

März 2008: Leicht zu warm, viel zu nass und stürmisch

 

[02. April 2008]

 

180308So war er, der erste Frühlingsmonat des Jahres 2008: Mit einer Monatsmitteltemperatur von 5,3°C fiel der März insgesamt +1,1 Grad wärmer aus, als im vieljährigen Normalmaß üblich. Dem ersten Frühlingstag mit 18,3°C am 30.03. stand zwischen dem 20. und 30. März ein massiver Kälterückfall mit Nachtfrösten bis -4,4°C bzw. sogar bis zu -9°C in Bodennähe gegenüber. Insgesamt wurden 9 Frost- sowie 19 Boden- und Grasfrosttage mit Tagesminima unter 0°C registriert.

 

Weit überdurchschnittlich fiel im März 2008 die Niederschlagsbilanz aus. Mit einer Gesamtniederschlagshöhe von 102,2 mm (= 102,2 Liter/m²) wurde der Sollwert der Region Mettingen gleich um satte +65,6 Prozent überboten. Die größte Tagessumme wurde mit 21,7 Litern pro Quadratmeter am 21., die absolute Intensitätsspitze mit 0,7 Litern pro Minute gleich am 01.03. registriert. Nur ganze drei Tage blieben mit 0,0 bzw. < 0,1 mm trocken.

 

240308Als herausragende Wetterthemen beschäftigten uns im März 2008 die Sturmtiefs “Emma” (01.03.) und “Kirsten” (12.03.) mit Spitzenwindgeschwindigkeiten von 88,6 bzw. 83,2 km/h, die späte und doch erste nennenswerte Schneedecke der Wintersaison 07/08 mit kurzzeitig 1-2 cm am 05.03., ein fast schon winterlich kaltes Osterfest bei Tageshöchstwerten von 4 bis 5°C und der erste Frühlingstag des Jahres mit 18,3°C am 30. März.

 

Die weiteren Monatswerte sowie deren Abweichung zum Normwert im Überblick: Mittl. Relative Luftfeuchte 77,9 % (-0,3 %) / Mittl. Luftdruck 1004,4 hPa (-10,0 hPa) / Mittl. Windgeschwindigkeit 13,1 km/h / Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Münster/Osnabrück) 89,2 Std. (-10,6 %).

 

 


 

 

Erster Frühlingstag des Jahres

 

[30. März 2008, 23.40 Uhr]

 

Pünktlich zum Beginn der Sommerzeit und zum ersten Mal seit über fünf Monaten (17. Oktober 2007) stieg heute, bis nachmittags begleitet von Sonnenschein, die Lufttemperatur in Mettingen-Schlickelde wieder über die magische Marke von 15,0°C hinaus. Mit einem Höchstwert von 18,3°C um 14.13 Uhr wurde somit an der Wetterstation am Nagelmanns Moor der erste offizielle Frühlingstag des Jahres 2008 registriert. Schnee und Kälte der vergangenen Tage sind damit vorerst vergessen, auch wenn der April sicher noch den einen oder anderen Kaltluftvorstoß für uns bereit halten wird.

 

 


 

 

Neuer Luftdruckrekord und weiße Ostern

 

[21. - 24. März 2008]

 

Osterglocke“Weihnachten im Klee, Ostern im Schnee”, erstmals seit vielen Jahren könnte sich diese alte Wetterregel in diesem Jahr möglicherweise tatsächlich bewahrheiten. Tiefdruckwirbel “Melli”, mit seinem Zentrum derzeit etwa über Dänemark, verlagert sich bis morgen mittag (22.03.) zur polnischen Ostseeküste und macht dadurch mit seiner zyklonalen (gegen den Uhrzeigersinn verlaufenden) Rotation den Weg frei für eine Nord- bis Nordostströmung, die zunehmend feucht-kalte Luftmassen über Skandinavien und die Nordsee zu uns führt. Werden heute (21.03.) noch Höchstwerte von bis zu 5°C erreicht, gehen diese morgen bereits auf 3 bis 4°C zurück und sacken in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag dann auf Minima von -5 bis -6°C ab. Gleichzeitig wird im Verlauf des Samstags nach derzeitigem Stand (21.03. / 13 Uhr) der Durchzug eines leichten Schneefallgebietes über unserer Region erwartet. (Aktuelle Anmerkung vom 23.03.: Für eine geschlossene Schneedecke war es im entsprechenden Zeitraum “leider” doch etwa 1 bis 2°C zu mild.) Zudem sind am Ostersonntag bei morgendlichem Aufklaren dann Tiefsttemperaturen in Bodennähe (5cm) von -7 bis -9°C denkbar. Ähnliches gilt dann nochmals für den Ostermontag. Ein weiteres Niederschlagsgebiet wird nach vorübergehendem Hochdruckeinfluss dann für Schneeschauer, ganz vereinzelt sogar Gewitter und teils winterliche Straßenverhältnisse sorgen!

 

Schnee zu Ostern, das gab es in Mettingen das letzte Mal vor sieben Jahren. Damals, am Karsamstag dem 14. April 2001 (!) setzte bei Temperaturen um 0°C gegen 19 Uhr zunächst leichter, später sogar recht kräftiger Schneefall ein, der bis 23.20 Uhr eine Schneedecke von 3 bis 4 Zentimetern Dicke zusammenbrachte. Doch bereits im Laufe des Ostermontags war die verspätete Winteridylle rasch wieder dahin und nachmittags wurden sogar wieder bis zu 8,7°C gemessen.

 

Doch Tief “Melli” beschert uns in diesen Tagen nicht nur spätwinterliches Osterwetter, sondern sogar einen neuen Messwertrekord an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde. Mit einem auf Normalnull reduzierten Luftdruck von nur 976,0 hPa wurde am 21.03. um 13.34 Uhr der alte Minimalwert von 976,2 hPa, gemessen am 25.11.2005, um knappe 0,2 hPa unterboten. Damit wurden nun innerhalb von nur fünf Wochen gleich zwei neue Luftdruckrekorde, sowohl im Minimum als auch Maximum, aufgestellt. Die barometrische Messreihe reicht in Schlickelde bis zum 12. Februar 2000.

 

Ob weiß oder grün, ob Schnee oder Klee ... Ich wünsche hiermit dem ganzen Leserkreis dieser Seiten ein frohes und stressfreies Osterfest 2008.

 

 

 


 

 

Sturmtief “Kirsten”

 

[13. März 2008, 21 Uhr]

 

Zum Glück deutlich weniger stark als befürchtet, aber dennoch mit Spitzenwerten von bis zu 83,2 km/h (Sturm) ist gestern das Sturmtief “Kirsten” über Schlickelde hinweggezogen. Bereits in den frühen Morgenstunden hatte sich das Starkwindfeld der Zyklone mit turbulenten Wettererscheinungen angekündigt. Um kurz nach 5 Uhr brach mit Windböen von knapp 74 km/h, einem markanten Temperatursturz um bis zu 1 Grad pro Minute, kräftigem Regen und zahlreichen intensiven Entladungen (alle 1 bis 3 Minuten) ein heftiges Gewitter über der Wetterstation herein, welches durchaus mit sommerlichen Dimensionen vergleichbar war. Eine weitere Gewitterzelle hat möglicherweise wenig später sogar einen Tornado in der niederländischen Nachbarregion Twente (Großraum Hengelo/Almelo/Enschede) hervor gebracht. Diese Meldung des ZDF-Morgenmagazins wird aber derzeit noch geprüft. Nach der Windspitze, die in Schlickelde im Zusammenhang mit Schauerböen bereits um 07.11 Uhr morgens erreicht worden war, pendelten sich die Böenwerte mittags und nachmittags dann zwischen 55 und maximal 78 km/h ein, bevor sich die Lage in den Abendstunden, nach einem kräftigen Graupelschauer um 17.30 Uhr, dann bald beruhigte.

 

 

Das Böenprotokoll der Wetterstation Mettingen-Schlickelde:

 

Uhrzeit

Windspitze der vergang. Stunde

Windstärke

05 Uhr

40,7 km/h

6  (Starker Wind)

06 Uhr

73,8 km/h

8  (Stürmischer Wind)

07 Uhr

49,0 km/h

6  (Starker Wind)

08 Uhr

83,2 km/h

9  (Sturm)

09 Uhr

59,8 km/h

7  (Steifer Wind)

10 Uhr

69,5 km/h

8  (Stürmischer Wind)

11 Uhr

68,8 km/h

8  (Stürmischer Wind)

12 Uhr

77,8 km/h

9  (Sturm)

13 Uhr

69,8 km/h

8  (Stürmischer Wind)

14 Uhr

73,8 km/h

8  (Stürmischer Wind)

15 Uhr

73,8 km/h

8  (Stürmischer Wind)

16 Uhr

72,4 km/h

8  (Stürmischer Wind)

17 Uhr

67,0 km/h

8  (Stürmischer Wind)

18 Uhr

61,2 km/h

7  (Steifer Wind)

19 Uhr

72,4 km/h

8  (Stürmischer Wind)

20 Uhr

76,0 km/h

9  (Sturm)

21 Uhr

76,0 km/h

9  (Sturm)

22 Uhr

61,9 km/h

8  (Stürmischer Wind)

 

 


 

 

Februar 2008: Unwinterlich mild, etwas zu trocken, Rekord-Luftdruck

 

[11. März 2008, 16.45 Uhr]

 

Ein bißchen verspätet möchten wir an dieser Stelle nochmals auf das Wetter des vergangenen Monats zurückblicken. Mit einer Monatsmitteltemperatur von 4,6°C lag auch der Februar 2008, wie schon sein Vorgänger, deutlich über dem vieljährigen Normalwert der WMO-Periode 1961-1990, nämlich um satte 3,2 K. Besonders mild war es dabei am 09.02., als in Schlickelde genau 14,0°C als Tageshöchstwert registriert wurden. Doch auch Frosttage (Minimum < 0°C) traten noch recht zahlreich auf. Insgesamt rutschte die Temperatur in der Klimahütte an immerhin 9 Tagen unter den Gefrierpunkt, wobei es am 16.02. in Bodennähe (5cm Höhe) sogar nochmals bis auf eisige -12,4°C auskühlte. Andererseits verzeichneten die Messgeräte am Nagelmanns Moor dagegen aber auch 11 Tage, an denen die Werte auf Tagesmaxima über 10°C anstiegen. Deutschlandweit landete der am 29.02. abgelaufene Winter 2007/2008 (Dezember, Januar, Februar) laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes auf Platz 6 der wärmsten Winter seit 1901.

 

02.02.2008 (2)Niederschlagstechnisch war der Februar 2008 mit einer Gesamtsumme von 49,5 Litern pro Quadratmeter und einer diesbezüglichen Abweichung von nur -3,9 % gegenüber dem Normalwert (Westerkappeln 1961-1990) weitgehend ausgeglichen. Besonders nass: Der 06. Februar, an dem innerhalb von 24 Stunden beachtliche 21,5 Liter fielen. Auch die höchste Niederschlagsrate fiel auf diesen Tag und erreichte 0,6 Liter pro Minute zwischen 11.06 und 11.07 Uhr. Nennenswerte Schneefälle gab es auch im letzten Wintermonat der Saison 07/08 keine. Lediglich am 02.02. überquerte gegen 12 Uhr ein kurzer aber kräftiger Schneeschauer das Tüöttendorf (Foto links). Doch der dünne weiße Hauch hielt sich bei Temperaturen zwischen +1 und 4°C nur kurz und nach einigen Minuten war bereits alle Winterpracht wieder verschwunden. Sogar einzelne Gewitter überquerten im Februar unsere Region. So beispielsweise in der Nacht vom 05. auf den 06.02. zwischen 01.30 und 02.00 Uhr (etwa 5 bis 6 Entladungen), auf der Rückseite einer Kaltfront Okklusion.

 

Einige weitere Wetterthemen des Februar 2008 in Mettingen: Orkantief “Resi” (01.02.), erste vorfrühlingshafte Tage (08.-11.02.), sehr intensives Morgen- und Abendrot (17.-20.02.), extrem frühe Forsythienblüte (28.02.) und vor allem die ungewöhnlich lang anhaltenden und hohen Luftdruckwerte zur Monatsmitte (neuer absoluter Stationsrekord und unglaubliche +8,0 hPa Abweichung des Monatsmittels gegenüber dem Normalwert).

 

Die weiteren Monatswerte und ihre Abweichung zur vieljährigen Norm: Relative Luftfeuchte 80,4 % (-1,1 %) / Luftdruck 1024,0 hPa (+8,0 hPa!) / Windgeschwindigkeit 9,8 km/h / Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Münster/Osnabrück 118,3 Std. (+55,0 %).

 

 


 

 

Sturmtief “Emma”

 

[01. März 2008, 21.00 Uhr]

 

Turbulenter meteorologischer Frühlingsbeginn: Das Orkantief “Emma” hat in den vergangenen 24 Stunden Deutschland überquert. Während es bundes- und europaweit zumindest regional zu erheblichen Schäden kam, verlief Emma´s Durchreise im Tüöttenstädtchen gottlob glimpflich. Dennoch brachte der Orkanwirbel es auch bei uns auf Spitzenböen von knapp 89 km/h (Windstärke 10 = Schwerer Sturm), die um Punkt 13.02 Uhr an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde gemessen wurden, sowie auf eine Gesamtregenmenge von 13,2 Litern pro Quadratmeter. Bereits in den frühen Morgenstunden, um 04.30 Uhr, überquerte uns Emma´s Kaltfront mit Sturmböen von 87,5 km/h, heftigem Regen (1,8 Liter/m² in 8 Minuten) und örtlicher Gewitteraktivität, bevor wir nach einer kurzen Abschwächung im Laufe des Vormittags und Mittags schließlich in das Hauptwindfeld des Tiefs gerieten.

 

Während aus dem Mettinger Gemeindegebiet bis zum Abend keine nennenswerten Schäden bekannt wurden, traf es benachbarte Regionen zum Teil deutlich schwerer. Die Bahnstrecke zwischen Osnabrück und Münster beispielsweise war mehrere Stunden vollständig gesperrt. In Bohmte im Landkreis Osnabrück berichteten Augenzeugen im Zusammenhang mit der morgendlichen Kaltfront-Passage von starkem Hagel sowie kürzeren Stromausfällen.

 

 

Das Böen-Protokoll der Wetterstation Mettingen-Schlickelde vom 29.02. (19 Uhr) bis 01.03. (18 Uhr):

 

Uhrzeit

Windspitze der vergang. Stunde

Windstärke

19 Uhr

35,3 km/h

5 Beaufort (“Frische Brise”)

20 Uhr

51,1 km/h

7 Beaufort (“Steifer Wind”)

21 Uhr

44,3 km/h

6 Beaufort (“Starker Wind”)

22 Uhr

58,0 km/h

7 Beaufort (“Steifer Wind”)

23 Uhr

63,4 km/h

8 Beaufort (“Stürmischer Wind”)

00 Uhr

67,0 km/h

8 Beaufort (“Stürmischer Wind”)

01 Uhr

69,8 km/h

8 Beaufort (“Stürmischer Wind”)

02 Uhr

66,2 km/h

8 Beaufort (“Stürmischer Wind”)

03 Uhr

60,1 km/h

7 Beaufort (“Steifer Wind”)

04 Uhr

69,5 km/h

8 Beaufort (“Stürmischer Wind”)

05 Uhr

87,5 km/h

9 Beaufort (“Sturm”)

06 Uhr

54,7 km/h

7 Beaufort (“Steifer Wind”)

07 Uhr

59,4 km/h

7 Beaufort (“Steifer Wind”)

08 Uhr

62,6 km/h

8 Beaufort (“Stürmischer Wind”)

09 Uhr

75,2 km/h

9 Beaufort (“Sturm”)

10 Uhr

67,3 km/h

8 Beaufort (“Stürmischer Wind”)

11 Uhr

71,3 km/h

8 Beaufort (“Stürmischer Wind”)

12 Uhr

82,8 km/h

9 Beaufort (“Sturm”)

13 Uhr

80,6 km/h

9 Beaufort (“Sturm”)

14 Uhr

88,6 km/h

10 Beaufort (“Schwerer Sturm”)

15 Uhr

74,2 km/h

8 Beaufort (“Stürmischer Wind”)

16 Uhr

74,9 km/h

9 Beaufort (“Sturm”)

17 Uhr

66,6 km/h

8 Beaufort (“Stürmischer Wind”)

18 Uhr

59,0 km/h

7 Beaufort (“Steifer Wind”)

 

 

Einige weitere Spitzenböen aus der Mettinger Umgebung (Quelle: DWD):

 

Station

Windspitze

Rheine-Bentlage

101 km/h

Osnabrück

97 km/h

Münster/Osnabrück

90 km/h

Lingen

86 km/h

 

 


 

 

Rekordverdächtig frühe Forsythienblüte

 

[28. Februar 2008, 16.30 Uhr]

 

Forsythie280208Durch den sehr milden Winter ungewöhnlich verfrüht, hat heute an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde bereits die Forsythienblüte eingesetzt. Zwei Tage vor dem Beginn des meteorologischen Frühlings (1. März) wurde damit nun definitionsgemäß der sogenannte phänologische Erstfrühling eingeläutet. Wie extrem früh sich die kleinen gelben Blüten in diesem Jahr öffneten, sieht man z.B. auch an einem Vergleich mit den Schlickelder Eintrittsdaten der vergangenen Jahre: 28. Februar 2008 / 23. März 2007 / 13. April 2006 / 26. März 2005 / 16. März 2004.

Besonders auffällig: Selbst nach dem extrem milden Winter 2006/2007, dem wärmsten seit über 100 Jahren, blühten die Forsythienknospen am 23.03.07 satte dreieinhalb Wochen später auf als in diesem Jahr!

 

 

 


 

 

Ungewöhnliches intensives Morgen- und Abendrot

 

[20. Februar 2008, 19.30 Uhr]

 

Trotz des eher stark bewölkten und teils neblig-trüben Wetters in unserer Region, dürften wohl auch dem einen oder anderen aufmerksamen Mettinger in den vergangenen Tagen einige ungewöhnliche Himmelsbeobachtungen aufgefallen sein. So beispielsweise besonders in den Abendstunden des 17. und 18.02. sowie in den Morgenstunden des heutigen Tages: Ein ungewöhnlich intensives, lang anhaltendes und teils bis zum gegenüberliegenden Horizont ausgedehntes Morgen- und Abendrot (bzw. meist eher Gelb). Während bei uns wie gesagt Hochnebel- und Nebelfelder die direkte Sicht beeinträchtigten, zeigte sich das Farbspektakel in anderen Regionen Deutschlands und auch Europas oftmals in seiner ganzen Pracht. Einen kleinen Eindruck davon können Sie sich beispielsweise hier (www.wetteronline.de) verschaffen.

 

Zunächst war nicht eindeutig klar, was die Ursache für dies ungewöhnlichen Farbausprägungen sein könnte. Nun scheinen sich zunehmend die Hinweise zu verdichten, dass mehrere, bereits im Dezember 2007 stattgefundene Ausbrüche des Vulkans “Schiewelutsch” in Kamtschatka im direkten Zusammenhang mit dem Phänomen stehen könnten. Ähnlich wie nach dem Ausbruch des Pinatubo im Jahr 1991, wurden dabei Asche und Staubpartikel (sogenannte “Aerosole”) bis in Atmosphärenhöhen von 15 Kilometern transportiert. Durch die Ausfilterung kurzwelliger (blau, grün) Strahlung erzeugen die kaum gefilterten orangen und roten Wellenlängen dann die besonders intensiven Dämmerungserscheinungen.

 

 


 

 

Neuer Stationsrekord:  1047,8 hPa

 

[16. Februar 2008, 22 Uhr]

 

“Der Friederich, der Friederich, das war ein arger Wüterich!” Diese Zeilen aus einem Kinderbuch könnten als Überschrift für das außergewöhnliche Wetter des heutigen Tages dienen. Mega-Hochdruckgebiet “Friedrich”, mittags mit seinem Kern über dem Raum Hamburg, sorgte heute nämlich nicht nur für strahlenden Sonnenschein sondern auch für gehörige Kapriolen auf den deutschen Barometern. Mit 1049 hPa, die um 11 Uhr im schleswig-holsteinischen Quickborn registriert wurden, erreichten die Luftdruckwerte über Deutschland heute den höchsten Stand seit vielen Jahren. Und so wundert es kaum, dass auch die Schlickelder heute mächtig “unter Druck” standen: Mit einem Tageshöchstwert von exakt 1047,8 hPa wurde an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde um Punkt 10.41 Uhr sogar ein neuer, absoluter Stationsrekord erreicht. Nie zuvor war seit der Inbetriebnahme des Baro-Messwertgebers im Februar 2000 ein so hoher Wert beobachtet worden. Der alte Rekordwert von 1044,5 hPa, gemessen am 16.03.2003, wurde somit gleich deutlich überschritten.

 

Weitere Auswirkungen von Hoch “Friedrich”: Die trocken-kalten Luftmassen, die in den sternenklaren, durchweg windstillen Nächten derzeit eine starke Auskühlung in Bodennähe ermöglichen. So wurden in den heutigen frühen Morgenstunden in 5 Zentimetern Messhöhe über der Grasnarbe des Schlickelder Messfeldes beispielsweise eisige Werte von bis zu -12,4°C registriert. Temperaturen, die in der kommenden Nacht sogar nochmals getoppt werden könnten.

 

 


 

 

Sonniges Vorfrühlingswetter

 

[08./09. Februar 2008, 20 Uhr]

 

Biene08.02.2008: Der Vorfrühling hat Mettingen heute einen ersten zaghaften Besuch abgestattet. Nach einem morgendlichen Tiefstwert von 3,7°C stiegen die Temperaturen im Laufe des Vormittags und Mittags bei fast wolkenlosem Sonnenschein rasch an und erreichten am Nachmittag trotz einiger harmloser Wolkenfelder einen Spitzenwert von 12,9°C. Eine ideale Gelegenheit, das Wochenende mit einem gemütlichen Spaziergang einzuläuten oder bei nur schwachem Wind die ersten angenehmen Sonnenbad-Stunden des Jahres auf Terrasse oder Balkon zu genießen. Durch Sonne und Wärme hervorgelockt wurden allerdings auch noch ganz andere Mettinger, und so umschwirrten am Nachmittag sogar bereits die ersten (Wild-?) Bienen die winter- und frühblühenden Pflanzenarten, so beispielsweise auch die Krokusse, die schon heute an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde erstmals voll ihre Blüten öffneten (2007: 16.02. / 2006: 12.03.). Dass der Kalender allerdings erst Anfang Februar anzeigt, merkte man dann spätestens nach Sonnenuntergang. Bereits um 17.35 Uhr wurden in der sehr trockenen Luft bei Windstille am Erdboden (5cm Messhöhe) schon wieder Minustemperaturen registriert. (Foto: Frühes Erwachen in der Insektenwelt, aufgenommen am Nachmittag am Nagelmanns Moor.)

 

Wespe09.02.2008: Wie gestern bereits angekündigt, legte der frühe Vorfrühling in Mettingen heute tatsächlich noch eine Schippe drauf: Um genau 16.01 Uhr wurde in der großen Klimahütte auf dem Schlickelder Messfeld ein Tageshöchstwert von Punkt 14,0°C erreicht. Dazu schien die warme Februarsonne von morgens bis abends von einem fast makellosen, lediglich von einigen Cirren verzierten Himmel. Aufgrund der extrem niedrigen Luftfeuchtigkeit (26,8 % um 12.16 Uhr) herrschte darüber hinaus eine glasklare Sicht. Von einem neuen Temperaturrekord für Anfang Februar waren wir dann allerdings doch noch ein gutes Stück entfernt. Diesen hält auch weiterhin der 02. Februar 2002, an dem damals fast unglaubliche T-Shirt-Werte von bis zu 17,7°C erreicht worden waren. Und wer den Vorfrühling nun immernoch nicht bemerkt hat, dem sei wärmstens das Video (wmv-Format / 9,1 MB) ans Herz gelegt, welches ich am heutigen (!) Nachmittag an einem frühblühenden Strauch in der Nähe der Wetterstation aufnehmen konnte. (Foto: Die erste Wespe des Jahres.)

 

 


 

 

Rosenmontagswetter: So war es in den letzten Jahren

 

[04. Februar 2008, 17 Uhr]

 

Rosenmontagsumzug bei strahlendem Sonnenschein: Heute leider Fehlanzeige, bei bedecktem Himmel, konstant 5°C und meist leichtem Regen! Doch wie sah das jecke Wettergeschehen eigentlich in den vergangenen Jahren aus? So ...

 

Rosenmontag 2007 (19.02.): Morgens bis etwa 10 Uhr neblig, dann Aufriss und etwas Sonne. Vormittags, mittags und nachmittags stark bewölkt bis bedeckt (hauptsächlich Altocumulus, darüber vermutlich hohe Wolken) und trocken. Abends nur vorübergehend einmal leicht bewölkt (hohe Schleier im Osten). Umzugswetter 14 bis 17 Uhr: 6 bis 7°C, schwacher Wind, trocken.

 

Rosenmontag 2006 (27.02.): Zunächst weitgehend bedeckt und feiner Schneefall bzw. Schneegrieseln (“weißer Hauch” am Erdboden). Vormittags wachsende Auflockerungen und am frühen und mittleren Nachmittag dann bei einigen hohen und mittelhohen Schichtfeldern sowie einigen Cumuli heiter oder einige Zeit auch nur leicht bewölkt. Später (ca. 16 Uhr) dann rasche Bewölkungsverdichtung von Nord bis Nordwest und, bis auf wenige kleine Wolkenlöcher am Abend, bedeckt. Ab etwa 20 Uhr zusätzlich einige feine Flöckchen und auflebender Wind. Umzugswetter 14 bis 17 Uhr: 3 bis 5°C, schwacher Wind, trocken.

 

Rosenmontag 2005 (07.02.): Morgens zunächst noch etwas dunstig, dann tagsüber durchgehend wolkenlos sonnig. Nachmittags und abends allerdings etwas Dunstbildung bzw. unter sternenklarem Himmel nach Mitternacht dann allmählich beginnende Nebelbildung und leichter Reifansatz. Ein prächtiger Wintertag bei, an windgeschützten Stellen, angenehm milder Februarsonne. Umzugswetter 14 bis 17 Uhr: 3 bis 5, später bis 1°C, schwacher bis mäßiger Wind, trocken und wolkenlos.

 

 


 

 

Januar 2008: Extrem mild und nass

 

[03. Februar 2008, 15 Uhr]

 

26.01.2008Es liegt erst ein Jahr zurück, dass in Mettingen mit einem Monatsmittel von 6,1°C der zweitwärmste Januar seit knapp 60 Jahren zuende ging. Einen so extrem milden Jahresanfang hatte es seit 1975 (6,7°C) nicht mehr gegeben und würde es, statistisch gesehen, die nächsten 10 bis 20 Jahre auch wohl nicht noch ein weiteres Mal geben. So jedenfalls die einhellige Meinung damals. Nun: All dies ist jetzt, gerade einmal 12 Monate später, längst schon wieder überholt.

 

Mit einer Monatsmitteltemperatur von sage und schreibe 5,9°C lag der vergangene Januar 2008 in Mettingen-Schlickelde erneut um drastische 4,7 Grad über dem vieljährigen Referenzwert der Normalperiode 1961-1990 und reihte sich damit hinter 1975 und seinem 2007er-Vorgänger auf Platz drei der wärmsten Januarmonate seit mindestens 60 Jahren ein (Quelle: Eigene Daten / DWD-Klimastation Münster). Dass es „nur“ für den dritten Platz reichte, lag lediglich an der moderaten Abkühlung in den letzten drei Tagen des Monats. Noch bis einschließlich zum 28.01. lagen die Temperaturauswertungen mit gemittelten 6,1°C gleichauf mit dem Vorjahresmonat. Die absolute Temperaturspitze wurde dabei mit fast vorfrühlingshaften 12,3°C gleich zweimal, am 11. und 19.01. erreicht, die 10 Grad-Marke an insgesamt 9 Tagen erreicht oder überschritten. Ursache für die ungewöhnlich hohen Temperaturen waren wie im Vorjahr typische Westwetterlagen mit ihrem unablässigen Strom teils kräftiger atlantischer Tiefdruckgebiete, die mit oftmals stürmischen Winden sehr milde und feuchte Luftmassen heranführten. Ein winterliches Hoch über Nord- oder Mitteleuropa mit trocken-kalter Festlandsluft von Osten konnte sich so nie ausbilden.

 

21.01.2008Eben typisch für winterliche Tiefdruck-Wetterlagen registrierten die Schlickelder Messgeräte in den ersten 31 Tagen des Jahres folglich auch sehr ergiebige Niederschläge. Mit insgesamt 134,4 Litern pro Quadratmeter fiel gleich fast das Doppelte (188 %) eines üblichen Durchschnitts-Januars im Mettinger Land (Westerkappeln 1961-1990: 71,5 L/qm). Ein Großteil dieser Gesamtmenge geht dabei auf die heftigen Regenfälle vom 18. bis zum 22.01. zurück, als im Bereich einer nahezu ortsfesten, kräftigen Luftmassengrenze innerhalb von 90 Stunden knapp 80 Liter auf den Schlickelder Durchschnittsquadratmeter prasselten. Der höchste 24 Stunden-Wert wurde folglich auch am 19.01. mit insgesamt 30,0 Litern registriert. Nur an vier Tagen blieb der Niederschlagsmesser gänzlich trocken. So wundert es auch nicht, dass die Flugwetterwarte am Flughafen Münster/Osnabrück in diesem Januar mit einer Summe von 32,8 Sonnenstunden nur magere 72 Prozent der normalen Sonnenscheinausbeute erzielen konnte.

 

Die weitere Monatsmittelwerte aus Schlickelde: Relative Luftfeuchte 84,7 % (-0,8 %), Luftdruck 1014,6 hPa (-0,5 hPa), Windgeschwindigkeit 14,8 km/h.

 

 


 

 

“Resi” kommt

 

[01. Februar 2008, 22.10 Uhr]

 

31.01.2008, 22.10 Uhr: Das Orkantief “Resi” nimmt Kurs auf Norddeutschland und hat mit ersten heftigen Windböen am Abend in abgeschwächter Form auch Mettingen erreicht. Bisherige Windbilanz an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde (bis 22 Uhr): 73,1 km/h Spitzenböe um Punkt 21.53 Uhr. Dies entspricht immerhin Windstärke 8 (“Stürmischer Wind”) auf der historischen Beaufort-Skala. Auch in der kommenden Nacht wird es weiterhin zu kräftigen Böen kommen, über etwaige Schäden im Tüöttenstädtchen wurde bis zum Abend allerdings nichts bekannt.

 

Einige weitere Stationsmeldungen bis 22 Uhr (Quelle: Wetteronline):

 

Station

Spitzenböe

Brocken

130 km/h

List / Sylt

119 km/h

Helgoland / Düne

115 km/h

Osnabrück

83 km/h

Lingen

76 km/h

Mettingen-Schlickelde

73 km/h

Meppen

72 km/h

Rheine-Bentlage

69 km/h

 

01.02.2008, 22 Uhr: Wie am gestrigen Abend angekündigt, drehte der Wind im Randbereich von Orkantief “Resi” in den vergangenen 24 Stunden nochmals recht ordentlich auf. Um Punkt 05.08 Uhr wurde dabei heute in den frühen Morgenstunden mit einer Windspitze von 76,3 km/h sogar kurzzeitig Sturmstärke (9 Beaufort) erreicht, bevor die Werte tagsüber dann spürbar zurückgingen.

 

 


 

 

Der große Regen

 

[18. - 22. Januar 2008]

 

19.01.2008, 22 Uhr: Regenzeit im Mettinger Land: In den vergangenen 29 Stunden, gemessen zwischen gestern 15 und heute 20 Uhr, prasselte eine aufsummierte Niederschlagsmenge von beachtlichen 39,4 Litern pro Quadratmeter auf Schlickelde hernieder. Davon entfielen 22,8 Liter allein auf den Zeitraum von gestern abend bis heute Mittag. Zum Vergleich: In einem gesamten Monat Januar dürfen wir in Mettingen normalerweise etwa mit einem Wert von 72 Litern rechnen. An einigen Flüssen und Bächen im Münsterland wurde somit am Abend auch bereits die Hochwassermeldestufe 2 erreicht. Laut Landesumweltamt NRW stieg beispielsweise der Wasserstand der Hopstener Aa am Pegel in Hopsten heute zwischen 0 und 16 Uhr von 36 auf 103 Zentimeter an.

 

Ursache für die langanhaltenden Niederschläge ist eine markante Luftmassengrenze über Norddeutschland, die kalte Luftmassen im Norden von rekordverdächtig hohen Temperaturen im Süden trennt. So wurden beispielsweise in Bonn um 2 Uhr in der vergangenen Nacht schier unglaubliche 14°C gemessen, die sich tagsüber nochmals bis auf einen Höchstwert von 14,8°C steigerten. Das sich die besagte Luftmassengrenze mit ihrem ergiebigen Niederschlagsband über Nordrhein-Westfalen nur geringfügig nord- oder südwärts bewegt, können so besonders in einem Streifen vom Münsterland bis zum Harz ungewöhnlich hohe Regenmengen zusammenkommen. Und an dieser Konstellation wird sich grundsätzlich auch am Sonntag nur wenig ändern, so dass derzeitige Modellrechnungen (Stand: 19.01. / 20 Uhr) für den Zeitraum vom 20.01. (1 Uhr) bis zum 22.01. (7 Uhr) für den Raum Mettingen zusätzlich nochmals etwa 35 Liter Regen pro Quadratmeter prognostizieren. Die Pegel dürften damit voraussichtlich also weiter ansteigen.

 

20.01.08 (1)20.01.2008, 20 Uhr:  Zu den bisherigen 39,4 Litern pro m², die vom 18.01. (15 Uhr) bis zum 19.01. (20 Uhr) fielen, sind in den vergangenen 24 Stunden nochmals 16,3 Liter/m² hinzugekommen. Wir liegen damit aktuell bei einer Gesamtsumme von 55,7 Litern innerhalb von 53 Stunden. Natürlich bleiben derart ergiebige Regenfälle nicht ohne Konsequenzen. So stieg beispielsweise der Pegel der Ems in Rheine bis heute (6 Uhr) innerhalb von 54 Stunden um + 1,5 Meter auf einen morgendlichen Stand von 420 cm, Tendenz weiter steigend mit ca. 4cm/Stunde. Der Pegel der Hopstener Aa ging dagegen heute im Tagesverlauf leicht zurück. Einige kleinere Bäche im Kreis Steinfurt und im Landkreis Osnabrück beginnen derzeit bereits, über ihre Ufer zu treten, so beispielsweise in den Abendstunden auch die Düte bei Osnabrück. Für die kommende Nacht und morgen werden weitere Regenfälle erwartet. Wir behalten die Entwicklungen hier auf der Webseite im Auge. (Foto: Hochwasser der Hase bei Bramsche, aufgenommen von Micha aus Bramsche am 20.01.)

 

hase006+0221.01.2008, 20 Uhr: Von gestern 20 bis heute 20 Uhr fielen erneut 16,3 L/m². Die 77 Stunden-Gesamtsumme des von Freitag (18.01., 15 Uhr) bis heute abend (20 Uhr) gefallenen Niederschlags hat sich an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde damit nun auf insgesamt 72,0 Liter pro Quadratmeter erhöht. Dies entspricht in etwa der Menge, die üblicherweise in einem gesamten Monat Januar registriert wird (DWD-Station Westerkappeln 1961-1990)! Inzwischen führen zahlreiche Flüsse in der Region Hochwasser, darunter unter anderem die Düte und die Hase bei Osnabrück. Die abgebildeten Fotos wurden am heutigen Nachmittag an der Hase bei Bramsche aufgenommen (siehe auch Vergleich mit gestern). Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an Micha aus Bramsche für die Bereitstellung der Bilder. Auch der Wasserstand der Ems stieg heute rasant weiter an. Am Pegel in Greven wurde am Abend ein Stand von knapp 7 Metern erreicht und somit sowohl die mittlere Hochwassermarke als auch die erste Hochwasserwarnschwelle von 610 Zentimetern deutlich überschritten, mit entsprechenden Folgen für die ufernahen Bereiche. Die Messstelle in Rheine hatte die Haupt-Hochwasserwelle dagegen heute mittag noch nicht ganz erreicht. Nach einem Anstieg um einen Meter innerhalb von 12 Stunden lag der Wasserspiegel dort heute um 12 Uhr bei knapp 500cm und somit noch hase014+1,10 Meter unterhalb der Hochwasseralarmstufe 1. Die Aa bei Hopsten befand sich in den Nachmittagsstunden etwa 90 Zentimeter über dem normalen Durchschnittswert. Bis morgen früh (7 Uhr) gehen die derzeitigen Modellrechnungen nochmals von weiteren ca. 7 L/m² aus, bevor der Regen im weiteren Tagesverlauf dann endgültig abklingen wird. Bis zum Ende des Vorhersagezeitraums am 24.01. ist dann nicht mehr mit nennenswerten Niederschlägen zu rechnen, so dass sich die Hochwasserlage an den Flüssen allmählich entspannen dürfte.

 

22.01.2008, 09 Uhr: Der große Regen ist abgezogen und hat bis in die frühen Morgenstunden nochmals zusätzlich 7,5 Liter/qm gebracht. Damit sind nun in den vergangenen 90 Stunden zwischen dem 18.01. (15 Uhr) und dem heutigen Morgen (9 Uhr) schlussendlich 79,5 Liter, also etwa 8 bis 10 Putzeimer voll, Regen auf den Schlickelder Durchschnittsquadratmeter gefallen. Dies entspricht etwa 111 Prozent der normalerweise üblichen Menge des gesamten Monats Januar in der Mettinger Region. Da die Zuläufe der Flüsse, speziell aus dem Weserberg- und Sauerland ihre Wassermengen erst mit einer gewissen Zeitverzögerung einbringen, dürfte die Hochwasserlage, z.B. an der Ems, erst in den kommenden 1-2 Tagen rückläufig werden. Besonders kritisch war heute die Lage in Greven, wo sich die Ems teilweise auf einen Stand von 4 Metern über Normal einpendelte.

 

 


 

 

 

Sturm “Jette”: 72,7 km/h in Schlickelde

 

[16. Januar 2008, 23 Uhr]

 

Mit heftigen Windböen und sehr milder Luft ist am gestrigen Abend und in der vergangenen Nacht das Sturmtief “Jette” mit seinem Starkwindfeld über Deutschland hinweggebraust. Während teils schwere Sturmböen in Nordrhein-Westfalen besonders im Raum Aachen und im Sauerland für Schäden sorgten, hielten sich die Auswirkungen in Schlickelde in Grenzen. Mit einem Spitzenwert von 72,7 km/h wurde hier um Punkt 20.28 Uhr das Windmaximum erreicht, dies entspricht dem oberen Ende von Windstärke 8 (“stürmischer Wind”).

 

 


 

 

2007: Ein rekordwarmes Regenjahr – Teil 1

 

[12. Januar 2008, 14 Uhr]

 

20.02.200702Extrem warm und viel zu nass“, so würde in drastischer Kurzform wohl die meteorologische Bilanz des abgelaufenen Jahres 2007 ausfallen. Mit einer Mitteltemperatur von exakt 10,74°C lagen die vergangenen 12 Monate nicht nur um deutliche 1,7 Grad über dem 30jährigen Vergleichswert der Jahre 1961 bis 1990. Das Jahr 2007 war damit sogar das nachweislich wärmste in der Region Mettingen seit mindestens 60, höchstwahrscheinlich sogar über 100 Jahren (Quelle: Wetterstation Mettingen-Schlickelde / Flughafen Münster-Osnabrück). Hinzu kommt mit einer Gesamtniederschlagsmenge von 1075 Litern pro Quadratmeter eine gegenüber dem Normalwert (800 Liter) um satte 34 Prozent übertroffene Regenbilanz. Ebenfalls ein neuer Schlickelder Rekord. Die Gründe für diese Abweichungen dürften überwiegend in der häufigen Dominanz atlantischer Tiefdruckg08.02.2007__1_02ebiete, besonders im vergangenen Winter, liegen. Atlantische Luftmassen sind nun mal gekennzeichnet durch milde Temperaturen und einen sehr hohen Feuchtegehalt. Blättern wir das Schlickelder Wettertagebuch doch noch einmal zurück und erinnern uns an die herausragenden Schlagzeilen der vergangenen 12 Monate.

 

Das Wetterjahr 2007, es beginnt mit zwei stürmischen Paukenschlägen: Am 11.01. überquert Sturm „Franz“ Schlickelde mit einer Spitzenwindgeschwindigkeit von 92,9 km/h. Nur sieben Tage später, am 18. Januar, trifft der Orkan „Kyrill“ Deutschland mit voller Wucht. Europaweit fallen dem schwersten Orkan seit Jahrzehnten über 40 Menschen zum Opfer, in Deutschland sind es mindestens 13, die verursachte Schadenssumme beläuft sich auf etwa 4,7 Milliarden Euro. In 25.02.2007Schlickelde wird in den frühen Abendstunden eine Spitzenböe von 110,5 km/h gemessen (Windstärke 11 = Orkanartiger Sturm). Am 24. Januar fällt in Schlickelde der erste Schnee des Winters 2006/2007. Nur wenige Tage herrschen winterliche Temperaturen bis minus 8°C bei einer kurzzeitigen Schneedecke von maximal 2 Zentimetern. Am Ende schließt der erste Monat des Jahres 2007 mit einer extremen Temperaturabweichung von +4,9 Grad und einer mehr als doppelt so großen Niederschlagssumme wie normal. Mettingen erlebt den zweitwärmsten Januar seit mindestens 58 Jahren.

 

Am Nachmittag des 8. Februar brechen kräftige Schneefälle über Schlickelde herein, bringen es auf 11 Zentimeter in den frühen Abendstunden. Doch schon nachts setzt wieder kräftiges Tauwetter ein und zwei Tage später sind von der weißen Pracht auch die letzten Reste verschwunden. Mit Spitzenwerten von bis zu 13,2°C am 23.02. fällt auch der Februar drastisch zu warm aus (+3,8 Grad) und kann mit 216 Prozent der normalerweise üblichen Regenmenge seinen Vorgänger nochmals übertreffen.

 

Der März bringt Mettingen den Frühling: Bereits zur Monatsmitte locken erste21.04.2007 strahlend sonnige Freilufttage und Temperaturen bis zu 16,9°C die Menschen in die Gärten. Am 18.03. rauscht Sturmtief „Orkun“ mit teils starkem Regen und Sturmböen bis 85,4 km/h über das Tüöttenstädtchen hinweg, macht zum Monatsende aber wieder sonnigen Traum-Frühlingstagen bei bis zu 18°C Platz. Auch der März schließt mit einem deutlichen Plus von 3 Grad, fällt niederschlagsmäßig aber nur leicht überdurchschnittlich aus.

 

Es folgt ein April, der sich seinen Platz in den Klima-Geschichtsbüchern längst gesichert hat.

 

Hoch „Peggy“ sorgt ab dem 12.04. für sonniges, ungewöhnlich stabiles Hochdruckwetter bei kräftig steigenden Temperaturen und purzelnden Rekorden im Tagesrythmus: Der 14. April bringt uns mit einem Maximum von 25,5°C den frühesten Sommertag (>25°C) seit Beginn der Messungen, einen ganzen Monat eher als üblich. Der 16. April schafft es mit 28,4°C zum wärmsten Apriltag der Klimabeobachtungsgeschichte, die registrierten 04.05.2007Tagesmittelwerte liegen teils über einem normalen Juli-Niveau. Nach wenigen kühleren Tagen mit Spätfrost kehrt das ungewöhnliche Frühsommerwetter rasch zurück, 27,4°C am 26.04.. Mit einer Abweichung von +3,9 Grad setzt der April das unheimliche Werk seiner Vorgänger lückenlos fort. Deutschland erlebt den trockensten, wärmsten und sonnigsten April seit über 100 Jahren, Sieg auf ganzer Linie. In Schlickelde fallen mit 2,5 Litern Regen weniger als fünf Prozent der Normalmenge, 27 von 30 Tagen bleiben gänzlich trocken. Der Sommer 2007 ist ein April.

 

Bis zum Abend des 6. Mai hält die inzwischen über 40tägige, große Trockenheit an. Dann fällt innerhalb von fünf Tagen plötzlich so viel Regen, dass schon am 11.05., 20 Tage früher als üblich, das Niederschlags-Soll des gesamten Monat Mai erreicht ist. Schwerste sommerliche Unwetter am 25.05., mit bis zu hühnereigroßen Hagelkörnern im Raum Osnabrück/Hagen, örtlichen Überschwemmungen und einem Tornadoverdacht in Lengerich verschonen Mettingen. Monatsbilanz: 1,7 Grad wärmer, 72 Prozent nasser als normal.

 

Fortsetzung folgt ...

 

 


 

 

Ein vorfrühlingshafter Hauch

 

[11. Januar 2008, 23.30 Uhr]

 

Im noch jungen Wetterjahr wehte heute erstmals ein zarter Hauch von Vorfrühling durch das Mettinger Land. Nach einer sehr milden Nacht, in der die Temperaturen nicht unter 8,9°C sanken, registrierten die Geräte auf dem Schlickelder Messfeld am heutigen Mittag um Punkt 12.27 Uhr einen Spitzenwert von 12,3°C, begleitet von kurzen sonnigen Wolkenlücken. Zwar lag damit der absolute Schlickelder Januarrekord, gemessen gestern vor genau drei Jahren mit 14,9°C, noch in weiter Ferne. Für einen ersten zaghaften Vogelgesang reichte es am Nachmittag aber dennoch. Absolut rekordverdächtig dann aber der Temperaturverlauf bis hinein in die späten Abendstunden. Selbst um 23 Uhr zeigten die Messfühler noch einen Wert von 11,6°C! Zu verdanken haben wir den milden Hauch einer kräftigen Südwestströmung an der Ostflanke des Tiefs „Gisela“ mit seinem Kern über Südengland. Auch vor einem Jahr beherrschten sehr milde Luftmassen das Mettinger Wettergeschehen.

 

 


 

 

Dezember 2007: Zweigeteilt, zu warm, zu nass

 

[03. Januar 2008, 17.30 Uhr]

 

211207Eine sehr markante zeitliche Zweiteilung prägte den letzten Monat des Jahres 2007. Bis einschließlich zum 11.12. wurde das dezembrige Wettergeschehen von rasch durchziehenden, teils kräftig entwickelten Tiefs dominiert, die im Handgepäck ergiebige Niederschläge und milde Atlantikluft nach Mitteleuropa brachten. Zwei von ihnen, „Fridtjof“ am 02./03.12. und „Hannes“ am 07.12. erreichten auch in Schlickelde knapp Sturmstärke. Durch die teils kräftigen Regenfälle war bereits am 9. Dezember das Niederschlagssoll für den gesamten Monat überschritten. Und viel kam auch nicht mehr hinzu: Ab dem 11.12. übernam mit Luftdruckwerten von bis zu 1043 hPa das ungewöhnlich starke und stabile Winterhoch „Bernhilde“ die Wetterregie über Deutschland. Bis zum Jahresende fielen nur noch 4,5 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, Nebel- und Hochnebel-Grau machten nur kurzzeitig strahlender Wintersonne Platz. Am 22.12. erlebte Schlickelde mit einem 24 Stunden-Mittel von 0,3 km/h außerdem den windschwächsten Tag seit Beginn der Messreihe sowie die kälteste Nacht des Jahres. Die große Trockenheit seit dem 11.12. dauert bis heute (03.01.) weiterhin an.

 

211207bSchlussendlich fiel der Dezember 2007 mit einer Monatsmitteltemperatur von 3,4°C, trotz sehr frostiger Tage kurz vor Weihnachten, doch noch um 1,0 K wärmer aus als es nach dem vieljährigen Mittel der Jahre 1961-1990 zu erwarten gewesen wäre. Der Grund dafür waren die teils sehr milden Temperaturen der ersten Dezemberwoche, die am 05.12. beispielsweise ein Maximum von 13,1°C und ein Tagesmittel von 11,5°C erreichten. Bis zum 10.12. betrug die Temperaturabweichung noch rekordverdächtige +4,2 K, wurde nachfolgend dann aber schrittweise abgebaut. Die höchste Temperatur des Monats wurde, wie schon erwähnt, mit 13,1°C am 05., die tiefste am 22. Dezember mit –8,0°C (am Erdboden bis –12,3°C) gemessen. Insgesamt gab es 11 Frosttage (Minimum < 0°C) sowie 4 Eistage (Maximum < 0°C). Niederschlagstechnisch pendelte sich der Dezember 2007 mit insgesamt 93,9 mm bei 117,1 Prozent des vieljährigen Vergleichswertes (1961-1990, Station Westerkappeln) ein, wobei bis zum 11.12. satte 89,4, danach nur noch 4,5 mm fielen. Beachtliche 15 Tage blieben weitgehend trocken, Schnee fiel keiner. Wie desweiteren Auswertungen an der Flugwetterwarte Münster/Osnabrück ergaben, schaffte der Dezember dort mit einer Summe von 58,2 Sonnenstunden einen Überschuss von +46,6 Prozent gegenüber dem Normalwert. Durch die langanhaltende, örtlich sehr stark variierende Hochnebelverteilung unter dem Einfluss von Hoch „Bernhilde“ dürfen diese Werte aber nur mit größter Vorsicht für den Standort Mettingen interpretiert werden.

 

Die weiteren Schlickelder Mittelwerte mit den Abweichungen zum Normalwert in Klammern: Luftdruck 1020,9 hPa (+6,2 hPa!), Relative Feuchte 88,3 % (+1,8 %), Windgeschwindigkeit 11,4 km/h.

 

 


 

 

Jahreswechsel versinkt in Nebelsuppe

 

[01. Januar 2008, 20.30 Uhr]

 

Glücklich schätzen konnten sich in der vergangenen Nacht all diejenigen Hobby-Pyrotechniker, die von ihren abgeschossenen Feuerwerksraketen überhaupt noch etwas sehen konnten, nicht nur aus alkoholischen sondern auch aus meteorologischen Gründen. Bei Jahreswechsel-Temperaturen von –0,1°C und fast windstillen Bedingungen hüllte sich Schlickelde um 0 Uhr in eine dicke, undurchsichtige Nebelpampe, in die sich nachfolgend zusätzlich noch die Rauchschwaden der Silvester-Munitionen hineinmischten.

 

Im vergangenen Jahr erlebten die Schlickelder den Jahreswechsel dagegen bei extrem milden 10,4 bis später sogar 12,6°C, bedecktem Himmel, teils starken Windböen und um 0 Uhr noch trockenen Bedingungen. Weitere Details zum Jahreswechselwetter der vergangenen 12 Jahre finden Sie hier.

 

 


 

 

Neues Jahr, neues Design

 

[01. Januar 2008, 00.01 Uhr]

 

Zunächst einmal allen da draußen ein frohes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr 2008!

 

Sieben Tage und Nächte Arbeit sind vorbei, Links neu geknüpft, Texte überarbeitet, Archive vervollständigt, Frames neu erstellt. Pünktlich zum Wechsel in das neue Wetterjahr schlüpfte heute nacht um 0 Uhr die Webseite der Wetterstation Mettingen-Schlickelde in ein neues Design. Sicherlich ist noch nicht alles perfekt und hier und da hat sich vielleicht noch der Fehlerteufel eingeschlichen. Aber: Was noch nicht passt, wird in den nächsten Tagen noch passend gemacht! Versprochen!

 

Viel Spaß beim Schmökern!

 

Der Wetterfrosch von Schlickelde

 

 


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