Logoneu

Banner4++020202

Erneuter Wintereinbruch mit Schnee und Eisregen

[30. Dezember 2009]

a_Eisregen2Nach Tauwetter und ein paar etwas milderen Tagen brachte heute eine sehr markant ausgeprägte Luftmassengrenze den Winter zurück ins Mettinger Land. Bereits in den gestrigen Abendstunden hatte Schneefall eingesetzt, der bis zum heutigen Morgen erneut eine respektable Neuschneedecke von immerhin 4 bis stellenweise 5 Zentimetern Mächtigkeit zusammenbrachte. Knapp nördlich der oben erwähnten Luftmassengrenze blieben die Temperaturen in Schlickelde heute tagsüber durchweg im Bereich um oder knapp unter 0°C, während beispielsweise bereits im Rheinland Werte von bis zu 10°C erreicht wurden. Einen kleinen Gruß der (in höheren Luftschichten vorhandenen) milden Luftmassen bekamen dann im Laufe des Nachmittags und vor allem am Abend auch wir serviert: Teils recht intensiver Eisregen, der innerhalb kurzer Zeit alles mit einem zum Teil zentimeterdicken Eispanzer überzog. Dementsprechend heikel und gefährlich gestalteten sich sehr rasch auch die Verkehrsbedingungen in der Region bei verbreitet extremer Glätte auf den Straßen. Darüber hinaus wurde aus einigen Nachbarregionen im angrenzenden Landkreis Osnabrück, wo der Eisregen bereits früher eingesetzt hatte, am Abend bereits über Eisbruch von Bäumen bzw. Ästen berichtet.

Und auch in den kommenden Stunden und Tagen wird uns die markante Luftmassengrenze weiter in Atem halten. Schon in der kommenden Nacht rutscht die wellenförmig mäandernde, ansonsten aber recht stabile Wettergrenze, an der sich immer wieder kleine Tiefdrucksysteme entlang bewegen, wieder weiter nach Süden. Das Ergebnis: Temperaturrückgang und allmählicher Übergang der Niederschläge wieder zunehmend in Schnee. Bis morgen können nach derzeitigem Modellstand erneut durchaus mehrere Zentimeter Schnee vom Himmel fallen. Auch in den kommenden Tagen kann es zu weiteren Schneefällen kommen, bei weiter in den Dauerfrostbereich fallenden Temperaturen. Eine Rückkehr zu mildem Wetter ist derzeit auch bis zum Ende des Vorhersagezeitraumes nicht in Sicht. Im Gegenteil: Derzeit sieht es so aus, dass die winterlichen Kaltluftmassen bis zum Ende der Woche wieder fast ganz Deutschland überfluten werden.

 


 

Frohe Weihnachten!

[23. Dezember 2009]

Weihnachten_

Dem ganzen Leserkreis dieser Webseite

ein friedvolles und besinnliches

Weihnachtsfest!

 


 

131 Stunden Dauerfrost

[22. Dezember 2009]

Schlickelde, 22.12.09, 01.26 Uhr: Die Anzeige des Pt100-Temperatursensors in der großen Klimahütte springt von 0,0 auf +0,1°C um. Damit gingen heute in den “frühen Morgenstunden” beachtliche 131 Stunden durchgehenden Dauerfrostes zuende, die seit dem 16. Dezember um kurz vor halb 3 Uhr nachmittags das Mettinger Land in eine eisige Starre hatten fallen lassen. Fast wären es noch deutlich mehr geworden, wäre das Quecksilber am 14. und 16.12. nicht für wenige Minuten magere 1,1 bzw. nur 0,2 Grad “über die Null” geklettert. Von einem neuen Rekord wäre dann aber auch das noch weit entfernt gewesen. Diesen Dauerfrost-Rekord hält noch immer unangefochten der Jahreswechsel 1996/1997, an dem das Minus 22 Tage lang nicht vom Display weichen wollte.

 


 

Kälteste Nacht seit fast 13 Jahren

[19. Dezember 2009]

Eiszeit in Schlickelde ... Nach dem gestrigen kräftigen Kaltlufteinbruch sackten die Temperaturen in der vergangenen, zum Teil sternenklaren Nacht in rekordverdächtige Tiefen. Um Punkt 08.22 Uhr in den heutigen Morgenstunden registrierten die Temperatursensoren in der amtlichen Klimahütte (2m Messhöhe) einen absoluten Tiefstwert von -16,7°C. Noch deutlich eisiger und fast schon sibirisch anmutend entwickelten sich die Messwerte unmittelbar wenige Zentimeter oberhalb der Schneedecke. Hier stoppte die extreme Temperatur-Talfahrt erst um 07.59 Uhr bei sage und schreibe -22,9°C! Selbst im Verlaufe des heutigen Nachmittags stieg die Lufttemperatur trotz Sonnenscheins nie über ein knackiges Tagesmaximum von -9,7°C an. Mit all diesen Werten ging die vergangene Nacht nun schließlich als kälteste Nacht seit fast 13 Jahren und als fünftkälteste Nacht überhaupt in die Schlickelder Stationsgeschichte ein (seit August 1989). Noch kälter wurde es lediglich im legendären Winter 1996/1997 mit -17°C am 31.12.1996, -19,1°C am 01.01.1997 und -22°C am 02.01.1997 sowie im Winter zuvor am 09.02.1996 mit -20°C. Auch beim Tagesmittel der 2 Meter- bzw. beim Minimum der 5cm-Lufttemperaturen wurden heute neue Rekordwerte aufgestellt.


 

Heftiger Wintereinbruch

[18. Dezember 2009]

Ein zumindest für unsere Region ungewöhnlich heftiger Wintereinbruch hat in den heutigen Abendstunden das Mettinger Land erfasst. Innerhalb von nur etwa 2-3 Stunden kam es durch anhaltende, teils kräftige Schneefälle zu einem Schneehöhenzuwachs von zuvor knapp 1 auf immerhin 5cm um 20.30 Uhr. Begleitet wurde der regelrechte “Wettersturz” von zum Teil starken Windböen aus Ost mit bis zu 47,2 km/h in der Spitze, die sehr schnell zu erheblichen Schneeverwehungen und entsprechend chaotischen Verhältnissen im regionalen Straßenverkehr führten. Die markante Winddrehung auf östliche Richtungen sorgte im Laufe der Abendstunden außerdem für einen kräftigen Temperatursturz in den strengen Frostbereich. Wurden um 18.30 Uhr in der Klimahütte in 2 Metern Höhe noch -3,7°C gemessen, so sackten die Werte dreieinhalb Stunden später bereits bis auf knapp -11°C ab, Tendenz weiter rasch fallend. Mit einer weiteren deutlichen Frostverschärfung ist in den Nachtstunden zu rechnen, bevor die Quecksilbersäule morgen tagsüber voraussichtlich nicht über maximal -7°C ansteigen wird. Weitere ergiebigere Schneefälle sind dann wieder am Sonntag zu erwarten.


 

Winter zeigt Zähne: Eistag, erster Schnee und Weihnachtswetter

[15.-17. Dezember 2009]

15.12.09: Nach einer wochenlangen, sehr milden Witterungsphase zeigt der Winter nun erstmals in dieser Saison seine frostigen Zähne: Mit einer Tageshöchsttemperatur von nur -0,3°C, gemessen um 14.28 Uhr in der großen Klimahütte, blieben wir heute, wenn auch nur knapp, durchgehend im Dauerfrostbereich. Die Wetterstation Mettingen-Schlickelde verzeichnete damit nun den ersten sogenannten “Eistag” (Tmax < 0°C) des Winters. Besonders eisig war es in den heutigen frühen Morgenstunden erwartungsgemäß in unmittelbarer Nähe der Erdoberfläche. An der Messstelle “Lufttemperatur 5cm (Gras)” wurde ein beachtliches Minimum von -10,2°C erreicht.

17.12.09: Winter in Schlickelde! Nac2009-12-17-1500hdem bereits in den gestrigen Abendstunden zeitweise leichter, feiner Schneefall bzw. Schneegrieseln eingesetzt hatte, trägt das Mettinger Land nach weiterem, allerdings eher unergiebigem Nachschub vom heutigen Nachmittag nun ein ca. 1 Zentimeter mächtiges weißes Kleid. Die ersten Schneeflocken der Wintersaison 2009/2010. Ob die winterliche Idylle allerdings bis zu den Weihnachtsfeiertagen durchhalten wird, ist mehr als fraglich. Nach Frostverschärfung und weiteren, zum Teil ergiebigen (!) Schneefällen am Sonntag, die durchaus eine Schneedecke von mehreren Zentimetern zusammenbringen können, dürfte sich nachfolgend zumindest vorübergehend das allseits gefürchtete “Weihnachtstauwetter” mit Plusgraden bemerkbar machen. Was aber über die Feiertage selbst passieren wird, ist noch immer sehr unsicher. Nach derzeitigem Stand (17.12.) stehen die Chancen mit ca. 60 % garnicht so schlecht, dass die Schneedecke vom 21.12. zumindest teilweise bis Weihnachten die Plusgrade “überleben” könnte. (Foto: “Wettercam Schlickelde” vom 17.12.09, 15 Uhr)

 


 

November 2009: Rekordmild und viel zu nass

[02. Dezember 2009, 19.45 Uhr]

Novemberfrühling, Rekordmonat, T-Shirt-Temperaturen ... nur eine kleine Auswahl der zahlreichen Schlagzeilen, die in den vergangenen vier Wochen durch die Medien geisterten. Waren sie verfrüht oder gar überzogen? Nein! Am Ende hat er sie alle geschlagen, all seine Vorgänger der vergangenen Jahre, ja sogar Jahrzehnte hinter sich gelassen. Seit gestern stehen sie da, wie in Stein gemeißelt, die Rekordwerte eines wahrlich historischen Monats, auf die wir nun nochmals detaillierter zurückblicken wollen.

Die Zahl des Novembers 2009 schlechthin: 9,4°C. Mit dieser Monatsmitteltemperatur, die sich sagenhafte + 4,1 K über dem vieljährigen Normalwert der Jahre 1961-1990 positionierte, wurde der letzte Herbstmonat des Jahres auch in Schlickelde zum wärmsten November in der Stationsgeschichte. Die unglaublichen Dimensionen dieses Wertes werden besonders deutlich durch die Tatsache, dass selbst der vorangegangene Oktober mit 9,2°C kälter ausgefallen war. Verkehrte Welt ... liegt doch in einem normalen Jahr, bedingt durch die kräftige jahreszeitliche Abkühlung, der Oktober im Durchschnitt eigentlich satte 4,6 Grad über dem Wert seines Nachfolgemonats. Neben der absoluten Monatsspitze von 17,2°C am 21.11. registrierten die Schlickelder Messgeräte noch weitere 3 “Frühlingstage” mit Maxima von über 15°C. An sage und schreibe 21 von 30 Tagen wurden Temperaturwerte von 10 Grad oder (zum Teil deutlich!) mehr erreicht. Novembervergleich+Am “kältesten” blieb der 10.11. mit maximal 7,1°C. Auch im Bereich der Tiefsttemperaturen absolute Seltenheitswerte: Als “November ohne Frost” hätte er um ein Haar in die Klimageschichte eingehen können. Wäre da nicht der letzte Abend des 30.11. gewesen, als die Werte in der Schlickelder Klimahütte 10 Minuten vor 0 Uhr doch noch für wenige Sekunden von 0,0 auf -0,1°C, die tiefste Temperatur des gesamten Monats, sprangen. Aber das sind sicherlich messtechnische Spitzfindigkeiten. Ansonsten durchweg Nachttemperaturen weit jenseits des Gefrierpunktes, die an einzelnen Tagen selbst Tiefstwerte von 12°C nicht unterschritten. Durchaus vergleichbar mit den Verhältnissen in manch einer etwas kühleren Sommernacht!

Im abgebildeten Diagramm (zur Vergrößerung bitte anklicken) sind nun sämtliche Temperaturwerte (mittleres Maximum, mittleres Minimum, Mittel aus beiden Werten) für die Novembermonate 1989 bis 2009 an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde in Diagrammform dargestellt. Deutlich ist darin die herausragende Stellung des Novembers 2009 zu erkennen, mit der lediglich, nach einem sehr kalten Vorjahr, die Werte vom November 1994 noch annähernd mithalten konnten. Auch das ungewöhnlich hohe Niveau der diesjährigen Tagesminima, die ganz entscheidend zur Abweichung beigetragen haben, wird nochmals sehr deutlich.

Doch nicht nur temperaturmäßig wuchs der November 2009 weit über sich hinaus. Er war zudem auch viel zu nass, zahlenmäßig auf den Punkt gebracht durch eine Niederschlagssumme von 126,0 Litern pro Quadratmeter. Verglichen mit der mittleren Summe der Jahre 1961-1990 (Station Westerkappeln: 73,5 L/m²) ergibt sich ein deutlicher Wasserüberschuss von +71,4 Prozent. Auch dies passt gut zum Bild eines typischen milden Winter- bzw. Herbstmonats, der meist durch Tiefdruckeinfluss, sogenanntes “Westwindwetter”, und dessen atlantische, feucht-milde Luftmassen aus Südwesten geprägt wird. Auch die extreme Luftdruckabweichung (siehe weiter unten) unterstreicht dieses Bild eindrucksvoll. Besonders nass: Der 23.11., an dem 20,9 Liter in 24 Stunden, 13,2 Liter in einer Stunde (18-19 Uhr) und davon 9,9 Liter pro m² sogar in nur 10 Minuten (18.08 bis 18.18 Uhr) vom Himmel stürzten. Mit einer maximalen Niederschlagsrate von 1,8 Litern pro Minute wurden gar sommerliche Starkregendimensionen erreicht! Sechs Tage blieben im November 2009 dagegen weitgehend trocken.

Weitere Monatsdaten mit Abweichung im Überblick: Mittl. Relative Luftfeuchte 84,9 % (-0,6 %), Mittl. Luftdruck 1005,1 hPa (-9,1 hPa!), Mittl. Windgeschwindigkeit 12,5 km/h, Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Flughafen Münster/Osnabrück) 34,5 Std. (-38,6 %)

 


 

Nach Frühlingswärme: Starkregen und Sturm

[23. November 2009, 22.25 Uhr]

Ist es Frühling? Ist es Sommer? Man fühlt sich in verschiedenste Jahreszeiten versetzt in diesen Tagen, am wenigsten noch in einen völlig normalen November. Nach Temperaturen an der Grenze zur “T-Shirt-Zone” am vergangenen Wochenende, suchten heute im Einflussbereich von Sturmtief “Ludwig” starker Wind und fast sommerlich anmutende Starkregenschauer und örtliche Gewitter das Münsterland heim. Während sich die registrierten Windgeschwindigkeiten auf Mettinger Gemeindegebiet tagsüber noch sehr in Grenzen hielten, öffnete der Himmel heute am frühen Abend plötzlich derart intensiv die Schleusen, dass in Schlickelde sogar vereinzelt Wassereinbrüche in Kellern auftraten. Allein zwischen 18.08 und 18.18 Uhr prasselten 9,9 Liter auf den Schlickelder Durchschnittsquadratmeter, mit einer zum Teil sommerlichen Intensität von bis zu 1,8 Litern pro Minute um 18.17 Uhr. Insgesamt fanden bis zum Abend 21,2 Liter/m² den Weg in die Auffangöffnungen der Schlickelder Messgeräte. Auch der Wind legte im weiteren Verlauf des Abends wieder deutlich zu und erreichte um kurz nach 22 Uhr mit Spitzenböen bis 72,4 km/h fast Sturmstärke (ab 75,0 km/h). Über nennenswerte Schäden wurde allerdings nichts berichtet.

 


 

Extrem mild ... neuer Rekord?

[20./21. November 2009]

Lupine+20.11.2009: Satte 2,5 Grad fehlten noch ... zum neuen absoluten Novemberrekord. Doch auch so brachte uns der heutige 20. November zumindest einen “gefühlten Rekord”. Mit einer Höchsttemperatur von punktgenau 16,9°C erlebten die Mettinger den immerhin drittwärmsten Winterjasmin+02Novembertag in der Geschichte der Wetterstation Mettingen-Schlickelde. Ein noch höherer Quecksilberstand war lediglich am 16.11.06 mit 17,7°C sowie am 03.11.05 mit sage und schreibe 19,3°C beobachtet worden. Bezogen auf den Witterungsabschnitt der sogenannten zweiten Novemberdekade (11. bis 20.11.) erreichte der heutige 20.11. außerdem einen respektablen Platz 2 in der ewigen Spitzenliste. Es war sogar noch ein gewisser Spielraum für noch höhere Werte vorhanden, wären nicht bereits im Laufe des frühen Nachmittags zunehmend dichtere hohe und mittelhohe Schichtwolkenfelder aufgezogen, die die Sonne schließlich dann doch verdeckten. (Fotos links: Gelbe Lupine, Blütezeit Juni bis September / Foto rechts: Winterjasmin, Hauptblütezeit Januar bis April)

21.11.2009: Fast unglaublich, aber wahr: Schon nach 24 Stunden ist der beeindruckende gestrige Tageshöchstwert wieder Geschichte: Um Punkt 14.11 Uhr legte Petrus heute mit exakt 17,2°C noch ein Schüppchen drauf, änderte damit an den oben angegebenen Dekaden- und Monats-Platzierungen aber nichts mehr. Auch in der heute begonnenen dritten Novemberdekade lässt sich mit den 17,5°C vom 25.11.2006 noch ein höherer Wert finden. Ebenfalls historisch: Die beiden Tagesmittel der Lufttemperatur in 2 Metern Höhe erreichten gestern und heute mit 14,6°C bzw. 14,4°C ziemlich genau das Niveau eines Schlickelder Durchschnittstages Anfang Juni. Noch bis nach 21 Uhr am Abend umwehte ein 15,0°C laues “Sommerabendlüftchen” die hiesigen Hausecken und selbst um 0 Uhr wurden in der großen Klimahütte der Station noch unglaubliche 13,7°C gemessen. Um diese Jahreszeit ein extrem seltenes Ereignis!

Weitere beeindruckende Eckdaten des bisherigen Novembers: Monatsmittel (01.-21.11.) 9,7°C, Abweichung zum Normalwert eines ganzen Novembers +4,4 K, letzter Frost vor 5 Wochen (18.10.), Tiefsttemperatur in der Nacht vom 13. auf den 14.11. 12,6°C, in Norddeutschland wärmste 2. Novemberdekade seit mindestens 80 Jahren.

 


 

Laues Frühlingslüftchen

[14. November 2009, 22.00 Uhr]

2009-11-13-1622Väterchen Frost im Urlaub ... von Winter keine Spur. Im Gegenteil: Mit einem Tageshöchstwert von 15,3°C wehte schon gestern sogar ein zaghaftes laues Frühlingslüftchen durch die Mettinger Gassen. Zwar spielte die Sonne nicht recht mit, so dass es durchweg stark bewölkt bis bedeckt blieb. Für einen nachmittäglichen Spaziergang oder ein paar spätherbstliche Handgriffe im Garten waren die Temperaturen jedoch ideal.

Doch damit nicht genug: Nach einer rekordverdächtig lauen Nacht mit Temperaturen, die nicht unter 12,6°C (!) sanken, legte Petrus heute kurz vor dem nachmittäglichen Durchzug eines schmalen Regenbandes sogar noch ein Schüppchen drauf: 15,6°C. Zu verdanken haben wir diese ungewöhnlich milden Thermometerstände einer satten Südströmung zwischen atlantischen Sturmtiefs und Hochdruckeinfluss in Mittelmeerraum. Auch in den nächsten Tagen bleibt uns das sehr milde aber ebenso wolkenreiche und zeitweise regnerische Westwetter erhalten. (Foto: Bild der “Wettercam Schlickelde” vom 13.11. / 16.22 Uhr)

 


 

Oktober 2009: Nasser und kühler als üblich

[02. November 2009]

Anfang eines neuen Monats, Zeit wiedermal für einen kleinen Rückblick auf die vergangenen viereinhalb Wochen.

Der Oktober 2009, er war durchaus etwas besonderes. Ist er doch der erste Monat seit einem Dreivierteljahr und der zweite im Jahr 2009 überhaupt, der ausnahmsweise einmal zu kühl ausfällt. Und zwar mit einer Monatsmitteltemperatur von genau 9,2°C und einer sich daraus ergebenden Abweichung von -0,7 K gegenüber der Normalperiode 1961-1990. Die markanteste “Spitze” in der 31tägigen Temperaturkurve bildete der 07.10., an dem mit 21,2°C die mit Abstand höchste Temperatur des Monats registriert wurde. Das absolute Minimum dagegen wurde mit -1,5°C schon 7 Tage später erreicht (14.10.). Dieser Tag markierte damit außerdem das erste Auftreten von “Luftfrost” (Messhöhe 2 Meter) im Winterhalbjahr 2009/2010. An 04.10.09den beiden Messstellen in 5 Zentimetern Höhe über dem Erdboden erreichte die nächtliche Auskühlung in jenen Tagen dagegen schon Monatsminima von -4,5°C (unbewachsen) bzw. sogar -8,0°C (über Gras). Insgesamt wurden im Oktober 2009 drei Frost-, 10 Bodenfrost- und 14 Grasfrosttage mit jeweiligen 24 Stunden-Minima unter 0°C beobachtet. (Foto: Herbstvollmond über Schlickelde, aufgenommen am 04.10. am Gipfel der Ibbenbürener Rudolfshalde)

Deutlich überdurchschnittlich dagegen die Niederschlagsbilanz: Insgesamt 88,6 Liter Regenwasser fielen im Oktober 2009 auf jeden Mettinger Quadratmeter. Das entspricht einem Überschuss von beachtlichen +48,7 Prozent gegenüber dem vieljährigen Mittel für unsere Region (Station Westerkappeln 1961-1990: 59,6 L/m²). Deutlich herausragend: Der 7. und 8 Oktober. Aufgeteilt auf 12,7 bzw. 31,5 mm, fiel allein an diesen beiden Tagen bereits die Hälfte der gesamten Monatssumme. Dem gegenüber standen allerdings auch 11 Tage, die mit Messwerten von unter 0,1 mm praktisch trocken blieben. Die maximale registrierte Niederschlagsrate brachte uns eine markante Kaltfront in den frühen Morgenstunden des 01. Oktober mit beachtlichen 1,6 Litern pro Quadratmeter und Minute!

Die weiteren Monatswerte im Überblick (Abweichung zum Normalwert in Klammern): Mittl. Relative Luftfeuchte 84,7 % (+ 1,2 %), Mittl. Luftdruck 1016,8 hPa (+ 0,8 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 9,0 km/h, Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Flughafen Münster/Osnabrück) 92,1 Std. (- 17,4 %).

 


 

Tief “Xavier” bringt ersten dezenten Herbststurm

[16. Oktober 2009, 20.30 Uhr]

Mettingen erlebte heute den ersten zaghaften Herbststurm der Saison. Mit einer Spitzenböe von 74,9 km/h, gemessen um Punkt 13.49 Uhr, wurde am Nachmittag kurzzeitig eine Windgeschwindigkeit erreicht, deren Wert nach der Beaufortskala just genau die Untergrenze der Windgeschwindigkeit 9 (“Sturm”) definiert. Über etwaige Schäden wurde jedoch nichts bekannt.

 


 

Erste Frostnacht: Bis -7,4°C am Erdboden

[14. Oktober 2009, 15 Uhr]

“Väterchen Frost” gibt sein erstes Gastspiel: Mit einer Tiefsttemperatur von -1,5°C, gemessen in der offiziellen Messhöhe von zwei Metern über Grund, war die vergangene Nacht die erste herbstliche Luftfrost-Nacht der Wintersaison 2009/2010. In 5 Zentimetern Höhe über der Rasenfläche des Messfeldes wurde gar ein Minimum von -7,4°C erreicht! Auch wenn der derzeitige Kaltlufteinbruch noch nicht von Dauer sein wird, sind wir damit der Temperaturentwicklung eines durchschnittlichen Vergleichsjahres um fast drei Wochen voraus. Üblicherweise haben wir in Schlickelde den ersten Luftfrost im Mittel erst um den 2. November herum zu erwarten (Quelle: Wetterstation Mettingen-Schlickelde 1989-2006). Die zeitliche Schwankungsbreite in einzelnen Jahren ist aber sehr groß!

 


 

Extreme Nachttemperaturen und ergiebiger Regen!

[08. Oktober 2009, 14.30 Uhr]

Haben auch Sie in der vorletzten Nacht ungläubig auf Ihr Thermometer geschaut? Da konnte man dessen oder auch die eigene Zurechnungsfähigkeit durchaus schon mal in Frage stellen. Tatort Schlickelde, wir schreiben den 07.10.2009, Punkt Mitternacht: Die Messgeräte am Nagelmanns Moor zeigen einen jahres- und tageszeitlich fast unglaublichen Temperaturwert von sage und schreibe 17,4°C an, der sich bis 6 Uhr morgens sogar noch weiter auf exakt 18,0°C steigert ... Schlickelde erlebt die laueste Oktobernacht seit unzähligen Jahren, und nachfolgend auch einen noch immer ungewöhnlich milden Herbsttag mit 21,2°C in der Spitze. 500 Kilometer südlich des Tüöttenstädtchens erreichen die Werte sogar Hochsommerniveau von bis zu 29,7°C (Freiburg).

Doch wenig später ... Schluss mit lustig! Schon in den Abendstunden des 07.10. erreichen Mettingen die großflächigen und ergiebigen Niederschlagsgebiete einer Luftmassengrenze. Anders als sonst meist üblich, zieht diese nicht senkrecht zum Frontverlauf relativ rasch über Nordwestdeutschland hinweg, sondern “schrammt” stundenlang längs über nahezu unverändertem Gebiet entlang und entlädt so seine Niederschläge fast ortsfest. Das Ergebnis: 38,5 Liter pro Quadratmeter innerhalb von nur 15 Stunden zwischen 19 und 10 Uhr. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher, gesamter Monat Oktober bringt in Schlickelde üblicherweise etwa 60 Liter zusammen. Doch damit standen wir längst noch nicht auf dem regionalen Spitzenplatz. Diesen belegte die Flugwetterwarte Münster/Osnabrück mit beachtlichen 45 Litern/m² zwischen 20 und 8 Uhr, Osnabrück schaffte in den 24 Stunden zwischen 8 und 8 Uhr morgens sogar satte 50,0 Liter.

 


 

Das Ende der Trockenheit?

[29. September 2009, 21.00 Uhr]

Mit einer 24stündigen Gesamtniederschlagsmenge von 2,2 Litern pro Quadratmeter fiel heute in Schlickelde der erste messbare Regen seit genau zwei Wochen, einmal abgesehen von den wenigen Tropfen am Morgen des 23.09., die es im Messglas nicht einmal bis zum 0,1er-Teilstrich geschafft hatten. Obwohl die auffallende Trockenheit der letzten Zeit damit zumindest oberflächlich ein klein wenig abgemildert scheint, kann der Rückstand in der klimatischen Wasserbilanz der letzten Wochen damit natürlich nicht annähernd ausgeglichen werden.

Die letzte größere Regenmenge war zuvor am 15. September mit 5,6 Litern registriert worden.

 


 

Erstes Minus der Saison

[27. September 2009, 22 Uhr]

Damit ist er nun endgültig eingeläutet ... der Herbst 2009. Mit einem morgendlichen Grasspitzen-Minimum von -0,8°C und dem damit verbundenen Grasfrost erschien erstmals in der Saison 2009/2010 das “Minus” auf dem Display der Wetterstation Mettingen-Schlickelde. Auch in gleicher Höhe (5cm) über unbewachsenem Erdboden wurde es recht frisch, blieb mit +1,1°C jedoch noch frostfrei. In der Klimahütte in 2 Metern Höhe wurde ein Tiefstwert von 3,9°C registriert. Hier müssen wir, statistisch gesehen, mit den ersten negativen Werten erst um den 2. November herum rechnen.

 


 

August 2009: Deutlich zu warm und viel zu trocken

[01. September 2009]

Das war volles Sommerprogramm ... Der August 2009, er brachte uns all das, was einen richtigen Sommermonat ausmacht: Rekordverdächtige Hitze, laue Nächte, längere Trockenperioden, kräftige Wärmegewitter. Doch alles der Reihe nach ...

HühnchenNach Auswertung aller 44640 Minutendatensätze zwischen dem 01. und 31.08. kommt die Wetterstation Mettingen-Schlickelde zu folgender Abschlussbilanz: Mit einer Monatsmitteltemperatur von 18,7°C positionierte sich der August 2009 um beachtliche + 2,0 K über dem vieljährigen Normalwert der Jahre 1961-1990, übertrumpfte damit in diesem Jahr sogar noch den üblicherweise wärmeren Monat Juli (18,3°C). Zum letzten Mal hatte es dies 2004 gegeben. Darüber hinaus registrierten die Schlickelder Messgeräte satte 16 Sommertage und immerhin noch 4 “Heiße Tage” mit Tageshöchstwerten von über 25 bzw. über 30°C. Zum Vergleich: Im Durchschnitt der Normalperiode 1971-2000 werden bei uns etwa 28 Sommertage im gesamten Jahr erwartet. Absoluter Hitzepol in diesem August ... der 20.08., als das Quecksilber mit 36,5°C nicht nur den höchsten Stand des Jahres sondern sogar Platz 2 der ewigen Schlickelder Bestenliste (seit 1991) erstürmte. Erwähnenswert ist außerdem der 08. August, an dem die Temperaturen nachts nicht unter rekordverdächtig laue 18,0°C sanken, tagsüber aber auch nicht über 21,4°C anstiegen. Besonders frisch wurde es dagegen in den frühen Morgenstunden des 14. und 23.08. mit bodennahen Minima von gut 3°C.

KürbisseBezüglich der gefallenen Niederschläge entwickelte sich der August zum absoluten Trockenmonat. Mit einer Gesamtsumme von nur 27,3 Litern, die auf jeden Quadratmeter fielen, erhielten die Schlickelder Böden lediglich 37,4 Prozent des Normalniederschlags für den Monat August (Westerkappeln 1961-1990: 72,9 L/m²). Die höchste 24 Stunden-Summe erreichte der 21.08. mit nur 7,2 Litern, satte 19 Tage blieben mit Messwerten von unter 0,1 mm dagegen weitgehend trocken! Die maximale Niederschlagsintensität wurde in den späten Abendstunden des schweißtreibenden 20.08. mit 1,4 mm/min während durchziehender, teils kräftiger Hitzegewitter registriert. (Foto rechts: Reiche Zierkürbis-Ernte)

Die weiteren Monatswerte im Überblick (Abweichung zum Normalwert in Klammern): Mittl. Relative Luftfeuchte 72,5 % (- 3,0 %), Mittl. Luftdruck 1016,9 hPa (+ 1,3 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 7,2 km/h, Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Flughafen Münster/Osnabrück) 232,6 Std. (+ 19,8 %).

 


 

20 Jahre Wetterbeobachtung in Schlickelde

[26. August 2009/1989]

20jährigesEin Schulbuch, ein Baumarkt-Thermometer und ein schattiger Baumstamm ... Drei Dinge, die scheinbar so überhaupt nichts miteinander verbindet. Und doch waren es die Zutaten, die exakt heute vor 20 Jahren den Grundstein für noch immer lückenlose Wetteraufzeichnungen in Mettingen-Schlickelde legten. Inspiriert durch ein Temperaturdiagramm im damaligen Mathematikbuch der dritten Grundschulklasse, begann der 10jährige Andre Hergemöller fortan eigene Messungen durchzuführen und in selbst gemalten Säulendiagrammen Tag für Tag zu dokumentieren. Der allererste Tiefsttemperaturwert ... er stammt aus der Nacht vom 26. auf den 27.08.1989 und betrug genau 13°C.

 

 

Während das Messprogramm anfangs nur aus den nächtlichen Tiefsttemperaturen eines jeden Tages bestand, wurde es im Laufe der Zeit kontinuierlich ausgeweitet. 20jähriges (2)So folgte ab dem 24. Mai 1991 neben den bisherigen Temperaturminima auch die tägliche Messung der Höchsttemperatur und gut dreieinhalb Jahre später, am 1. Januar 1995, wurde der erste Schlickelder Niederschlagsmesswert erfasst. Acht Tage später erfolgte dann der Startschuss zu durchgehenden, bis heute ebenfalls lückenlos aufgezeichneten Augenbeobachtungen, so dass es heute möglich ist, für jeden einzelnen Tag seit Januar 1995 den Wettercharakter und den jeweiligen Wetterverlauf über den betreffenden Tag genau zu rekonstruieren.

Doch bis zum Jahre 2000 wurden speziell die Messungen von Lufttemperatur und Niederschlag nur mit einfachen, kostengünstigen Geräten aus dem Gartenfachhandel bzw. später mit Hilfe völlig neuartiger, semiprofessioneller Funkmesstechnik einer Elektronikversandfirma durchgeführt, die weder den entsprechenden Richtlinien für meteorologische Messungen entsprachen, noch nach diesen aufgestellt waren. Das änderte sich dann grundlegend mit der Errichtung einer professionellen, halbautomatischen Wetter- und Klimastation der Firma “Thies Clima” im Februar 2000.

20jähriges (4)Bis zum September 2002 stand diese erste “Baustufe” einer richtigen Wetterstation auf einem weitgehend naturbelassenen Wildgrundstück an der Schlickelder Wöstenstraße zwischen den Hausnummern 74 und 76, musste dort allerdings dann im September 2002 sehr rasch dem Bau eines Wohnhauses (der heutigen Hausnummer 74A) weichen. Der neue, heutige Standort an der Kreuzung Wöstenstraße / Nagelmanns Moor, der zunächst nur aus einem Provisorium (siehe Foto) bestand, konnte in den folgenden Monaten dann Stück für Stück den erforderlichen Bedingungen für meteorologische Messungen angepasst werden und entspricht seit dem Mai 2003, soweit es die eingeschränkten örtlichen Gegebenheiten erlauben, größtenteils den Forderungen des Deutschen Wetterdienstes für automatische Klimastationen.

Doch Hightech-Sensoren hin oder her ... das Baumarkt-Thermometer von damals, es existiert (und funktioniert) noch immer, hängt inzwischen über dem Bonner Schreibtisch eines Meteorologiestudenten und könnte so einiges erzählen darüber, wie alles einmal angefangen hat ...

Herzlichen Glückwunsch, Wetterstation Mettingen-Schlickelde!

 


 

Sommer in Höchstform: 36,5°C in Schlickelde

Uhrzeit

Lufttemperatur

10.00 Uhr

27,6°C

10.30 Uhr

29,2°C

11.00 Uhr

29,8°C

11.30 Uhr

30,6°C

12.00 Uhr

31,8°C

12.30 Uhr

30,9°C

13.00 Uhr

31,3°C

13.30 Uhr

31,5°C

14.00 Uhr

33,8°C

14.30 Uhr

34,8°C

15.00 Uhr

35,2°C

15.30 Uhr

35,9°C

16.00 Uhr

36,0°C

16.30 Uhr

35,4°C

17.00 Uhr

35,1°C

17.30 Uhr

34,7°C

18.00 Uhr

33,5°C

18.30 Uhr

32,8°C

19.00 Uhr

32,5°C

[20. August 2009, 21.30 Uhr]

Das hatte wohl so mancher diesem Sommer nicht mehr zugetraut: 12 Tage vor Beginn des meteorologischen Herbstes schürte Petrus heute das himmlische Höllenfeuer und ließ den Sommer 2009 nochmals zur Höchstform auflaufen. Mit einem fast rekordverdächtigen Spitzenwert von 36,5°C, gemessen um Punkt 16.03 Uhr in der Klimahütte der Wetterstation Mettingen-Schlickelde, wurde der heutige Tag mit Abstand zum heißesten Tag des Jahres erhoben und wird dies aller Voraussicht nach nun wohl auch bleiben. Doch damit nicht genug. Sogar in der ewigen Bestenliste der Station belegt der 20.08.09 damit einen beeindruckenden zweiten Platz. Nur ein einziger Tag in der über 18jährigen Aufzeichnungsgeschichte Schlickelder Höchsttemperaturen, die bis zum 24.05.1991 zurückreicht, konnte diesen Wert noch toppen: Natürlich der 12. August des legendären Jahrhundertsommers 2003, dessen 38,0°C noch immer wie in Stein gemeißelt dastehen. Platz drei belegte, knapp hinter dem heutigen Messwert, der 18.06.2002 mit 36,3°C.

 

Fast schon selbstverständlich, dass all diese geballte Hitzepower nicht ohne Folgen bleiben kann. Und so muss bereits in den nächsten Stunden mit zum Teil heftigen und unwetterartigen Gewittern (!) gerechnet werden, die in Zusammenarbeit mit der zugehörigen Kaltfront die Sommerluft vorübergehend wieder ausräumen werden.

 

 

 

 

 


 

Zwei weitere 30er

[07. August 2009, 17.40 Uhr]

050809Bei perfektem Bade- und Erntewetter (Foto: Gerste-Ernte in Schlickelde) wurde gestern und heute in Schlickelde erneut die 30 Grad-Hürde übersprungen. Während der “Übersprung” gestern mit einer Tagesspitze von 30,1°C noch denkbar knapp ausgefallen war, wurden heute mit genau 31,2°C etwas klarere Verhältnisse geschaffen. Damit erhöht sich die Anzahl der sogenannten “Heißen Tage” mit mindestens 30,0°C Höchsttemperatur in diesem Jahr auf insgesamt vier. Im vieljährigen Durchschnitt haben wir in unserer Region pro Jahr normalerweise mit etwa 5 bis 6 solcher heißen Tage zu rechnen (Quelle: DWD-Station Münster/Osnabrück 1971-2000).

Doch auch diese sommerliche Episode neigt sich in diesen Stunden bereits ihrem Ende entgegen. Schon in den Abend- und Nachtstunden greifen erste, zum Teil heftige Schauer und Gewitter auf Westdeutschland über, bevor morgen eine Kaltfront schließlich deutlich wechselhaftere und nur noch mäßig warme Tage einläutet.

 


 

Frische Nacht: 4,5°C

[04. August 2009, 12 Uhr]

Ausrutscher oder erster frühherbstlicher Gruß? - Die heutigen frühen Morgenstunden vor Sonnenaufgang wurden begleitet von recht schattigen Temperaturen. In der offiziellen Messhöhe von 2 Metern über Grund registrierten die Schlickelder Messgeräte einen Tiefstwert von 8,6°C, direkt am Erdboden gingen die Werte bis auf 4,5°C zurück. An einzelnen NRW-Stationen kam sogar das Minus in Sichtweite, beispielsweise in Kalterherberg im Hohen Venn, wo in 5cm Höhe +0,3°C erreicht wurden.

Aber keine Sorge ... es war tatsächlich nur ein Ausrutscher. Die nächsten Tage bringen uns den Sommer zurück, mit viel Sonne und schweißtreibenden Temperaturen von über 30°C in der Spitze.

 


 

Juli 2009: Extrem nass und wärmer als üblich

[01. August 2009, 23.50 Uhr]

030709aDer Wettermonat Juli 2009 ist Geschichte ... “Gut so!”, werden sicher viele von Ihnen sagen. “War er doch viel zu kalt und verregnet” Einspruch, liebe Leser! Das stimmt tatsächlich nur teilweise. Anhand der nüchternen Zahlenfakten kommt die Wetterstation Mettingen-Schlickelde nach Auswertung aller rund 360.000 Einzelmesswerte der vergangenen 31 Tage zu folgendem, etwas differenzierteren Bild:

Der Monatsmittelwert der Lufttemperatur in 2 Metern Höhe, erstellt aus den Tageswerten von 07.30, 14.30 und 21.30 Uhr und über 31 Tage gemittelt, ergibt sich zu exakt 18,3°C. Damit war der Juli 2009 schlussendlich beachtliche +1,2 K wärmer als es das vieljährige Mittel der Jahre 1961-1990, der sogenannte “Normalwert”, für unseren Standort vorgibt. 14 Tage erreichten einen Höchstwert von 25,0°C oder mehr und wurden 170709asomit als “Sommertag” eingestuft, z wei Tage bekamen sogar den Titel des “Heißen Tages” aufgestempelt (mehr als 30°C). Die absolute Monatsspitze wurde gleich am 03. Juli mit 32,5°C registriert, während der 10.07. mit einem Maximum von 14,7°C nicht einmal mehr Frühlingsniveau erreichte.

Doch woran liegt es nun, dass die vergangenen 31 Tage vielen Menschen nun so absolut sicher als “zu kühl” erschienen. Ein Grund mag sicherlich die noch immer präsente Erinnerung an die Sommermonate der Rekordjahre 2003 oder 2006 sein, zu denen unbewusst ein direkter Bezug hergestellt wird. Zwei Sommer (bzw. Teile davon), die sich in Mitteleuropa sehr untypisch entwickelt hatten, ja zum Teil geradezu “entartet” waren. Im Juli 2006, mitten im berühmten “WM-Sommer”, wurde in Schlickelde beispielsweise ein Monatsmittel gemessen, welches den typischen Durchschnittswert um mehr als 5 Grad (!) übertraf ... ein absolutes Jahrhundertereignis! Eindrücke wie beim letzten Urlaub am Mittelmeer, an dem Mettingen aber nunmal nicht liegt.

240709aEin weiterer, ausschlaggebender Grund für die Fehleinschätzung dürfte dieses Mal aber vermutlich die unbewusste Vermischung zweier Messgrößen gewesen sein: “Ein warmer, verregneter Sommer(-monat)”, das klingt irgendwie komisch. Nein, wenn ein Sommer schon verregnet ist, ist er in den Medien fast immer gleich auch zu kalt.

Und verregnet ... das war er nun tatsächlich, der Juli 2009 in Mettingen. Ja mehr noch: Mit einer gewaltigen Gesamtniederschlagssumme von sage und schreibe 167,3 Litern pro Quadratmeter wurde die normal übliche Monatsmenge von 71,0 Litern (Westerkappeln 1961-1990) gleich mal auf das Zweieinhalbfache aufgestockt! Das ist wahrlich rekordverdächtig und wurde in den letzten Jahren nur vom Juli 2000 mit 177,5 Litern noch knapp getoppt. Eigentlich kein Wunder, denn das herausragende Witterungsmerkmal des vergangenen Monats waren unzählige Frontpassagen atlantischer Tiefdruckgebiete, die zum Teil im Tagesrhytmus und im Wechsel mit nur kurzen Hochdruckphasen mehrfach kräftige Niederschlagsgebiete mit Starkregen, Gewittern und örtlich unwetterartigen Entwicklungen über das Bundesgebiet hinweg manövrierten. Beständiger Hochdruckeinfluss über mehrere Tage konnte sich nie wirklich etablieren. Das Gröbste blieb Mettingen jedoch gottlob erspart. Dennoch reichte es 310709afür mehrere markante Niederschlagsereignisse. So beispielsweise am 03.07., an dem uns nach hochsommerlicher Hitze eine präfrontale Konvergenzlinie mit Starkregen überquerte, der innerhalb von nur 40 Minuten 25,2 Liter zusammenbrachte. Auch die maximale Niederschlagsintensität des gesamten Monats wurde mit 1,8 Litern pro Quadratmeter und Minute während dieser Passage registriert. Oder auch am 23. Juli, an dem uns eine schleifende Luftmassengrenze mit Wellenbildung zwischen 12.15 und 14.45 Uhr allein 20,1 Liter/m² bescherte. Insgesamt brachte es dieser Tag mit 33,0 Litern auf die größte 24 Stunden-Summe. Diese Aufzählung ließe sich noch beliebig erweitern. Trotz dieser Regenzeit über Mettingen blieben dennoch immerhin 11 Tage im Einflussbereich der kurzen Hochdruckphasen trocken (< 0,1 mm).

Die weiteren Monatswerte im Überblick (Abweichung zum Normalwert in Klammern): Mittl. Relative Luftfeuchte 75,0 % (+/- 0,0 %), Mittl. Luftdruck 1013,0 hPa (- 3,1 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 9,0 km/h. Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Flughafen Münster/Osnabrück) 202,7 Std. (+ 4,5 %).

 


 

Kräftige Kaltluftgewitter

[24. Juli 2009, 23.50 Uhr]

Böenkragen02Nach dem gestrigen Durchgang einer markanten Luftmassengrenze bildeten sich heute in der rückseitig einsickernden Kaltluft zahlreiche, teils kräftige Schauer und Gewitter, die am Nachmittag und frühen Abend auch das Mettinger Land überquerten. Besonders kräftig ... eine Gewitterzelle, die sich gegen 17 Uhr von Westen dem Tüöttenstädtchen näherte, an ihrer Vorderseite eine spektakuläre Böenfront ausbildete und nachfolgend mit insgesamt 7,4 Litern pro m² innerhalb von 14 Minuten, einer maximalen Regenrate von 1,0 Litern pro Minute, kurzzeitigem Graupel, einem Temperatursturz von 20,0 auf nur noch 11,8°C sowie Windböen bis 63,4 km/h über die Wetterstation Mettingen-Schlickelde hinwegbrauste. Weitere, allerdings weitaus schwächere Schauer folgten noch nach.

Eine kleine Videodokumentation der Gewitterpassage mit Zeitraffer- und Echtzeitaufnahmen finden Sie hier. Ein zeitlich hochauflösender Zeitraffer des gesamten heutigen Tages ist hier abrufbar.

 


 

Nachtgewitter und Dauerregen: 33 Liter/m²

[23. Juli 2009, 22.00 Uhr]

2009-07-23-01190033,0 Liter pro Quadratmeter ... genau diese Menge ergoss sich vor 60 Minuten aus der Sammelflasche des Hellmann´schen Niederschlagsmessers auf dem Schlickelder Stationsfeld in das zugehörige genormte Messglas. Eine beachtliche 24 Stunden-Menge, bedenkt man, dass ein handelsüblicher Schlickelder Normal-Juli gewöhnlich insgesamt 71,0 Liter zusammenbringt. Zeitlich und auch ursächlich müsste man diese Summe von 33 Litern jedoch nochmals aufteilen ... in 12,6 Liter, die von den recht intensiven, bei uns aber gottlob nicht unwetterartigen Gewittern der vergangenen Nacht stammten. Und in die restlichen satten 20,4 Liter, die uns der frühnachmittägliche und teils starke Dauerregen zwischen 12.15 und 14.40 Uhr auf den durchschnittlichen Gemeindequadratmeter schüttete. (Foto: Webcam-Bild von Punkt 01.19 Uhr in der vergangenen Nacht. Für einen Sekundenbruchteil erleuchtet ein Blitz im “Rücken” der Kamera das Stationsumfeld taghell.)

Wesentlich schlimmer aber war es da schon andernorts zu- und hergegangen. Beispielsweise in Herne-Wanne (NRW), wo innerhalb von 20 Sekunden vermutlich ein Tornado vier Pkw sowie ein Hausdach beschädigte und Bäume entwurzelte. Auch im münsterländischen Seppenrade (Kreis Coesfeld) wurde von tornadoverdächtigen Schäden berichtet. Weitere Tornado-Verdachtsfälle wurden aus Borgholzhausen (Kreis Gütersloh) sowie dem benachbarten Kreis Herford gemeldet. (Nachtrag, 26.07.09: Nach heutigem Stand existieren insgesamt 7 Tornado-Verdachtsfälle (4 NRW, 2 Niedersachsen, 1 Hessen) vom 23.07., von denen der Borgholzhausener Fall inzwischen eindeutig als “unterer” F2-Tornado bestätigt wurde.)

Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Die größte Unruhe scheint beim Wetter nun vorerst vorbei zu sein. Mit Ausnahme einiger, örtlich nochmal kräftiger Kaltluft-Schauer und -Gewitter am morgigen Freitag dürfte sich die Unwetterlage über Deutschland am Wochenende, speziell am Sonntag, dann doch deutlich entspannen.

 


 

Licht- und Farbshow am Abend

[17. Juli 2009, 23.50 Uhr]

2009-07-17-213432Nach einigen Schreckmomenten am Morgen aufgrund des Durchzugs einer schmalen Gewitterlinie mit einzelnen aber heftigen Naheinschlägen sowie kleinkörnigem Graupel und einer maximalen Niederschlagsrate von 1,6 Litern pro Quadratmeter und Minute (09.15 Uhr), wurde das Mettinger Land am Abend mit einer beeindruckenden Sonnenuntergangs-Show entschädigt.

Einen zeitlich hochauflösenden Zeitraffer des Schauspiels, aufgenommen von der “Wettercam Schlickelde”, können Sie sich hier nochmals ansehen.

 

 

 


 

Juni 2009: Weitgehend durchschnittlich

[11. Juli 2009, 19.10 Uhr]

Etwas verspätet blicken wir heute nochmals auf die Witterungsverhältnisse des vergangenen Monats in Mettingen-Schlickelde zurück.

Juni09aMit einem Temperaturmittel von exakt 15,7°C fiel der Juni 2009 nur unwesentlich wärmer aus (+ 0,3 K) als es der vieljährige Normalwert der Periode 1961-1990 für unsere Region vorgibt. Zu verdanken ist diese ausgeglichene Bilanz dabei fast ausschließlich den letzten sieben Tagen des Monats, die mit beeindruckenden Tagesmittelwerten zwischen 19,4°C und satten 23,0°C den Schnitt nochmals mächtig anhoben. Bis einschließlich zum 23.06. hatte das vorläufige Monatsmittel mit lediglich 14,0°C nämlich noch recht deutlich im Rückstand gelegen. Der Grund: Eine hartnäckige, deutlich zu kühle Witterungsperiode besonders in der ersten Junihälfte, die zum Teil nur Tageshöchstwerte um 15°C sowie - unglaublich aber wahr - am 6., 13. und 17. sogar nochmals Boden- bzw. Grasfröste von bis zu -3,4°C in fünf Zentimetern Messhöhe gebracht hatte. Der 06.06. bescherte der Wetterstation Mettingen-Schlickelde mit 2,8°C in 2 Metern Höhe sogar die kälteste Juninacht in der 19jährigen Messgeschichte. Sommerlich warm mit zum Teil großer Schwüle (TaupuJuni09bnkt zeitweise über 20°C) und rekordverdächtig lauen Sommerabenden gestaltete sich dagegen die letzte Juniwoche mit bis zu 28,8°C Monatsspitze am 30.06.. Insgesamt verzeichneten die Messgeräte im Juni 2009 sechs Sommertage mit mindestens 25,0°C, “heiße Tage” mit Temperaturen über 30°C traten dagegen keine auf.

Recht ausgeglichen fällt auch die Niederschlagsbilanz des ersten Sommermonats aus. Insgesamt brachten es die 30 Junitage auf eine Niederschlagshöhe von 76,1 mm. Dies entspricht etwa 95 Prozent des zu erwartenden Normwertes von 80,3 mm (Station Westerkappeln 1961-1990). Absolut dominierend: Der 11.06., an dem durch herbstlich kühlen, windgepeitschten Dauerregen allein 31,4 Liter pro Quadratmeter fielen. Überhaupt konzentrierten sich die Regenfälle überwiegend auf die von Juni09cTiefdruckeinfluss dominierte erste Monatshälfte, während zwischen dem 15. und 30.06. nur noch magere 7,8 mm gemessen wurden. 15 Tage blieben mit Messwerten von unter 0,1 mm sogar weitgehend trocken. Starkregenereignisse waren im Juni 2009 dagegen kein allzu großes Thema. Die registrierten Niederschlagsintensitäten erreichten in der Spitze lediglich mäßige 0,8 Liter pro m² und Minute am 11.06..

Der Überblick über die weiteren Monatswerte: Mittl. Relative Luftfeuchte 70,5 % (- 3,6 %), Mittl. Luftdruck 1016,4 hPa (+ 0,5 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 8,9 km/h. Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Flughafen Münster/Osnabrück) 192,1 Std. (- 1,9 %).

 

 


 

Kräftige Gewitterfront beendet Hochsommerhitze

[03. Juli 2009, 22.00 Uhr]

030709akleinEine kräftige Gewitterfront ist am heutigen Nachmittag über den Westen Deutschlands hinweggezogen und hat ab 17 Uhr auch das Mettinger Land überquert. Nachdem die Schlickelder Messgeräte im Vorfeld nochmals hochsommerlich heiße Temperaturen bis 32,5°C registriert hatten, stürzten die Werte beim Durchzug der Front innerhalb von Minuten auf nur noch 19 bis 20°C ab. Neben kurzzeitigen Windböen bis 53,3 km/h brachten es die gewittrigen Starkregenfälle zwischen 17.25 und 18.05 Uhr auf eine Gesamtniederschlagsmenge von 25,2 Litern pro Quadratmeter. Die maximale Niederschlagsintensität wurde um 17.38 Uhr mit 1,8 Litern/m² pro Minute erreicht. Ein zeitlich hochauflösendes Zeitraffer-Video der “Wettercam Schlickelde” vom Durchzug der Gewitterfront finden Sie hier.

 

030709bkleinDa es sich bei der heutigen Gewitterfront lediglich um eine sogenannte “vorlaufende Konvergenzlinie” handelte, die der eigentlichen Kaltfront noch vorausgeht, ist auch morgen nochmals mit sommerlichen Temperaturen um etwa 25°C zu rechnen, bevor es im Laufe der nächsten Woche deutlich abkühlen dürfte.

(Bild oben: Böenkragen-Ansatz der heranrückenden Gewitterfront / Bild rechts: Dichte Fallstreifen unter einer Starkregenzelle / Fotos anklicken zur Vergrößerung)

 

 


 

Der erste 30er

[02. Juli 2009, 21.20 Uhr]

Erster 30erSo kann der Sommer weitergehen: Erster Ferientag in NRW und pünktlich zum Start in die schönsten Wochen des Jahres nun auch hochsommerliche Temperaturen in Schlickelde. Während gestern noch zwei Zehntelgrad gefehlt hatten, erstürmte die Temperaturanzeige am Nagelmanns Moor heute um Punkt 15.27 Uhr und 53 Sekunden erstmals in diesem Jahr die 30°C-Hürde. Mit einem spätnachmittäglichen Maximum von 30,8°C wurde somit heute der erste “Heiße Tag” (mindestens 30,0°C) des Sommers registriert.

Die andere Seite des Hochsommers könnte uns dann morgen und übermorgen drohen ... in Form von örtlich heftigen Schauern und Gewittern!

 

 


 

Erneut Schulklasse zu Gast

[26. Juni 2009, 19.45 Uhr]

Besuch260609aBesuch260609b02Man merkt es ... die Ferien stehen vor der Tür! Grund genug, in den letzten relaxten Schultagen nochmals der örtlichen Wetterstation einen Besuch abzustatten. Zwar konnte diese den Schülern der Mettinger Ernst-Klee-Schule sowie ihren Lehrern auch nicht das genaue Wetter der kommenden Urlaubswochen orakeln, aber dennoch ein paar kleine Einblicke in den Mess- und Beobachtungsbetrieb einer solchen Anlage offenbaren. Frauenhaare zur Luftfeuchtemessung, Wippen zur Bestimmung der Regenrate und eine Kamera, deren aufmerksamem Linsenauge kein Wetter entgeht ... Das und mehr stand heute auf dem Stundenplan, bevor sich die Nachwuchswetterfrösche nach fast zwei Stunden wieder Richtung Mettingen verabschiedeten. (Fotos zur Vergrößerung bitte anklicken!)

Schöne Ferien!

 


 

Schulklasse besucht Wetterstation

[20. Juni 2009, 21.30 Uhr]

Die Kinder einer Schulklasse der Schlickelder Marienschule besuchten heute zusammen mit ihren Eltern und ihrem Lehrer die Wetterstation am Nagelmanns Moor. Etwa 2 Stunden lang drehte sich bei den etwa 65 kleinen und großen Gästen alles rund um´s Thema Wetter, wie man es richtig misst und was z.B. am Tag ihrer Geburt am Himmel über Schlickelde los war. Trotz des doch eher unsommerlichen Wetters blieben alle von stärkeren Regenschauern verschont und konnten um kurz nach 18 Uhr ihren Weiterweg Richtung Schule antreten, wo bereits eine Stärkung vom Grill auf sie wartete. (Fotos zur Vergrößerung bitte anklicken)

Besuch200609a03Besuch200609bBesuch200609c

 


 

Leuchtende Nachtwolken über Schlickelde

[17. Juni 2009, 00.30 Uhr]

2009-06-16-2315In den letzten 1-2 Stunden konnte man am Schlickelder Himmel das Naturschauspiel sogenannter NLC´s (“noctilucent clouds”), zu deutsch “Leuchtende Nachtwolken”, bestaunen. Im Gegensatz zu “normalen” troposphärischen Wolken, die maximal eine Höhe von etwa 13 Kilometern erreichen können, bilden sich diese aus Eiskristallen bestehenden Wolken im Bereich der Mesopause oberhalb der Mesosphäre in Höhen von über 80 Kilometern aus. Durch diese extreme Höhe können sie auch lange nach Sonnenuntergang noch von der schräg unter dem Horizont stehenden Sonne angestrahlt und damit zum “Leuchten” gebracht werden. Sie werden sichtbar, wenn die Sonne zwischen 6° und 16° unter dem Horizont steht. Das Licht wird dann von den Leuchtenden Nachtwolken noch reflektiert, während der Himmel sonst bereits fast dunkel ist. Ihre Färbung hängt vom Sonnenstand ab und kann von gelb bis silbrig-perlmutterartig reichen. Auch im Juni der vergangenen Jahre war dieses Phänomen zeitweise von Schlickelde aus beobachtbar. (Foto: Bild der “Wettercam Schlickelde” von 23.15 Uhr / Anklicken des Bildes öffnet die zugehörige Bildanimation)

 


 

“Soll gedeihen Korn und Wein ...

[11. Juni 2009, 23.30 Uhr]

2009-06-11-2005... muss im Juni Regen sein!” Ginge es nach dieser alten Bauernregel, so dürften im Mettinger Land seit heute Speis und Trank vorerst gesichert sein. “Martin”, so der Name des feucht-fröhlichen Tiefdruck-Gesellen, nach langer Trockenheit im Mai und April brachte er uns heute schließlich den großen, botanisch erlösenden Regen. Satte 31,4 Liter, also mehr als drei volle Putzeimer Wasser, schüttete “Martin” zwischen gestern 21 und heute 21 Uhr auf jeden Schlickelder Quadratmeter aus. Während morgens und mittags noch die Dauerregen-Variante vorherrschte, prasselten am Abend 3,6 Liter allein zwischen 20.00 und 20.10 Uhr während eines kräftigen Schauers im Einflussbereich der rückseitig einfließenden Kaltluft vom Himmel. Die Intensitätsspitze betrug dabei immerhin 0,8 Liter pro Minute und wurde um 20.06 Uhr erreicht. (Foto: Bild der “Wettercam Schlickelde” von 20.05 Uhr) Doch nicht nur der Regen war ein großes Thema heute. Auch starker Wind und Lufttemperaturen von 10,8°C um 12 Uhr mittags machten den diesjährigen Fronleichnamstag nicht gerade zur sommerlichsten aller denkbaren Wettervarianten zu dieser Jahreszeit.

Doch Besserung ist in Sicht. Pünktlich zum Wochenende geht es mit Wetter und Temperaturen bergauf.

 


 

Spektakulärer Wettertag

[09. Juni 2009, 23.15 Uhr]

090609bSicher, als sommerlichster Sommertag geht der heutige mit einem Tageshöchstwert von gerade einmal mageren 22,1°C sicher nicht gerade in die Statistik ein. Dennoch hatte Petrus dem Natur- und Wetterfanatiker in den vergangenen Stunden so einiges zu bieten. Wären da beispielsweise gleich drei Gewitter- und weitere abendliche Schauerstaffeln, die mit hohem Tempo und sehr turbulenten, teils spektakulären Wolkenformationen über das Tüöttenstädtchen hinwegjagten. Neben Temperaturstürzen um über 7 Grad innerhalb weniger Minuten brachten diese insgesamt respektable 14 Liter pro Quadratmeter zusammen (14-22 Uhr), entfesselten Spitzenböen bis 60,8 km/h (fast Windstärke 8) und prasselten zeitweise mit einer Regenrate von beachtlichen 0,7 Liter/m² pro Minute hernieder.

Als krönenden Abschluss seiner Himmelsshow präsentierte Petrus dann kurz vor Sonnenuntergang einen abendlichen Super-Regenbogen, den man in dieser Größe (tief stehende Sonne!), Intensität und doppelter Ausführung bei derart mystischen Lichtverhältnissen vielleicht nur ein einziges Mal im Leben beobachten kann. Für all die, die es leider verpasst haben, gibt´s als bescheidenen Abklatsch des Spektakels hier noch ein paar fotografische Eindrücke zum Anklicken und Nachtrauern ...

 

Bogen090609a

Bogen090609b

Bogen090609c

Bogen090609d

Wetter verpasst? Kein Problem ... mit dem Tageszeitraffer der Wettercam Schlickelde!

 


 

Kälteste Juni-Nacht seit mindestens 19 Jahren

[06. Juni 2009, 12.00 Uhr]

Kurz vor ihrem vorläufigen Ende hat sie nun nochmals ordentlich “zugeschlagen”, die sogenannte “Schafskälte” in Schlickelde. Mit einem Tiefstwert von 2,8°C, gemessen um 05.15 Uhr in 200 Zentimetern Höhe über Grund in der offiziellen Klimahütte, wurde sogar ein neuer absoluter Juni-Rekord registriert. Die vergangene Nacht war damit in Schlickelde die bislang kälteste Juni-Nacht seit Messbeginn im August 1989, also seit mindestens 19 Jahren! Noch deutlich tiefer sackten die Werte dagegen in einer “Knöchelhöhe” von nur 5 Zentimetern über dem Erdboden ab. Bei klarem Himmel und fast Windstille wurde hier nochmals Boden- bzw. Grasfrost von -1,1°C bzw. sogar -3,4°C gemessen.

Ähnlich kalt war es im Juni zum letzten Mal im Jahre 2000, als in den Morgenstunden des 17.06. ein 2m-Tiefstwert von 3,2°C erreicht worden war. In den kommenden Tagen werden vor allem die Nächte wieder deutlich milder, so dass für empfindliche Pflanzen nun keine Gefahr mehr besteht.

 


 

Mai 2009: Zu warm und zu trocken

[05. Juni 2009, 15.15 Uhr]

Der Sommer ist da! Seit dem 01. Juni, dem meteorologischen Sommerbeginn, ist der Frühling 2009 Geschichte und mit ihm auch der Mai 2009. Zeit für einen kurzen Rückblick auf den vergangenen Witterungsabschnitt.

Nach Auswertung aller seiner 31 Tage, erreichte der Mai 2009 schlussendlich ein Lufttemperaturmittel von Punkt 14,0°C. Damit wurde der vieljährige Durchschnitt der Jahre 1961-1990 (Station Münster/Osnabrück: 12,4°C) um recht deutliche +1,6 K überschritten. Wärmster Tag war der 26.05. mit einem Tagesmaximum von 25,6°C, gleichzeitig damit auch der einzige Sommertag (mindestens 25,0°C) des Monats und der erste dieses Jahres überhaupt. An insgesamt 13 von 31 Tagen wurde die 20°C-Marke überschritten. Bemerkenswert: Selbst im vorangegangenen und 17.05.09normalerweise deutlich kälteren April gab es 14 Tage, an denen mehr als 20°C erreicht worden waren. Bodenfrost trat im Mai 2009 ganz knapp nicht mehr auf (+0,1°C am 13.05.), Grasfrost bis -2,6°C registrierten die Geräte jedoch immerhin noch an 3 Tagen. Das absolute Monatsminimum in der offiziellen Messhöhe von 2 Metern über Grund brachte uns der 12.05. mit 3,2°C. (Foto links: Schattenspiel von Kondensstreifen auf niedrigerer Wolkendecke am 17.05.)

Unterdurchschnittlich fällt dagegen die Niederschlagsbilanz des letzten Frühlingsmonats aus. Nachdem bereits der April ein drastisches Niederschlagsdefizit von knapp - 61 Prozent gebracht hatte, lag auch der Mai mit einer Monatssumme von 53,6 Liter/m² immerhin um fast 16 % unter dem Sollwert von 63,6 Litern (Station Westerkappeln 1961-1990). In weiten Teilen speziell des Münsterlandes herrscht inzwischen erhebliche Trockenheit, die zunehmend der Landwirtschaft Probleme bereitet und die Waldbrandgefahr erneut auf Stufe 3-4 angehoben hat. Bereits im April war in unserer Region zeitweise ein höchstmöglicher Wert von 5 erreicht worden. Vor allem den sehr niedrigen Luftfeuchte-Werten mit monatlich gemittelten Tagesminima von nur 37,8 % (!) sowie kräftigem Wind besonders zum Monatsende ist diese rasche Austrocknung der Böden zu “verdanken”. Neben 20 (!) vollkommen trockenen Tagen, wurden im Mai nur zwei Tage mit wirklich größeren 24 Stunden-Regenmengen registriert. Am 15.05. waren dies insgesamt 17,4 Liter/m², der 06. Mai brachte es noch auf einen Wert von 12,8 Litern. Die maximale Niederschlagsintensität registrierte der automatische Messwertgeber am 15.05. mit 1,1 Litern pro m² innerhalb von nur einer Minute.

Die weiteren Monatswerte im Überblick: Mittl. Relative Luftfeuchte 72,2 % (+0,5 %), Mittl. Luftdruck 1019,0 hPa (+3,6 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 10,0 km/h. Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Flughafen Münster/Osnabrück) 228,1 Std. (+11,8 %).

 


 

Spätes Minus

[29. Mai 2009, 22.15 Uhr]

Während in der vergangenen, sternenklaren und windschwachen Nacht die Lufttemperatur in der offiziellen Messhöhe von zwei Metern über Grund lediglich auf 5,1°C zurückgingen, sackten die Werte in Bodennähe (5cm Höhe) auf 1,0°C (unbewachsen) bzw. über Gras sogar nochmals bis auf frostige -2,2°C ab. Derart hohe Temperaturgradienten in den bodennahen Luftschichten sind besonders typisch für Strahlungsnächte im Frühjahr und Herbst.

 


 

Turbulenter erster Sommertag 2009

[26. Mai 2009, 23.00 Uhr]

Geschafft ... Schlickelde hat seinen ersten Sommertag 2009. Mit einem Tageshöchstwert von 25,6°C um Punkt 14.46 Uhr vermeldeten die Messgeräte am Nagelmanns Moor erstmals in diesem Jahr den Durchbruch der 25 Grad-Mauer. Nur um wenig später beim Durchzug einer intensiven Schauerlinie einen Absturz auf nur noch 17,4°C innerhalb von nur 30 Minuten aufzuzeichnen. Begleitet wurde dieser Einmarsch der heranrückenden Kaltluft von teils kräftigen Windböen, die es wenig später auf eine Spitzengeschwindigkeit von 66,6 km/h brachten ... immerhin mitten im Wertebereich der versicherungstauglichen Windstärke 8 (Stürmischer Wind). Ganz knapp erspart geblieben sind Schlickelde dagegen die teils schweren Unwetter, die bereits in den frühen Morgenstunden zwischen 5 und 7 Uhr von den Niederlanden kommend die Westgrenze des Kreises Steinfurt streiften und besonders den Raum Leer im Emsland mit örtlich massiven Schäden heimsuchten. Nach Abzug der heutigen Kaltfront stehen wir in den nächsten Tagen nun unter dem Einfluss deutlich kühlerer Luftmassen.

 


 

April 2009: Extrem warm und viel zu trocken

[02. Mai 2009, 20.00 Uhr]

140409Der auf dieser Seite bereits am 18.04. geäußerte Verdacht ... er hat sich voll bestätigt! Nach einem absoluten Ausnahmemonat vor genau zwei Jahren, geht nun auch der April 2009 mit außergewöhnlichen Zahlenwerten in die deutsche und auch die Schlickelder Klimastatistik ein.

Mit einem über alle 30 Tage gemittelten Temperaturschnitt von 12,7°C schoss der April 2009 gleich um satte +4,5 K über seinen vieljährigen Normwert von 8,2°C (Station Münster/Osnabrück 1961-1990) hinaus. Sogar der extreme April 2007, der es auf einen ebenso außergewöhnlichen Wert von 12,1°C gebracht hatte, wurde damit schon jetzt wieder deutlich in den Schatten gestellt. Deutschlandweit war der vergangene Monat der wärmste April seit 1891. An sage und schreibe 14 Tagen wurden in Schlickelde Höchstwerte von über 20°C gemessen. Die absolute Spitze erreichte der 26. April, der mit 24,7°C einen ersten Sommertag (mind. 25,0°C) nur knapp verfehlte. Dem gegenüber standen jedoch auch noch 5 Bodenfrost- sowie beachtliche 15 Grasfrost-Tage, an denen negative Minima in fünf Zentimetern Messhöhe von bis zu -5,5°C (01.04.) erreicht wurden. Luftfröste traten dagegen keine mehr auf, das Monatsminimum in zwei Metern Messhöhe wurde mit +0,5°C am 01. April registriert. (Foto links: Pfirsichblüte am 14.04.09 / Foto unten: Sehr seltene “Föhnwolken” über Schlickelde am 18.04.09)

180409Extrem auch die Niederschlagsverhältnisse zwischen dem 01. und 30.04.: Nur an 6 von 30 Tagen fiel überhaupt messbarer Niederschlag, am meisten mit 8,5 Litern pro Quadratmeter am 28.04.. Insgesamt brachten es diese sechs Niederschlagstage auf eine magere Monatssumme von nur 20,7 Litern/m². Dies entspricht einer Abweichung zum normalen Sollwert von - 60,7 Prozent! (Westerkappeln 1961-1990: 52,7 L/m²). Noch beeindruckender: Zwischen dem 09. und dem 26. April fiel 16 Tage am Stück kein einziger Tropfen Wasser auf Schlickelder Boden! Mit drastischen Folgen: Bereits am 18.04. herrschte in der gesamten hiesigen Region die höchstmögliche Waldbrand-Gefahrenstufe 5. Die maximale beobachtete Niederschlagsintensität im April 2009 mit 0,5 Litern pro Minute verfällt somit zu einer Randnotiz. Deutschlandweit reihte sich der vergangene Monat auf Platz 9 der trockensten Aprilmonate seit 1901 ein.

Die weiteren Monatswerte und deren Abweichung vom Normalwert (1961-1990) in Kurzform: Mittl. Relative Luftfeuchte 73,9 % (+0,6 %), Mittl. Luftdruck 1014,5 hPa (+0,2 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 7,9 km/h. Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Flughafen Münster/Osnabrück) 228,0 Std. (+43,6 %) (zweitsonnigster April in Deutschland seit 1951).

 


 

Schon wieder ein Ausnahme-April?

[18. April 2009, 21.30 Uhr]

Just ist es zwei Jahre her, dass uns ein absoluter Ausnahme-April reihenweise nie dagewesene Rekorde nach Deutschland brachte, da schickt sich sein Nach-Nachfolger an, uns schon wieder mit frühsommerlichen Eindrücken neben gerade erst ergrünender Vegetation zu verwirren. Zwar sind wir mit inzwischen immerhin 10 Tagen über 20°C und einer bisherigen Monatsspitze von 23,5°C (10.04.) noch meilenweit von den in Stein gemeißelten 28,4°C des 16.04.07 entfernt, doch deutlich überdurchschnittlich warm ist dieser April schon jetzt.

Ein viel “brennenderes” Thema ist derzeit aber ein ganz anderes: Während die südlicheren Regionen NRW´s (und hier besonders das Rheinland) und auch Deutschlands in den letzten 48 Stunden förmlich im Regen versanken, ging Mettingen völlig leer aus, und das inzwischen schon seit 9 Tagen am Stück. Überhaupt gab es im bisherigen April 2009 nur an drei Tagen messtechnisch erwähnenswerte Niederschläge, die sich lediglich auf magere 5,5 Liter pro Quadratmeter summierten. Zum Vergleich: Ein (gesamter) Otto-Normal-April hat im Mettinger Land gewöhnlich etwa 52,7 Liter vor unserer Tür abzuladen! Etwa 90 Prozent fehlen also noch ... und das 12 Tage vor Monatsende. Kein Wunder, dass der Deutsche Wetterdienst inzwischen für unsere gesamte Region die höchstmögliche Waldbrand-Gefahrenstufe 5 ausgerufen hat.

Der April 2007, er ging am Ende mit einer Gesamtniederschlagsmenge von 2,5 Litern/m² als trockenster Monat der Klimageschichte in selbige ein und brachte die hiesigen Landwirte pünktlich zum Aussaat-Termin mit bis zu 10cm tiefen Wüstensand-Verhältnissen in arge Bedrängnis.

The same procedure as 2007, Mr. April? Well, we will see!

 


 

Der Frühling ist da ... 22,5°C!

[03. April 2009, 22.20 Uhr]

Lange hatten wir geduldig auf ihn warten müssen, nun ist er da und legt geradezu einen Blitzstart hin ... Es ist Frühling in Schlickelde! Nach dem ersten definitionsgemäßen Frühlingstag mit mehr als 15°C Höchsttemperatur (15,8°C) vorgestern und bis zu 17,4°C gestern, stürmte die Quecksilbersäule heute in ungeahnte Höhen: Mit einem Tagesmaximum von sage und schreibe 22,5°C wurden heute im Tüöttendorf bei erneut strahlendem Sonnenschein bereits fast frühsommerliche Werte erreicht und erstmals seit einem halben Jahr (13.10.08) wieder die 20°C-Mauer durchbrochen. An der Station des Kachelmann-Wetterdienstes “Meteomedia” in der Emsdettener Innenstadt (“Strotmann´s Fabrik”) wurde mit einem Höchstwert von Punkt 25,0°C sogar bereits der erste Sommertag des Jahres verzeichnet. Und auch die Natur reagiert inzwischen deutlich ... z.B. mit dem Öffnen der ersten Forsythienblüten am 01. April, übrigens satte 32 Tage später als im deutlich milderen Frühjahr 2008.

 


 

März 2009: Wärmer und nasser als üblich

[02. April 2009, 20.00 Uhr]

Schon sind sie vorbei, die ersten 31 Tage des meteorologischen Frühlings in Schlickelde. Zeit für einen kurzen bilanzierenden Rückblick.

Mit einer Monatsmitteltemperatur von 5,6°C lag der März 2009 schlussendlich um +1,4 K über dem klimatologischen Durchschnitt des Vergleichszeitraumes 1961-1990 (Station Münster/Osnabrück: 4,2°C). Mit einer absoluten Monatsspitze von 14,7°C am 14.03. wurde die Frühlingstagsgrenze von 15,0°C in diesem ersten Frühlingsmonat des Jahres knapp nicht erreicht. Darüber hinaus verzeichneten die Schlickelder Messgeräte 7 Luftfrost- (Klimahütte), 14 Bodenfrost- sowie 15 Grasfrosttage mit 24 Stunden-Minima unter 0°C. Der absolute Temperaturtiefpunkt wurde am 20.03. mit -3,0°C in 2 Metern Höhe bzw. bis zu -9,6°C in 5cm Messhöhe erreicht.

Ebenfalls deutlich überdurchschnittlich fiel auch die Niederschlagsbilanz des vergangenen Monats aus. Mit einer Gesamtsumme von 79,0 Litern prasselte 28 % mehr Wasser auf den Schlickelder Durchschnittsquadratmeter hernieder, als es der vieljährige Normwert mit 61,7 L/m² (Station Westerkappeln 1961-1990) erwarten ließe. Niederschlagsreichster Tag war mit großem Abstand und respektablen 17,0 Litern innerhalb von 24 Stunden der 06.03., an dem es von morgens bis abends weitgehend ohne nennenswerte Pause durchregnete. Sieben Märztage blieben dagegen vollkommen trocken, sechs davon am Stück (17.-22.03.). Sogar einige Schneeflocken tanzten in den frühen Morgenstunden des 25.03. nochmals vom Himmel und sorgten zumindest stellenweise und kurzzeitig ein letztes Mal für einen zarten weißen Hauch. Die maximal registrierte Niederschlagsintensität von 0,5 Litern pro m² und Minute am 26.03. war dagegen kaum weiter erwähnenswert.

Alle weiteren Monatswerte sowie, falls vorhanden, deren Abweichung vom Normalwert (in Klammern): Mittl. Relative Luftfeuchte 83,1 % (+4,9 %), Mittl. Luftdruck 1013,2 hPa (-1,6 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 10,1 km/h. Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Flughafen Münster/Osnabrück) 106,2 Std. (-3,4 %).

 


 

Feuerball am Schlickelder Himmel

[01. April 2009, 12.00 Uhr]

2009-04-01-0401Wohl kaum einer der gut 12.000 Mettinger dürfte das spektakuläre Ereignis mitbekommen haben, dass sich heute am frühen Morgen um kurz nach 4 Uhr hoch über ihren Köpfen abgespielt hat. Augenzeugenmeldungen blieben bislang (Stand: 11.00 Uhr) jedenfalls aus. Nur ein wachsames Auge bemerkte das optische Spektakel und hielt es sogar fest ... die Wettercam der Wetterstation Mettingen-Schlickelde, auf deren Bild von 04.01 Uhr eine Art Feuerball seine Leuchtspur über den Schlickelder Nordwest-Himmel zieht. Großes Glück, denn die Kamera beginnt nur eine Minute zuvor ihren routinemäßigen täglichen Aufnahmebetrieb. Ob es sich bei dem Objekt um einen abstürzenden Meteoriten handelt, konnte bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geklärt werden. Vieles deutet jedenfalls darauf hin, da seine Helligkeit sogar die Schlickelder Häuser und Straßen erkennen lässt. Näheres ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt. Das Bildmaterial wurde jedenfalls sichergestellt und wird voraussichtlich noch heute zur weiteren Analyse an astronomische Fachleute weitergeleitet.

Sollten Sie Augenzeuge des vermutlichen Meteoritenabsturzes geworden sein und weitere Angaben zu dem Ereignis machen können, so setzen Sie sich bitte per Mail mit der Wetterstation Mettingen-Schlickelde in Verbindung. Vielen Dank!

Ok, ok ... April April!

 


Forsythienblüte hat eingesetzt

[31. März 2009, 21.30 Uhr]

Satte 31 Tage (!) später als im vergangenen Jahr, hat heute am Nagelmanns Moor in Schlickelde die Forsythienblüte eingesetzt. Ursächlich für diese markante Zeitdifferenz dürfte in erster Linie der vergleichsweise strenge letzte Winter, aber auch der extrem milde Winter 2007/2008 gewesen sein. Selten war der Charakter zweier aufeinander folgender Winter so markant unterschiedlich, was sich nun schließlich auch in der Reaktion der Natur wiederspiegelt.

 


 

Ein “halber” Frühlingstag

[14. März 2009, 20.00 Uhr]

Mettingen erlebte heute den ersten “halben” Frühlingstag des Jahres. Während vormittags, mittags und am frühen Nachmittag oftmals zumindest zeitweise die schon kräftige Märzsonne durch die hohen Wolkenfelder schien, zog im weiteren Verlauf dann von Westen eine düstere Wolkendecke auf, aus der nach 16 Uhr dann schließlich bei 140309rasch fallenden Temperaturen auch die ersten Tropfen fielen. Ein “halber Frühlingstag” war es aber auch deswegen, da zwar in der künstlich ventilierten Thermometerhütte der Schlickelder Station mit einem Tageshöchstwert von 15,1°C die definitionsgemäße Frühlingsgrenze von 15°C knapp geknackt, in der großen, amtlichen Klimahütte, die für die Hauptmessung herangezogen wird, mit maximal 14,7°C aber verfehlt wurde.

Zu verdanken hatten wir den kurzen, markanten Temperaturschub dem sogenannten “Warmsektor” eines Tiefdruckgebietes nördlich von Schottland. Ein Warmsektor stellt den zum Teil nur sehr schmalen und im zeitlichen Verlauf immer kleiner werdenden Bereich dar, der zwischen einer bereits durchgezogenen Warmfront und der schneller nachrückenden Kaltfront aufgespannt wird. Hier herrschen mehr oder weniger deutlich wärmere Luftmassen vor, die die Warmfront über das Land geschoben hat und die von der folgenden Kaltfront wieder ausgeräumt werden. In der abgebildeten Wetterkarte vom frühen Abend (Quelle: Wetteronline) ist dieser Warmsektor zwischen den Linien der Warm- (halbrunde Symbole) und Kaltfront (dreieckige Symbole) sehr schön zu sehen (rot schraffiert). Mettingen, dessen ungefähre Lage mit einem roten Punkt markiert ist, hat den Warmsektor und damit die kurzzeitig hohen Temperaturen vom frühen Nachmittag bereits wieder verlassen und liegt hinter der gerade durchgezogenen Kaltfront schon wieder im deutlich kühleren Luftmassenbereich. Hatten die Werte um kurz nach 14 Uhr mit zeitweiliger Sonnenunterstützung noch bei 15°C gelegen, so werden zu diesem Zeitpunkt in Schlickelde bei trübem Regenwetter nur noch 9°C gemessen.

 


 

Erstmals seit über 100 Tagen mehr als 10°C

[03. März 2009, 23.50 Uhr]

03. März, zwei Tage nach meteorologischem Frühlingsanfang ... in Schlickelde wird eine Tageshöchsttemperatur von 10,4°C gemessen. Eigentlich nicht mehr als die normale Bilanz eines etwas unterkühlten Frühlingstages. Wäre da nicht die Zusatzbemerkung, dass dies die ersten 10,4°C seit langer Zeit, seit sehr langer Zeit waren. Genauer gesagt, seit nicht weniger als 103 Tagen. Denn so lange ist es inzwischen her, dass das Schlickelder Quecksilber zum letzten Mal die 10°C-Hürde übersprang, mit 10,2°C am 20.11.2008. Lediglich am 22. Dezember letzten Jahres wurde mit Punkt 10,0°C diese Hürde kurz erreicht, nicht jedoch übertroffen. Bleibt nur noch zu hoffen, dass die 20 Grad-Marke nun nicht ebenso lange auf sich warten lässt.

 


 

Februar 2009: Wärmer und nasser als üblich

[01. März 2009, 21.20 Uhr]

Der Februar 2009, ein gutes Beispiel, wie sich unser subjektives Wetterempfinden täuschen kann. Sicherlich dürfte bei einigen Lesern inzwischen der Eindruck entstanden sein, die vergangenen Wochen seien zu kalt, allenfalls durchschnittlich ausgefallen. Doch stimmt das wirklich? Die nackten Zahlen sprechen eine andere Sprache...

Mit einer Monatsmitteltemperatur von 2,6°C positionierte sich der Februar ´09 um beachtliche +1,2 K über dem 30jährigen Vergleichsschnitt der Jahre 1961-1990 (Station Münster/Osnabrück). Die 10°C-Marke wurde mit einer Monatsspitze von 9,9°C (06.02.), wie schon im Dezember und Januar, auch im Februar erneut nicht überschritten. Insgesamt verzeichneten die Schlickelder Messgeräte 15 Frosttage mit 2 Meter-Minima bzw. 18 Grasfrosttage mit Erdbodenminima unter 0°C. 2009-02-12-1357Als einziger Eistag (Maximum kleiner/gleich 0°C) ging der 01.02. mit einer Spitze von -0,6°C in die Statistik ein. Die tiefsten Temperaturen des Monats wurden am 01. Februar mit -5,4°C (2m) bzw. am 15.02. mit -9,8°C (5cm, über Gras) registriert.

Deutlich überdurchschnittlich fällt die Niederschlagsbilanz des letzten Wintermonats aus: Mit einer Gesamtniederschlagshöhe von 67,7 mm fiel fast ein Drittel mehr Niederschlag als in einem üblichen Norm-Februar (Station Westerkappeln 1961-1990: 51,5 mm). Ein recht beachtlicher Teil der Niederschläge fiel auch im letzten Winterdrittel nochmals als Schnee. Nennenswerte Schneefälle traten beispielsweise in der Nacht zum 01.02., in teils kräftigen Schauern zwischen dem 08. und 13.02. (Foto vom 12.02.) und nochmals am 15.02. auf. Vorübergehend sich ausbildende Schneedecken lagen in ihrer Mächtigkeit jedoch durchweg um oder unter einem Zentimeter. Niederschlagsreichster Tag war der 10.02. mit 11,7 Litern pro Quadratmeter, nur 3 von 28 Tagen blieben mit Mengen unter 0,1 Liter/m² im wesentlichen trocken. Die maximale registrierte Niederschlagsrate blieb am 11.02. mit 0,2 Litern pro Minute im relativ schwachen Bereich.

Ein paar Worte noch zum gesamten Winter (01.12.08 - 28.02.09): Mit Temperaturabweichungen von -0,5 K (Dezember), -1,2 K (Januar) und +1,2 K (Februar) lässt sich der Winter 2008/2009 schlussendlich mit einer Gesamtabweichung von etwa -0,17 K doch noch in den eher durchschnittlichen Bereich einstufen. Auch hier täuscht offenbar unser subjektives Erinnerungsvermögen, da die Abweichungen von der Norm in den vorangegangenen Wintern zum Teil weit im Plus lagen (2006/2007 +4,2 K, 2007/2008 +3,0 K). Wirklich drastisch zu kalt mit zum Teil deutlich negativen Tagesmitteln fiel im wesentlichen nur die Periode vom 26.12.08 bis zum 10.01.09 aus. Diese relativ wenigen, sehr kalten Tage reichten somit bereits aus, die Bilanzen für Dezember und Januar ins Minus zu ziehen und voreilig gleich dem ganzen Winter den “gefühlten” Rekordstempel aufzudrücken. Ein temperaturtechnischer Rekordwinter war es in seiner Gesamtheit jedenfalls nicht. Deutlicher fiel hier schon die Niederschlagsbilanz aus, denn mit 137,9 mm fielen in den vergangenen drei Monaten lediglich zwei Drittel des über die Jahre 1961 bis 1990 gemittelten Normwertes. Der Winter 2008/2009 geht damit also als deutlich zu trocken in die Klimastatistik ein. Mit verantwortlich hierfür waren sicherlich die Hochdrucklagen mit trockenerer Festlandsluft, die zum Teil ja auch die strengen Fröste ermöglichten. Auch in der Sonnenscheindauer, gemessen an der Klimastation des Flughafens Münster/Osnabrück, spiegeln sich diese beständigen Schönwetterphasen wieder: Mit insgesamt 182,8 Stunden Sonnenschein zwischen dem 01.12. und 28.02. wurde die Norm immerhin um 13,3 Prozent überboten.

Die weiteren Monatsmittel des Februar 2009 und deren Abweichung vom Durchschnitt 1961-1990: Mittl. Relative Luftfeuchte 90,4 % (+8,9 %), Mittl. Luftdruck 1013,1 hPa (-2,8 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 10,3 km/h, Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Flughafen Münster/Osnabrück) 36,9 Std. (-51,6 %)

 


 

Schneeglöckchen in voller Blüte

[28. Februar 2009, 22.00 Uhr]

SchneegloeckchenDie Tage des Winters 2008/2009, sie sind gezählt. Nicht nur deshalb, weil die Meteorologenschaft morgen (01. März) bereits den Beginn des meteorologischen Frühlings begeht. Auch in der Natur zeigen sich nun erste zaghafte Vorboten des nahenden Lenzes. So stehen in Schlickelde inzwischen die Schneeglöckchen in voller Blüte, während sich die ersten Knospen stellenweise schon am 25.02. öffneten. Schön ablesbar ist an diesen Daten auch der Charakter des diesjährigen Winters. Im extrem milden Winter 2007/2008 öffneten sich die ersten weißen Glöckchen bereits in den letzten Januartagen. Auch die Forsythien stehen noch unter dem winterlichen Einfluss der vergangenen Wochen. Während diese genau heute vor einem Jahr bereits zu Blühen begannen, herrscht derzeit noch tiefer Winterschlaf.

 


 

Januar 2009: Zu kalt und viel zu trocken

[07. Februar 2009, 15.10 Uhr]

Jan 09 (1)“Unglaubliche +4,7 K zur warm und fast doppelt so viel Niederschlag wie normal” ... das waren die rekordverdächtigen Schlagzeilen im Januar 2008. In diesem Jahr jedoch war alles völlig anders: Mit einer Monatsmitteltemperatur von punktgenau 0,0°C fielen die ersten 31 Tage des neuen Wetterjahres um deutliche -1,2 K kälter aus, als es das vieljährige Mittel der Jahre 1961 bis 1990 für unsere Region vorgibt (Station Münster/Osnabrück). Verantwortlich dafür war die markanteste Kältewelle seit der “Jahreswechsel-Kälte 1996/1997”, die damals 22 Tage am Stück Dauerfrost bis -22°C brachte. In den ersten zehn Tagen des noch jungen Wetterjahres 2009 stieg die Temperaturkurve überhaupt nur insgesamt etwa 9 Stunden ins zaghafte “Plus”, sackte in den Morgenstunden des 06.01. auf absolute Tiefstwerte von -12,9°C (2 Meter) bzw. -18,4°C (5 Zentimeter) ab. Selbst das Tagesmittel der Lufttemperatur in 2 Metern Höhe erreichte am 06. Januar nur rekordverdächtige -10,0°C! Insgesamt verzeichnete die Wetterstation Mettingen-Schlickelde zwischen dem 01. und 31.01.09 nicht weniger als 19 Frost- (Tagesminimum 2m < 0°C), 25 Bodenfrost- (Tagesminimum 5cm < 0°C) sowie 6 Eistage (Tagesmaximum 2m < 0°C). Dennoch stieg die Temperaturkurve, vorwiegend in der zweiten Monatshälfte, immerhin an zehn Tagen auch über die 5°C-Marke. Am deutlichsten am 19.01. mit einer Monatsspitze von 8,6°C.

Jan 09 (2)Da die ungewöhnliche Kälte überwiegend auf stabilen, kräftigen Hochdruckeinfluss in der ersten Hälfte und zum Ende des Monats zurückzuführen war, blieben folgedessen auch die Niederschlagsverhältnisse deutlich unter dem gewohnten Niveau. Mit einer Gesamtmenge von 40,7 Litern pro m² fielen gar nur 57 Prozent des sonst üblichen regionalen Normwertes (Station Westerkappeln 1961-1990). Beachtliche 18 Tage verliefen mit Mengen unter 0,1 Litern sogar gänzlich trocken. Den maximalen 24 Stunden-Wert brachte der 23.01. mit insgesamt 11,1 Litern. Eine nennenswerte Schneedecke von maximal 3 bis 4 Zentimetern Mächtigkeit bildete sich durch teils intensiven Flockenwirbel am Abend des 04. Januar aus und bedeckte das Mettinger Land nachfolgend bis zum kräftigen Tauwetter am 12.01..

Ein weiteres Haupt-Wetterthema neben der Kältewelle: Der neue, deutliche absolute Luftdruckrekord durch Sturmtief “Joris” am 23.01.. 964,6 hPa ... nie zuvor seit Beginn präziser Messungen im Februar 2000 war in Schlickelde ein so tiefer Wert gemessen worden.

Die weiteren Monatsmittel und deren Abweichung vom Durchschnitt 1961-1990: Mittl. Relative Luftfeuchte 86,9 % (+1,4 %), Mittl. Luftdruck 1014,4 hPa (-1,0 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 9,6 km/h, Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Flughafen Münster/Osnabrück) 80,4 Std. (+77,4 %).

 


 

Sturmtief “Joris”: Neuer deutlicher Luftdruckrekord

[23. Januar 2009, 22.00 Uhr]

Mit 11,1 Litern Regen pro m² im Gepäck lenkte das Sturmtief “Joris” sein Zentrum heute genau über unsere Köpfe hinweg und ließ die heimischen Barometer in ungeahnte Tiefen stürzen. Mit einem in unserer Region extrem seltenen Minimum von 964,6 hPa wurde um Punkt 15.07 Uhr somit ein neuer, deutlicher Stationsrekord aufgestellt, der alte Wert von 976,0 hPa (21.03.2008) gleich um satte 11,4 hPa unterboten! Zur Einordnung: Der niedrigste bislang in Deutschland überhaupt beobachtete Wert stammt aus dem Jahre 1983 und wurde damals mit 955,4 hPa in Bremen registriert. Durch die Passage des eher windschwachen Tiefdruckkerns blieben uns die stürmischen Auswirkungen weiter südlich gottlob weitgehend erspart.

 


 

Der eisige Bann ist gebrochen

[12. Januar 2009, 11.30 Uhr]

Schnee01090202Eiszeit in Schlickelde ... Vom zweiten Weihnachtstag bis einschließlich gestern hatte Väterchen Frost weite Teile Deutschlands sowie auch des Mettinger Landes fest im eisigen Griff. 16 Tage lang Höchstwerte zwischen -3,5 und maximal +1,2°C, 16 Tage lang Nachtwerte von bis zu -13°C, knapp über der seit 8 Tagen geschlossenen Schneedecke sogar unter -18°C. Es war die in ihrer Ausdauer markanteste Kältewelle im Tüöttendorf seit der legendären “Jahreswechsel-Kälte 1996/1997”, die damals 22 Tage am Stück Dauerfrost bis -22°C brachte. In den ersten zehn Tagen des noch jungen Wetterjahres 2009 stieg die Temperaturkurve überhaupt nur insgesamt etwa 9 Stunden ins zaghafte “Plus”. Seit gestern nun ist mit einer deutlichen Milderung und kräftigem Tauwetter der frostige Bann zumindest vorerst gebrochen. Am heutigen Nachmittag wurden mit 7,0°C erstmals seit Heiligabend wieder Temperaturen über 5°C gemessen. (Abgebildete Animation: Aufnahmen der Wettercam Schlickelde vom 12. und 13.01. (jeweils 09.33 Uhr) im Wechsel.)

Lasst Bilder sprechen ...

Kanal-Eis02
Eisschollen auf dem Mittellandkanal bei Recke am 11. Januar 2009

 

Kältewelle0402
Temperaturverlauf in Schlickelde, 24.12. - 11.01.

 


 

Kälteste Nacht seit März 2005 : -12,9°C

[06. Januar 2009, 22.00 Uhr]

Mit einem morgendlichen 2 Meter-Minimum von -12,9°C wurde in der vergangenen Nacht die tiefste Temperatur in Mettingen-Schlickelde seit fast vier Jahren gemessen. Wenige Zentimeter oberhalb der Schneeoberfläche kühlte sich die Luft sogar bis auf eisige -18,2°C ab. Noch kälter war es bei uns das letzte Mal am 04. März 2005 mit -15,5°C (2m) bzw. -19,4°C (5cm).

All diese Werte sind allerdings noch weit entfernt von den bisherigen Schlickelder Kälterekorden aus dem Jahre 1997. Damals brachte der Neujahrstag ein nachmittägliches Temperaturmaximum von -14,6°C, bevor die Werte in der folgenden Nacht bis auf -22°C absackten. Über einer geschlossenen Schneedecke herrschte damals 22 Tage lang durchgehend Dauerfrost, der sogar das Taufbecken im Kölner Dom einfrieren ließ und die deutsche Binnenschifffahrt stark einschränkte.

 


 

Dezember 2008: Zu kalt und viel zu trocken

[02. Januar 2009, 18.00 Uhr]

07.12.08 (2)“Etwas kälter und viel trockener als normal”, so in etwa könnte die meteorologische Bilanz des vergangenen Monats in extremer Kurzform lauten. Mit einem Temperaturmittel von 1,9°C lag der Dezember 2008 trotz eines über weite Strecken durchschnittlich bis leicht überdurchschnittlich temperierten Verlaufs schlussendlich dennoch um 0,5 K unter dem vieljährigen Normalwert des Vergleichszeitraumes 1961-1990 (Station Flughafen Münster/Osnabrück). Ursächlich dafür war die ungewöhnliche Kälte zum Monatsende, welche die Werte vom 27.12. bis zum Jahreswechsel überhaupt nicht mehr in den Plusbereich steigen ließ und am Silvestermorgen in einem Tiefstwert von eisigen -10,9°C gipfelte. In 5 Zentimetern Messhöhe über Grund sanken die Registrierungen sogar bis auf -15,4°C ab. Werte, die seit Ende Januar 2006 in Schlickelde nicht mehr beobachtet worden waren. Am moderaten oberen Ende der Skala dominierte der 22. Dezember, an dem Punkt 10,0°C in der Spitze erreicht wurden. Insgesamt verzeichneten die Messgeräte im gesamten Monatsverlauf 12 Luftfrost- und 19 Bodenfrost-Tage. (Foto: Halo-Erscheinung am 07.12.08 am Schlickelder Himmel.)

07.12.08Und er war viel zu trocken, der letzte Monat des Wetterjahres 2008. Mit einer Gesamtniederschlagsmenge von gerade einmal 29,5 Litern pro Quadratmeter wurden nur etwa 37 Prozent des üblichen Sollwertes von 80,2 Litern erreicht (Station Westerkappeln 1961-1990). Starkniederschläge waren im ersten Wintermonat der Saison keine zu verzeichnen, die Intensitätsaufzeichnungen der Messgeräte lagen durchweg unter 0,3 Liter/min. 15 Tage blieben dagegen mit Niederschlagsmengen von weniger als 0,1 Litern pro m² weitgehend trocken. Schneefälle traten desöfteren auf, blieben jedoch durchweg leicht und konnten keine nennenswerte und dauerhafte Schneedecke ausbilden.

Die weiteren Monatsmittel und deren Abweichung vom Durchschnitt 1961-1990: Mittl. Relative Luftfeuchte 91,5 % (+5,0 %), Mittl. Luftdruck 1018,3 hPa (+3,6 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 9,7 km/h, Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Flughafen Münster/Osnabrück) 65,5 Std. (+65,0 %).

 


 

Dauerfrost vorübergehend beendet

[02. Januar 2009, 12.30 Uhr]

Mit dem Umspringen der Temperaturanzeige von 0,0 auf +0,1°C am heutigen Morgen um Punkt 10.01 Uhr gingen 138,5 Stunden durchgehenden Dauerfrostes in Schlickelde zuende. Seit dem 27.12. um 15.30 Uhr waren die Temperaturen nicht mehr ins “Plus” gestiegen und hatten am Silvestermorgen mit -10,9°C (2m Höhe) bzw. -15,4°C (5cm Höhe) ihren absoluten Tiefpunkt erreicht. Der niedrigste Temperaturwert seit dem 29. Januar 2006 (-11,3°C). Doch die derzeitige Milderung währt nicht lange. Schon die kommende Nacht wird wieder frostig kalt, bevor die Temperaturkurve nach Schneefällen am Sonntag in der nächsten Woche wieder ins zum Teil strenge Dauer-Minus fallen dürfte.

 

 


Seitenanfang