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Erneut Schulklasse zu Gast
[26. Juni 2009, 19.45 Uhr]
 Man merkt es ... die Ferien stehen vor der Tür! Grund genug, in den letzten relaxten Schultagen nochmals der örtlichen Wetterstation einen Besuch abzustatten. Zwar konnte diese den Schülern der Mettinger Ernst-Klee-Schule sowie ihren Lehrern auch nicht das genaue Wetter der kommenden Urlaubswochen orakeln, aber dennoch ein paar kleine Einblicke in den Mess- und Beobachtungsbetrieb einer solchen Anlage offenbaren. Frauenhaare zur Luftfeuchtemessung, Wippen zur Bestimmung der Regenrate und eine Kamera, deren aufmerksamem Linsenauge kein Wetter entgeht ... Das und mehr stand heute auf dem Stundenplan, bevor sich die Nachwuchswetterfrösche nach fast zwei Stunden wieder Richtung Mettingen verabschiedeten. (Fotos zur Vergrößerung bitte anklicken!)
Schöne Ferien!
Schulklasse besucht Wetterstation
[20. Juni 2009, 21.30 Uhr]
Die Kinder einer Schulklasse der Schlickelder Marienschule besuchten heute zusammen mit ihren Eltern und ihrem Lehrer die Wetterstation am Nagelmanns Moor. Etwa 2 Stunden lang drehte sich bei den etwa 65 kleinen und großen Gästen alles rund um´s Thema Wetter, wie man es richtig misst und was z.B. am Tag ihrer Geburt am Himmel über Schlickelde los war. Trotz des doch eher unsommerlichen Wetters blieben alle von stärkeren Regenschauern verschont und konnten um kurz nach 18 Uhr ihren Weiterweg Richtung Schule antreten, wo bereits eine Stärkung vom Grill auf sie wartete. (Fotos zur Vergrößerung bitte anklicken)
  
Leuchtende Nachtwolken über Schlickelde
[17. Juni 2009, 00.30 Uhr]
In den letzten 1-2 Stunden konnte man am Schlickelder Himmel das Naturschauspiel sogenannter NLC´s (“noctilucent clouds”), zu deutsch “Leuchtende Nachtwolken”, bestaunen. Im Gegensatz zu “normalen” troposphärischen Wolken, die maximal eine Höhe von etwa 13 Kilometern erreichen können, bilden sich diese aus Eiskristallen bestehenden Wolken im Bereich der Mesopause oberhalb der Mesosphäre in Höhen von über 80 Kilometern aus. Durch diese extreme Höhe können sie auch lange nach Sonnenuntergang noch von der schräg unter dem Horizont stehenden Sonne angestrahlt und damit zum “Leuchten” gebracht werden. Sie werden sichtbar, wenn die Sonne zwischen 6° und 16° unter dem Horizont steht. Das Licht wird dann von den Leuchtenden Nachtwolken noch reflektiert, während der Himmel sonst bereits fast dunkel ist. Ihre Färbung hängt vom Sonnenstand ab und kann von gelb bis silbrig-perlmutterartig reichen. Auch im Juni der vergangenen Jahre war dieses Phänomen zeitweise von Schlickelde aus beobachtbar. (Foto: Bild der “Wettercam Schlickelde” von 23.15 Uhr / Anklicken des Bildes öffnet die zugehörige Bildanimation)
“Soll gedeihen Korn und Wein ...
[11. Juni 2009, 23.30 Uhr]
... muss im Juni Regen sein!” Ginge es nach dieser alten Bauernregel, so dürften im Mettinger Land seit heute Speis und Trank vorerst gesichert sein. “Martin”, so der Name des feucht-fröhlichen Tiefdruck-Gesellen, nach langer Trockenheit im Mai und April brachte er uns heute schließlich den großen, botanisch erlösenden Regen. Satte 31,4 Liter, also mehr als drei volle Putzeimer Wasser, schüttete “Martin” zwischen gestern 21 und heute 21 Uhr auf jeden Schlickelder Quadratmeter aus. Während morgens und mittags noch die Dauerregen-Variante vorherrschte, prasselten am Abend 3,6 Liter allein zwischen 20.00 und 20.10 Uhr während eines kräftigen Schauers im Einflussbereich der rückseitig einfließenden Kaltluft vom Himmel. Die Intensitätsspitze betrug dabei immerhin 0,8 Liter pro Minute und wurde um 20.06 Uhr erreicht. (Foto: Bild der “Wettercam Schlickelde” von 20.05 Uhr) Doch nicht nur der Regen war ein großes Thema heute. Auch starker Wind und Lufttemperaturen von 10,8°C um 12 Uhr mittags machten den diesjährigen Fronleichnamstag nicht gerade zur sommerlichsten aller denkbaren Wettervarianten zu dieser Jahreszeit.
Doch Besserung ist in Sicht. Pünktlich zum Wochenende geht es mit Wetter und Temperaturen bergauf.
Spektakulärer Wettertag
[09. Juni 2009, 23.15 Uhr]
Sicher, als sommerlichster Sommertag geht der heutige mit einem Tageshöchstwert von gerade einmal mageren 22,1°C sicher nicht gerade in die Statistik ein. Dennoch hatte Petrus dem Natur- und Wetterfanatiker in den vergangenen Stunden so einiges zu bieten. Wären da beispielsweise gleich drei Gewitter- und weitere abendliche Schauerstaffeln, die mit hohem Tempo und sehr turbulenten, teils spektakulären Wolkenformationen über das Tüöttenstädtchen hinwegjagten. Neben Temperaturstürzen um über 7 Grad innerhalb weniger Minuten brachten diese insgesamt respektable 14 Liter pro Quadratmeter zusammen (14-22 Uhr), entfesselten Spitzenböen bis 60,8 km/h (fast Windstärke 8) und prasselten zeitweise mit einer Regenrate von beachtlichen 0,7 Liter/m² pro Minute hernieder.
Als krönenden Abschluss seiner Himmelsshow präsentierte Petrus dann kurz vor Sonnenuntergang einen abendlichen Super-Regenbogen, den man in dieser Größe (tief stehende Sonne!), Intensität und doppelter Ausführung bei derart mystischen Lichtverhältnissen vielleicht nur ein einziges Mal im Leben beobachten kann. Für all die, die es leider verpasst haben, gibt´s als bescheidenen Abklatsch des Spektakels hier noch ein paar fotografische Eindrücke zum Anklicken und Nachtrauern ...
Wetter verpasst? Kein Problem ... mit dem Tageszeitraffer der Wettercam Schlickelde!
Kälteste Juni-Nacht seit mindestens 19 Jahren
[06. Juni 2009, 12.00 Uhr]
Kurz vor ihrem vorläufigen Ende hat sie nun nochmals ordentlich “zugeschlagen”, die sogenannte “Schafskälte” in Schlickelde. Mit einem Tiefstwert von 2,8°C, gemessen um 05.15 Uhr in 200 Zentimetern Höhe über Grund in der offiziellen Klimahütte, wurde sogar ein neuer absoluter Juni-Rekord registriert. Die vergangene Nacht war damit in Schlickelde die bislang kälteste Juni-Nacht seit Messbeginn im August 1989, also seit mindestens 19 Jahren! Noch deutlich tiefer sackten die Werte dagegen in einer “Knöchelhöhe” von nur 5 Zentimetern über dem Erdboden ab. Bei klarem Himmel und fast Windstille wurde hier nochmals Boden- bzw. Grasfrost von -1,1°C bzw. sogar -3,4°C gemessen.
Ähnlich kalt war es im Juni zum letzten Mal im Jahre 2000, als in den Morgenstunden des 17.06. ein 2m-Tiefstwert von 3,2°C erreicht worden war. In den kommenden Tagen werden vor allem die Nächte wieder deutlich milder, so dass für empfindliche Pflanzen nun keine Gefahr mehr besteht.
Mai 2009: Zu warm und zu trocken
[05. Juni 2009, 15.15 Uhr]
Der Sommer ist da! Seit dem 01. Juni, dem meteorologischen Sommerbeginn, ist der Frühling 2009 Geschichte und mit ihm auch der Mai 2009. Zeit für einen kurzen Rückblick auf den vergangenen Witterungsabschnitt.
Nach Auswertung aller seiner 31 Tage, erreichte der Mai 2009 schlussendlich ein Lufttemperaturmittel von Punkt 14,0°C. Damit wurde der vieljährige Durchschnitt der Jahre 1961-1990 (Station Münster/Osnabrück: 12,4°C) um recht deutliche +1,6 K überschritten. Wärmster Tag war der 26.05. mit einem Tagesmaximum von 25,6°C, gleichzeitig damit auch der einzige Sommertag (mindestens 25,0°C) des Monats und der erste dieses Jahres überhaupt. An insgesamt 13 von 31 Tagen wurde die 20°C-Marke überschritten. Bemerkenswert: Selbst im vorangegangenen und normalerweise deutlich kälteren April gab es 14 Tage, an denen mehr als 20°C erreicht worden waren. Bodenfrost trat im Mai 2009 ganz knapp nicht mehr auf (+0,1°C am 13.05.), Grasfrost bis -2,6°C registrierten die Geräte jedoch immerhin noch an 3 Tagen. Das absolute Monatsminimum in der offiziellen Messhöhe von 2 Metern über Grund brachte uns der 12.05. mit 3,2°C. (Foto links: Schattenspiel von Kondensstreifen auf niedrigerer Wolkendecke am 17.05.)
Unterdurchschnittlich fällt dagegen die Niederschlagsbilanz des letzten Frühlingsmonats aus. Nachdem bereits der April ein drastisches Niederschlagsdefizit von knapp - 61 Prozent gebracht hatte, lag auch der Mai mit einer Monatssumme von 53,6 Liter/m² immerhin um fast 16 % unter dem Sollwert von 63,6 Litern (Station Westerkappeln 1961-1990). In weiten Teilen speziell des Münsterlandes herrscht inzwischen erhebliche Trockenheit, die zunehmend der Landwirtschaft Probleme bereitet und die Waldbrandgefahr erneut auf Stufe 3-4 angehoben hat. Bereits im April war in unserer Region zeitweise ein höchstmöglicher Wert von 5 erreicht worden. Vor allem den sehr niedrigen Luftfeuchte-Werten mit monatlich gemittelten Tagesminima von nur 37,8 % (!) sowie kräftigem Wind besonders zum Monatsende ist diese rasche Austrocknung der Böden zu “verdanken”. Neben 20 (!) vollkommen trockenen Tagen, wurden im Mai nur zwei Tage mit wirklich größeren 24 Stunden-Regenmengen registriert. Am 15.05. waren dies insgesamt 17,4 Liter/m², der 06. Mai brachte es noch auf einen Wert von 12,8 Litern. Die maximale Niederschlagsintensität registrierte der automatische Messwertgeber am 15.05. mit 1,1 Litern pro m² innerhalb von nur einer Minute.
Die weiteren Monatswerte im Überblick: Mittl. Relative Luftfeuchte 72,2 % (+0,5 %), Mittl. Luftdruck 1019,0 hPa (+3,6 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 10,0 km/h. Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Flughafen Münster/Osnabrück) 228,1 Std. (+11,8 %).
Spätes Minus
[29. Mai 2009, 22.15 Uhr]
Während in der vergangenen, sternenklaren und windschwachen Nacht die Lufttemperatur in der offiziellen Messhöhe von zwei Metern über Grund lediglich auf 5,1°C zurückgingen, sackten die Werte in Bodennähe (5cm Höhe) auf 1,0°C (unbewachsen) bzw. über Gras sogar nochmals bis auf frostige -2,2°C ab. Derart hohe Temperaturgradienten in den bodennahen Luftschichten sind besonders typisch für Strahlungsnächte im Frühjahr und Herbst.
Turbulenter erster Sommertag 2009
[26. Mai 2009, 23.00 Uhr]
Geschafft ... Schlickelde hat seinen ersten Sommertag 2009. Mit einem Tageshöchstwert von 25,6°C um Punkt 14.46 Uhr vermeldeten die Messgeräte am Nagelmanns Moor erstmals in diesem Jahr den Durchbruch der 25 Grad-Mauer. Nur um wenig später beim Durchzug einer intensiven Schauerlinie einen Absturz auf nur noch 17,4°C innerhalb von nur 30 Minuten aufzuzeichnen. Begleitet wurde dieser Einmarsch der heranrückenden Kaltluft von teils kräftigen Windböen, die es wenig später auf eine Spitzengeschwindigkeit von 66,6 km/h brachten ... immerhin mitten im Wertebereich der versicherungstauglichen Windstärke 8 (Stürmischer Wind). Ganz knapp erspart geblieben sind Schlickelde dagegen die teils schweren Unwetter, die bereits in den frühen Morgenstunden zwischen 5 und 7 Uhr von den Niederlanden kommend die Westgrenze des Kreises Steinfurt streiften und besonders den Raum Leer im Emsland mit örtlich massiven Schäden heimsuchten. Nach Abzug der heutigen Kaltfront stehen wir in den nächsten Tagen nun unter dem Einfluss deutlich kühlerer Luftmassen.
April 2009: Extrem warm und viel zu trocken
[02. Mai 2009, 20.00 Uhr]
Der auf dieser Seite bereits am 18.04. geäußerte Verdacht ... er hat sich voll bestätigt! Nach einem absoluten Ausnahmemonat vor genau zwei Jahren, geht nun auch der April 2009 mit außergewöhnlichen Zahlenwerten in die deutsche und auch die Schlickelder Klimastatistik ein.
Mit einem über alle 30 Tage gemittelten Temperaturschnitt von 12,7°C schoss der April 2009 gleich um satte +4,5 K über seinen vieljährigen Normwert von 8,2°C (Station Münster/Osnabrück 1961-1990) hinaus. Sogar der extreme April 2007, der es auf einen ebenso außergewöhnlichen Wert von 12,1°C gebracht hatte, wurde damit schon jetzt wieder deutlich in den Schatten gestellt. Deutschlandweit war der vergangene Monat der wärmste April seit 1891. An sage und schreibe 14 Tagen wurden in Schlickelde Höchstwerte von über 20°C gemessen. Die absolute Spitze erreichte der 26. April, der mit 24,7°C einen ersten Sommertag (mind. 25,0°C) nur knapp verfehlte. Dem gegenüber standen jedoch auch noch 5 Bodenfrost- sowie beachtliche 15 Grasfrost-Tage, an denen negative Minima in fünf Zentimetern Messhöhe von bis zu -5,5°C (01.04.) erreicht wurden. Luftfröste traten dagegen keine mehr auf, das Monatsminimum in zwei Metern Messhöhe wurde mit +0,5°C am 01. April registriert. (Foto links: Pfirsichblüte am 14.04.09 / Foto unten: Sehr seltene “Föhnwolken” über Schlickelde am 18.04.09)
Extrem auch die Niederschlagsverhältnisse zwischen dem 01. und 30.04.: Nur an 6 von 30 Tagen fiel überhaupt messbarer Niederschlag, am meisten mit 8,5 Litern pro Quadratmeter am 28.04.. Insgesamt brachten es diese sechs Niederschlagstage auf eine magere Monatssumme von nur 20,7 Litern/m². Dies entspricht einer Abweichung zum normalen Sollwert von - 60,7 Prozent! (Westerkappeln 1961-1990: 52,7 L/m²). Noch beeindruckender: Zwischen dem 09. und dem 26. April fiel 16 Tage am Stück kein einziger Tropfen Wasser auf Schlickelder Boden! Mit drastischen Folgen: Bereits am 18.04. herrschte in der gesamten hiesigen Region die höchstmögliche Waldbrand-Gefahrenstufe 5. Die maximale beobachtete Niederschlagsintensität im April 2009 mit 0,5 Litern pro Minute verfällt somit zu einer Randnotiz. Deutschlandweit reihte sich der vergangene Monat auf Platz 9 der trockensten Aprilmonate seit 1901 ein.
Die weiteren Monatswerte und deren Abweichung vom Normalwert (1961-1990) in Kurzform: Mittl. Relative Luftfeuchte 73,9 % (+0,6 %), Mittl. Luftdruck 1014,5 hPa (+0,2 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 7,9 km/h. Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Flughafen Münster/Osnabrück) 228,0 Std. (+43,6 %) (zweitsonnigster April in Deutschland seit 1951).
Schon wieder ein Ausnahme-April?
[18. April 2009, 21.30 Uhr]
Just ist es zwei Jahre her, dass uns ein absoluter Ausnahme-April reihenweise nie dagewesene Rekorde nach Deutschland brachte, da schickt sich sein Nach-Nachfolger an, uns schon wieder mit frühsommerlichen Eindrücken neben gerade erst ergrünender Vegetation zu verwirren. Zwar sind wir mit inzwischen immerhin 10 Tagen über 20°C und einer bisherigen Monatsspitze von 23,5°C (10.04.) noch meilenweit von den in Stein gemeißelten 28,4°C des 16.04.07 entfernt, doch deutlich überdurchschnittlich warm ist dieser April schon jetzt.
Ein viel “brennenderes” Thema ist derzeit aber ein ganz anderes: Während die südlicheren Regionen NRW´s (und hier besonders das Rheinland) und auch Deutschlands in den letzten 48 Stunden förmlich im Regen versanken, ging Mettingen völlig leer aus, und das inzwischen schon seit 9 Tagen am Stück. Überhaupt gab es im bisherigen April 2009 nur an drei Tagen messtechnisch erwähnenswerte Niederschläge, die sich lediglich auf magere 5,5 Liter pro Quadratmeter summierten. Zum Vergleich: Ein (gesamter) Otto-Normal-April hat im Mettinger Land gewöhnlich etwa 52,7 Liter vor unserer Tür abzuladen! Etwa 90 Prozent fehlen also noch ... und das 12 Tage vor Monatsende. Kein Wunder, dass der Deutsche Wetterdienst inzwischen für unsere gesamte Region die höchstmögliche Waldbrand-Gefahrenstufe 5 ausgerufen hat.
Der April 2007, er ging am Ende mit einer Gesamtniederschlagsmenge von 2,5 Litern/m² als trockenster Monat der Klimageschichte in selbige ein und brachte die hiesigen Landwirte pünktlich zum Aussaat-Termin mit bis zu 10cm tiefen Wüstensand-Verhältnissen in arge Bedrängnis.
The same procedure as 2007, Mr. April? Well, we will see!
Der Frühling ist da ... 22,5°C!
[03. April 2009, 22.20 Uhr]
Lange hatten wir geduldig auf ihn warten müssen, nun ist er da und legt geradezu einen Blitzstart hin ... Es ist Frühling in Schlickelde! Nach dem ersten definitionsgemäßen Frühlingstag mit mehr als 15°C Höchsttemperatur (15,8°C) vorgestern und bis zu 17,4°C gestern, stürmte die Quecksilbersäule heute in ungeahnte Höhen: Mit einem Tagesmaximum von sage und schreibe 22,5°C wurden heute im Tüöttendorf bei erneut strahlendem Sonnenschein bereits fast frühsommerliche Werte erreicht und erstmals seit einem halben Jahr (13.10.08) wieder die 20°C-Mauer durchbrochen. An der Station des Kachelmann-Wetterdienstes “Meteomedia” in der Emsdettener Innenstadt (“Strotmann´s Fabrik”) wurde mit einem Höchstwert von Punkt 25,0°C sogar bereits der erste Sommertag des Jahres verzeichnet. Und auch die Natur reagiert inzwischen deutlich ... z.B. mit dem Öffnen der ersten Forsythienblüten am 01. April, übrigens satte 32 Tage später als im deutlich milderen Frühjahr 2008.
März 2009: Wärmer und nasser als üblich
[02. April 2009, 20.00 Uhr]
Schon sind sie vorbei, die ersten 31 Tage des meteorologischen Frühlings in Schlickelde. Zeit für einen kurzen bilanzierenden Rückblick.
Mit einer Monatsmitteltemperatur von 5,6°C lag der März 2009 schlussendlich um +1,4 K über dem klimatologischen Durchschnitt des Vergleichszeitraumes 1961-1990 (Station Münster/Osnabrück: 4,2°C). Mit einer absoluten Monatsspitze von 14,7°C am 14.03. wurde die Frühlingstagsgrenze von 15,0°C in diesem ersten Frühlingsmonat des Jahres knapp nicht erreicht. Darüber hinaus verzeichneten die Schlickelder Messgeräte 7 Luftfrost- (Klimahütte), 14 Bodenfrost- sowie 15 Grasfrosttage mit 24 Stunden-Minima unter 0°C. Der absolute Temperaturtiefpunkt wurde am 20.03. mit -3,0°C in 2 Metern Höhe bzw. bis zu -9,6°C in 5cm Messhöhe erreicht.
Ebenfalls deutlich überdurchschnittlich fiel auch die Niederschlagsbilanz des vergangenen Monats aus. Mit einer Gesamtsumme von 79,0 Litern prasselte 28 % mehr Wasser auf den Schlickelder Durchschnittsquadratmeter hernieder, als es der vieljährige Normwert mit 61,7 L/m² (Station Westerkappeln 1961-1990) erwarten ließe. Niederschlagsreichster Tag war mit großem Abstand und respektablen 17,0 Litern innerhalb von 24 Stunden der 06.03., an dem es von morgens bis abends weitgehend ohne nennenswerte Pause durchregnete. Sieben Märztage blieben dagegen vollkommen trocken, sechs davon am Stück (17.-22.03.). Sogar einige Schneeflocken tanzten in den frühen Morgenstunden des 25.03. nochmals vom Himmel und sorgten zumindest stellenweise und kurzzeitig ein letztes Mal für einen zarten weißen Hauch. Die maximal registrierte Niederschlagsintensität von 0,5 Litern pro m² und Minute am 26.03. war dagegen kaum weiter erwähnenswert.
Alle weiteren Monatswerte sowie, falls vorhanden, deren Abweichung vom Normalwert (in Klammern): Mittl. Relative Luftfeuchte 83,1 % (+4,9 %), Mittl. Luftdruck 1013,2 hPa (-1,6 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 10,1 km/h. Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Flughafen Münster/Osnabrück) 106,2 Std. (-3,4 %).
Feuerball am Schlickelder Himmel
[01. April 2009, 12.00 Uhr]
Wohl kaum einer der gut 12.000 Mettinger dürfte das spektakuläre Ereignis mitbekommen haben, dass sich heute am frühen Morgen um kurz nach 4 Uhr hoch über ihren Köpfen abgespielt hat. Augenzeugenmeldungen blieben bislang (Stand: 11.00 Uhr) jedenfalls aus. Nur ein wachsames Auge bemerkte das optische Spektakel und hielt es sogar fest ... die Wettercam der Wetterstation Mettingen-Schlickelde, auf deren Bild von 04.01 Uhr eine Art Feuerball seine Leuchtspur über den Schlickelder Nordwest-Himmel zieht. Großes Glück, denn die Kamera beginnt nur eine Minute zuvor ihren routinemäßigen täglichen Aufnahmebetrieb. Ob es sich bei dem Objekt um einen abstürzenden Meteoriten handelt, konnte bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geklärt werden. Vieles deutet jedenfalls darauf hin, da seine Helligkeit sogar die Schlickelder Häuser und Straßen erkennen lässt. Näheres ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt. Das Bildmaterial wurde jedenfalls sichergestellt und wird voraussichtlich noch heute zur weiteren Analyse an astronomische Fachleute weitergeleitet.
Sollten Sie Augenzeuge des vermutlichen Meteoritenabsturzes geworden sein und weitere Angaben zu dem Ereignis machen können, so setzen Sie sich bitte per Mail mit der Wetterstation Mettingen-Schlickelde in Verbindung. Vielen Dank!
Ok, ok ... April April!
Forsythienblüte hat eingesetzt
[31. März 2009, 21.30 Uhr]
Satte 31 Tage (!) später als im vergangenen Jahr, hat heute am Nagelmanns Moor in Schlickelde die Forsythienblüte eingesetzt. Ursächlich für diese markante Zeitdifferenz dürfte in erster Linie der vergleichsweise strenge letzte Winter, aber auch der extrem milde Winter 2007/2008 gewesen sein. Selten war der Charakter zweier aufeinander folgender Winter so markant unterschiedlich, was sich nun schließlich auch in der Reaktion der Natur wiederspiegelt.
Ein “halber” Frühlingstag
[14. März 2009, 20.00 Uhr]
Mettingen erlebte heute den ersten “halben” Frühlingstag des Jahres. Während vormittags, mittags und am frühen Nachmittag oftmals zumindest zeitweise die schon kräftige Märzsonne durch die hohen Wolkenfelder schien, zog im weiteren Verlauf dann von Westen eine düstere Wolkendecke auf, aus der nach 16 Uhr dann schließlich bei rasch fallenden Temperaturen auch die ersten Tropfen fielen. Ein “halber Frühlingstag” war es aber auch deswegen, da zwar in der künstlich ventilierten Thermometerhütte der Schlickelder Station mit einem Tageshöchstwert von 15,1°C die definitionsgemäße Frühlingsgrenze von 15°C knapp geknackt, in der großen, amtlichen Klimahütte, die für die Hauptmessung herangezogen wird, mit maximal 14,7°C aber verfehlt wurde.
Zu verdanken hatten wir den kurzen, markanten Temperaturschub dem sogenannten “Warmsektor” eines Tiefdruckgebietes nördlich von Schottland. Ein Warmsektor stellt den zum Teil nur sehr schmalen und im zeitlichen Verlauf immer kleiner werdenden Bereich dar, der zwischen einer bereits durchgezogenen Warmfront und der schneller nachrückenden Kaltfront aufgespannt wird. Hier herrschen mehr oder weniger deutlich wärmere Luftmassen vor, die die Warmfront über das Land geschoben hat und die von der folgenden Kaltfront wieder ausgeräumt werden. In der abgebildeten Wetterkarte vom frühen Abend (Quelle: Wetteronline) ist dieser Warmsektor zwischen den Linien der Warm- (halbrunde Symbole) und Kaltfront (dreieckige Symbole) sehr schön zu sehen (rot schraffiert). Mettingen, dessen ungefähre Lage mit einem roten Punkt markiert ist, hat den Warmsektor und damit die kurzzeitig hohen Temperaturen vom frühen Nachmittag bereits wieder verlassen und liegt hinter der gerade durchgezogenen Kaltfront schon wieder im deutlich kühleren Luftmassenbereich. Hatten die Werte um kurz nach 14 Uhr mit zeitweiliger Sonnenunterstützung noch bei 15°C gelegen, so werden zu diesem Zeitpunkt in Schlickelde bei trübem Regenwetter nur noch 9°C gemessen.
Erstmals seit über 100 Tagen mehr als 10°C
[03. März 2009, 23.50 Uhr]
03. März, zwei Tage nach meteorologischem Frühlingsanfang ... in Schlickelde wird eine Tageshöchsttemperatur von 10,4°C gemessen. Eigentlich nicht mehr als die normale Bilanz eines etwas unterkühlten Frühlingstages. Wäre da nicht die Zusatzbemerkung, dass dies die ersten 10,4°C seit langer Zeit, seit sehr langer Zeit waren. Genauer gesagt, seit nicht weniger als 103 Tagen. Denn so lange ist es inzwischen her, dass das Schlickelder Quecksilber zum letzten Mal die 10°C-Hürde übersprang, mit 10,2°C am 20.11.2008. Lediglich am 22. Dezember letzten Jahres wurde mit Punkt 10,0°C diese Hürde kurz erreicht, nicht jedoch übertroffen. Bleibt nur noch zu hoffen, dass die 20 Grad-Marke nun nicht ebenso lange auf sich warten lässt.
Februar 2009: Wärmer und nasser als üblich
[01. März 2009, 21.20 Uhr]
Der Februar 2009, ein gutes Beispiel, wie sich unser subjektives Wetterempfinden täuschen kann. Sicherlich dürfte bei einigen Lesern inzwischen der Eindruck entstanden sein, die vergangenen Wochen seien zu kalt, allenfalls durchschnittlich ausgefallen. Doch stimmt das wirklich? Die nackten Zahlen sprechen eine andere Sprache...
Mit einer Monatsmitteltemperatur von 2,6°C positionierte sich der Februar ´09 um beachtliche +1,2 K über dem 30jährigen Vergleichsschnitt der Jahre 1961-1990 (Station Münster/Osnabrück). Die 10°C-Marke wurde mit einer Monatsspitze von 9,9°C (06.02.), wie schon im Dezember und Januar, auch im Februar erneut nicht überschritten. Insgesamt verzeichneten die Schlickelder Messgeräte 15 Frosttage mit 2 Meter-Minima bzw. 18 Grasfrosttage mit Erdbodenminima unter 0°C. Als einziger Eistag (Maximum kleiner/gleich 0°C) ging der 01.02. mit einer Spitze von -0,6°C in die Statistik ein. Die tiefsten Temperaturen des Monats wurden am 01. Februar mit -5,4°C (2m) bzw. am 15.02. mit -9,8°C (5cm, über Gras) registriert.
Deutlich überdurchschnittlich fällt die Niederschlagsbilanz des letzten Wintermonats aus: Mit einer Gesamtniederschlagshöhe von 67,7 mm fiel fast ein Drittel mehr Niederschlag als in einem üblichen Norm-Februar (Station Westerkappeln 1961-1990: 51,5 mm). Ein recht beachtlicher Teil der Niederschläge fiel auch im letzten Winterdrittel nochmals als Schnee. Nennenswerte Schneefälle traten beispielsweise in der Nacht zum 01.02., in teils kräftigen Schauern zwischen dem 08. und 13.02. (Foto vom 12.02.) und nochmals am 15.02. auf. Vorübergehend sich ausbildende Schneedecken lagen in ihrer Mächtigkeit jedoch durchweg um oder unter einem Zentimeter. Niederschlagsreichster Tag war der 10.02. mit 11,7 Litern pro Quadratmeter, nur 3 von 28 Tagen blieben mit Mengen unter 0,1 Liter/m² im wesentlichen trocken. Die maximale registrierte Niederschlagsrate blieb am 11.02. mit 0,2 Litern pro Minute im relativ schwachen Bereich.
Ein paar Worte noch zum gesamten Winter (01.12.08 - 28.02.09): Mit Temperaturabweichungen von -0,5 K (Dezember), -1,2 K (Januar) und +1,2 K (Februar) lässt sich der Winter 2008/2009 schlussendlich mit einer Gesamtabweichung von etwa -0,17 K doch noch in den eher durchschnittlichen Bereich einstufen. Auch hier täuscht offenbar unser subjektives Erinnerungsvermögen, da die Abweichungen von der Norm in den vorangegangenen Wintern zum Teil weit im Plus lagen (2006/2007 +4,2 K, 2007/2008 +3,0 K). Wirklich drastisch zu kalt mit zum Teil deutlich negativen Tagesmitteln fiel im wesentlichen nur die Periode vom 26.12.08 bis zum 10.01.09 aus. Diese relativ wenigen, sehr kalten Tage reichten somit bereits aus, die Bilanzen für Dezember und Januar ins Minus zu ziehen und voreilig gleich dem ganzen Winter den “gefühlten” Rekordstempel aufzudrücken. Ein temperaturtechnischer Rekordwinter war es in seiner Gesamtheit jedenfalls nicht. Deutlicher fiel hier schon die Niederschlagsbilanz aus, denn mit 137,9 mm fielen in den vergangenen drei Monaten lediglich zwei Drittel des über die Jahre 1961 bis 1990 gemittelten Normwertes. Der Winter 2008/2009 geht damit also als deutlich zu trocken in die Klimastatistik ein. Mit verantwortlich hierfür waren sicherlich die Hochdrucklagen mit trockenerer Festlandsluft, die zum Teil ja auch die strengen Fröste ermöglichten. Auch in der Sonnenscheindauer, gemessen an der Klimastation des Flughafens Münster/Osnabrück, spiegeln sich diese beständigen Schönwetterphasen wieder: Mit insgesamt 182,8 Stunden Sonnenschein zwischen dem 01.12. und 28.02. wurde die Norm immerhin um 13,3 Prozent überboten.
Die weiteren Monatsmittel des Februar 2009 und deren Abweichung vom Durchschnitt 1961-1990: Mittl. Relative Luftfeuchte 90,4 % (+8,9 %), Mittl. Luftdruck 1013,1 hPa (-2,8 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 10,3 km/h, Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Flughafen Münster/Osnabrück) 36,9 Std. (-51,6 %)
Schneeglöckchen in voller Blüte
[28. Februar 2009, 22.00 Uhr]
Die Tage des Winters 2008/2009, sie sind gezählt. Nicht nur deshalb, weil die Meteorologenschaft morgen (01. März) bereits den Beginn des meteorologischen Frühlings begeht. Auch in der Natur zeigen sich nun erste zaghafte Vorboten des nahenden Lenzes. So stehen in Schlickelde inzwischen die Schneeglöckchen in voller Blüte, während sich die ersten Knospen stellenweise schon am 25.02. öffneten. Schön ablesbar ist an diesen Daten auch der Charakter des diesjährigen Winters. Im extrem milden Winter 2007/2008 öffneten sich die ersten weißen Glöckchen bereits in den letzten Januartagen. Auch die Forsythien stehen noch unter dem winterlichen Einfluss der vergangenen Wochen. Während diese genau heute vor einem Jahr bereits zu Blühen begannen, herrscht derzeit noch tiefer Winterschlaf.
Januar 2009: Zu kalt und viel zu trocken
[07. Februar 2009, 15.10 Uhr]
“Unglaubliche +4,7 K zur warm und fast doppelt so viel Niederschlag wie normal” ... das waren die rekordverdächtigen Schlagzeilen im Januar 2008. In diesem Jahr jedoch war alles völlig anders: Mit einer Monatsmitteltemperatur von punktgenau 0,0°C fielen die ersten 31 Tage des neuen Wetterjahres um deutliche -1,2 K kälter aus, als es das vieljährige Mittel der Jahre 1961 bis 1990 für unsere Region vorgibt (Station Münster/Osnabrück). Verantwortlich dafür war die markanteste Kältewelle seit der “Jahreswechsel-Kälte 1996/1997”, die damals 22 Tage am Stück Dauerfrost bis -22°C brachte. In den ersten zehn Tagen des noch jungen Wetterjahres 2009 stieg die Temperaturkurve überhaupt nur insgesamt etwa 9 Stunden ins zaghafte “Plus”, sackte in den Morgenstunden des 06.01. auf absolute Tiefstwerte von -12,9°C (2 Meter) bzw. -18,4°C (5 Zentimeter) ab. Selbst das Tagesmittel der Lufttemperatur in 2 Metern Höhe erreichte am 06. Januar nur rekordverdächtige -10,0°C! Insgesamt verzeichnete die Wetterstation Mettingen-Schlickelde zwischen dem 01. und 31.01.09 nicht weniger als 19 Frost- (Tagesminimum 2m < 0°C), 25 Bodenfrost- (Tagesminimum 5cm < 0°C) sowie 6 Eistage (Tagesmaximum 2m < 0°C). Dennoch stieg die Temperaturkurve, vorwiegend in der zweiten Monatshälfte, immerhin an zehn Tagen auch über die 5°C-Marke. Am deutlichsten am 19.01. mit einer Monatsspitze von 8,6°C.
Da die ungewöhnliche Kälte überwiegend auf stabilen, kräftigen Hochdruckeinfluss in der ersten Hälfte und zum Ende des Monats zurückzuführen war, blieben folgedessen auch die Niederschlagsverhältnisse deutlich unter dem gewohnten Niveau. Mit einer Gesamtmenge von 40,7 Litern pro m² fielen gar nur 57 Prozent des sonst üblichen regionalen Normwertes (Station Westerkappeln 1961-1990). Beachtliche 18 Tage verliefen mit Mengen unter 0,1 Litern sogar gänzlich trocken. Den maximalen 24 Stunden-Wert brachte der 23.01. mit insgesamt 11,1 Litern. Eine nennenswerte Schneedecke von maximal 3 bis 4 Zentimetern Mächtigkeit bildete sich durch teils intensiven Flockenwirbel am Abend des 04. Januar aus und bedeckte das Mettinger Land nachfolgend bis zum kräftigen Tauwetter am 12.01..
Ein weiteres Haupt-Wetterthema neben der Kältewelle: Der neue, deutliche absolute Luftdruckrekord durch Sturmtief “Joris” am 23.01.. 964,6 hPa ... nie zuvor seit Beginn präziser Messungen im Februar 2000 war in Schlickelde ein so tiefer Wert gemessen worden.
Die weiteren Monatsmittel und deren Abweichung vom Durchschnitt 1961-1990: Mittl. Relative Luftfeuchte 86,9 % (+1,4 %), Mittl. Luftdruck 1014,4 hPa (-1,0 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 9,6 km/h, Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Flughafen Münster/Osnabrück) 80,4 Std. (+77,4 %).
Sturmtief “Joris”: Neuer deutlicher Luftdruckrekord
[23. Januar 2009, 22.00 Uhr]
Mit 11,1 Litern Regen pro m² im Gepäck lenkte das Sturmtief “Joris” sein Zentrum heute genau über unsere Köpfe hinweg und ließ die heimischen Barometer in ungeahnte Tiefen stürzen. Mit einem in unserer Region extrem seltenen Minimum von 964,6 hPa wurde um Punkt 15.07 Uhr somit ein neuer, deutlicher Stationsrekord aufgestellt, der alte Wert von 976,0 hPa (21.03.2008) gleich um satte 11,4 hPa unterboten! Zur Einordnung: Der niedrigste bislang in Deutschland überhaupt beobachtete Wert stammt aus dem Jahre 1983 und wurde damals mit 955,4 hPa in Bremen registriert. Durch die Passage des eher windschwachen Tiefdruckkerns blieben uns die stürmischen Auswirkungen weiter südlich gottlob weitgehend erspart.
Der eisige Bann ist gebrochen
[12. Januar 2009, 11.30 Uhr]
Eiszeit in Schlickelde ... Vom zweiten Weihnachtstag bis einschließlich gestern hatte Väterchen Frost weite Teile Deutschlands sowie auch des Mettinger Landes fest im eisigen Griff. 16 Tage lang Höchstwerte zwischen -3,5 und maximal +1,2°C, 16 Tage lang Nachtwerte von bis zu -13°C, knapp über der seit 8 Tagen geschlossenen Schneedecke sogar unter -18°C. Es war die in ihrer Ausdauer markanteste Kältewelle im Tüöttendorf seit der legendären “Jahreswechsel-Kälte 1996/1997”, die damals 22 Tage am Stück Dauerfrost bis -22°C brachte. In den ersten zehn Tagen des noch jungen Wetterjahres 2009 stieg die Temperaturkurve überhaupt nur insgesamt etwa 9 Stunden ins zaghafte “Plus”. Seit gestern nun ist mit einer deutlichen Milderung und kräftigem Tauwetter der frostige Bann zumindest vorerst gebrochen. Am heutigen Nachmittag wurden mit 7,0°C erstmals seit Heiligabend wieder Temperaturen über 5°C gemessen. (Abgebildete Animation: Aufnahmen der Wettercam Schlickelde vom 12. und 13.01. (jeweils 09.33 Uhr) im Wechsel.)
Lasst Bilder sprechen ...
Eisschollen auf dem Mittellandkanal bei Recke am 11. Januar 2009
Temperaturverlauf in Schlickelde, 24.12. - 11.01.
Kälteste Nacht seit März 2005 : -12,9°C
[06. Januar 2009, 22.00 Uhr]
Mit einem morgendlichen 2 Meter-Minimum von -12,9°C wurde in der vergangenen Nacht die tiefste Temperatur in Mettingen-Schlickelde seit fast vier Jahren gemessen. Wenige Zentimeter oberhalb der Schneeoberfläche kühlte sich die Luft sogar bis auf eisige -18,2°C ab. Noch kälter war es bei uns das letzte Mal am 04. März 2005 mit -15,5°C (2m) bzw. -19,4°C (5cm).
All diese Werte sind allerdings noch weit entfernt von den bisherigen Schlickelder Kälterekorden aus dem Jahre 1997. Damals brachte der Neujahrstag ein nachmittägliches Temperaturmaximum von -14,6°C, bevor die Werte in der folgenden Nacht bis auf -22°C absackten. Über einer geschlossenen Schneedecke herrschte damals 22 Tage lang durchgehend Dauerfrost, der sogar das Taufbecken im Kölner Dom einfrieren ließ und die deutsche Binnenschifffahrt stark einschränkte.
Dezember 2008: Zu kalt und viel zu trocken
[02. Januar 2009, 18.00 Uhr]
“Etwas kälter und viel trockener als normal”, so in etwa könnte die meteorologische Bilanz des vergangenen Monats in extremer Kurzform lauten. Mit einem Temperaturmittel von 1,9°C lag der Dezember 2008 trotz eines über weite Strecken durchschnittlich bis leicht überdurchschnittlich temperierten Verlaufs schlussendlich dennoch um 0,5 K unter dem vieljährigen Normalwert des Vergleichszeitraumes 1961-1990 (Station Flughafen Münster/Osnabrück). Ursächlich dafür war die ungewöhnliche Kälte zum Monatsende, welche die Werte vom 27.12. bis zum Jahreswechsel überhaupt nicht mehr in den Plusbereich steigen ließ und am Silvestermorgen in einem Tiefstwert von eisigen -10,9°C gipfelte. In 5 Zentimetern Messhöhe über Grund sanken die Registrierungen sogar bis auf -15,4°C ab. Werte, die seit Ende Januar 2006 in Schlickelde nicht mehr beobachtet worden waren. Am moderaten oberen Ende der Skala dominierte der 22. Dezember, an dem Punkt 10,0°C in der Spitze erreicht wurden. Insgesamt verzeichneten die Messgeräte im gesamten Monatsverlauf 12 Luftfrost- und 19 Bodenfrost-Tage. (Foto: Halo-Erscheinung am 07.12.08 am Schlickelder Himmel.)
Und er war viel zu trocken, der letzte Monat des Wetterjahres 2008. Mit einer Gesamtniederschlagsmenge von gerade einmal 29,5 Litern pro Quadratmeter wurden nur etwa 37 Prozent des üblichen Sollwertes von 80,2 Litern erreicht (Station Westerkappeln 1961-1990). Starkniederschläge waren im ersten Wintermonat der Saison keine zu verzeichnen, die Intensitätsaufzeichnungen der Messgeräte lagen durchweg unter 0,3 Liter/min. 15 Tage blieben dagegen mit Niederschlagsmengen von weniger als 0,1 Litern pro m² weitgehend trocken. Schneefälle traten desöfteren auf, blieben jedoch durchweg leicht und konnten keine nennenswerte und dauerhafte Schneedecke ausbilden.
Die weiteren Monatsmittel und deren Abweichung vom Durchschnitt 1961-1990: Mittl. Relative Luftfeuchte 91,5 % (+5,0 %), Mittl. Luftdruck 1018,3 hPa (+3,6 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 9,7 km/h, Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Flughafen Münster/Osnabrück) 65,5 Std. (+65,0 %).
Dauerfrost vorübergehend beendet
[02. Januar 2009, 12.30 Uhr]
Mit dem Umspringen der Temperaturanzeige von 0,0 auf +0,1°C am heutigen Morgen um Punkt 10.01 Uhr gingen 138,5 Stunden durchgehenden Dauerfrostes in Schlickelde zuende. Seit dem 27.12. um 15.30 Uhr waren die Temperaturen nicht mehr ins “Plus” gestiegen und hatten am Silvestermorgen mit -10,9°C (2m Höhe) bzw. -15,4°C (5cm Höhe) ihren absoluten Tiefpunkt erreicht. Der niedrigste Temperaturwert seit dem 29. Januar 2006 (-11,3°C). Doch die derzeitige Milderung währt nicht lange. Schon die kommende Nacht wird wieder frostig kalt, bevor die Temperaturkurve nach Schneefällen am Sonntag in der nächsten Woche wieder ins zum Teil strenge Dauer-Minus fallen dürfte.
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