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1) Lufttemperatur 2m (ventiliert)”

 

Am Stationsmast befindet sich in 2 MeternVentiliert+02 Höhe über Grund ein Glaskörper-Pt100 (Genauigkeit: 1/3 DIN Klasse B, +/- 0,1 K) der Firma "Thies Clima", eingebaut in einen künstlich ventilierten Strahlungsschutz, der sowohl kurzwellige als auch langwellige Strahlungseinflüsse vom Temperaturgeber abhält. Im Innern des Strahlungsschutzes befindet sich ein schwarzes, senkrecht positioniertes Kunststoffrohr, in dem mittels Klemmverschraubung der Messwertgeber angebracht ist. Das Rohr wird nach aussen hin durch eine Verkleidung aus weißen Kunststofflamellen vor direkter und indirekter Bestrahlung geschützt. Unter der Dachglocke am oberen Ende des Strahlungsschutzes befindet Ventiliert++sich ein elektrischer Ventilator, der die Aussenluft unter der untersten Lamelle ansaugt, mit 2,5 bis 3 m/s Geschwindigkeit durch das Innenrohr am Temperaturgeber vorbeiführt und unter der Dachhaube wieder nach aussen abgibt. Durch diese Maßnahmen wird erreicht, dass sich der Strahlungsfehler, der bei Temperaturmessungen praktisch immer auftritt, auf ein äußerstes Minimum reduziert. Durch die kontinuierliche Ventilation und die geringe Einstellzeit des Sensors von unter 20 Sekunden ist im Gegensatz zur großen, massigen Klimahütte die Messung von hochfrequenten Temperaturschwankungen (beispielsweise durch kurzzeitige Wolkenabschattung oder das Aufsteigen von Thermikblasen) möglich. Dieser Typ des Strahlungsschutzes wird baugleich auch an allen anderen Stationen des “Meteomedia”-Messnetzes zur Ermittlung der Lufttemperatur in zwei Metern Höhe eingesetzt.

 

 


 

Temperaturmessstellen+++

 

Die Temperatur-Meßstellen der Wetterstation Mettingen-Schlickelde (März 2012)

 

 



                                                               

2) "Lufttemperatur 2m (Klimahütte)"

 

Auf dem nordwestlichen Teil205des Messfeldes steht eine große, sogenannte "Englische Klimahütte". Diese Art des Strahlungsschutzes für meteorologische Messgeräte gilt als Klassiker, wird bereits seit Jahrhunderten auf der ganzen Welt eingesetzt und ist geradezu zum Symbol für Wetter- und Klimastationen geworden. Obwohl mittlerweile längst bekannt ist, dass dieser Hüttentyp durch seine sehr große Masse und die nicht immer ausreichende Ventilation (ausschließlich durch den natürlichen Aussenwind) eine große Trägheit und Strahlungsfehler von bis zu über 2 K tagsüber bzw. -0,5 K nachts aufweist, ist dies für Temperatur- und Luftfeuchtemessungen noch immer die weltweit am häufigsten verwendete Strahlungsschutzart. Die Hütte wurde millimetergenau nach den Forderungen und Konstruktionsanleitungen des DWD ("Deutscher Wetterdienst") und der WMO ("World Meteorological Organization") angefertigt und entspricht so weltweiten Standards.

In der Klimahütte wird mit einem elektronischen Glaskörper-Pt100-Temperaturgeber (Fabrikat "Thies Clima"), der mit dem Exemplar im künstlich ventilierten Strahlungsschutz absolut identisch ist (Genauigkeit: 1/3 DIN Klasse B, +/- 0,1 K), in genau 2 Metern Höhe über Grund die zweite Lufttemperatur ermittelt. Die Messung erfolgt auch hier über die Änderung des elektrischen Widerstandes von Platin bei verschiedenen Temperaturen.

 

 


 

 

3) "Lufttemperatur 5cm"

 

T503In 5 Zentimetern Messhöhe über dem mit Gras bewachsenen Bodenmessfeld der Station ist ein weiterer, im Edelstahlröhrchen gekapselter Pt100-Widerstandstemperaturgeber ("Thies Clima") ausgelegt.

Liegen bereits knapp über bewuchsfreiem Erdboden die nächtlichen Tiefstwerte oftmals deutlich unter den in der Klimahütte gemessenen Daten, so gilt dies in noch höherem Maße für dasselbe Niveau über einer Gras- oder Rasenfläche. Der dichte Überzug aus dünnen Pflanzenhalmen fungiert dabei als eine Art Isolationsschicht, die den Wärmeaustausch zwischen Erdboden und aufliegender Luftschicht behindert. Dies ist einerseits durch Lufteinschlüsse (ähnlich den Haaren auf der menschlichen Haut) und Schattenwürfe zwischen den einzelnen Halmen, andererseits aber z.B. auch durch die kühlende Wirkung der Blattverdunstung begründet. Tagsüber kann somit über die Sonneneinstrahlung nur wenig Energie in den Boden gelangen, so dass nachts der entgegengesetzte Bodenwärmestrom Richtung Erdoberfläche nur sehr schwach ausgeprägt ist. Das Ergebnis: Besonders in sternenklaren (ungehinderte Ausstrahlung) und windstillen Nächten (schwerere Kaltluft sinkt zum Boden) mit geringer Luftfeuchte (keine Wärmezufuhr durch Nebel- oder Taubildung) kühlt es über der Wiese nochmals stärker aus als über angrenzenden Flächen. Die tiefsten Temperaturen werden dabei gewöhnlich in Höhe der Grasspitzen erreicht. Temperatursensoren zur Messung der “Gras-Minimumtemperatur” sollten daher so angebracht werden, dass das Messelement die obersten Spitzen der Grashalme gerade noch berührt (WMO 2008, “Guide to Meteorological Instruments and Methods of Observation”, Abschn. 2.2.2.2). Sinken die Werte an dieser Messstelle unter den Nullpunkt, spricht man von sogenanntem “Grasfrost” oder “Bodenfrost”, letzteres üblicherweise bei Messung über unbewachsenem Boden.

 

 


 

 

Hohe Frostgefahr durch spezielle Bodenverhältnisse

 

Die Bodenverhältnisse speziell am Schlickelder Stationsstandort zeichnen sich insbesondere durch einen hohen Sandanteil aus, der während längerer Trockenperioden besonders schnell und tiefreichend austrocknet. Trockener Sandboden besitzt wegen des großen Anteils an isolierenden Lufteinschlüssen zwischen den einzelnen Partikeln eine sehr schlechte Wärmeleitfähigkeit. Der tagsüber von der erhitzten Erdoberfläche in die Tiefe gerichtete  Bodenwärmestrom ist stark behindert und bleibt folgedessen nur schwach bzw. auf eine sehr dünne Oberflächenschicht beschränkt. Dadurch kann umgekehrt in klaren Nächten mit starker Ausstrahlung aber auch kaum gespeicherte Wärmeenergie des Tages aus tieferen Schichten zur Erdoberfläche zurückgeleitet werden. Das Ergebnis ist eine besonders starke Auskühlung der Erdoberfläche und der unmittelbar aufliegenden, bodennahen Luftschicht. In extremen Einzelfällen wurden so in Schlickelde Differenzen zum “Hüttenminimum” in 2 Metern Messhöhe von 10 K beobachtet. Unter idealen (trockenen) Bedingungen sind auf dem Messfeld am “Nagelmanns Moor” bis weit in den Juni hinein letzte “Grasfröste” möglich, die auf der anderen Seite ebenso früh im Spätsommer erstmals wieder einsetzen können. Als Beispiele seien hier der 13. September 2008 und der 17. Juni 2009 mit 5cm-Minima von -0,2 bzw. -0,5°C genannt. Gänzlich boden- bzw. grasfrostfrei blieben seit Einrichtung der Messstelle im August 2007 im Jahreslauf bislang überhaupt nur die Monate Juli und August. Auch hier wurden aber bereits bodennahe Minima von +2°C oder weniger beobachtet (02.07.2014: 2,0°C / 25.08.2014: 0,7°C (Stand August 2014)). Schlickelde ist in derartigen, idealen Strahlungsnächten nicht selten die “bodenkälteste” Station im weiten Umkreis, hin und wieder sogar ganz Nordrhein-Westfalens oder Nordwestdeutschlands.

 

 


                                                           

 

4) "Relative Feuchte 2m (Klimahütte)"

 

206Zur Messung der relativen Luftfeuchtigkeit (Maß für das Feuchtesättigungsverhältnis der Luft) steht in der großen Klimahütte ein kapazitiver Hygrogeber des Herstellers "Vaisala" zur Verfügung, der beispielsweise auch an sämtlichen Stationen des Deutschen Wetterdienstes im Einsatz ist. Unter einer geschlitzten, luftdurchlässigen Goretex-Schutzkappe am Kopf der Messsonde befindet sich das eigentliche Sensorelement. Das Messprinzip ist folgendes: Bekanntlich hängt die Kapazität eines elektrischen Kondensators davon ab, welches Material sich zwischen den Kondensatorplatten befindet. Man bezeichnet es als Dielektrikum. Wie stark es die Kapazität beeinflusst, wird durch die Dielektrizitäts-Konstante ausgedrückt. Für Vakuum wird diese Konstante zu 1,0 festgelegt. Wasser hat eine sehr hohe Dielektrizitätskonstante, nämlich fast 82. Der kapazitive Feuchtesensor nun besteht aus einem wenige Millimeter großen Folienstreifen eines Polymer-Kunststoffes, der auf beiden Seiten mit einer Metallschicht bedampft ist, also einen Kondensator bildet. Die Materialschichten sind zum Schutz vor Beschädigungen mit einer wasserdampfdurchlässigen Schutzfolie überzogen. Zwischen dem Wassergehalt des Kunststoffes und der relativen Feuchte der Umgebungsluft stellt sich (wie z.B. bei Menschenhaaren oder anderen organischen, hygroskopischen Substanzen) ein Gleichgewichtszustand ein. Das bedeutet: Bei einer hohen relativen Feuchte ist die Kapazität des Messkondensators größer als bei einer geringen. Der Zusammenhang ist zwar temperaturabhängig und auch nicht linear, was aber elektronisch ausgeglichen werden kann. Die Eichung bleibt für lange Zeit stabil und braucht nicht öfter als ein bis zweimal jährlich kontrolliert zu werden. Das Schlickelder Messgerät wird mindestens in Halbjahresabständen mittels Kalibriersalzlösungen (feste, bekannte relative Feuchte über Lösungsoberfläche) überprüft und gegebenenfalls neu justiert.

Neben der elektronischen Messung befindet sich in der Klimahütte der Schlickelder Station zusätzlich noch ein klassischer, mechanischer Thermohygrograph ("Lambrecht"). Bei diesem Gerät, welches nur noch Demonstrationszwecken dient, erfolgt die Messung über die feuchteabhängige Längenänderung einer Harfe mit speziell präparierten Frauenhaaren, die über ein feines mechanisches Hebel- und Zeigerwerk auf eine sich drehende Schreibtrommel übertragen wird.

 

 


                                                       

 

5) "Luftdruck (reduziert auf Normalnull)"

 

Im Gebäude befindet sich in einem weitgehend temperaturkonstanten Kellerraum, direkt eingebaut im Gehäuse des Dataloggers, ein6 kapazitiver Silizium-Absolutdrucksensor der Firma "Vaisala" zur Messung des atmosphärischen Luftdrucks. Der Geber vereint die ausgezeichneten elastischen und mechanischen Merkmale von einkristallinem Silizium mit dem bewährten kapazitiven Messprinzip. Er zeichnet sich durch eine sehr hohe Genauigkeit (+/- 0,3 hPa) und äußerste Lanzeitstabilität bei barometrischen Druckmessungen aus. Wie an allen amtlichen Stationen wird auch in Mettingen-Schlickelde der Luftdruck in Gerätehöhe (56,00 m ü. NN), sogenannter "QFE", mittels aktueller Lufttemperatur und barometrischer Höhenformel auf Meereshöhe (Normalnull) reduziert (sogenannter "QFF"). Würde man dies nicht tun, so ließen sich die Daten aufgrund der Luftdruckabnahme mit der Höhe (grob genähert 1 hPa je 8 Meter in den untersten Atmosphärenschichten) nicht mit den Werten anderer, höher oder niedriger gelegener Stationen vergleichen. Daher hat man sich, mit Ausnahme von Hochgebirgsstationen, weltweit auf das Bezugsniveau von 0 m ü. NN geeinigt. Mit diesem empfindlichen Messgerät lassen sich auch noch sehr kleine Luftdruckschwankungen registrieren, wie sie z.B. von Windböen draußen verursacht werden. Eine Überprüfung und ggf. Neujustierung des Gerätes erfolgt etwa alle 1-2 Jahre in einer speziellen Druckkammer im Labor der “Adolf Thies GmbH” in Göttingen.

 

 


 

 

6) "Niederschlagsmenge (manuell)"

 

Auf dem südöstlichen Teil des Messfeldes steht der manuelle Niederschlagsmesser nach Hellmann ("Lambrecht") zur Messung der 24 Stunden-Gesamtniederschlagsmenge. Das Gerät besteht aus einem abnehmbaren Oberteil, welches als Auffangbehälter dient (200 cm² Auffangfläche), und dem Unterteil, in dem sich eine Sammelflasche befindet. Der in das Auffanggefäß fallende Niederschlag wird über einen Trichter in die Sammelflasche geleitet, die im Innern des Gerätes weitgehend vor einer zu starken Erwärmung und damit einhergehenden Verdunstungsverlusten geschützt ist. Mindestens einmal täglich (in Schlickelde um 20 Uhr MEZ) wird die Sammelflasche von Hand in ein Messglas entleert und die Niederschlagshöhe in Millimetern (identisch mit Niederschlagsmenge in Litern pro m²) direkt abgelesen.

 

Im amtlichen Niederschlagsmessnetz wird das Gerät gewöhnlich um 7 Uhr morgens geleert und die gemessene Niederschlagsmenge dann dem Vortag zugerechnet. Aus organisatorischen Gründen ist dies in Schlickelde nicht möglich. Daher musste bei der manuellen Messung die anfängliche Messzeit von 20 Uhr beibehalten werden.

 

 


                                                       

 

7) "Niederschlagsmenge (automatisch)"

 

8Direkt neben dem manuellen Gerät steht die automatische Variante des Hellmann`schen Niederschlagsmessers. Äußerlich sind beide Geräte recht ähnlich aufgebaut. Während aber beim manuellen Exemplar der gefallene Niederschlag über den Auffangtrichter in die Sammelkanne geleitet wird, befindet sich beim Automatik-Gerät ("Thies Clima") eine kleine Kippwaage unter der Trichteröffnung. Die Wippe besteht aus zwei symmetrisch angeordneten, nach aussen spitz zulaufenden Gefäßen, die durch eine senkrechte Wand voneinander getrennt sind. Das ganze Gebilde steht so auf einer Schneide, dass es nach links und rechts kippen kann (Foto unten vom geöffneten Gerät). So befindet sich immer eine der beiden Auffangschalen unter dem Niederschlagszulauf. Bei fallendem Niederschlag füllt sich die Auffangschale, wodurch ihr Schwerpunkt mit steigendem Wasserspiegel immer weiter nach aussen rückt. Schließlich kippt die Waage um, gibt über einen Magnetschalter einen Impuls an die Elektronik ab, entleert sich in das Ablaufrohr des Niederschlagsmessers und positioniert das andere Sammelgefäß unter den Zulauf. Der Vorgang wiederholt sich wieder von vorn. Die Wippe ist nun exakt so konstruiert, dass sie immer genau nach 0,1mm (entsprechend 0,1 Liter pro m²) Niederschlag umkippt. Die Zahl der Wippenschläge ist also ein direktes Maß für den aufgefangenen Niederschlag. Durch den Reedschalter lassen sich die Kippvorgänge leicht elektronisch zählen und in Niederschlagsmenge pro Zeit umrechnen. Durch dieses Verfahren ist es möglich, nicht nur den Gesamtniederschlag von 24 Stunden zu bestimmen, sondern bei einer minutengenauen Auflösung auch die kurzzeitige Intensität eines einzelnen Niederschlagsereignisses (z.B. 3,3 Liter pro m² in 1 Minute bei einem kräftigen Gewitter) zu ermitteln. Speziell bei sommerlichen Starkregenfällen ist dies von besonderer Bedeutung. Standardmäßig wird in Mettingen-Schlickelde eine zeitliche Messauflösung von 2 Minuten verwendet.10

Neben den Fehlermöglichkeiten die schon beim manuellen Niederschlagsmesser erwähnt wurden, muss beim automatischen Gerät noch ein weiterer, äußerst wichtiger Punkt beachtet werden, der leider sehr häufig leichtfertig vernachlässigt wird. Bereits einzelne Sand- oder Staubkörnchen (z.B. Blütenstaub) können die Oberflächeneigenschaften der Niederschlagswippe empfindlich verändern. Die Wippe sollte deshalb mindestens monatlich gründlich gereinigt werden, auch wenn keine Verunreinigung erkennbar ist. Wird dies nicht getan, so können bereits nach kurzer Zeit erhebliche Messfehler auftreten. Aus diesem Grund wird die Genauigkeit des Gerätes in Schlickelde mindestens einmal im Monat mit einem Tropfer überprüft, der eine exakt definierte Wassermenge in einem bestimmten Zeitraum der Messelektronik zuführt. Treten dabei Abweichungen von mehr als 2 Prozent auf, wird die Messwippe entnommen und (eventuell mehrmals) speziell gesäubert, bis wiederholte Tropfertests keine Abweichungen mehr aufweisen.

Für den Winter ist der automatische Niederschlagsmesser mit einer elektronisch geregelten Heizung ausgestattet, die sich bei Temperaturen unter etwa +5°C automatisch zuschaltet und mittels Thermostat den Messbetrieb in einem Temperaturbereich bis -25°C garantiert. Leider ergibt sich auch durch die Heizung eine unvermeidbare, fehlerhafte Beeinflussung der Messwerte. Die Heizleistung muss einerseits so hoch sein, dass auch bei -15°C gefallener Schnee noch zuverlässig geschmolzen wird, andererseits müssen aber die Verdunstungsverluste durch die kräftige Erwärmung minimiert werden. Leider kommt es dadurch im Winter häufiger vor, dass teilweise mehr als 50 % (!) des Niederschlags für die Messung verloren gehen. Daher ist es unbedingt nötig und laut Richtlinien für Klimastationen auch zwingend vorgeschrieben, immer mit dem manuellen Gerät Parallelmessungen durchzuführen. Hier wird der feste Niederschlag im verschlossenen Auffanggefäß vorsichtig bei nur mäßig hohen Temperaturen über einen längeren Zeitraum im Haus aufgetaut, so dass unvermeidbare Verdungstungsverluste deutlich minimiert werden.

 

 


 

8) Niederschlagsdauer

 

Der Niederschlagswächter dient als Signalgeber zur sekundengenauen NiederschlagsmelderErmittlung von Niederschlagsbeginn und -ende sowie der Dauer von Niederschlagsperioden, wie sie z.B. im meteorologischen und klimatologischen Dienst benötigt werden. Sämtliche Niederschläge in Form von Sprühregen, Regen, Schnee oder Hagel werden von einem Lichtschrankensystem erfasst und lösen ein Schaltsignal aus. Mit einem eingebauten Ereignisfilter soll das Auslösen des Schaltsignals bei Einzelereignissen wie z.B. Blättern, Vogelkot, Insekten etc. möglichst unterdrückt werden. Dazu müssen innerhalb von 50 Sekunden mindestens n Tropfenereignisse stattfinden. Die Anzahl der Tropfenereignisse (1...15) kann programmiert werden. Nach Niederschlagsende wird das Schaltsignal nach einer einstellbaren Ausschaltverzögerungszeit zurück gesetzt. Durch das direkte Auswerten der Ereignisse kann Anfang und Ende der Niederschlagsperiode minutengenau erkannt werden. Für extreme Witterungsbedingungen besitzt der Niederschlagswächter eine Heizung, die den Schnee- und Eisansatz an der Gehäuseoberfläche verhindert. Dazu ist das Gerät mit einer geregelten Heizung ausgerüstet, die die Oberfläche auf einer Temperatur von > 0°C hält.

 

 


 

9) "Windgeschwindigkeit 11m"

 

 WindSeit Oktober 2004 wird an der Wetterstation Mettingen-Schlickelde auch die Windgeschwindigkeit gemessen. Dazu befindet sich an der Spitze des Stationsmastes in etwa 11 Metern Höhe ein automatischer Schalenstern-Windgeber ("Thies Clima"). Durch die konkave Form der Kugelschalen an den Enden der drei Flügel, setzen diese dem Wind einen deutlich größeren Luftwiderstand entgegen als ihre konvexen Rückseiten, so dass sich der Stern wie eine horizontale Windmühle zu drehen beginnt. Der extrem trägheitsarme und kugelgelagerte Leichtmetall-Schalenstern des Anemometers erlaubt durch seine berührungsfreie, opto-elektronische Drehzahlabtastung einen nahezu reibungsfreien Lauf und einen besonders niedrigen Anlaufwert von etwa 0,3 m/s. Bei einer Messgenauigkeit von +/- 0,3 m/s erstreckt sichder Messbereich bis zu einem Maximalwert von 50 m/s, wasMast+02 einer Windgeschwindigkeit von 180 Kilometern pro Stunde entspricht. Die einwandfreie Funktion des Messgerätes ist bis zu einer Maximalbelastung von 60 m/s (216 km/h) garantiert. Ein spezielles Öl, sowie eine vollautomatisch geregelte Beheizung der Kugellager und aller äußeren Rotationsteile erlauben auch im Winter einen einwandfreien Messbetrieb bei extremen Temperaturen bis zu -35°C.

Die Messung der aktuellen Windgeschwindigkeit erfolgt sekündlich über die Abfrage des elektronischen Dataloggers im Haus, der aus den Einzelmessungen ein arithmetisches Mittel von einstellbarer Dauer (aktuell 2 Minuten) bildet. Zusätzlich werden aus allen Sekundenmesswerten die Minima und Maxima abgespeichert. Eine Wartung des Windgeschwindigkeitsgebers, verbunden mit einem vorbeugenden Austausch der eingebauten Kugellager, erfolgt alle 2-3 Jahre im Labor der “Adolf Thies GmbH” in Göttingen.

 

 


                                                             

 

10) Sonnenscheindauer

 

In etwa 9,2 m Höhe über Grund ist seit Januar 2012 am Schlickelder Windmast ein Sensor zur Erfassung der Sonnenscheindauer montiert.

 

CSDbAls Sonnenscheindauer ist jene Zeit definiert, während der der international festgelegte Grenzwert für die direkte Solarstrahlung von 120 W/m² überschritten wird. Der in Mettingen eingesetzte Sensor vom Typ “CSD 1” des Herstellers “Kipp & Zonen” besitzt nun drei voneinander unabhängige Strahlungsmesselemente, von denen eines (D1) ständig die gesamte Globalstrahlung (direkte + diffuse Strahlung), die zwei anderen (D2, D3) über Sichtfenster in einem Abschattungzylinder jeweils nur einen Teil des Himmels erfassen. Die Elektronik im “CSD 1” bestimmt darüber, ob Messelement D2 oder D3 die Direktstrahlung erfasst (maximales Signal). Sie wählt den Detektor mit dem kleinsten Signal, davon ausgehend, dass dessen Ausgang ungefähr 1/3 der Diffusstrahlung repräsentiert. Dann wird gemäß der Formel für die Geometrie eine Korrektur (C) vorgenommen. Folglich wird von D1 der Wert der Diffusstrahlung abgezogen, um die Direktstrahlung zu erhalten:

 

Direktstrahlung = D1 - C x  (kleinster Wert von D2 und D3)

 

D1, D2, D3 sind die Signale der Detektoren D2, D2, D3 und C ist der Geometrische Korrekturfaktor.

 

CSDaDieses Direktstrahlungssignal wird auf einem der Sensorausgänge überwacht und wird intern mit einer Spannungsreferenz entsprechend dem von der WMO (World Meteorological Organization) empfohlenen Strahlungswert von 120 W/m² verglichen, um das Signal für  “sonnig” bzw. “nicht sonnig” zur Messung der Sonnenscheindauer zu aktivieren. Die Sonnenscheindauer wird gemessen ab dem Zeitpunkt, wenn die Direktstrahlung den Messwert von 120 W/m² übersteigt.

 

Vorteile dieses Messverfahrens gegenüber anderen Methoden sind die Bauweise ohne bewegliche Teile, ein sehr geringer Stromverbrauch, leichte Rekalibrierung, keine jahreszeitlich bedingten Beeinträchtigungen (Sonnenstand) sowie die Möglichkeit der Installation auf jedem Breiten- und Längengrad. Für einen reibungslosen Winterbetrieb ist der stets strahlungsdurchlässig zu haltende Glaszylinder des Gerätes mit einer thermostatregulierten Heizung (Reif, Schnee) sowie einem eingedichteten Trockenmittel (Innenbeschlag) ausgestattet.

 

 

 

 


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